M). Abhandlungen der Naturhistorischen GESELLSCHAFT ZU Nürnberg-. Enthaltend: 1. Über einige Bronzezeit-Funde der Natnrhistorischen Gesellschaft zu Nürnberg. Von der anthropologischen Sektion. Mit 11 Tafeln. 2. Die Echinodermen des deutschen Zechsteines von E. Spandel. An- hang I: Eine neue Bryozon aus dem Zechsteine von R. Paalzow. Mit 2 Tafeln. 3. Zweiter Nachtrag zur Pilz -Flora von Franken von P. Magnus. Mit 1 Tafel. 4. Bernstein von F. Knapp. Jahresbericht für 1897. Nürubor^. U. E. S E B A L D. 1898. Abhandlungen der Naturhistorischen Geseilschaft Nürnberg. Dieselben erscheinen seit dem Jahre 1852 und enthalten: Band I. 2 Hefte. Mit 3 Kupfertafeln. 1852, 58. Über das Ge- setz des Magnetismus, wie er sich bei der Tragkraft hufeisen- förmiger Magnete und bei der Schwingungsdauer geradliniger Magnetstäbe zu erkennen gibt. Von P. W. Haecker. — Unter- suchung von Seewasser des stillen Meeres und des atlantischen Oceans. Von Dr. E. Freiherr von Bibra. — Morphologische Betrachtungen über den sogen. Hut der Pilze u. über die Systematik der Kryptogaraen im Allgemeinen. A^on Prof. Dr. A. Schnizlein in Erlangen. (Mit 1 Tafel.) — Klimatische Verhältnisse der Umgegend von Nürnberg. Von Frz. Winkler. (Mit 1 Tafel.) — Über die Änderung der Schwingungsdauer der Magnetstäbe, wenn sich die Schwere ändert. Von P. W. Haecker. — Nymj)hnea semiaperta Klinggräff, eine für Bayern neue Pflanze, bei Nürnberg aufge- funden. Von Dr. Joh.'W. Sturm. (Mit 1 Tafel.) — Enume- ratio plantarum vascularium cryptogamicarium Chilensium. Ein Beitrag zur Farnflora Chile's. Von Dr. J. W. Sturm. — Über das Nordlicht. Auszug ans einem gröfseren Vortrage. Von C. J. H. E. Edlen v. Braun. — Über den Atakamit. Von Dr. Freiherr V. Bibra. — Über die regelraäfsige Zunahme der atmosphär. Niederschläge im Gebirge nach aufwärts. Von Prof. W. Lach- mann. — Die botanische Untersuchung der Umgegend von Nürnberg in geschichtlicher Darstellung. Von H. Hauck. — Über die Vertilgung der Feldmäuse. Eine Preisschrift. Von A. J. Jäc~kel... Preis M. 7.60. Band H. 1861. Über Trichina spiralis, einen Fadenwurm, und dessen Einwanderung bei Menschen und Tieren. Von Dr. W. Merkel. — Die Fahrt um das Cap Hörn. Von Dr. E. Freih. v. Bibra. — Botanische Beobachtungen. Von Prof. Dr. A. Schnizlein: I. Un- tersuchungen über die Natur der Stacheln bei der Section Gros- sularia in der Gattung Ribes. H. Über die Schuppen in den Blumen bei den deutschen und einigen andereren Arten von Sedum. — Geographische Schildenmgen aus Zentral-Indien. Von Robert von Schlagin tweit. — Über das Llama und Alpaca. Von C. J. H. E. Edlen v. Braun. — San Christobal de la Habana. Von F. Knapp. — Klimatische Verhältnisse der Umgegend von Ansbach. Von F. Winkler. - Aphorismen über Volkssitte, Aber- glauben und Volksmedicin in Franken mit besonderer Rücksicht auf Oberfranken. Gesammelt und zusammengestellt von A. Ja ekel. — Beobachtungen über das Wachstum des Blütenstengels der Agave americana et variegata in Athen. Von Dr. Lindermeyer. — Carl Emil Diezel, qu. kgl. bayer. Revierförster. Nekrolog von A. J. Jäckel. Preis Ji 6. Band HL 1. 2. Hälfte. Mit 13 Steintateln. 1864, 66. Über . die Heirat unter Blutsverwandten. Von Dr. AV. Merkel. -- Über Natron und dessen Bereitung aus Kryolith. Von Chr. A^oit. — Assam, das mittlere Stromgebiet des Brahmaputra. A'^on Hermann Abhandlungen der Naturhistorischen GESELLSCHAFT ZU Nürnberg. S >■*. -^ /; £W YOHK X:i- Band. Mit 14 Tafeln. Jahresbericht für 1897. ^ 1 -- Nürnberg:. U. E. S E B A L D. 1898. Inhaltsverzeichnis des XI. Bandes. -•+^ über einige Bronzezeit-Funde d. Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg. (Mit 11 Tafeln) 1-15 Spandel^ E., Die Echinodermen des deutschen Zechsteines. (Mit 2 Tafeln) 17—45 Paalzow^ R., Eine neue Bryozon aus dem Zechstein 46—47 Erklärung der Tafeln 48—50 Magnus^ P., Zweiter Beitrag zur Pilz-Flora von Franken. (Mit 1 Tafel) 51—87 Knapp, F., Bernstein 89—130 •OSSO« üeber einige Bronzezeit -Funde der Naturhistorischen Gesellschaft l>T-CLrrLTDerg'- Von der anthropologischen Sektion der Gesellschaft. Abb. d. Naturh. Ges. XI. Bd. Unter den ungefähr 200 prähistorischen Grrabhügeln in der Umgebung" Nürnbergs, die wir kennen, gehören die meisten der Hallstatt- und Latene-Zeit an, und es war uns bis zum vorigen Jahre keiner bekannt, der mit Sicherheit der Bronzezeit zugezählt werden konnte. Doch kamen bei dem Tiefumgraben von Feldern Bronzezeitfunde zum Vorschein. So fand ein Bauer von Laufamholz beim Tiefumgraben seines Hopfenackers bei Hammer, P/* Stunde östlich von Nürn- berg, ürnenscherben und Bronzen, und zwar das Schwert Tafel IV Fig. 1, die Nadel Tafel 1 Fig. 1 und die Urne vom Querschnitt wie Tafel IX Fig. 4. Eine zweite Nadel, welche in Stücke ging, wurde leider weggeworfen und ging verloren. Von Herrn k. Forstmeister Poehlmann auf den Fund aufmerk- sam gemacht, erwarb die Naturhistorische Gresellschaft Nürn- berg den Fund vom Besitzer. Die Fundstelle ist der östliche Teil vom Steinplattenfeld bei Hammer, und zur näheren Bezeichnung der Fundstelle be- merken wir Folgendes: Die Strafse von Nürnberg über Mögel- dorf, Diepersdorf, Leinburg geht südlich am Weiler Hammer vorbei. Südwestlich von Hammer geht von dieser Strafse eine Strafsenabzweigung nach Hammer, und 25 Meter von dieser Strafsenabzweigung östlich geht von der Leinburger Strafse eine Markungslinie nahezu südlich. Von der Markung, welche 70 Meter südlich der Leinburger Strafse auf diefer Markungs- linie liegt, geht wieder eine Feldgrenze nahezu östlich ab. Mifst man von dieser Markung 36 m auf der Feldgrenze nach Osten und von dem erhaltenen Punkte rechtwinklig 17^2 m nach Norden, so kommt man auf die Mitte der Fundstelle, die von den vielen roten Sandsteinen, die an der Grabstätte vor- kamen, jetzt noch durch hellere Färbung sich von dem übrigen Felde abzeichnet, auch prähistorische Scherben sind dort noch einzelne zu finden. Zur Kontrolle hat man einen Wehrbau in der Pegnitz nahe dem nordöstlichen Eck von Hammer. Vom östlichen 1* _ 4 — Ende des Wehres lieg-t die Fundstelle in 295 Meter Luftlinie südwestlich mit einer Abweichung von 4^ nach Westen. Von der Fundstelle, die auf der südlichen Pegnitzthal-Böschung liegt, hatte man, ehe noch Häuser und Zäune die Aussicht ver- sperrten, einen hübschen Überblick über das Pegnitzthal. Das Bronzeschwert ist im Ganzen 718 mm lang, davon das Heft 110 mm lang, die Klinge also 608 mm lang. Das Heft bildet eine Griffzunge mit erhöhten Rändern, zwischen denen die, jetzt verschwundene, Bekleidung lag. Diese Griffzunge ist auf Tafel IV Fig. 2 in der Ansicht, Fig. 3 im Längsschnitt, in Fig. 4 im Querschnitt abgebildet, sie hat 3 Nietenlöcher am oberen Ende und 2 solche gegen die Klinge zu. Die Klinge ist in der Mittellinie beiderseits gewölbt und dieser gewölbte Grat verläuft bis zur Spitze. Das Schwert ist zweischneidig und die Schneiden sind concav. Ein Querschnitt der Klinge ist in Tafel IV Fig. 5 abgebildet. Das Schwert hat die Form, welche von Grofs, Montelius, Sophus Müller und J. Undset als älteste Schwertfopm bezeichnet wird*), und welche durch gleichartige Funde in Ägypten und Mykenä auf Verbindung mit diesen Ländern hinweist. Die Meinung von Sophus Müller**), dafs die aus dem Steinzeit-Dolche hervorgegangenen zweischneidigen Schwerter hauptsächlich als Stichwaffe benützt wurden, dürfte durch unser Schwert be- stätigt werden. Dasselbe hat zwar Scharten, doch bei näherer Betrachtung sieht man, dafs Scharten, die durch Hieb ent- standen sind, an ihren Rändern das Metall hinausgetrieben zeigen. Auch solche Scharten sind an unserem Schwerte; sie sind aber blank metallisch, also frisch entstanden, vielleicht beim Ausgraben, während die alten mit Patina überzogenen Scharten keine hinausgetriebenen Ränder haben, also durch Verwitterung entstanden sind. Die Nadel, Tafel I Fig. 1 ist im Ganzen 227 mm lang und im eingesteckten Teil bis 4^2 mm dick. Der walzen- förmige Kopf ist bis 9^2 mm dick und 42 mm lang, mit Quer- *) M. Hoernes, die Urgescliichte des Menschen, S. 381 und Ab- bildung Fig. 164 a S. 383. **) Nordische Altertumskunde S. 244 und 245. rinnen versehen, und von den dadurch vorstehenden Ringen hat der Ite, 5te, 8te, Ute und 14te wieder Querriefen, und das Ende ist ein zierliches Doppelgesiras. Minimale Unregelmäfsig- keiten an den Ringen des walzenförmigen Kopfes beweisen, dafs der Nadelkopf nach dem Gusse von Hand nachgearbeitet wurde. Die Urne, Tafel IX Fig. 4, hat 100 mm Höhe, 137 mm gröfste Weite, HO mm obere Weite, 60 mm Bodenweite. Sie ist aufsen ziegelrot, im Scherbenbruch schwarz, Ornamente fehlen, der Boden ist wenig gerundet. Durch die Thonmasse sind blasenartige Löcher verteilt, der Thonmasse ist kein grober Sand zugesetzt. Die Bronzefunde, die Urne und die vielen anderen Scherben, dann auch die vielen losen Sandsteine, mit denen die Fund- stelle angefüllt war, lassen vermuten, dafs die Fundstelle eine Grabstätte war, leider konnten in der durchwühlten Erde Menschenknochen nicht mehr gefunden werden. Wäre die Fundstelle ein Grabhügel gewesen, der abgepflügt worden wäre, so hätten die Funde entweder schon beim Ebenpflügen zum Vorschein kommen müssen oder wären ganz seicht gelegen, so aber ist Jahrhunderte lang der Pflug über die Fundstelle gegangen, und erst beim Stürzen des Hopfenackers, wobei sehr tief umgegraben wird, ist der Fund erschienen. Wir müssen also die Fundstätte so, wie sie jetzt erschien, als vermutliches Flachgrab ansehen^ indessen ist es immer noch möglich, dafs in alten Zeiten ein Grabhügel über den Funden war. Die Funde: das Schwert, die Nadel und die Urne, weisen auf ziem- lich frühe Bronzezeit hin. Ein weiterer Fund aus der Bronzezeit wurde der Gesell- schaft als Geschenk des Mitglieds und Administrators Herrn Sebald übergeben. Dieser Fund wurde von Bäckermeister Herrn Ulrich Linnert im Jahre 1890 in Eschenbach bei Hers- bruck auf dessen Feld zu Tage gebracht. Herr Linnert culti- vierie ein Stück Ödland am rechtsseitigen (westlichen) Abhänge des Hirschbachlhales, und bei dessen Umarbeitung wurden unter den Wurzeln eines Birnbaumes bei Menschenknochen die Bronzen gefunden, eine lange Bronzenadel, 3 Ringe und ein — 6 — Bronzemesser. Auch hier ist eine zweite Nadel zerbrochen und verloren gegangen. Zur Feststellung der Fundstelle be- merken wir Folgendes: An der westlichen Seite des Hirsch- bachs ist nördlich von Eschenbach ein Fuhrweg, der sich in einer Entfernung von 400 Meter von den nördlichsten Häusern Eschenbachs teilt und nordöstlich nach Fischbrunn, nördUch über den Berg nach Vorra führt. An letzterem Fuhrwege, westlich, liegt die Fundstelle, Spitzacker PI. Nr. 912. Von der Fundstelle nach Süden bis zur Wegteilung sind 63 m, 54 m nördlich der Wegteilung ist ein Markstein, von diesem also bis zur Fundstelle sind 9 m, von der Fundstelle nach Norden bis zur Stelle, wo sich das Feld nördlich ausspitzt, ist ein Markstein 44 m entfernt. Von der Fundstelle südlich liegt die Kirchturmspitze von Eschenbach, nordöstlich das westlichste Haus von Fischbrunn. Die Nadel, Tafel I Fig. 3 ist 265 mm lang, 4 mm dick und mit einem conischen 15 mm dicken eingerieften Kopfe und zierlichen Halsgesimsen versehen*). Die 3 Ringe sind offen. Der gröfsere, Tafel III Fig. 1, vielleicht für den Oberarm, ist zierlich abteilungsweise mit Zickzacklinien und Querriefen ornamentiert. Er hat 110—119 mm lichte Weite. Die 2 kleineren Ringe, Tafel III Fig. 2 und 3 haben am gröfsten Durchmesser 60 mm Lichtweite. Sie sind für Armringe eines ausgewachsenen Menschen zu eng. Sie sind beide aufsen blos mit Querriefen ornamentiert. Die Messerklinge Tafel III Fig. 4 ist 115 mm lang, bis 19 mm breit, einschneidig, an der breitesten Stelle am Rücken convex und 2 mm dick. Zum Befestigen am Griffe hat sie am breiteren Ende ein Loch. Das Vorkommen von Menschenknochen hat die Fundstelle als Grabstätte festgestellt. Da kein Hügel an der Stelle war und der Fund in der Tiefe unter den Baumwurzeln zum Vor- schein kam, so ist die Fundstelle wieder als Flachgrab charak- *) Die genau concentrischen Ringe mit vollständig senkrechter Ebene zur Nadelachse und der an dem Nadelkopf befindliche Körner deuten nach dem Urteile von Fachmännern mit gröfster Wahrscheinlich- keit auf Abdrehen des Nadelkopfes. — 7 — terisiert. Die Nadel und die Ornamentierung der Ringe weisen den Fund wieder in das Bronzezeitalter. Als Einzelfund aus der Bronzezeit ist ein Kelt, Tafel Y Fig. 1 zu erwähnen, der von Herrn Deinzer bei Rupprecht- stegen gefunden wurde. Der Kelt ist 147 mm lang, an seiner breiten convexeu Schneide 60 mm breit, in der Mitte 19 mm breit und wird gegen das Ende zu wieder breiter bis zu 26 mm, abgerundet und am Ende mit einer Höhlung versehen. Zur Befestigung am Schaft hat er beiderseits erhöhte Ränder, so dafs der Kelt an den Rändern bis 16 mm dick ist, während er in der Längsachse nur bis 12 mm Dicke hat. Ein zweiter Einzelfund aus der Bronzezeit ist das Bronze- messer Tafel I Fig. 4. Dasselbe ist zweischneidig, 103 mm lang, 20 mm breit, IV4 mm dick und an einem Ende zum Be- festigen am Griffe mit einem Schlitz versehen. Es wurde auf der Houbirg bei Hersbruck gefunden. 20 km östlich von Nürnberg erhebt sich die fränkische Jura etwa 200 ra über die Thalfläche. Von vielen Thälern durchschnitten, haben die Juraberge eine mannigfache Gliederung und den Formenreichtum, auf welchem die landschaftliche Schönheit der Juraberge beruht. Die prähistorischen Bewohner unserer Umgebung haben diese landschaftliche Schönheit hoch gehalten und droben ihren Kultus ausgeübt und ihre Toten bestattet. Unsere Juraberge sind durch die Pegnitz und von Hohen- stadt an, wo die Pegnitz von Norden herkommt, durch den von Hartmannshof herkommenden Högenbach in eine nördliche und eine südliche Gruppe geteilt, und auf ihnen haben wir ein reiches Arbeitsfeld gefunden, auf den Jurabergen nördlich der Pegnitz in Beckersloh, Weidenschlag, bei Alfalter und Münzing- hof, und südlich der Pegnitz bei Altdorf im Hehnergstäudi, im Kreut und jetzt auch auf dem Weifsenbrunner Berg. Ein Fund dieser Gegend, nämlich aus dem Hohlwege, der von Unterrieden zum Gstäudi führt, etwa in halber Höhe des Bergers, gehört der Bronzezeit an und wurde von einem Altdorfer nach Berlin verkauft. — 8 — , Auf dem Hochplateau vom Weifsenbrunner gegen den Ernhofer Berg, nahe am westUchen Abhänge im Waldteile Breitenloh, haben wir im Jahre 1895 einen Sleinhügel ver- messen, den wir, da er mit Hochholz bestanden war, liegen liefsen. Nachdem er nun im Frühjahr 1897 gröfstenteils ab- geholzt wurde, so ersuchten wir den Besitzer, den Bauern Herrn Birkel von Weifsenbrunn, uns den Hügel zum Abgraben zu überlassen, was Herr Birkel gern gestattete, wofür wir ihm an dieser Stelle nochmals besten Dank sagen. Der Hügel liegt in der Luftlinie 1067 m südsüdöstlich von der Strafsenkreuzung in Weifsenbrunn, nördlich von Hegnenberg und zwar 1240 m in der Luftlinie vom Bären- wirtshaus in Hegnenberg entfernt. Der Hügel hatte 13—14 m Durchmesser und 1 m Höhe. Es ist dort die Wodanssage noch in vollem Volksglauben in folgender Form: auf dem Hundsbrunnenanger, der Terrasse zwischen weifsen und braunen Jura, 5 Minuten (175 m westlich) vom Hügel erscheint Nachts 12 Uhr und Mittags 12 Uhr ein Reiter ohne Kopf mit einem schwarzen Hunde. Von der Breitenloh hat man eine herrliche Fernsicht über das Flachland nach Westen. Am 10. und 11. Juni 1897 wurde der Hügel abgegraben, und zwar nach der bewährten v. Gohausen- schen Methode, Der Hügel war aus Steinen (Kalksteinen des weifsen und einigen Steinen vom braunen Jura) und Erde ohne regelmäfsige Anordnung zusammengesetzt, die meisten Steine waren flach gelegen, ein Teil auch gestellt, gegen die Mitte zu wurden die Steine gröfser. Viele der Steine waren durch Feuer gerötet oder grau gebrannt und zwar unregelmäfsig durch den ganzen Hügel verteilt. Wir zeichnen jetzt die Funde in der Reihenfolge auf, wie sie zum Vorschein kamen und wie sie in Tafel X in den Grundrifs des Hügels eingetragen sind: In WSW Richtung, 3,4 m von der Mitte, V2 m unter der Oberfläche und 0,75 m unter dem höchsten Punkte des Hügels fanden sich die ersten Holzkohlen, in SW Richtung fanden sich mehr Kohlen. 9 — 0) JL, ^ fl^ u o ^J <ß ^ :«« ^ uXi ü -^ ^ fi R C S Pm a O) -«^ «3 R R O o ^ rH Q (V K K -ö «-< (O -M ^«. r^ (3 ♦V ** ;ä a s a '«t 1 t-^iq^ o o o ^ R R 'Ö (1 03 -*J R R c ö a u a> bß a a •1^ fl ri< CO (ü ( DO ■3 'S CO Ol o o ä O) J a R C rns « 03 R aj C £3 03 03 ä 03 a 03 -M Ol g 03 -3 03 o bß ä 03 o P3 03 TS S I 03 g a rrt CO fl *s a 03 ^q 03 O bß 03 Vi a 03 ^* bß^ CO 03 -^ R R Vi 03 "^ R TS > CO a a^; lO lO -t^ Vi R R <äJ TU a o " '^a R R<=1 CO a a a a ao ^ cf co~ O c» O CO -«*< 00 ^ «NC0'~^ O ^ ö 03 ^ c a ü 03 03 2 -^ -ö C Vc Ü '7! -^ ^^ 03 o 03 ,£1 CO o CO f-H fl 03 03 o « i=l • • ^ a 03 n:3 03 Ö c3 ^5 Vi 03 :C<3 Vi 03 03 43 o c ^%^^ ^ :S3 O^C- -ä -g Ö o~, (» CO ^ p bß ;h > 03 03 B^ .% ^•3 03 Psi 03 *^ O o S a 03 •pH TS a 03 :3 Vi 03 a 03 43 O a a 03 o w 03 Vi 03 a •i-H 03 13 03 43 ^ O ^ !3 bßi^ Vi :e3 TS 43 03 O bßCß a 03 O 03 'S 43 T^ oa 03 S3 a o Vi C 03 43 Vi 03 _ 43 « flCO 43 o e cS Vi 03 43 o O Ö 'öJ ■.ci <ü c^ pq CO 03 43 c3 TU a 03 42 Vi 03 43 o CO 03 Vi 03 a 03 a (?3 Ö Vi O ■ c :0 43 OQ O 03 >^ ü O Ö a 03 43 Vi 03 43 o . 2 " ö o !^-^ "^ fl tJ ^ ^M ^^ ^ S 03 4d o a 03 N 03 1 ^ ^03 V »^ 03 :ce t:)co CO ^ .— r ü 03 ■ CO R R 03 43 a a CO o a a aj a s a (M^OO^Ol^ ^ ^^(M CO CO ofco" N (M of cf co" e3 o cT ^ o 00 ^ ^^- Oc/oO cßOI> 03 41 Ü q3 Vi 03 o Vi 03 Vi 03 SS a CO ö 03' •*^ R R R Vi 03 R K K K c O R R R R a a a a a ■"^ --H^ Oi -^ -^ R R R R R a a a a -^^GO CO Oi ö^o"o"ö~ R R C R R R a a a lO CO kO^ j; R R R R R R R R a a a OS lO Ol a o R R a a 10 tJ< fl a 43 o e3 fl • pH CO 03 ^!: t!ß ^ »-i(Mco Tt to cot^ oooiör-IoicoTj! lOCO t>CO 05Ö>-< (NCO '-'tH i-Hi-I r-t> R R RR RRRRRRR RR RR RRR RR — 10 — Die Zusammenstellung der Funde im Grrundrifs läfst er- kennen, dafs die 5 Leichen in 2 Gruppen verteilt waren: Nr. 3 und Nr. 9 lagen südöstlich, Nr. 17, Nr. 14 und 19 und Nr. 20 lagen westlich und nordwestlich, und nur 2 kleine Knöchelchen, Nr. 10 und Nr. 13, waren zerstreut. Das Zusammenliegen der Knochen auf engem Räume, sowie in unmöglicher Lage, dafs z. B. von Nr. 14 die Schädelknochen bei den Beckenknochen lagen, könnte von der Bestattung in hockender Stellung her- rühren, worauf dann die Knochen bei der Verwesung zu- sammenfielen. Es ist aber auch möglich, dafs die Leichen zu verschiedenen Zeiten bestattet worden sind, wobei die Knochen von früheren Bestattungen zusammengeworfen wurden. Die zu den Schädeln 14, 17, 20 gehörigen Knochen lagen auf so engem Räume beisammen , dafs man aus der Lage nicht sohliefsen konnte, zu welcher Leiche sie gehörten. Die Knochen haben Feuerspuren, doch sind sie nicht calciniert. Die Knochen Nr. 7 gehörten einem jugendlichen Individuum an, die Knochen Nr. 14 und 19 gehörten nach der Abnützung der Kauflächen etc. zu einem erwachsenen Individuum, die Schädelknochen Nr. 17 waren dick und lassen auf ein starkes männliches Individuum schliefsen. Die Knochen Nr. 20 ge- hörten nach der Zartheit der Schädeldecke und dem anatomi- schen Bau der Beckenknochen wahrscheinlich zu einem weib- lichen Individuum. Die Bronzenadel Nr. 21, Tafel I Fig. 2 ist 335 mm lang, 5 und gegen den Kopf 7 mm dick, der Kopf ist walzenförmig, bis 8 mm dick und 50 mm lang und mit 17 Querriefen versehen. Das oberste Kopfende ist abgestumpft konisch. Die kleine Nadel Nr. 22, Tafel V Fig. 2 ist 140 mm lang, 21/3 mm dick, ihr Kopfende ist breit geschlagen und mit IV4 Windung gerollt als Kopf. Der Ring Nr. 9, Tafel II Fig. 2 ist mit seinen Enden bis 4 mm übereinander geschlagen, auf der Ober- und Unter- seite gehen die Rundungen in Kanten über, die lichte Öffnung ist 41 — 45 mm, die Metalldicke 6 mm. Der Schaber Nr. 15, Tafel II Fig. 3 ist 125 mm lang, 87 mm breit, die Schneiden sind beiderseits seitlich convex gekrümmt, vorn concav ^ge- krümmt. Der Handgriff läuft in einen Ring von 30 mm — 11 — äufserer und 17 mm Lichtweite aus, die Gufsnähte stehen noch etwas vor. Die Pincette Nr. 23, Tafel II Fig. 1 ist 40 mm lang, die Kneipflächen sind 22 mm breit, das Übrige 9 mm breit, und mit geraden Linien und Halbkreisen zierlich orna- mentiert, der Rücken läuft in einen 19 mm weiten Ring aus. Von den Scherben konnten nur wenige Bruchstücke passend zusammengefügt werden, sie genügten aber, um an- nähernd die Form der Gefäfse zu rekonstruieren, die wir am Querschnitte in Tafel IX wiedergeben. Am meisten Scherben fügten sich zusammen zu der Schale Fig. 1 mit rundem Hand- griffe. Ihre ohere Weite ist 157 mm, die Höhe 75 mm, der aufsen ebene Boden, der sich von der Wandung scharf absetzt, hat 70 mm Durchmesser, der Handgriff hat 32 mm Durch- messer, 25 mm Breite. Eine flachere Schale ohne Handgriff, Fig. 3 geht von der Seitenwandung ohne Absatz in den ebenen Boden von 36 mm Durchmesser über. Die obere Weite beträgt 113 mm, die Höhe 36 mm. Ein drittes tellerartiges Gefäfs, Fig. 2 hat wieder einen scharf abgesetzten ebenen Boden von 49 mm Durch- messer, 189 mm oberen Durchmesser und 35 mm Höhe. Die Gefäfse sind aufsen durch das Feuer (nicht durch Graphit) geschwärzt, im Scherben rot gebrannt, ohne Zusatz von grobem Sand und mit blasenartigen durch die Masse verteilten Löchel- chen. Diese Gefäfse sind nicht ornamentiert, dagegen waren im Fund Nr, 18 2 schwarzbraune Scherbchen aus mit Sand versetztem Thon mit schönen über 1 mm vorstehenden Orna- menten, bestehend aus durch Leisten eingeschlossenen erhabenen Zickzacklinien, die wir in Tafel V Fig. 3 und 4 darstellen. Weitere Scherben dieser Art fanden sich nicht. Der Bronzering Nr. 9 fand sich an Schädelknochen, ob er zum Zusammenhalten der Haare oder der Gewänder diente, das läfst sich nicht sagen. Der Charakter des Bronzemessers Nr. 15 Tafel II Fig. 3 ist ähnlich dem Bronzemesser 85 a in E. Freiherr v. Tröltsch »Fundstatistik der vorrömischen Metallzeit im Rheingebiete«, der aus Pfahlbauten an 100 Exemplare aufzeichnet und viele aus Grabhügeln. Solche Mes.ser werden allgemein als Rasier- — 12 - messer bezeichnet und Sophus Müller gibt hiezu die Erklärung*): j>Das Abnehmen des Bartes war ein Zeichen vornehmer Geburt, und gerade weil das Rasieren diese besondere Bedeutung hatte, wurde dem Toten das Rasiermesser in das Grab mitgegeben.« Die Pincette Nr. 23, Tafel II Fig. 1 findet sich ähnlich in Sophus Müllers Nordischer Altertumskunde, Bronzezeit, S. 262. Da sie zusammen mit anderen Toilettegegenständen in Männergräbern gefunden worden ist, so glaubt Sophus Müller, dafs sie auch zur Beseitigung von Haaren u. s. w. ver- wendet worden ist. Entfernter von Nürnberg hat Herr Kommerzienrat Bing Grabhügel eröffnet und die Funde unserem Naturhistorischen Museum geschenkt. Er hat den stud. rer. nat. Ludwig Wunder zu dieser Grabung eingeladen, der dann die Grabungsprotokolle aufnahm. Da dieses Grabfeld dem Arbeitsgebiete der Natur- historischen Gesellschaft Nürnberg ferner liegt und deshalb in absehbarer Zeit von uns nicht hätte gegraben werden können, so sind wir Herrn Kommerzienrat Bing besonders dankbar, dafs er die Funde unserem Naturhistorischen Museum hat zu- kommen lassen. Zur Bestimmung der Lage der Gräber be- merken wir Folgendes: 13 km südwestlich von Sulzbach liegt in einem Thal- kessel das Dorf Schwend. Den nordwestlichen Rand des Kessels bildet ein Höhenzug, auf dessen Rücken die Hochstrafse ver- läuft, welche, von Poppberg ausgehend, bei der Einöde Schwend- neröd in die Sulzbacherstrafse einmündet. Ungefähr 1 Kilo- meter vor dieser Strafsenkreuzung befinden sich links im Walde, kaum 50 Schritte von der Strafse entfernt, mehrere Grabhügel von unterschiedlicher Gröfse, teils rund, teils länglich. Zwei derselben,, beide rund, wurden um das Jahr 189B abge- graben. Nach den einstimmigen Aussagen der zum Graben verwendeten Arbeiter ergaben dieselben reiche Bronze-, Eisen- und Scherben-Funde. Einige Schritte weiter gegen Schwendneröd zu ist eine zweite kleinere Gruppe von 4 Hügeln zu beiden Seiten der Strafse, die ebenfalls angegraben wurden. Die sämtlichen *) Nordische Altertumsfunde, Bronzezeit, Seite 261 — 13 — Hügel befinden sich auf der Fläche des Höhenrückens; das ab- fallende Terrain rings um dieselbe ist durch viele lange Böschungen schwerer zugänglich gemacht. Auf diesen Bösch- ungen befinden sich in wechselnder Entfernung von einander kleine längliche Erhöhungen von wenigen Metern Länge; in zweien derselben wurden bei der Abgrabung Tierknochen und Kohle gefunden. Abgrabung des Hügels III bei Schwend, am 19. März 1897. Dieser Hügel war von ovaler Form, in der Richtung OW 9 m lang, in der Richtung SN 6 m breit und 0,6 m hoch und mit 2 Bäumchen bestanden. Er bot äufserlich den Anblick eines gleichartigen Aufbaues aus Steinen und Erde. Am 19. März früh 7 Uhr begann die Ausgrabung mit 5 Arbeitern von Schwend nach der bewährten v. Gohausen'schen Methode. Der Hügel bestand in allen Teilen aus einer gleichmäfsigen Mischung von mehrpfündigen Steinen und lehmiger Erde, beide von gleicher Beschaffenheit wie in der Umgebung des Hügels. Im Verlauf der Ausgrabung wurden folgende Funde gemacht: M Faodgegenstaod von der Mitte Richtung £atferaoag Tiefe anter der je- weiligen Oberfläche 1. Kohlenspur. N 2,3 m 0,25 m 2. Scherbchen. NNO 2,2 » 0,30 . 3. Schädel und Scherben. OSO 2,1 » 0,50 » 4. 2 Bronzeringe u. Knochen. OOSO 2,2 * 0,45 » 5. Scherben. s 1,6 » 0,30 « 6. Knochen. 2,05 » 0,50 « 7. 2 Bronzedrahtringlein. 2,05 > 0,70 » 8. Kleine Urne. sssw 1,15 »> 0,40 * 9. Bronzebuckel. • sw 1,0 » 0,40 » 10. Scherbchen. N 0,6 » 0,30 » 11. 2 Bronzeringe u. Knochen. sw 0,6 • 0,40 » 12. Bronzebuckel, Schädel und Mitte. 0,50 . Knochen. — 14 — Der Hügel enthielt 2 Leichen in hockender Stellung. Die erste (Nr. 3, 4, 6, 7) Tafel XI lag östlich von der Mitte und 2,2 m von ihr entfernt und 0,5 m tief in der Richtung S (Schädel) N. Sie trug an jedem Arm einen einfachen ziselierten Bronzering (4) Tafel YII Fig. 1 und 2. Die Ringe sind 54 und 51 mm im Lichten lang, ca. 40 mm im Lichten breit. Der eine Ring, Fig. 2, ist 5 mm dick uud mit einfachen ein- geritzten Querstrichen ornamentiert, der andere Ring ist 4^2 mm dick und hat abwechselnd Reihen von Querstrichen und Wellenlinien als Ornament, ganz ähnlich den Ringen von Eschenbach (Tafel III Fig. 1—3). Dieselbe Leiche trug an einer Zehe zwei kleine Brouzedrahtringlein (Tafel VII Fig. 5). Neben dem zerfallenen Schädel lagen einige Scherben aus Thon mit viel Sand, aus welchen kein Grefäfs zusammen- gesetzt werden konnte. Die Knochen sind klein, aber aus- gewachsen. Die zweite Leiche, Tafel XI, lag in hockender Stellung in der Mitte in der Richtung von NO (Schädel) nach SW, 0,5 m tief. Sie trug auch an jedem Arm einen Bronzering von schöner Bandform, Tafel VI Fig. 1 u. 2, bis 19 mm breit, gegen die Öffnung zu schmäler und 2 mm dick, 54 mm im Lichten lang, 37 mm im Lichten breit und aufsen mit 4 parallelen Rinnen versehen, offen. An der Leiche fanden sich ferner 2 Bronzebuckel, der eine, Tafel VII Fig. 3 35 mm lang, 30 mm breit und an der am weitesten convex hervortretenden Stelle mit einer 4 mm breiten Eindrückung, der andere, Fig. 4, von 25 mm Durchmesser und ganz convex, mit je 2 diametral gegenüberstehenden Löchern. Ferner ein kleines gehenkeltes Gefäfs, Tafel VIII, 80 mm hoch und bis 80 mm dick mit 30 mm hohem Rand und flachem Boden. Der Henkel läuft vom oberen Rande aus und hat 23 — 28 mm Öffnung und I6V2 mm Breite. Das Gefäfs hat am Umfang verteilt an der dicksten Stelle 3 hervortretende Buckel. Der Thon des Gefäfses ist feinkörnig und sandfrei, die Farbe grau. Der Schädel ist grofs, zerfallen, dickwandig. Aufser einem einzigen winzigen Stückchen Kohle von zweifelhafter Herkunft fand sich im ganzen Hügel gar nichts, was auf eine — 15 — Verbrennung der Leichen schliefsen liefse, Dieser Umstand und die für die Bronzezeit charakteristische Form der Ringe und der Urne machen es sicher, dafs der Hügel der reinen Bronzezeit angehört. Der Obmann der Sektion: J. Wunder. Abh. d. Naturh. Ges. Nürnberg XI. Bd. Tafel I. Fig. 1. Fi-, 3. Fig. 4. Fig. 1: Bronzenadül von Haininor. '/i. „ 2: „ vomlor Hieittüiliili, '/i. „ 3: „ von Kschoiibacli, '/i. „ 4: Mossor von tlur if )nbirg, '/i. Fig. 2. Abb. d. Naturh. Ges. Nürnberg XI. Bd Tafel II. Fig. 2. Fig. 1: Pincette von der Breitenloh. Fig. 2: King von der Breitenloh. Fig. 3: Rasiermesser von der Breitenloh. In wirklicher Gröfse. \ l Fig. 3. Abh. d. Naturh. Ges. Nürnberg XI. Bd. Tafel III. :- « "^^ Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3. Fig. -1. Ringe und Messer von Esclienbach. 0,7 wirklicher Gröfse. Abh. d, Naturh. Ges. Nürnberg XI. Bd. Tafel IV. M I a ^l 1 Fig. 2. '/i. Heft. Bronze-Schwert von Hammer. Fig. 3. '/i. Längsschnitt durch das Heft. Fig. 1. '/.. Fig. 4. '/i. Querschnitt durch das Heft, bei a. Fig. 5. '/i. (Querschnitt durch die KJinge. Abh. d. Naturh, Ges. Nürnberg XI. Bd. '#1 i Tafel V. \AJ ^ yi- -f 4\^^^ Fig. 3. '/i Scherben Nr. 18 von der Breitenloh. Fig. 1. '/i. Kelt von Rupprechtstegen. I i» ■* Fig. 2. '/i. Kleine Nadel von der i'.roitenloh. Fig. 4. '/, Abh. d. Naturh. Ges. Nürnberg XI. Bd. Tafel VI. Fig. 1. 3/4. Ringe Nr. 11 von Schwend. :::^f^ Fig. 2 3/4. Abh, d. Naturh, Ges. Nürnberg XI. Bd. Tafel VII. m Fig. 3. •/!. Buckel von Schwend. Fia. 1. i/i. Ringe Nr. 4 von Schwend. Fig. 4. 'fi. Fig. 5. 'Ii. Zehenringlein von Schwend. Fig. 2 '/i. Abh. d. Naturh, Ges. Nürnberg XI. Bd. Tafel VIII. i Gefäfs Nr. 8 von Schwend. Wirkliche Grülse. Abh.d.Narurh.Ges.Nürnberg XI. Bd Tafel IX. nq.2. Irdene GeFafse von der Ausgrabung am 10. Juni 18Q7 in der Breifenloh bei Weifsenbrunn. Querschnitte in Vs wirklicher Gröfse. Irdenes GeFäfs bei dem Broncezeitschwer^ und der Nadel von Hammer. Abb d.Narurh.ßes Nürnberg. XI. 6d. TaFel X Durchschnitt von West nach Ost. Grundriss. 17 03 ™°'8 . 16.23.' ®*^'°^ 122.0,5 y 119.05 '1005 12.0,35» V bedeuW Kohle BEB " Brandschtchh ^^ X *' Menschenknochen ^^ ' Scherben Of/<> ■• Broncen X " Feuerstein. Oie kleinenZahlen bedeuten dieTieFe unter der OberPiädie m Meter Bruttv trieileii. /»30 wirklicher 6rö(se.5e. Grabhügel in der Brei^enloh bei Weifsenbrunn, abgegraben am 10. Juni 1897. Abh.d Narurh.Ges.Nümbpng XI. Bd TaFeIXI Grabhügel ll( bei Schwend, abgegraben am 19 März 1897 Mafssfab 190.. 0. tV 1897 Bronze.Sche'lien abgegraben am ig III 1897 BrcMze. Scherben. ^1800 Wirklicher GröTse Die Echinodermen des deutschen 2^eclisteiiis. Von Erich Spandel. (Mit 2 Tafeln.) Anhang: ZEiio-e üeue Bryozoe a.Tj.s d.ex3CL Zedisteine. Von Richard Paalzow. -Tfj»at,^=i- Abh. d. Naturh. Ges. XI. Bd. 2 der geologi- schen Spezialkarte. Unter Zechstein versteht man in Deutschland diejenige Schichtenfolge, welche zwischen dem Rotliegenden und dem Buntsandstein liegt. Der Zechstein bildet mithin den Abschlufs der palaeozoischen Formationen. » ' Das Zechsteingebirge gliedert sich von unten nach oben in folgende Abteilungen : a) in das Zechsteinkonglomerat. \ b) in den Kupferschiefer . . . . / c) in den eigentlichen Zechstein ZÜ2u.ZM d) in den Zechsteinletten u. Gipse Z 1. e) in den Plattendolomit .... Z 2 u. 3 Die Abteilung c wurde früher in eine ganze Anzahl Horizonte geteilt, welche man, wie neue Untersuchungen fest- stellten, zum gröfsten Teil als Fazies zu betrachten berechtigt ist, die sehr häufig wechseln, da der in Deutschland auf- geschlossene Zechstein nur eine Küsten- und Flachseebildung ist. Die untersten Schichten der Abteilung c sind dunkle, bituminöse Kalke, die oberen Schichten sind hellere braune oder graue Dolomite, welche zum Teil als ungeschichtetes, deutliches Riffgestein von hellgelber bis weifser Farbe aus- gebildet sind. Der deutsche Zechstein, soweit er uns bisher bekannt wurde, dürfte in einem Meere von bis etwa 200 m Tiefe abge- lagert worden sein. Von einer Tiefseeablagerung kann mithin in diesen Gebieten gar keine Rede sein. Die im tieferen Meere abgelagerten Gesteine sind nur hin und wieder bei Tiefbohrungen durchteuft worden, und es erwies sich dabei, wie nicht anders zu erwarten war, die Abteilung c als besonders wenig mäclitig. Die Riffgesteine fehlen dann selbstverständlich, aber auch die dolo- mitischen Gesteine vermifst man, und man trifft nur dunkel- graue, bituminöse Kalke und Mergel an, worauf die in der Nähe der Küste geringer entwickelte Abteilung d mit mächtigen zwischengeiagerten Salzschichten folgt, denen dann der Platten- dolomit autlagert. 1* — 20 — Da sich die vom Wasser dem Meere zugeführten Erd- bestandteile in der Hauptsache in der Nähe der Küste absetzen und da auftragen, während nur die feineren und leichteren Bestandteile in das offene Meer hinausgetragen werden, so ist diese Erscheinung sehr erklärlich. Da die Tiefenunterschiede, in denen die uns näher be- kannten Gesteine abgelagert wurden, verhältnismäfsig gering sind , so zeigen die in denselben eingeschlossenen Tierreste keine grofsen faunistischen Unterschiede. Man findet daher in dem Riffgestein bis auf wenige Ausnahmen fast dieselben Reste, welche man auch in den dichteren Gesteinen findet; nur die Häufigkeit des Vorkommens der einzelnen Arten ist für die verschiedenen Fazies bezeichnend. Für die vorliegenden Betrachtungen kommen nur die Abteilungen b und c in Betracht, die Gipse und Salze sind vollständig versteinerungsleer, während der Plattendolomit nur Reste einer ganz armen, mit den Abteilungen a, b und c fast keine Anknüpfung bietenden Fauna enthält. Das Zechsteinkonglomerat, Abteilung a (Z U 1) ist das erste Produkt des transgredierenden Meeres; es sind graue oder grünliche Konglomerate, oder Sandsteine mit kalkigem oder mergeligem Bindemittel von geringer Mächtigkeit. Die Zahl der sich darin findenden tierischen Reste ist gering; Echinodermen-Reste wurden bisher darin noch nicht beobachtet. Der Kupferschiefer,. Abteilung b (Z ü 1) ist ebenfalls von geringer Mächtigkeit und besteht aus bituminösen dunkel- grauen oder rotbraunen Schiefern oder Mergeln. Die Schiefer enthalten häufig Fisch- und Pftanzenreste, Foraminiferenschalen, sowie die Schalen der kleinen Lingula Gredneri Gein.^ während die mergelige Fazies, wie sie sich in der Wetterau findet, schon zum grofsen Teil die Reste enthält, welche sich auch in der Abteilung 3 (U Z 2) vorfinden. Die Einwanderung der Tiere, abgesehen von den beweg- lichen Fischen, fand in das neuentstandene Meer, wie gewöhnlich, längs der Küste statt, weshalb auch die Reste von Küsten- und Flachseetieren zuerst und am reichlichsten in den Sedimenten begraben wurden. - 21 — Von den Echinodermen waren bisher von den drei Klassen Crinoidea, Asteroidea und Echinoidea je eine Spezies aus dem deutschen Zechstein bekannt, mir ist es jedoch gelungen, auch Reste von einer vierten Klasse, Holothurioidea, aufzufinden. Ich bin ferner in der Lage die Klasse Crinoidea durch eine Spezies bereichern, sowie die bekannte Spezies Gyathocrinus ramosus Schloth. schärfer begrenzen zu können und ihren anatomischen Bau zu erläutern. Was die Klasse Echinoidea anbelangt, so werde ich einige neue Beobachtungen über die bekannte Spezies Eocidaris Keyserlingi Gein. mitteilen. Crinoidea. Die Klasse war, wie schon erwähnt, bisher nur durch die Spezies Gyathocrinus ramosus Schloth. vertreten, von welcher Stielglieder und Kelchteile durch King*) und Geiuitz**) be- schrieben wurden, doch zeigen die Diagnosen dieser beiden Forscher einige Widersprüche, worauf ich später zurückkomme. Die Armglieder, Brachialia, der Fufs und der anatomische Bau dieses Crinoiden, welche in dieser Abhandlung zur Beschreibung gelangen, waren bisher noch nicht bekannt. Saum- und Deck- plättchen der Armglieder, welche der Familie Cyathocrinidae Angelin eigen sein sollen, konnte ich nicht auffinden, dagegen fand ich in dem Gestein ziemlich viel Fiederchen, Pinnulae, die sich bei dieser Familie allerdings nicht finden sollen, wohl aber bei der Familie Poteriocrinidae anzutreffen sind. Diese Differenzen weisen mit Sicherheit darauf hin, dafs wir es mit keinen Gyathocriniden, sondern mit einem Poteriocriuiden, oder Verwandten hiervon, zu thun haben. Ich komme hierauf später zurück. Der Nahrungskanal der sich im Zechstein vorfindenden Stielglieder ist nicht fünfseitig, wie King angiebt, sondern rund, wie Geinitz diagnostiziert, dagegen befinden sich in der Mitte des Nahrungskanals jedes Stielgliedes fünf vorspringende *) King, William, The permian fossils of England 18S0. **) Geinitz, Hans Bruno, Die animalischen Überreste der Dyas 1861. Derselbe. Garbonformation und Dyas in Nebraska 1866. - 22 — Lappen, welche den Nahrungskanal teilweise absperren. Taf.XII, Fig". 17. Diese Lappen sind allerdings häufig verwittert, oder sie sind inkrustiert, oder auch unsichtbar, wenn der Nahrungskanal mit Steinmasse erfüllt ist; die Reste derselben lassen sich jedoch immer bei vorsichtigem Anschleifen fest- stellen. Ich besitze eine gröfsere Anzahl Stielglieder, bei denen der Nahrungskanal offen geblieben ist, und bei welchen sich die fünf Lappen sehr schön zeigen. Vielleicht haben bei King fünf teilweise aufgelöste Lappen die Meinung erweckt, als sei der Nahrungskanal fünfseitig. Ich glaube dies aus der King- schen Abbildung heraus lesen zu können. Diese Lappenventile finden sich allerdings bei der Familie Gyathocriuidae Ang., aber auch bei anderen Familien, z. B. bei der Familie Encrinidae Rom. treten dieselben auf. Eine Neigung zur fünfseitigen Ausbildung des Nahrungskanales schien sich allerdings bei mehreren Stielgliedern fesstellen zu lassen. Obgleich noch kein vollständiger Stiel gefunden worden ist, so wurden doch wiederholt Stücke bis 10 cm Länge und darüber gefunden, aber aus der grofsen Anhäufung der Stielglieder an einzelnen Lokalitäten mufs man schliefsen, dafs die Stiele sehr lang waren. Die stärksten von mir gefundenen Stielglieder hatten 6 mm im Durchmesser, sie sind mehrmals breiter als hoch. Die Oberfläche der älteren Teile des Stieles ist glatt. Die Trennung der einzelnen Glieder wird nur durch schwache Nähte angezeigt; die Leisten sind nicht auf der Oberfläche des Stieles sichtbar. Bei den jüngeren Teilen des Stieles sind die Glieder durch mehr oder weniger tiefe Ein- schnürungen getrennt. Der Rücken der Glieder ist gerundet und die Leisten sind häufig gut sichtbar. Der jüngste Teil des Stieles zeigt, wenn das Längenwachstum desselben noch nicht abgeschlossen war, breitere Glieder, zwischen welchen ganz dünne und im Durchmesser viel kleinere Glieder liegen. Die breiteren, rundrückigen Glieder sind scheinbar durch tiefe, breite Einschnürungen getrennt, nur scheinbar deshalb, weil die tiefen Einschnürungen durch die ziemlich versteckt liegenden dünnen Zwischenglieder hervorgebracht werden. Die Leisten der Glieder und deren Ineinandergreifen ist an diesen Teilen — 23 — des Stieles sehr gut sichtbar. Siehe Taf. XII, Fig. 4. Ich komme auf diesen Teil des Stieles bei Beschreibung der Beckenbasis und der Gliedervermehrung zurück. Die Gelenk flächen der Glieder sind mit 25 bis 30 Leisten und ]S[uten versehen. Die Leisten fügen sich in die Nuten der gegenüberliegenden Gelenkflächen ein , ohne die Nuten ganz zu erfüllen. Die Leisten sind bei jüngeren Gliedern einfach, bei älteren, stärkeren Gliedern dichotomieren sie gegen die Peripherie zu, auch sind häufig jüngere und entsprechend kürzere Leisten zwischen den älteren entstanden. Der vor den Leisten und dem Nahrungskanal bei jüngeren Gliedern befind- liche freie Raum »Hof« ist bei älteren Gliedern durch einen um den Nahrungskanal entstandenen gezähnelten Ringwall von dem Nahrungskanal getrennt. Die Zähne des Ringwalles greifen in die Lücken des gegenüberliegenden. Das Wachstum der Glieder findet durch Ablagerungen an der Peripherie und an den Gelenkflächen statt. Die Nähr ungs zufuhr für die Stielglieder findet vom Kelche aus durch den Nahrungskanal statt, welcher durch die Lappenventile teilweise gesperrt ist. Dadurch erhalten die jüngsten Glieder die meiste Nahrung. Von dem Nahrungskanal aus gelangt die Nahrung durch den freien Hof auf die Gelenk- flächen der jüngeren Glieder, von da in die Nuten und dann in die Längsgefäfse des Stieles. Die Nahrungsabgabe an die Glieder wurde zweifellos durch die Lappenventile und die Ringwälle auf den Gelenkflächen geregelt. Die Ranken, deren Nahrungskanal mit demjenigen des Stieles in Verbindung stand, sorgten wohl ebenfalls mit für die Ernährung des langen Stieles. Ich komme hierauf bei Besprechung der Rauken zurück. Den anatomischen Bau des Stieles kann man an Längs- und Quer-Dünnschliffen meist sehr gut studieren. Mit- unter ist allerdings auch an den Dünnschliffen gar nichts zu sehen; wahrscheinlich kommt dieses daher, dafs in den Stücken, aus welchen diese Dünnschlifle hergestellt waren, durch wieder- holte Umlagerung der Masse die ursprüngliche Struktur ganz zerstört worden ist. — 24 — Die Quer-Anschliffe zeigen, dafs die Glieder aus concen- trischen Schichten bestehen, von denen die inneren, also um den Nahrungskanal herumgelagerten Schichten bis halben Wegs zur Peripherie, entweder von dunkler Farbe und die äufseren Schichten von heller Farbe sind, oder es findet öfter auch die umgekehrte Folge der Farben statt, so dafs also die inneren Schichten von heller und die äufseren Schichten von dunkler Farbe sind. Diese Farbenunterschiede zeigen, dafs die innere Zone anders gefügt sein mufs, als die äufsere. Hierüber geben glückliche Dünnschliffe sehr guten Aufschlufs. Diese lehren, dafs die innere Zone von viel dichterem Gefüge, wie die äufsere ist', und aus sehr kleinen in der Längsrichtung des Stieles verlaufenden Glefäfsen, welche dicht an einander liegen, besteht. Eine Regel in der Anordnung dieser Gefäfse liefs sich nicht feststellen, das eine Grefäfs liegt dicht an dem andern. Gegen die äufsere Zone nehmen die Gefäfse an Durchmesser zu, und es macht sich eine radiale Anordnung derselben bemerkbar. Die äufsere Zone, welche von lockererem Gefüge ist, zerfällt wieder in einige Zonen von gröfserer oder geringerer Dichtig- keit, die sich schon durch die Farbe von einander unterscheiden; drei hellere Zonen werden durch zwei dunklere getrennt. Die dunkleren Zonen sind besonders weitmaschig und in den Maschen bemerkt man Ablagerungen von Metalloxyden, wodurch die dunklere Farbe verursacht wird. Die Zellen sind deutlich radiär angeordnet; in der äufsersten Zone sind jedoch die Strukturverhältnisse verschwommen und deshalb nicht mit Sicherheit festzustellen. Ebenso zeigt die Auskleidung des Nahrungskanals kein bestimmtes Gefüge, desgleichen die Lappen. Die Zellen dieser Teile scheinen ziemlich grofs und nicht regel- mäfsig angeordnet gewesen zu sein; an der Lappenbasis be- obachtete ich wiederholt gröfsere Hohlräume. Dieses Bild des Querschnittes wird durch Längsdünnschliffe ergänzt: Die innere Zone zeigt die kleinen dicht an einander liegenden Gefäfse, auf welche die weiteren Gefäfse der Ring- zonen folgen. Da die dunklere Erfüllungsmasse der Gefäfse nicht zusammenhängend erscheint, so dürften vielleicht dünne Querlamellen in die Gefäfse eingelagert gewesen sein. Die — 25 — Leisten sind von dichterer Struktur, weil ihnen eine Thätigkeit bei der Ernährung des Stieles wahrscheinlich nicht zufiel. Taf. XII. Fig. 18 und 19. Ranken befanden sich zerstreut an den Stielen. Meistens findet sich nur ein Rankenansatz an einem Grliede, man findet aber nicht selten Glieder mit zwei, sogar mit drei Ranken. Wenn sich mehrere Rankea an einem Grliede vorfinden, so kann man leicht feststellen, dafs sie immer an einem der fünf Teilungspunkte der Peripherie des Gliedes, also mit 72^ oder einer Mehrheit Entfernung hiervon, herausgesprofst waren. Die Fünfteilung ist also auch hier das leitende Prinzip. Die Ranken sind genau so gebaut wie der Stiel, nur sind die Grlieder entgegengesetzt denjenigen des Stieles, bedeutend höher als breit und sind in der Mitte breiter als an den Gelenk- flächen ; sie haben daher die Form eines Fäfschens. Den Ranken scheint aufser der Stützung noch die Aufgabe zugefallen zu sein, die Ernährung der älteren^ vom Hauptkelch weit ent- fernten Stielteile zu besorgen, da die Nahrungsabgabe des Haupt- kelches für die grofse Länge des Stieles nicht ausreichend ge- wesen sein wird, zumal der Kelch von geringer Gröfse war. End- Rankenglieder konnte ich nicht auffinden. Sollten vielleicht die Ranken auch Kelche getragen haben ? Es konnte leider nicht festgestellt werden, ob die Ranken nach oben oder unten ge- richtet waren. Die Ranken sitzen in an den Stielglieder befindlichen Näpf- chen welche im Grunde durchbohrt sind. Es ist dies der Kanal, welcher sich vom Nahrungskanal des Stieles abzweigt und durch die Rankenglieder hindurch fortsetzt. Die Rankennäpfchen des Stieles haben zehn oder zwölf kurze Leistchen, entsprechend den Leistchen der Rankenglieder; die dem Näpfchen zuge- wendete Grelenkfläche hatte eine dem Näpfchen entsprechende Form. Da die Leistchen bis zum Rande reichen, ist die Trennungslinie zickzackig. Taf. XII. Fig. 16. Der Kelch, das Hauptorgan, ist in gröfserer Vollständig- keit von King und Geinitz in nur je einem Exemplar gefunden und abgebildet worden. Ich gebe von diesen Abbildungen in Fig. 8, Taf. XII eine ergänzte Kopie. Ich besitze zwar keinen vollständigen Kelch, dagegen besitze ich eine Anzahl voll- — ge- ständiger Basalstücke , d. h. Gentrodorsalplatten mit daran haftenden Basaltäfelchen des ersten Kranzes, die zum Teil gut mit den Abbildungen von King und Geinitz übereinstimmen, zum Teil bedeutend davon abweichen. King bildet nur einen Kelch mit einer fünfteiligen Gentrodorsalplatte und fünf- teiligem Kranz der ersten Basaltäfelchen (Infrabasalia) ab, während ein Teil der von mir gefundenen, vorzüglich erhaltenen Basalstücke aus einer ungeteilten Gentrodorsalplatte be- steht, welche mit dem ungeteilten Ringe der ersten Basalia vollständig verwachsen ist, also ein ungeteiltes Stück mit demselben bildet. Taf.XII, Fig. 8, 6 und 7. Dieser wesentliche Unterschied der erwähnten Basalstücke bestimmt mich, die ungeteilten Kelchbasaistücke einer neuen Spezies zuzuweisen, welche ich mit dem Namen meines verehrten Freundes, Herr August Fischer in Pössneck, dem wir die Kenntnis einer grofsen Anzahl Fossilien des Zechsteins zu verdanken haben, verbinde, und sie Gyathocrinus Fischeri nenne, während ich die mitgeteilten Basalstücken der Spezies Gyathocrinus ramosus Schloth. zuweise, da King ein Basalstück mit deutlich fünfteiligem Täfeichenkranze abbildet, welches auch mit einigen Basalstücken meiner Sammlung übereinstimmt. Taf. XII, Fig. 1 und 2. Bei der King'schen Abbildung ist nur die untere Seite des Basalstückes (Beckens) nicht richtig wiedergegeben, was wohl daher kommt, dafs das Stück nach King's eigener Angabe zerbrochen war. Der Gelenknapf, der von den vorragenden unteren gewölbten Rändern der ersten Basaltäfelchen geschützt ist, zeigt aufser den fünf Nähten, entsprechend dem jüngsten Gliede des Stieles, noch zwanzig Leisten, Taf. XII, Fig. 2, und die Öffunng des Nahrungskanals. Die gewölbte Gelenkfläche des letzten Gliedes des Stieles pafst in diesen Napf gut hinein. Konzentrische Ringe, wie sie King in der Zeichnung andeutet, finden sich in dem Gelenknapfe nicht. Die Nähte der Gentro- dorsalplatte laufen auch nicht, wie King angiebt, auf die Mitte der Basalia 1 — Infrabasalia — zu, sondern korrespon- dieren mit den Nähten des ersten Kranzes der Basalia; es korrespondieren daher auch die einzelnen Teile. Das von King entworfene Diagramm ist ohne Zweifel nicht ganz zutreffend: King identifiziert irrtümlicher Weise den Kranz der Basalia 1 — 21 — (Infrabasalia), welchen er an dem Becken (der Centrodorsalplatte) beobachtete, mit dem Kranze der Basalia 2 (Parabasalia) seines Kelchfragmentes, dem das Becken fehlte. In dem Napf des Basalstückes findet ohne Zweifel die Erzeugung der neuen Glieder, also das Längenwachstum des Stieles, statt. Es scheinen sich die neuen Grlieder als ganz dünne Scheibchen, von welchen die alternierenden Leisten der beiden Seiten nur durch eine dünne Lamelle getrennt sind, aus dem Napfe des Basalstückes herauszuschieben, und, nach- dem sie den Napf des Basalstückes verlassen haben, erst dann weiter auszubilden. Sehr instruktiv ist das in Taf. XII, Fig. 4 abgebildete Endstück des Stieles mit Centrodorsalplatte: Zwischen vier weiter ausgebildeten Gliedern, von welchen die Ränder sich schützend nach oben und unten vorwölben, liegt je ein Embryonal-Glied. Die Verbindung der verhältnismäfsig dicken Kelchtäfelchen wird dadurch bewirkt, dafs sich in den breiten Seitenflächen tiefe Nuten, oder schmälere, sich durch die Täfelchen ziehende Hohlräume befinden, Taf. XII, Fig. 10, 11,12 und 13, die wahr- scheinlich von Fasersträngen durchzogen waren und die Täfel- chenkränze zusammen hielten; auch Riffe, neben den Nuten gelegen, sind an einigen Täfelchen wahrnehmbar. Es sind dies Eigenschaften, welche an die Apriocriniden erinnern. Diese Verbindung, die sich nach dem Absterben der Individuen leicht löste, ist ohne Zweifel die Ursache, dafs im deutschen Zech- steine so selten vollständige Kelche gefunden worden sind. Oral platten wurden bisher von mir nicht beobachtet. Die Armglieder, Brachialia, Taf.XII, Fig. 14a — c, haben gerundeten, hohlen Rücken, die innere Seite ist durch eine tiefe, scharfe Ambulacralfurche ausgehöhlt. In der Ambulacral- furche bemerkt man in der Nähe der Gelenkflächen Muskel- eindrücke. Die Gelenkflächen sind selten parallel, sondern stehen meist etwas geneigt zu einander. Auf denselben be- findet sich eine Leiste und eine Nute. Auf einer Seite unter- halb der Gelenkfläche findet sich meist eine kleine Ausbuch- tung. Sollte dies vielleicht die Ansatzfläche für die PinnuUie gewesen sein 1 Dann wären die Arme nur auf einer Seite zerstreut mit Pinuulae besetzt gewesen. — 28 — • Die Brachialia axillaria haben an der oberen Seite zwei sich dachförmig schneidende Gelenkflächen, Taf. XII Fig. 14c. Saumplättchen fehlen. Die Brachialia sind einzeilig, jedoch vielleicht schwach wechselzeilig, worauf die Neigung der Gelenkflächen hinzuweisen scheint. DieFiederchen, Pinnulae, Taf.XII, Fig.l4 d, waren mehr- gliedrig. Die Glieder sind sehr klein, meist nur 1 mm lang und 0,4 mm breit und dünn. Der Rücken ist gerade und scharfwinkelig, also nicht hohl und gerundet, wie der der Brachialia. Die innere Seite ist durch eine tiefe, scharfwinkelige Ambulacralfurche ausgehöhlt. Die schmalen Gelenkflächen sind eben; dachförmige Abschrägungen, die auf eine Gabelung hin- deuten würden, sind nicht vorhanden. Der Fufs, von welchem ich zwei Stück besitze, ist klein und besteht aus einem stumpfen Kegel mit tiefem Napfe für das unterste Stielglied; von dem Kegelstück zweigen sich bei dem einen Exemplar mehrere Wurzeln ab. Taf. XII, Fig. 20. Ich lasse jetzt die Diagnosen der beiden Spezies folgen. Cyathocrinus (?) ramosus Schloth.*) Taf. XII, Fig. 1-4 und 8-20. Ich mufs mich leider auf die Diagnose des Kelches be- schränken, da die gefundenen anderen Teile, als Arme, Pinnulae, Stielglieder und Wurzeln noch nicht von denjenigen der später beschriebenen Spezies, G. Fischeri, getrennt, oder mit Sicherheit derselben zugewiesen werden konnten. Diese Organe wurden eingehend in der vorhergehenden Abteilung beschrieben. Der Kelch dieser Spezies, deren Stielglieder sich in dem Flachseezechstein, sowohl in dem geschichteten dichteren, als auch in dem Riffgestein sehr häufig finden, ist nur zweimal, und zwar einmal in dem englischen Zechstein und einmal in dem deutschen, vollständig erhalten gefunden und darnach be- schrieben worden. In den Beschreibungen des Basalstückes finden sich einige Lücken, die ich nach den mir vorliegenden gut erhaltenen Basalstücken aus dem Riffzechstein vonPössneck ergänzen werde. BetrejQfs der andern Teile des Kelchs mufs *) Litteratur-Nachweis findet sich auf Seite 21. — 29 — ich mich an die Mitteilungen der beiden vorher erwähnten Autoren halten, da mir nur einzelne Platten desselben zur Verfügung stehen. Die Gentrodorsalplatte (Cd.) Taf. XII, Fig.l, 2 u. 3 ist fünfeckig nnd fünfteilig, die einzelnen Teile sind Vierecke, deren längere sich unter spitzem Winkel schneidende Seiten sich aneinander legen, während die kürzeren Seiten die Aufsen- flächen der Platte bilden. In der Mitte der Platte, wo die fünf Teile zusammentreffen, bleibt der Nahrungskanal offen, der fünfeckig ist. Die obere Seite ist nach dem Nahruugs- kanale zu abschüssig und zeigt aufser den Nähten keine Zeichnung. Je zwei Teilflächen vereinigen sich zu einer Seitenfläche der Platte, in deren Mitte die Trennungslinie erscheint. Die Seitenflächen sind etwa halb so hoch als breit. Zu beiden Seiten der Trennungslinie befinden sich Muskel- eindrücke, Haftstellen, für den ersten und zweiten Kranz der Basaltäfelchen (B 1 u. 2). Die untere Seite der Gentrodorsal- platte ist napfförmig ausgehöhlt, und zeigt aufser den Nähten, bei welchen die Teilstücke zusammentreffen, zwanzig radiale Leisten. In diesem Napf sitzt das Endglied des Stieles. Die Basalia 1 lagern, einen geschlossenen Kranz bildend, an den Seitenflächen der Gentrodorsalplatte, mit welchen sie einen nach oben sich öfl'nenden spitzen Winkel bilden, und finden an den Haftstellen derselben Halt. Es korrespondieren die Nähte des ersten Kranzes mit denen der Gentrodorsalplatte. Die Basalia 1 sind klein, fünfeckig und bedeutend länger als breit. Der untere Rand derselben ist leicht gebogen, er springt über den unteren Rand der Gentrodorsalplatte etwas vor, ergänzt den Napf derselben und schützt gewissermafsen die darin be- findlichen neugebildeten Glieder. Die schmalen, gleichlangen Seitenränder schliefsen sich mit gerundeter Ecke und in stumpfem Winkel an den unteren Rand an. Nach oben liegen zwei Seiten, die sich unter einem gestreckten Winkel schneiden. Der obere Rand des ersten Basairinges bildet daher eine Zick- zacklinie auf den Seilenflächen der Gentrodorsale in deren fünf einspringenden Winkeln die Täfelchen des zweiten Basal kranzes ruhen. Der erste Kranz der Basalia bedeckt etwa die Hälfte — 30 — der Seitenfläche der Gentrodorsalplatte, so dafs der zweite Kranz genügende Haftfläche findet. Die Oberfläche der Basalia 1 ist nach den schmalen Seiten zu entsprechend dem Umfange des Kranzes gebogen. Die untere gebogene Kante ist gerundet, ein Zeichen, dafs damit der Kelch seinen Abschlufs findet, die obere Kante ist nach hinten abgeschrägt, um dem zweiten Kranze besseren Halt zu gewähren. Die innere Seite der Basalia 1 zeigt einen einspringenden Winkel, entsprechend den Ecken der Gentrodorsalplatte, um welche sie sich herumlegen. Die Ergänzung des Kelchs ist nur nach den Angaben von King und Greinitz unter entsprechender Berichtigung (siehe Seite 10 d. Abh.) möglich. Auf den Kranz der Basalia 1 folgte der der Basalia 2 (Parabasalia) bestehend ebenfalls aus fünf Täfelchen, von denen vier fünfseitig und eines sechsseitig ist. Darauf folgt ein Kranz von fünf Radial- und zwei Analinterra- dialtäfelchen. Die Radialia, Taf. XII, Fig.ll, sind fünfseitig, zwei- mal so breit als hoch. Die obere Seite, welche die längste ist, ist wenig ausgehöhlt und findet durch runde Ecken Anschlufs an die zwei nächsten Seiten; auf ihr befindet sich eine tiefe Nute. Die anderen vier Seiteuflächen zeigen ebenfalls schmale, tiefe Gruben. Die Innenseite hat eine mediane Einsenkung, die Ambulacralfurche. Das gröfsere Analinterradialtäfelchen ist fünf-, das kleinere — das Ergänzungstäfelchen — vierseitig. Nach dem von Geinitz abgebildeten Kelchfragmente folgen über diesem Kranze von Radialtäfelchen (R 1) noch zwei weitere solcher (R 2 und 8) von viereekiger Form, Taf. XII, Fig. 12, und als Schlufs des Kelches ein Kranz von fünf Radialia axillaria. Taf. XII, Fig. 13, auf deren dachförmigen oberen Endflächen die Arme safsen. Diese viereckigen Radialia (R 2 und R 3) haben auf der oberen Kante einen, und auf der unteren sogar zwei schmale, tiefe Gruben. Wie man sich diese Radialia dem Kelche eingefügt zu denken hat, ist aus dem rekonstruiertem Kelch und dem Diagramm hiervon, Taf. XII, Fig. 8 u. 9, ersichtlich. Cyathocrinus (?) Fischen nov. sp. Taf. XIL Fig. 5 bis 7. Von dieser Spezies besitze ich einige vorzüglich erhaltene Basalstücke des Kelchs, die sich von der vorigen Art (C.ramosus) — 31 — wesentlich unterscheiden. Ob auch die anderen Teile des Kelchs, die Arme, der Stiel und der Fufs von denjenigen der vorigen Art abweichen, was allerdings nicht zweifelhaft ist, ver- mag ich jetzt noch aicht festzustellen. Sehr wahrscheinlich ist, dafs einige bei der vorigen Art beschriebenen Kelchtäfelchen dieser Spezies angehören. Die Kelchbasis besteht aus der ungeteilten, fünfseitigen Gentrodorsalplatte, um welche sich die Basalia 1 in einem un- geteilten Ringe und vollständig damit verwachsen herumlagern. Der untere Rand dieses Ringes ist gerundet und ergänzt den auf der unteren Seite der Gentrodorsalplatte befindlichen Napf für das letzte Glied des Stieles. Der ebenfalls gewölbte obere Rand schliefst sich in einer Zickzacklinie von fünf vorspringenden und fünf einspringenden Winkeln etwa in der Mitte den Seiten- flächen der Gentrodorsalplatte an, so dafs der obere Teil als Widerlager für die Basalia 2, oder, wenn man den Ring zur Gentrodorsalplatte rechnet, für die Basalia 1 freibleibt, welche in den einspringenden Winkeln des Kranzes ruhen. Die Ober- fläche des Kranzes zeigt eine geschwungene Linie, die im spitzen Winkel zu den Seitenflächen den Gentrodorsalplatte steht. In den freien Seitenflächen der Gentrodorsalplatte bemerkt man eine zweiteilige Vertiefung, die Haftstellen des nächst- folgenden Basalkranzes. Die Ecken der Gentrodorsalplatte sind etwas vorgezogen ; diese vorgezogenen Teile schliefsen sich jedoch nicht an dem oberen Rand des untersten Basairinges an, sondern es bleibt zwischen denselben ein schmaler Raum. Die Oberfläche ist eben, biegt sich jedoch an den Rändern etwas abwärts. In der Mitte der Oberfläche befindet sich der Nahrungskanal, von welchem radiale Strahlen ausgehen. Die untere Seite ist, wie schon er- wähnt, napfförmig ausgehöhlt und trägt 27 Leisten, welche in einiger Entfernung vom Nahrungskanal beginnen und sich bis zum Rande des Napfes fortsetzen. Zusammenstellung der Thatsachen: 1) Die in dem deutschen Zechsteine sich findenden Grinoiden- Reste gehören wenigstens zwei Spezies an. — 32 — 2) Die Basis (das Becken) des von W. King beschriebenen Grinoiden des englischen Zechsteins stimmt mit einigen Exemplaren aus dem Riffzechstein von Pössneck gut über- ein und scheint derselben Spezies (Gyathocrinus ramosus Schloth.) anzugehören. 3) An den Armen der Grinoiden des Zechsteins sind Pinnulae vorhanden. 4) Saum- und Deckplättchen fehlen an den Armgliedern. 5) Die Arme sitzen paarig auf den Radialia axillaria. 6) Die Kelchtäf eichen sind dick und nicht fest verbunden, sondern die Verbindung besteht nur aus Fasersträngen, welche die Täfelchen durchziehen, oder aus genuteten und mit Leisten (Riffen) versehenen Flächen. 7) In den Kelchtäfelchen sind tiefe Ambulacralfurchen vor- handen. Diese Thatsachen lassen folgende Schlufsfolgerungen zu: a) Die in dem deutschen Zechsteine sich findenden Grinoiden- Reste gehören nicht zur Familie der Gyathocrinidae, sondern zur Familie der Poteriocrinidae, oder einer hier- mit verwandten Familie. b) Die Familie Gyathocrinidea stirbt wahrscheinlich schon im Kohlenkalke aus. c) Die Grinoiden des Zechsteins stehen an der Grenze der palaeozoischen Gruppe Tesselata, sie zeigen schon viele Eigenschaften der mesozoischen Gruppe Articulata. Ehe ich nicht weiteres Material untersucht habe, verzichte ich bei der noch nicht genügend sicheren und scharfen Be- grenzung der Familien der Grinoiden darauf, diejenigen des Zech- steins anderen Familien zuzuweisen. Es ist zweifelhaft, ob die von Geinitz aus dem Perm von Nebraska unter Gyathocrinus inüexus beschriebenen Grinoiden- Reste der zugeteilten Gattung angehören. Die Kelche dieser Art weichen von den Kelchen der beiden unsrigen bedeutend ab. 33 — Echinoidea. Eocidaris Keyserlingi Gein. Taf. XIII, Fig. 1 bis 6. 1848. H. B. Geinitz, Versteinerungendes deutschen Zech- steingebirges. 1850. W. King, A Monograph of the permian fossils. 1861. H. B. Geinitz, Die animal. Überreste der Dyas, 1887. Karl Kolesch, Über Eocidaris Keyserlingi Gein. So selten man von diesen kleinen Echiniden zusammen- hängende Asselreihen findet, so häufig findet man einzelne Täfelchen und Stacheln. Ich untersuchte selten Gesteinsmaterial aus dem Riff oder der tieferen See, ohne nicht darin Fragmente dieses kleinen Seeigels zu finden. Die neueste Untersuchung dieses Seeigels von Kolesch stellte fest, dafs derselbe nicht zu den Palechinoiden, sondern zu den Euechinoiden gehört, da die Interambulacralfelder nur aus zwei Plattenreihen bestehen, und da wohl nicht mehr als je 5 Doppel-Ambulacral- und Interambulacral-Plattenreihen vorhanden sind. Ich habe die Angaben von Kolesch an meinem Materiale nachgeprüft und kann dieselben bis auf das Folgende bestätigen : a) Kolesch bestimmt die Form unseres Seeigels als die einer Pyramide, d. h. unten breit und oben zugespitzt. Diese Bestimmung ist falsch 1 Die Form unseres Seeigels ist, wie ich durch Anschliff mehrerer im Rififzechstein eingeschlossener vorzüglich erhaltener Täfeichenreihen bestimmen konnte^ die der Gidariten oder Hemicidariteu. (Siehe Taf. XIII, Fig. 1.) Die Bauchseite ist flach, auf der Seite liegen nur eine oder zwei gröfsere Interambulacral-Asseln, dann biegen sich die Asseln, bedeutend verschmälert, eine flache Wölbung bildend, nach dem Scheitelschilde zu um. Die schnelle Abnahme der Breite von den dritten Asseln an hätte Kolesch allein schon zur Be- stimmung einer andern Form, als von demselben angegeben wurde, führen sollen. Die Form deutet darauf hin, dafs das Peristom bedeutend gröfser als das Scheidelschild ist. Ich stimme dagegen mit Kolesch überein, dafs der Seeigel des Zechsteius ohne Zweifel ein regulärer Seeigel ist. Abh. d. Nuturh. Ges. XI. Bd. 8 — 34 — b) Kolesch glaubt in einer Interambulacralreihe sieben Platten festgestellt zu haben. Ich habe dagegen stets nur sechs gezählt, zu welchen bei jeder Doppelreihe ein Er- gänzungstäfelchen, ein Halbtäfelchen, zu kommen scheint, wodurch die paarigen Interambulacralreihen, in welchen die Asseln alternieren, gegen das Peristom beglichen werden. c) Ich stimme mit Kolesch darin überein, dafs die Form der Interambulacralasseln im allgemeinen pentagonal ist. Zu ergänzen ist, dafs der untere Rand der Asseln aus gebuchtet und der obere eingebuchtet ist, Taf. XIII, Fig. 4; ferner, dafs die Asseln abgeschrägte Ränder haben, welche sich dachziegel- förmig übereinander legen. Der untere Rand ist nach innen und der obere Rand nach aufsen abgeschrägt; an der äufseren Grenze der Abschrägung des oberen Randes liegt eine Leiste, an welche der untere, entgegengesetzt abgeschrägte Rand des nächstfolgenden Täfelchens ein Widerlager findet. Der obere Schenkel der gebrochenen Mediansutur zeigt eine Abschrägung nach aufsen, der untere nach innen mit Anschlufs an den ent- sprechenden oberen oder unteren Rand der Assel. Der aus- gebogte Rand gegen die Ambulacralfelder ist nach innen ab- geschrägt, so dafs von demselben die Ränder der Ambulacral- asseln überdeckt wurden. Kleine auf dem Rande befindliche Leisten scheinen den Ambulacralasseln ein gutes Widerlager gewährt zu haben. Taf. XIII, Fig. 2 u. 4 a und b. d) Ganz glatte Stacheln habe ich, entgegen von Kolesch, nicht beobachtet; alle Stacheln zeigten unter dem Mikroskope Längsrippen. — Rioge habe ich ebenfalls an vielen Stacheln beobachtet, sie bestanden jedoch nicht aus einer Einkerbung im Stachelschafte, sondern in einer plötzlichen, scharf abgesetzten Stärkezunahme des Stachels. Ich fand auch Stacheln mit einseitigen und ringförmigen Auftreibungen, die auf eine Verletzung des Stachels während der Lebzeit des Tieres schliefsen lassen. Gabelnde Stacheln, welche Liebe be- obachtet haben will, habe ich, gleich Kolesch, nicht gefundea. Es liegt bei Liebe wohl eine Verwechslung mit einem Tham- niscus-Astchen vor. Aufser den von Kolesch beobachteten Stachelformen fand ich auch solche, welche nicht rund, sondern — 35 — breit waren und zwei scharfe Kanten zeigen, auf welchen sich die nach oben gerichteten scharfen Dornen befanden. Alle beobachteten Dornen waren messerspitzenförmig, zweischneidig und nach oben gerichtet. Häufig waren die Dornen durch Inkrustationen rund geworden. Nur solche Exemplare scheinen Kolesch, nach seinen Abbildungen zu urteilen, vorgelegen zu haben. Sehr häufig findet man noch bei mikroskopischer Durch- suchung von geeignet präpariertem Gesteinsmaterial sehr kleine Stacheln von nur 0,10 bis 0,15 mm Durchmesser, welche sich von den grofsen Stacheln wesentlich unterscheiden. Der Warzen- kopf der kleinen Stacheln hat keine so scharfe, kantige Auf- treibung, wie derjenige der grofsen Stacheln, sondern er ist gerundet und die Längsrippen des Schaftes werden durch nach oben gerichtete Sägezähne gebildet. Ich zählte immer zehn derartiger Rippen. Dornen bemerkte ich an diesen Stacheln nicht. (Siehe Taf. XIII, Fig. 3.) Die Kleinheit dieser Stacheln und die Häufigkeit ihres Vorkommens bestimmt mich anzunehmen, dafs wir in diesen Stacheln die Nebenstacheln unseres Seeigels zu erblicken haben; auf einen Hauptstachel würden etwa acht bis zehn Neben- stacheln kommen, ein Verhältnis, in welchem sie sich auch finden. Diese Nebenstacheln sind bisher der Beobachtung wegen ihrer Kleinheit entgangen ; nur mit dem Mikroskope und bei geeignet präpariertem Gesteinsmaterial lassen sie sich leicht finden. Weiter fand ich ziemlich häufig dünne und kurze, vier- eckige, scharfkantige Schaftstücke von etwa 0,1 mm Durch- messer und etwa 0,4 mm Länge, welche sich gegen die Mitte im Durchmesser verringern, und welche einen ziemlich weiten Central-Kanal besitzen. Diese Schaftstücke haben nach der einen Richtung einen gröfseren Durchmesser als nach der anderen, und die vorgezogenen Kanten sind mit Sägezähneu versehen. (Siehe Taf. XIII, Fig. 6 a, b, c, d.) Auch einem Akanthusblatt ähnliche Plättchen von nicht ganz 0,2 mm Breite und über 0,S mm Länge, die auf der einen, inneren Seite etwas ausgehöhlt, auf der anderen, äufseren Seite entsprechend gewölbt siud^ fand ich nicht selten. (Siehe 3* — 36 — Taf.XIII, Fig. 5 a, b, c.) Der kurze, meist deutlichen Abbruch zeigende Schaft ist deutlich gekörnelt, während der obere Teil keine Struktur erkennen läfst. Der obere Rand ist beiderseits mit Sägezähnen besetzt, 12 bis 16 an der Zahl; die Einschnitte zwischen den Zähnen setzen sich auf der Innenseite als Ver- tiefungen noch eine kurze Strecke fort. Sollten wir in diesen beiden Körpern vielleicht Teile von Pedicellarien zu erblicken haben ? Es würden dann die kurzen kantigen Säulenstücke die Basalstücke und die einem Akanthus- blatte ähnlichen Stücke die Hände der Pedicellarien repräsen- tieren. Es wäre sehr interressant, eine derartige Einrichtung schon bei permischen Seeigeln anzutreffen ; man war bisher geneigt, die Entstehung dieser Einrichtung in jüngeren Perioden zu suchen. Alle Stachelformen fand ich, entgegen den Feststellungen von Kolesch, in gleicher Häufigkeit in den verschiedenen Fazies von Thüringen und der Wetterau. e) Die Form des Stachel- Warzenkopfes giebt Kolesch nur teilweise richtig an. Derselbe ist kein regulärer Gylinder, sondern ein nach dem Warzenhofe sich schnell verengender Kegel, der von einer radiären Vertiefung und zehn kleinen Wärzchen umgeben ist, also ein ganz anderes Bild, wie das von Kolesch wiedergegebene, zeigt. (Siehe Tafel XHI, Fig. 2.) Ich mufs mich gegen Desor und Kolesch wenden und stimme entgegen diesen mit King und Geinitz darin überein, dafs die unter Archaeocidaris Verneuiliana King und Eocidaris Keyserlingi Geinitz beschriebenen Seeigelreste identisch sind. Der von King abgebildete Stachel kann hierbei nicht in Be- tracht kommen, da er wohl zum Teil ein Phantasiegebilde ist. Die radiäre Vertiefung um den Stachelwarzenkopf findet sich nicht nur bei den Resten aus dem englischen Zechstein, sondern auch bei denen aus dem deutschen; häufig ist dieselbe jedoch infolge Inkrustation der Platten unsichtbar. Ich mufs leider bemerken, dafs die Abbildungen von Kolesch wenig naturgetreu, sondern sehr schematisiert sind, und viel weniger als die Abbildungen von King und Geinitz die wirklichen Formen des Eocidaris Keyserlingi erkennen lassen. — 37 — Nach Karl A. Zittels Palaeozoologie, Band I, pag. 486 und 501 finden sich in dem Zechsteine zwei Genera und zwar der zu den Palechinoideen gehörige Eocidaris Keyserlingi und ein zu den regulären Euechinoideen gehöriger Hemicidaris (Hypo- diadema). Woher Zittel diese Angaben nimmt, ist mir unbe- kannt, und dürfte deren Richtigkeit nach dem Vorhergesagten anzuzweifeln sein. Gruido Stäche*) teilt die im Beilerophonkalke Südtirols, welcher zur unteren Dyas gerechnet wird, gefundenen wenigen Reste eines kleinen Seeigels den Palechinoiden zu und errichtete dafür die Spezies Archaeocidaris ladina Stäche. Welche Unter- schiede sich zwischen dieser Spezies und der des englischen und deutschen Zechsteins sich ergeben, ist mir nicht möglich nach den Abbildungen und der Beschreibung Staches festzustellen. Aus den permischen Schichten von Nebraska beschreibt H. B. Geinitz**) ebenfalls Reste eines kleinen Seeigels und zwar unter dem Namen Eocidaris Hallianus, der nahe mit Eocidaris Keyserling! verwandt zu sein scheint. Die Stacheln tragen nach der Beschreibung von Geinitz keine Dornen, und die Rippen sind in Perlen aufgelöst. Asteroidea. In dem Kupferschiefer von Richelsdorf in Hessen finden sich die in Schwefelkies versteinerten undeutlichen Reste eines Seesternes, der von H. B. Geinitz***) unter dem Namen Asterias bituminosa beschrieben wurde. Mir standen leider keine Exem- plare dieses Seesternes zur Untersuchung zur Verfügung. In den höheren Schichten des Zechsteingebirges wurden meines Wissens bis jetzt noch keine Asteroiden-Reste gefunden. Bei meinen mikroskopischen Untersuchungen von Zech- steinmaterial begegnete ich nun öfter An gelhaken ähnlichen Gebilden aus fast wasserhellem Kalkspath. *) Guido Stäche, Beiträge zur Fauna der Bellerophonkalke Süd- tirols, I. Teil, pag. 48. *♦) H. B. Geinitz, Carbonformation und Dyas in Nebraska. *♦*) H. B. Geinitz u. v. Gutbier, Versteinerungen des Zechstein- gebirges und des Rotliegenden. 11. B. Geinitz, Die animalischen Überreste der Dyas. — 88 — Ganz ähnliche Körper beschrieben 0. Terquem*) und Conrad Schwager**) aus den Schichten des Jura. Terquem reihte sie einmal unter die Foraminiferen ein und beschreibt eine Anzahl derselben unter dem Namen Uncinulina polymor- pha; ein anderesmal, und zwar später, glaubt Terquem in diesen Körpern Spiculae der Ophiuriden-Gattung Astrophyton zu er- blicken. — Schwager betrachtete sie auch als Echinodermen- Spiculae. — R. Etheridge***) dagegen, der diese Angelhaken ähnlichen Körper in dem Ober-Karbon von Schottland in Gre- meinschaft mit maschigen Plättchen (Gitterplatten) fand, be- trachtet sie als Synapta-Spiculae, für deren Träger er die neue Gattung Achistrum aufstellt, da die Haken von denjenigen recenter Synaptiden bedeutend abweichen. Da sich bei den recenten Synaptiden, so viel mir bekannt ist, keine Spuren derartiger einflügeliger Anker vorfinden, da- gegen bei einigen Ophiuriden die Armplatten mit ähnlichen Haken armiert sind, und die Zugehörigkeit dieser Haken noch nicht festgestellt ist, so werde ich die von mir in dem Zech- stein gefundenen Haken '^unter der Terquem'schen Bezeichnung beschreiben. Selbstverständlich kann diese Einreihung der Körper nur eine provisorische sein, bis uns die Zukunft weitere Aufklärung über dieselben bringt. " In den gleichen Gesteinen, in welchen sich die fraglichen Haken vorfinden, fand ich auch maschige Gebilde, Taf. XHI Fig. 8, ganz ähnlich denjenigen, welche Etheridge in Gesellschaft der Haken imOber-Karbon fand und alsSynaptiden-Gitterplatt.en auffafst. *) 0. Terquem, Recherches sur les Foraminiferes du Lias du Departement de la Moselle. H. Memoire, Metz 1862. O.Terqem et G.Berthelin, Etüde Microscopique des marnes du Lias moyen d'Essey-les-Nancy. Paris 1875. Terquem et E. Jourdy, Monographie de l'etage Bathonien dans le Departement de la Moselle. Paris 1869. **) Conrad Schwager, Beitrag zur Kenntnis der Foraminiferen des Jura. Stuttgart 1865. ***) R. Etheridge, On the presence of the scattered skeletal remains of Holothuroidea in the carboniferous limestone series of Scotland. Edinburgh 1881. — 39 — Bisher wurden derartige Haken in folgenden Schichten aufgefunden und unter den beigesetzten Namen beschrieben: Ober-Karbon. Achistrum Nicholsoni Etheridge. Ober-Perm (Zechstein). Hier würden die in dieser Abhandlung beschriebenen Spiculae von Astrophyton permianum Spandel einzureihen sein. Unterer Jura (Lias). üncinulina polymorpha Terquem. Echinodermen-Spiculae sp. Terquem. Mittlerer Jura (Bathonien). Astrophyton-Spiculae sp. Terquem. Oberer Jura (Impressa-Schicht). Echinodermen-Spiculae sp. Schwager. Die Träger dieser Anker scheinen hiernach eine ziemliche vertikale Verbreitung gehabt zu haben. Ich lasse nunmehr die Beschreibung des Petrefakts folgen: Astrophyton (?) permianum n. sp. Taf. XIII, Fig. 7 a, b, c. Die winzigen Anker dieser Spezies haben nur eine Länge von 0,20 bis 0,38 mm. Der Schaft ist leicht gebogen; an dem einen Ende befindet sich der in eine Spitze auslaufende Haken und am anderen eine etwas verbreitete Öse (der Griff). Die Biegung der Öse steht zu der des Hakens rechtwinkelig. Alle Teile des Hakens sind glatt; Zähnchen, wie sie sich an den Synaptiden-Ankern vorfinden, bemerkte ich an denselben nicht. Wir haben in diesem Haken eine fast treue Abbildung des Angelhakens. Im Riffzechstein fand ich nur kleinere Haken, während ich die gröfseren, fast doppelt so grolsen Haken in dem geschichteten Zechstein fand. Ob die in Gesellschaft der Haken gefundenen Gitterplatten von demselben Tiere stammen, konnte ich leider nicht feststellen. Vorkommen: Diese Anker finden sich in Gesellschaft von Crinoiden- und Echiiiideu-Resten nicht selten in dem Riff- — 40 — zechstein des Galgenberges westlich von Ranis, sowie in einem gelben geschichteten Zechstein mit Productus horridus bei Pössneck und Gera. Holothurioidea. Der Holothurien-Körper enthält keine zusammenhängende Hartgebilde, welche der Erhaltung günstig gewesen wären, sondern nur zarte Stäbchen, Anker, Rädchen und Plättchen von winziger Ausdehnung. Trotz der Kleinheit dieser Körper sind doch in den Gesteinen verschiedener Schichten des Juras und des Karbons eine Anzahl verschieden gebildeter Rädchen, welche zweifellos dem Genus Ghirodota angehören, durch das Mikroskop nachgewiesen worden.*) Ob die von R. Etheridge ebenfalls im Karbon nachge- wiesenen, einflügeligen, einem Angelhaken ähnlichen Anker und die Gitterplatten von der Holothurien-Gattuug Synapta stammen, ist noch sehr zweifelhaft, da derartig gebildete Anker weder bei Synaptiden, noch bei andern Holothurien beobachtet worden sind. Die Form der von Etheridge im Karbon gefun- denen angelhakenförmigen Anker ist von mir ebenfalls im Zechstein gefunden worden, Schwager und Terquem haben der- artige Anker auch aus den verschiedenen Schichten des Jura beschrieben und Terquem glaubt in denselben Spiculae von der *) Litteratur über fossile Holothurien: R. Etheridge, On the presence of the scattered skeletal remains of Holothuroidea in the carboniferous limestone series of Scotland, Edinburgh 1881. 0. Terquem, Foraminiferes du Lias de Departement de L'Indre et de la Moselle, VI. Memoire, Metz 1866. 0. Terquem et G. Berthelin, Etüde Microscopique des marnes du Lias moyen d'Essey-les-Xancy. Paris 1875. 0. Terquem et E. Jourdy, Monographie de l'etage Bathonien dans Departement de la Moselle. Paris 1869. J. Kubier und H. Zwingli, Die Foraminiferen des schweizer Jura. Winterthur 1870. W. Waagen, Über die Zone des Ammonites Sowerbyi. München 1867. Conrad Schwager, Beitrag zur Kenntnis der Foraminiferen des Jura. Stuttgart 1865. — 41 — Ophiuriden-Gattung Astrophyton zu erblicken. Bei den Ophiu- riden finden sich allerdings ähnliche Haken als Armierung der Armplatten vor. (Siehe Seite 22 dieser Abhandlung.) ^ Da es noch nicht sicher ist, von welchen Echinodermen diese Haken stammen, so habe ich die sich im Zechstein finden- den unter der älteren Terquem'schen Bezeichnung beschrieben. Dies kann natürlich nur eine provisorische Einreihung sein, bis durch neue Entdeckungen weitere Anhaltspunkte betreffs ihrer Abstammung gegeben werden. Eigentümlich ist, dafs sichere Synaptiden-Kalkanker bisher weder von mir, noch meines Wissens von Anderen im Jura oder einem älteren Gebirge aufgefunden worden sind, während die Rädchen der Chirodoten bei zweckmäfsiger Nachforschung im Jura nicht gerade selten gefunden werden. Die von Graf Münster aus den fränkischen Schwammkalken beschriebenen dreizinkigen Anker können hier nicht in Betracht kommen, da diese ohne Zweifel Schwammnadeln sind. Es scheint mir sehr glaubhaft, dafs die Synaptiden sich viel später als die Chirodoten entwickelten, und dafs sich die- selben von den Letzteren abspalteten. Ich werde in dieser Ansicht durch die eigentümliche Form der von mir in dem Zechsteine gefundenen Kalkanker bestärkt, deren Träger ich für den Vorläufer der jetzigen Synaptiden halte und den ich daher Prosynapta nenne. Die Anker kann man sich gut als Rädchenteile vorstellen, oder umgekehrt die Rädchen als eine Vereinigung von einer Anzahl Anker in radialer Anordnung in einer Ebene um eine Achse, und zwar so, dafs die Ankergriffe im Mittelpunkte des Rädchens liegen, während die Ankerschäfte die Speichen und die Ankerarme, welche gegenseitig verwachsen, den Kranz des Rädchens bilden. Dieser Auffassung entspricht auch das Wachstum der Rädchen und der Anker, welches bei beiden analog ist. Zuerst entstehen Schäfte oder Speichen, und wenn diese ausgewachsen sind, bilden sich erst die Ankerarme oder Rad- kranzteile, welche sich von den Endpunkten der Ankerschäfte oder i^adspeichen aus bilden und bei den Rädchen, weil sie einander entgegen wachsen, sich schliefslich zum geschlossenen Radkranze vereinigen. — 42 — Die von mir in dem Zechsteine gefundenen Kalkrädchen stimmen mit denjenigen der lebenden Ghirodoten und denen in den Schichten des Juras und des Karbons gefundenen so überein, dafs gar kein Zweifel bestehen kann, dafs sie von einem Organismus der gleichen Klasse stammen. 0. Terquem, dem wir die Kenntnis einer Anzahl Rädchen- Spezies aus dem Jura verdanken, bezweifelte deren Abstammung von den echten Ghirodoten und errichtet dafür das Genus »Hemisphaeranthos«, oder teilte sie den Foraminiferen zu, wie Annulina quinquelobata, die nach meiner Meinung viel eher ein Ghirodoten-Rädchen, als eine Foramiiiifere ist. Die Ghirodoten-Rädchen aus dem Jura weichen allerdings zum Teil nicht unbedeutend von denjenigen aus den Schichten älterer Formationen und denjenigen von lebenden Tieren ab: Die Speichen sind sehr breit, oft blumenblattartig und die Räume zwischen den Speichen sind noch durch dünne Lamellen überbrückt, so dafs diese Spiculae mehr ornamentierte Scheibchen als Rädchen darstellen. Die von Terquem vorgenommene Ab- trennung der jurassischen Formen von den echten Ghirodoten dürfte deshalb vielleicht nicht ungerechtfertigt sein. Man findet jedoch bei Rädchen von einigen Spezies recenter Ghirodoten ebenfalls die Neigung zur Verbreiterung der Speichen und zur Überbrückung der Zwischenräume. Die Zukunft kann in dieser Angelegenheit erst Aufklärung briogen. Meines Wissens wurden, auf die verschiedenen Forma- tionen verteilt, bis jetzt von folgenden Ghirodoten-Spezies Rädchen aufgefunden und beschrieben: Unter-Karbon. Ghirodota Robertson! Etheridge mit 6 bis 8 Speichen. Ghirodota primae va Etheridge mit 8 bis 12 Speichen Ober-Karbon. Ghirodota Traquairii Etheridge mit 8 Speichen und 4teiliger zentraler Öffnung. Ober-Perm (Zechstein). Hier würde die in dieser Abhandlung beschriebene Ghiro- dota Geinitziana Spandel mit 10 bis 14 Speichen einzureihen sein. — 43 - Trias. Ist noch frei. Mittlerer Lias. Ghirodota (Annulina) quinquelobata Terquem mit 5 über- brückten Speichen. Ghirodota (Hemisphaeranthos) florida Terq. mit 6, 8, 9, 10, 11 und 13 überbrückten breiten Speichen. Ghirodota (Hemisphaeranthos) costifera Terq. mit 8, 9, 10, 11, 13 und 14 überbrückten schmalen Speichen. Oberer Lias (Jurensismergel). Ghirodota vetusta Schwager mit 7 überbrückten Speichen. Unterer Dogger. Ghirodota atava Waagen mit 7 überbrückten Speichen. Mittlerer Dogger. Ghirodota sp. Terqu. mit 5 und 6 überbrückten Speichen. Unterer weisser Jura. Ghirodota vetusta Schwager, siehe auch unter ob. Lias. Ghirodota Sieboldi Schwager, mit 10 Speichen. Oberer weisser Jura. Ghirodota vetusta Schwager, siehe auch unter ob. Lias. Ghirodota Helvetica Kubier und Zwingli. Die Ghirodota vetusta hat eine ziemliche vertikale Ver- breitung, da sie in dem Oberen Lias und in dem Unteren und Oberen weifsen Jura nachgewiesen zu sein scheint. Durch die nachfolgend beschriebenen Rädchen ist nun auch die Existenz der Holothurien für die Permformation sicher nachgewiesen. Die Ghirodoten-Rädchen aus dem Zechsteine unterscheiden sich von denen des Juras, abgesehen von den speziellen Unter- schieden, durch gröfsere Zartheit und nähern sich darin den rezenten. Die lebenden Ghirodoten sind hauptsächlich Küsten- und Riffbewohner, sie scheinen reinen Sand, Felsen und das Korallen- riff' vorzuziehen und den Schlammgrund zu meiden. Es scheint _ 44 — demnach die Lebensweise der permischen Ghirodoten, deren Reste ich nur in dem Riffgestein fand, mit den rezenten über- eingestimmt zu haben. Chirodota Geinitziana n. sp. Taf. XIII, Fig. 9 a, b und c. Die Rädchen dieser permischen Spezies sind oben flach gewölbt, unten ausgehöhlt. Das grofse^ kreisförmige Mittel- stück ist einfach, liegt auf der gewölbten Seite etwas ver- tieft und springt in der ausgehöhlten etwas hervor. In demselben bemerkt man weder eine zentrale Öffnung, noch Speichenpfeiler. Aus dem Mittelstück springen zehn bis vier- zehn Speichen hervor, an welche sich der Kranz in der gleichen Stärke der Speichen anschliefst. Zwischen den Speichen und dem Kranze bleiben dreieckige Öffnungen in der gleichen Anzahl der Speichen. Der Kranz tritt nach unten noch über das in der Mitte vorspringende Mittelstück hervor. Speichen und Radkranz sind glatt. Die Rädchen mit elf Speichen sind bedeutend gröfser als die mit zwölf und mehr Speichen; die ersteren messen 0,186 mm und die letzteren nur 0,108 mm im Durchmesser. Die Rädchen sind weifslich, fettglänzend und durch- scheinend. Ich benannte den Träger dieser charakteristischen Räd- chen nach Herrn Geheimen Hofrat Dr. H. B. Geinitz, dem wir die grundlegenden Arbeiten über den deutschen Zechstein und seine Fossilien verdanken. Vorkommen: Diese Rädchen finden sich in Gesellschaft von Echinoiden- und Grinoiden-Resten, Foraminiferen-, Ostra- coden- und Productus-Schalen u. s. w. in einem gelben, un- geschichteten Riffzechstein (Vorriff von Liebe) des Galgenberges westlich von Ranis in Thüringen. Prosynapta Eiseliana n, sp. Taf. XIII, Fig. 10. In Gesellschaft mit den Ghirodoten-Rädchen finden sich eigentümliche Anker, deren Träger ich für den permischen Vorläufer der Synaptiden halte und daher Prosynapta nenne. — 45 — Diese Anker sind gleichseitig ; an dem die Mitte bildenden Schaft befindet sich an dessen einem Ende der etwas verbreiterte Ankergriff, während am andern Ende die Arme heraustreten, die, in einem Halbkreis wachsend, sich oben wieder mit dem Schafte vereinigen und zwei Felder von ovaler Form einschliefsen, in welchen Öffnungen von der Gestalt unregelmäfsiger Dreiecke bleiben. Der Aufsenrand ist gerundet und glatt; der Rand der Öffnungen ist scharf. Es macht sich das Bestreben bemerkbar, die von den Ankerarmen eingeschlossenen Felder durchLamellen zu überbrücken. Die allgemeine Form dieser Anker ist die eines Steigbügels. Die Länge beträgt 0,17 mm, die Breite 0,13 mm. Das Aussehen der Anker ist ein weifsliches, sie sind fettglänzend und durchscheinend. Mit diesen zarten permischen Resten habe ich den Namen meines verehrten Freundes, des Herrn Robert Eisel in Gera verbunden, dem wir die Entdeckung einer grofseu Zahl Zech- steinfossilien in Ostthüringen verdanken. Vorkommen: Diese Anker finden sich selten in dem unge- schichteten, gelben Riffzechstein in Gesellschaft von Grinoiden- und Echiniden-Resten des Galgenberges westlich von Ranis in Thüringen. So weit mein Material reicht, werde ich Präparate von den in dieser Abhandlung beschriebenen Petrefakten an das kgl. mineralogische Museum in Dresden, an die Sammlung der königlich preufsischen geologischen Landesanstalt in Berlin, an das Senckenbergische Museum in Frankfurt a. M., an das kgl. bayer. Staatsmuseum in München und an das Museum der Naturhistorischen Gesellschaft in Nürnberg abgeben. —^ % ^ ^ — 46 Eine nene Bryozoe aus dem Zechsteinriff Yon Poessneck. Von Riehard Paalzow. Thamniscus giganteus nov. sp. Taf. XIII, Fig. 11-21. In der Sammlung des Herrn Erich Spandel hier befinden sich eine gröfsere Anzahl Bruchstücke einer Bryozoe aus dem Riffzech- stein der Altenburg bei Poessneck, die von den bisher aus dem Zechstein beschriebenen Arten ziemlich erheblich abweicht. Herr Spandel war so freundlich mir sein Material behufs Be- stimmung zur Verfügung zu stellen. Die Fragmente sind in einem Stück gelben, stark mit Sinter überzogenen Dolomit eingeschlossen, und erfüllen denselben so vollständig, dafs man denEindruck erhält, die Bryozoe habe dichte Rasen gebildet. Leider ist es unmöglich gröfsere, zusammenhäng- ende Stücke zu finden, oder aus dem Gestein heraus zu präparieren. Auch die gröfsten Stücke sind nur etwa 1 cm lang. Besonders bemerkenswert ist die Stärke der einzelnen Fragmente. Stücke von 5 mm und selbst mehr im Durchmesser gehören durchaus nicht zu den Seltenheiten, die schwächsten Stücke sind immer- hin noch 1 bis 2 mm stark. Zahlreiche Fragmente deuten eine Gabelung der Ästchen an (Taf XHI, Fig. 17, 18, 20), da- gegen konnte ich kein einziges Stück finden, welches Spuren zeigt, die auf eine Fiederung schliefsen lassen. Es scheint mithin, dafs sich die Stämmchen ausschliefslich durch Dicho- tomie verästelten, und dafs Fiederchen gänzlich fehlten. Die Zellen befinden sich nur auf einer Seite der Astchen. Die zellenfreie Seite ist gewölbt, glatt oder fenestellenartig fein gestreift. (Taf. XIII, Fig. 12, 15.) Die zellentragende Seite ist entweder gewölbt, so dafs der Querschnitt der Ästchen kreisförmig ist (Taf. XIII, Fig. 14 und 16), sie trägt dann 2 Zellreihen, oder sie ist abgeflacht, so dafs sich der Querschnitt der Ästchen einem Halbkreise nähert (Taf XIII, Fig. 11, 13 u. 19), dann meistens 3 Zellenreihen tragend. — 47 — Die Zellreihen sind nicht durch Leisten von einander getrennt. Die Zellen zweier benachbarter Reihen alternieren mit einander. Die Zellmtindungen sind meistens von einem Wall umgeben. Die Form der Mündungen ist mehr oder weniger halbmondförmig, mitunter aber auch zu einem engen Spalt» verschmälert (Taf. XIII, Fig. 14 und 16). Der die Zellöffnungen umgebende Wall tritt häufig stark nach aufsen, so dafs die Ästchen wie eingeschnürt erscheinen (Taf. XIII, Fig. 11, 13). Die Zellen haben, wie die schematisierte Zeichnung Fig. 21 zeigt, die Form von stark nach hinten gekrümmten Säcken, die sich nach der Mündung zu verengen. Am nächsten steht diese Bryozoe dem im Zechstein sehr häufig sich findenden Thamniscus dubiusKing. Sie unterscheidet sich jedoch von dieser durch die Stärke der Ästchen, durch die halbmondförmige Gestalt der Zellöffnungen, während sie beim Thamniscus dubius rundlich oder oval sind, sowie, wie es scheint, durch das gänzliche Fehlen der Fiederung. Wiegen der Stärke der Astchen, als der am meisten in die Augen fallenden Eigenschaft dieser Bryozoe, habe ich dieselbe als Thamniscus giganteus bezeichnet. ►>?«♦■ 48 Erklärung der Abbildungen. Tafel XII (I). Cyatliocrinus (?) ramosus Schloth. Fig. 1. Die Kelchbasis (Becken), die fünfteilige Gentro- dorsalplatte und den Kranz der ersten Basalia zeigend. Vergröfserung j. Fig. 2. Kelchbasis von unten. (Der Wall um die fünfeckige Mündung ist bei der lithographischen Übertragung nicht ganz richtig wiedergegeben, und das von demselben eingeschlossene Feld erscheint zu tief liegend.) Fig. 3. Durchschnitt des Beckens, j» 4. Jüngstes Stück eines Stieles mit Gentrodorsal- platte und embryonalen Zwischengliedern. Cyathocrinns (?) Fischeri Spandel. Fig. 5. Die Kelchbasis (Becken) seitlich von oben gesehen. Yergröfserung y. » 6. Durchschnitt des Beckens. j» 7. Das Becken von unten. (Der Napf für die Stiel- glieder erscheint bei der lithographischen Über- tragung nicht scharf genug begrenzt und zu flach). Cyathocrinns (?) ramosns Schloth. Fig. 8. vergröfserter rekonstruierter Kelch. » 9. Kelch-Diagramm nach King, ergänzt. » 10, 11,12. verschiedene Kelchtäf eichen. Yergröfserung^ » 13. Radial-axillar-Täfelchen. Yergröfserung ^. » 14. a. b. c. Brachialia, d. Pinnula. Yergröfserung j. » 15. Stielglied mit Rankennäpfchen. Yergröfserung j. » 16. Rankenglieder. » 17. Grelenküäche eines Stielgliedes mit sichtbarem Lappenventil im Gentralkanal. — 49 — Fig. 18. Querdünnschliff eines Stielgliedes, die konceutrische Anordnung der Gefäfse zeigend. Vergröfserung j. » 19. Längsdünnschliff durch drei Stielglieder, die An- ordnung der Gefäfse in vertikaler Richtung zeigend. Vergröfserung j. 20. Fufs (Wurzel) stark vergröfsert. Tafel XIII (II). Eocidaris Reyserlingi Gein. Fig. 1. Querschnitt einer Asselreihe mit Ergänzung, die Form des Peristom zeigend. Vergröfserung p ») 2. Durchschnitt durch eine Interambulacraltafel in Verbindung des Stachels. » 3. vermutlich Nebenstachel. Vergröfserung etwa y. * 4. Interambulacraltäfelchen, a. Vorder-, b. Hinterseite. » 5. vermutlich Hände von Pedizillarien, a. Rücken-, b. Seiten-, c. Innenansicht. Stark vergröfsert. » 6. vermutlich unteres Schaftstück von Pedizillarien, a. Ansicht von der Breit- u. von der Schmalseite, c. Quer-, d. Längsschnitt. Vergröfserung ^. Astrophyton perraianum Spandel. Fig. 7. a. b. Spiculae aus dem geschichteten Zechstein, c. aus dem Riffzechstein. Vergröfserung etwa y. » 8. Gitterplatte zweifelhaften Ursprungs, stark ver- gröfsert. Chirodota Geinitziana Spandel. Fig. 9. a. 11-speichiges gröfseres Kalk-Rädchen, b. 13- » kleines » c. Durchschnitt eines gröfsereu Rädchens. Ver- 180 gröfserung etwa ^-. Prosynapta Eiseliana Spandel. 180 Fig. 10. Vergröfserung etwa -j-. Abh. d. Naturh. ÜeB. XI. M. - 50 — Tharaniscus giganteus Paalzow. Fig. 11. Zellentragende Seite eines Zweiges mit 3 Zell- reihen, nat. Gröfse, » 12. Zellenfreie Seite des gleichen Zweiges, nat. Gröfse, » 13. Derselbe Zweig, vergröfsert, » 14. Zellentragende Seite eines Zweiges mit 2 Zell- reihen, nat. Gröfse, » 15. Zellenfreie Seite desselben Zweiges, nat. Gröfse, » 16. Zweig mit 2 Zellreihen, vergröfsert, » 17. 18. 20. Zweigstücke, welche eine Gabelung an- deuten, nat. Gröfse, » 19. Querschnitt eines Zweiges, vergröfsert, i) 21. Längsschnitt eines Zweiges, um die Form der Zellen zu zeigen, vergröfsert. -»»«♦■ Abh. d.Naturh.Ges.Nürriberg XI. Bd, Tafel XII. (l) 19 gez v. E.Spandel Abh.d. N^^u^h.Ges.Niimbe^g XI. Bd. TaFel XMI. (ll) a,e2 v.E.Spandel. ^ei.v.R.Paalzow Zweiter Beitrag zur Pilz-Flora von Franken von P. Magnus. (Berlin). Mit einer Tafel. '» ■<•»' «• 4* beitdem ich 1896 in den Schriften dieser Gresellschaft den Beitrag zur Pilzllora von Franken herausgegeben habe, habe ich wieder 1897 und 1898 zwei interessante Pilzsendungen von Herrn Stabsveterinär A. Schwarz in Nürnberg erhalten. Dieselben sind zum bei weitem gijöfsten Teile von ihm bei Nürnberg, um Neumarkt und Breiten brunn in der Oberpfalz und um Hollfeld in Oberfranken 1896 und 1897 gesammelt worden. Aufserdem haben die Herren Dr. Fr. Wagner, Veit und Friedrich SchuUheiss, Rodler, Kaulfuss und einzelne Bei- träge noch die Herren Dr. Buchner, Koch, von Schaedel, Goiilieb Schmidt, Fördereuther, Simon, Dr. Hugo Glück, Frau Sophie Schicarz und Fräulein Marie, Linchen und Philippine Schwatz geliefert. Durch die Güte des Herrn Hauptlehrer ScJjbnahl in München erhielt ich eine Liste der Pilze, die von Herrn Bezirkstierarzt A. Vill in Hafsfurt bei Hammelburg und Hafsfurt in Unter- franken gesammelt hat und die von Herrn Hauptlehrer *SV;Awa6Z be- stimmt worden sind. Auch teilte mir Herr Schnabl eine An- zahl der von Herrn Vill gesammelten Pilze gütigst mit. Einige unbestimmte Pilze erhielt ich auch von Herrn Vill direkt zu- gesandt. Die Funde des Herrn Vill liefern einen wichtigen Beitrag zur Kenntnis der fränkischen Pilzflora. Allen genannten Herren spreche ich pflichtschuldigst auch an dieser Stelle meinen besten Dank aus. Bei den von mir selbst bestimmten oder gesehenen Pilzen habe ich hinter dem eingeklammerten Namen des Sammlers ein ! hinzugefügt. Myxomycetes. Leocarpus Link. L. fragilis (Dicks.) Schroet. (L. vernicosus (Pers.) Lk.) unter Hypnum triquetrum am Waldboden nahe Rinnen- brunn am Wege nach Königstein (A. Schwarz) ! Lycogala Epidendron (L) DG. an einer Kiefer bei Hammelburg (A. Vill). — 54 — Chytridiaceae. Synchytrium de By. et Woron. S. Taraxaci de By. et Woron. auf Taraxacum officinale von Hafsfurt gegen Uchenhofen (A. Vill). S. Succisae de By. auf Succisa pratensis bei Hafsfurt (A. Vill) ! S. Anemones de By. et Woron. auf Anemone nemorosa L. häufig in der Attach bei Hafs- furt (A. Vill) ! Urophlyctis Schroet. U. Kriegeriana P. Magnus. auf Garum Garvi bei Hafsfurt (A. Vill)! Peronosporeae. Albugo Candida (Pers.) 0. Kze. auf Farsetia incana nächst Nürnberg auf der Ödung bei Schniegling auf den Gentralfriedhof zu, am 30. Oktober 1896 (A. Schwarz) ! — auf Camelina sativa zwischen Pillenreuth und Herbersdorf bei Schwabach (A. Schwarz)! — auf Gapsella bursa pastoris auf sandigen Feldern bei Hammer (A. Schwarz) ! auf dem Juraplateau zwischen Hansgörg und Glatzenstein bei Hersbruck (A. Schwarz)! gemein bei Hafsfurt, Schweinfurt, Hammelburg (A. Vill). — auf Gorouopus Ruellii All. auf schwerem Thonboden im Lias bei Sündersdorf zwischen Hilpolstein und Freistadt (A. Schwarz)! bei Wonfurt, Grettstadt (A. Vill)! — auf Turritis glabra am alten Bahndamm bei Doos zwischen Fürth und Nürnberg (A. Schwarz) ! — auf Sisymbrium Thalianum bei Augsfeld, Steinsfeld, Dürrfeld (A. Vill). — auf Sisymbrium officinale bei Hafsfurt (A. Vill). A. Tragopogonis (Pers.) Gray. . auf Scorconera hispanica in Gemüsefeldern zwischen Grofs- und Kleinreut hinter der Feste nördlich Nürnberg (A. Schwarz) ! — auf Tragopogon orientalis L. bei Schweinfurt (A. Vill). — 55 — Plasmopara Schroet. P. pusilla (de By.) Schroet. auf Geranium pratense zahlreich bei Unterhohenried n. Hafsfurt (A. Vill)! P. pyg-maea (Ung.) Schroet. auf Auemone nemorosa zwischen Rollhofen und der Röd bei Leutzenberg bei Hersbruck (A. Schwarz) ! in der Altach s. Hafsfurt (A. Vill). Bremia Regel. B. Lactucae Regel. auf Gentaurea Gyanus L. bei Hafsfurt (A. Vill), — auf Sonchus oleraceus bei Hafsfurt (A. Vill). Peronospora Holostei Gasp. auf Holosteum umbellatum auf Sandabhängen bei der Tullnau östlich Nürnberg (A. Schwarz) ! P. Arenariae (Berk) de By. auf Möhringia trinervia in der Altach südlich Hafsfurt (A. Vill). P. calotheca de By. auf Sherardia arvensis auf dem Plateau zwischen Langen- thonhausen und der Wallfahrtskirche Eichelberg südlich Parsberg (A. Schwarz) ! zwischen Zeilitzheim und Kraut- heim bei Grerolzhofen (A. Schwarz) ! nördlich Wiesentheid an der Strafse nach Reupelsdorf ; auf der Sulzdorfer Höhe nördlich Scheruau bei Dettelbach; zwischen Seligenstadt und Kürnach; zwischen Estenfeld und Maidbronn (A. Schwarz). — auf Galium Aparine L. in einem Kornfeld zwischen Unterbürg und Blechhäubel bei Mögeldorf; sodann in Brachfeldern zwischen Schoppershof und Herrnhütte bei Nürnberg (A. Schwarz)! bei Hafsfurt (A. Vill). — auf Galium boreale bei Hafsfurt, bei Obertheres (A. Vill). — auf Galium MoUugo bei Hafsfurt (A. Vill) ! ausgegeben in Allescher und Schnabl Fungi bavarici Nr. 558. P. Alsinearum Gasp. auf Stellaria media Villars bei Amberg auf Raigering zu, häufig auf GartenUmd und Feldern um Nürnberg, auch auf dem Exerzierplatz bei Schweinau, zwischen Zirudorf — So- und Lind (A. Schwarz)! bei Hafsfurt (A. Vill). — auf Gerastium triviale auf dem Grasplatz in der Anlage vor der Burg* zu Nürnberg; am Waldrand hinter Ziegelstein (A. Schwarz) ! bei Hafsfurt gemein (A. Vill). — auf Gerastium arvense auf der Ödung zwischen Schniegling und dem Gentralfriedhof bei Nürnberg (A. Schwarz) ! P. Scleranthi Rabenh. auf Scleranthus annuus L. in sandigen Feldern von Mögeldorf nach ünterbürg und Laufamholz, auch bei Hammer, sodann an der Steinplatte bei Sankt Jobst (A. Schwarz) ! P. Myosotidis de By. auf Lycopsis arvensis auf einem Sandfeld bei Sankt Jobst (A. Schwarz) ! — auf Myosotis palustris und M. stricta bei Augsfeld (A. Viil). P. Viciae (Berk.) de By. auf angebautem Lathyrus Silvester var. Wagneri an der Steinplatte bei Sankt Jobst (A. Schwarz) ! bei Mariaburg- hausen nächst Hafsfurt (A. Vill). — auf Vicia sepium bei Hafsfurt (A. Vill). — auf Lathyrus montanus Beruh, auf einer Waldwiese bei Waldsachsen zwischen Hafsfurt und Schweinfurt (A. Vill). P. leptosperma de By. auf Tanacetum vulgare bei Hafsfurt zerstreut (A. Vill) ! P. Trifoliorum de By. auf Medicago sativa bei Zeil, Hafsfurt, Wülflingen (A. Vill) ! — auf Medicago lupulina bei Unter-Theres (A. Vill). — auf Trifolium pratense bei Hafsfurt (A. Vill). P. Violae de By. auf Viola tricolor bei Hafsfurt sehr selten (A. Vill). P. Lamii AI. Br. auf Lamium amplexicaule auf Feldern zwischen Grlocken- hof und der Wasenmeisterei bei Nürnberg (A. Schwarz)! P. arborescens (Beck) de By. auf Papaver Rhoeas am Exerzierplatz zwischen Grofsreuth und Schweinau (A. Schwarz) ! auf Sandfeldern an der Mühle bei Sankt Jobst (A. Schwarz) ! auf dem Juraplateau — 57 — zwischen Grlatzenstein und Hansgörgelberg bei Hersbruck (A. Schwarz) ! bei Augsfeld, Hainert, Wonfurt, Hafsfurt (A. Vill). P. Candida Fckl. auf Anagallis coerulea bei Hafsfurt (A. Vill). P. Vallerianellae Fckl. auf Valerianella olitoria bei Hafsfurt, Wülflingen ver- einzelt (A. Vill). P. effusa (Grev.) Rbh. auf Ghenopodium album L. westlich ßurgfarrnbach am Wege nach Siegelsdorf, auf Gartenland nördlich der Burg von Nürnberg (A. Schwarz)! bei Hafsfurt (A. Vill)! — auf Ghenopodium bonus Henricus bei Hafsfurt, Unter- theres, Buch, Königsberg (A. Vill). — auf Atriplex patulum L. an öden Stellen bei Fürth am Wege nach Stadelhof (A. Schwarz) ! — auf Spinacia oleracea in Gemüsefeldern zwischen Grofsreuth und Kleinreuth hinter der Feste bei Nürnberg (A. Schwarz) 1 P. grisea Ung. auf Veronica serpyllifolia bei Hafsfurt (A. Vill) 1 West- heim, Unflnden (A. Vill). — auf Veronica Beccabunga bei Westheim (A. Vill). — auf Veronica officinalis an Waldwegen bei Hofheim (A. Vill). P. Ficariae Tul. auf Ranunculus repens L. in der Anlage am Lederersteg bei Gostenhof, zwischen Bahnhof und Dorf Fischbach, Birnthon (A. Schwarz)! bei Hafsfurt, Hofheim verbreitet (A. Vill). P. parasitica (Pers.) Tul. auf Gapsella bursa pastoris von Mögeldorf gegen Unter- bürg, Laufamholz und Blechhäubel (A. Schwarz) ! bei Hafsfurt, Schweinfurt häufig (A. Vill). — auf Erophila verna auf Feldern zwischen Lind und Zirndorf (A. Schwarz)! auf einem üolomitabhang nächst Bernhof bei Veldenstein (A. Schwarz)! bei Hafsfurt (A. Vill)! bei Steinsfeld, Wülflingen, Mechenried (A. Vill). — auf Alyssum caly- cinum bei Obertheres (A. Vill). — auf Thlaspi arvense bei - 58 — Hafsfurt, Wülflingen (A. Vill). — auf Thlaspi perfoliatum bei Hafsfurt, Wülflingen (A. Vill). — auf Farsetia incana, am Bahnhof Stein (A. Schwarz)! zwischen Schniegling und dem Gentralfriedhof bei Nürnberg (A. Schwarz) ! — auf Neslea paniculata bei Hainert, Steinsfeld (A. Vill). — auf Gardamine amara, Wiesengraben bei Gibitzenhof s. Nürnberg (Fr. Schultheifs) ! — auf Sisymbrium Thalia- num bei Augsfeld, Steinsfeld, Oberauchheim (A. Vill) ! — auf Erysimum Orientale bei Westheim (A. Vill). P. Corydalis de By. auf Corydalis solida bei Hafsfurt (A. Vill). — auf Gory- dalis Cava bei Hafsfurt (A. Vill) ! ausgegeben in Allescher und Schnabl Fungi bavarici Nr. 557. Ustilagineae. Ustilago Thlaspeos (Beck) v. Lagerh. in Sydow Ustilagineae Nr. 118. (Tilletia Thlaspeos Beck = Ustilago seminum Juel) in den Samen von Arabis hirsuta L. am buschigen Ab- hang im Kaiserbachthaie zwischen Kainach und Krögel- stein nördlich Hollfeld auf Dolomit (A. Schwarz) ! — Dieser Pilz ist bisher nur aus Niederösterreich, Tirol und Schweden bekannt, ist aber sicher, wie der Schwarz'sche Fund im nördlichen fränkischen Jura bew^eist, in Deutsch- land weiter verbreitet. Nach meinem Wissen ist er bisher auf Thlaspi alpestre (Borbäs und Peyritsch), Draba sp. (Peyritsch) Arabis petraea (Juel) und Arabis hirsuta (v. Lagerheim und A. Schwarz) beobachtet worden, dürfte aber sicher noch auf anderen Gruciferen auftreten. IT. violacea (Pers.) Wint. auf Melaiidryum album zahlreich in der Weidenanlage im Moos bei Hafsfurt (A. Vill) ! — auf Saponaria offici- nalis bei Dippach am Main, Obertheres, Wonfurt in Weidengebüsch, Schonungen (A. Vill) ! — auf Dianthus Garthusianorum zwischen der Haltestelle Katzwang und der Rennmühle bei Schwabach (A. Schwarz) 1 U. major Schroet. auf Silene Otites bei Grrettstadt (A. Vill) 1 Rüdenhausen (A. Vill). — 59 — U. Tragopogi pratensis (Pers.) Wint. bei Hafsfart, Hammelburg verbreitet (A. Vill). TJ. longissima Tul. auf Glyceria spectabilis an den Fischweihern zu Skt. Peter bei Nürnberg (A. Schwarz) ! bei Hafsfurt und Hammelburg (A. Vill). U. perennans Rostr. auf Arrhenatherum elatius auf Grasplätzen an der Fürther Bahn bei der Trostslrafse zu Nürnberg (A. Schwarz) ! U. Hordei (Pers.) Kellermann et Swingle. auf Hordeum vulgare zwischen Raitersaich und Busch- schwabach, Mittelfranken (A. Schwarz) I U. Avenae (Pers.) Jensen. auf Avena sativa L. zwischen Unter- und Burgfarrnbach westlich Fürth (A. Schwarz) I Entyloma Ranunculi (Bon.) Schroet. auf Ranunculus sceleratus, Sumpf im Sebalder Reichs- wald bei Ziegelstein (Fr. Schultheifs) ! Tilletia Caries Tul. auf Kolbenwaizen in Osternohe bei Schnaittach (Dr. F. Wagner) ! Uredineae. Uromyces Fabae (Pers.) de By. auf Vicia Faba bei Mariaburghausen s. Hafsfurt (A. Vill) ! U. Limonii (DG.) Wint. auf Armeria vulgaris bei Eltmann häufig (A. Vill), bei Hafsfurt (A. Vill)! U. Trifolii (Hedw. fil.) Schlchtdl. auf den Blättern von Trifolium repens an der Strafse zwischen Gasseidorf und Streitberg, fr. Jura (A. Schwarz)! Tl. appendiculatus (Pers.) Lev. auf l^haseolus multiflorus bei Hafsfurt (A. Vill). U. Geranii (DG.) VYint. auf Geranium palustre in Sumpfwiesen zwischen Kronach und Steinach bei Fürth, das Aecidium 28:6:1896 (A. Schwarz)! — auf Geranium pratense bei Wültlingen (A. Vill). — 60 — U. Poae Rbh. das Aecidium auf Ranunculus Ficaria L. auf einem Gras- platz bei der Mündung des Teufelsgrabens ins Sohwarzach- thal bei Altdorf (A. Schwarz) ! bei Hafsfurt (A. Vill). U. Dactylidis Otth. das Aecidium auf Ranunculus bulbosus bei Hafsfurt häufig (A. Vill). U. Pisi (Pers.) de By. das Aecidium auf Euphorbia Gyparissias zwischen Her- boldshof und Steiuach bei Fürth; unter dem Bühler Kirchlein bei Simmeisdorf; an buschigen Abhängen des Kaiserbachthaies zwischen Kainach und Krögelstein n. Hollfeld (A. Schwarz)! U. ambiguus DG. auf AUium Scorodoprasum bei ünterauerheim (A. Vill) ! U. excavatus (DG.) Magnus. auf Euphorbia Gerardiana bei Sulzheim (A. Vill). U. Erytlironii (DG.) Pass. das Aecidium auf Scilla bifolia bei Römershofen (A. Vill)! U. lineolatus Pers. auf Scirpus maritimus bei Hafsfurt häufig (A. Vill) ! ü. Ficariae (Schum.) Lev. auf Ranunculus Ficaria L. auf dem Grasplatz an der Mündung des Teufelsgrabens ins Thal der Schwarzach bei Altdorf (A. Schwarz) ! bei Gleisenau, Hafsfurt, Römers- hofen (A. Vill). U. Alchemillae (Pers.) Schroet. auf Alchemilla vulgaris am Ludwigskanal zwischen Gibitzenhof und Nürnberg (Fr. Schultheifs)! am Bahn- damm zwischen Moosbach und Hahnhof bei Altdorf (A. Schwarz)! Puccinia Violae (Schum.) DG. auf Viola camina var. cricetorum auf der Sandheide zwischen V^Teichselstein und Neumarkt (A. Schwarz) 1 — anf Viola silvestris bei Buch, Hofheim (A. Vill). — auf Viola pratensis bei Dürrfeld (A. Vill). — 61 — P. Menthae Pers. auf Mentha silvestris bei Königsberg (A. Vill) — auf Mentha aquatica bei Kleinsteinach s. w. Hofheim (A. Vill). P. Adoxae Hedw. fll. auf Adoxa Moschatellina im Wehrwäldchen bei Schwein- furt (A. Vill) I P. Epilobii DG. (häufig mit einzelligen Teleutosporen). auf Epilobium tetragonum am Neuweiher bei Gadolzburg (Schmidt)! P. Pimpinellae (Straufs) Lk. auf Ghaerophyllum bulbosum bei Hammelburg (A. Vill). P. PrenantMs (Pers.) Fckl. auf Lactuca muralis an Dolomitfelsen im Revier Schaafsee des Veldensteiner Forstes zwischen dem Waldhaus und Mergners bei Betzenstein (A. Schwarz) ! — das Aecidium auf Lactuca muralis im Walde zwischen dem Grlatzenstein und dem Beckerslohwald bei Hersbruck (A. Schwarz) 1 P. graminis Pers. das Aecidium auf Berberis vulgaris an Abhängen im Heuthal zwischen Blödgarten und Breitenbrunn, Oberpfalz; auf Dolomitfelsen bei Pegnitz (A. Schwarz) ! — auf Triticum repens bei Hafsfurt (A. Vill). P. Anthoxanthi Fckl. auf Anthoxanthum odoratum zwischen Herboldshof und Steinach bei Fürth (A. Schwarz) 1 P. coronifera Kleb. auf Avena fatua L. auf Kartoffeläckern zwischen Weigols- hausen,Ettlebenund Werneckin ünterfranken (A.Schwarz) 1 — auf Holcus lanatus an einem Wiesengraben zwischen Unterbürg und Blechhäubel östlich von Nürnberg (A. Schwarz)] P. dispersa Eriks, et Henn. das Aecidium (Aec. Asperifolii Pers.) auf Anchusa offi- cinalis bei Hafsfurt (A. Vill) ! auf dem Bahndamme bei Schweinfurt (A. Vill)! auf Sandstellen an der Pegnitz zwischen Schniegling und Nürnberg (Fr. Schultheifs) ! — auf Lycopsis arvensis bei der Lederer Brauerei nächst Nürnberg (Fr. Schultheifs) ! bei Hafsfurt (A. Vill) 1 bei — 62 — Schweinfurt (A. Vill). — die Uredo (Uredo Rubigo vera DG.) auf Seeale cereale in Menge bei Kronach bei Fürth (A. Schwarz) ! zwischen Mögeldorf und Unterbürg und Laufamholz (A. Schwarz) ! in Feldern der Kreislandwirt- schaftschule Lichtenhof (Dr. Fr. Wagner) ! in Feldern am Bahnhof Neuhaus Veldenstein (A. Schwarz) ! bei Hafsfurt und Schweinfurt (A. Yill) ! auf Triticum sp. in Feldern zwischen Grofsreuth und Kleinreuth hinter der Feste (A. Schwarz)! — die Uredo auf Bromus mollis bei Hafsfurt (A. Vill) ! — die Uredo auf Bromus tectorum bei Schw^einfurt (A. Vill) 1 — die Uredo auf Hordeum murinum am Bahndamm bei Schweinfurt (A. Vill) ! — (letztere kann ich nur mit einigem Zweifel zu dieser Art stellen). G. Eriksson und E. Henning haben in der Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten Band IV S. 197 und S. 257 die alte Puccinia Rubigo vera (DG.) Wint. in zwei Arten: Puccinia glumarum (Schmidt) Erikss et Henn. und Puccinia dispersa Erikss. et Henn. geteilt, von denen sie die erstere als Gelbrost, die letztere als Braunrost be- zeichnen. Beide treten auf dem Roggen auf Auch die 1896 auf Roggen angegebene Puccinia Rubigo vera (DG.) Wint. von Lichtenhof bei Nürnberg gehört zu Puccinia dispersa Erikss. et Henn. Aus der Nürnberger Gegend ist mir noch kein unzweifelhafter Gelbrost auf Roggen, Weizen oder Gerste zu Gesicht gekommen. Damit stimmt auch, dafs das zum Braunroste, der. Puccinia dispersa Erikss. et Henn. gehörige Aecidium Asperifolii Pers. auf Anchusa officinalis und Lycopsis arvensis häufiger in Unterfranken auftritt. Aecidium Symphyti Thm. auf Symphytum ofißcinale bei Hafsfurt (A. Vill). Dieses von Vielen zu Aecidium Asperifolii Pers. gezogene Aecidium scheint nicht zu Puccinia dispersa Erikss. et Henn., zu gehören, wie ich es schon in den Verhandlungen des botanischen Vereins der Provinz Brandenburg, 31. Jahrgang 1889 S. XXIH auseinandergesetzt habe (wo — 63 — ich aber von Puccinia rubigo vera (DG.) sprach, die P. dispersa Erikss. et Henn. und P. glumarum (Schmidt) Erikss. et Herrn, umfafst). Auch Eriksson konnte mit den Teleutosporen von Puccinia dispersa Erikss. et Henn. vom Roggen nur Auchusa officinalis und Lycopsis arvensis mit Erfolg inflcieren. Puccinia Arrhenatheri (Klebahn) Erikss. auf Arrhenatherum elatius bei Hafsfurt (A. Vill) 1 P. perplexans Plowr. das Aecidium (Aecidiam Ranunculacearum DG. p. p.) auf Ranunculus acer bei Hafsfurt (A. Vill)! P. Agropyri Ell. et Everh. das Aecidium (Aecidium Glematidis DG.) auf Glematis Vitalba auf dem Friedrichsberg im Steigerwald (A. Vill). — auf Glematis recta im Walde zwischen Dürrfeld und Sulzheim (A. Vill). P. Agrostidis Plowr. das Aecidium auf Aquilegia vulgaris in den Linder Gruben bei Zirndorf (Schmidt) 1 P. Poanini Nielsen. das Aecidium (Aecidium Tussilaginis Gmel.) auf Tussilago Farfara bei Hafsfurt und Hammelburg (A. Vill). P. Magnusiana Koern. das Aecidium (Aecidium Ranunculacearum DG. p. p.) auf Ranunculus repens bei Hafsfurt (A. Vill). P. Pliragmitis (Schum.) Koern. das Aecidium (Aecidium rubellum Gmel.) auf Rumex obtusifolius bei Hafsfurt (A. Vill) ! P. Caricis (Schum.) iRebent. auf Garex hirta bei Hafsfurt in der Weidenanlage im Moos (A. Vill). P. silvatica Schroet. das Aecidium (Aecidium Taraxaci Schm. et Kze.) auf Taraxacum officinale Web. am Waldhang hinter der Ruine Veldenstein zur Pegnitz (A. Schwarz) ! auf der grasigen Böschung der Lauf-Leinburger Strafse zwischen Renzenhof und Roggenbrunn im rhaetischen Keuper (A. Schwarz) ! bei Gleisenau nächst Eltmann (A. Vill). — 64 — Aecidium Centaureae montanae P. Magnus: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Bd. XI. 1893. S. 456. auf Gentaurea raontana L. bei Stettfeld östlich Eltmann (A. Vill). — Dieses Aecidium gehört nach den von Ed. Fischer ausgeführten Infectionsversuchen (Bulletin de l'Herb. Boissier Tome VI 1898 S. 18) zu einer Puccinia auf Garex montana, deren genaue Bestimmung ihm noch unsicher ist. Puccinia oblongata (Lk.) Wint. die Uredo auf Luzula pilosa im Walde zwischen dem Reichelsdorfer Bahnhofe und Weiherhaus bei Pillenreuth bei Schwabach (A. Schwarz)! P. suaveolens (Pers.) Rostr. auf Girsium arvense Scopol! auf unbebauten Stellen am Weg von Raitersaich nach Buschschwabach (A. Schwarz) I auf Feldern zwischen dem Exerzierplatz und Schweinau (A. Schwarz) ! an öden Stellen am Weg von Nürnberg nach der Herrnhütte und zwischen da und dem Ziegel- steiner Keller (A. Schwarz) 1 bei Hafsfurt (A. Vill). P. Centaureae Plowr. auf Gentaurea Jacea auf der Wiese zwischen Unterbürg und Blechhäubel östlich Nürnberg (A. Schwarz) 1 P. Hieracii (Seh um.) Mart. auf Picris hieracioides bei Schweinfurt (A. Vill). P. Cirsii Lsch. auf Girsium acaule -holeraceum in Neuensee bei Michelau in Oberfranken (Kaulfufs)! auf Garduus acanthoides bei Alterlangen (L. Koch)l P. bullata (Pers.) Schroet. auf Aethusa Gynapium bei Grettstadt (A. Vill). P. Polygoni ampMbii Pers. auf Polygonum amphibium bei Hafsfurt (A. Vill) 1 P. Acetosae (Schum.) Koern. auf Rumex acetosa am Fufs der Steinplatte östlich Nürn- berg (A. Schwarz) 1 bei Reinhardswinden nächst Wonfurt (A. Vill). — 65 — P. Balsamitae (Str.) Rabenhorst. auf kultiviertem Tanacetum Balsamita in einem Haus- vorgarten in Mögeldorf (A. Schwarz)! P. Tragopogi (Pers.) Wint. auf Tragopogon pratensis bei Hafsfurt (A. Vill) ! P. Betonicae DG. auf Betonica ofißcinalis bei Mergenbach (A. Vill). P. Arenariae (Schum.) Schroet. auf Möhringia trinervia Glairv. an Waldgräben am Fufs- weg vom Reichelsdorfer Bahnhof nach dem ehemaligen Kloster Pillenreuth bei Schwabach (A. Schwarz)! im obern Klumperthal zwischen Bronn und der Klumper- mühle im Dolomit östlich von Pottenstein (A. Schwarz)! — auf Stellaria media bei Eltmann (A. Vill). P. fasca Reih. auf Anemone nemorosa zwischen Rollhofen und der Röd bei Leutzenberg bei Hersbruck (A. Schwarz)! P. Malvacearum Mont. auf Malva silvestris L. zu Bronnamberg bei Zirndorf (Rodler) ! am Kanal zwischen Kronach und Steinach bei Fürth (A. Schwarz)! bei Ober- und Untertheres westlich Hafsfurt (A. Vill)! — auf kultivierter Althaea officinalis auf Feldern bei Loh nördlich Nürnberg (Fr. Schultheifs)! am Michelsberg bei Bamberg (P. Magnus) ! — auf kulti- vierten Malvaceen in Grärten zu Knetzgau, Hafsfurt, Schweinfurt (A. Vill). P. Circaeae Pers. auf Gircaea Lutetiana im Schopfig bei Gretlstadt (A. Vill)I Triphragmium Ulmariae (Schum.) Lk. auf Spiraea Uhnaria L. var. denudata in Gebüschen der Sumpfwiesen zwischen Kronach und Steinach bei Fürth (A. Schwarz) ! Phragmidium Fragariastri (DG.) Schroet. auf Potentilla Fragariastrum am Abhang des Moritzberges bei Lauf in der Zone des Opalinusthones (A. Schwarz)! — auf Potentilla alba bei Unfinden in Unterfranken (A. Vill). Abb. d. Naturb. Ges. XI. Bd. 6 — 66 — Phr. SanguisorTbae (DC.) Schroet. auf Poterium Sanguisorba L. verbreitet bei Hafsfurt und Scbweiüfurt (A. Vill), bei Würzburg (Dr. Otto Appel). Phr. Potentillae (Pers.) Wint. auf Potentilla arenaria Borkhausen auf grasigen Stellen am Abhang des Schwamberges bei Iphofen in der Zone des Schilfsandsteines (A. Schwarz) I — auf Potentilla argentea L. auf Sandboden im Föhrenholz zwischen Kronach und Herboldshof bei Fürth (A. Schwarz) ! bei Happurg an der Hubirg im fränkischen Jura (Dr. L. Koch) ! bei Hafsfurt am Bahndamm gegen Wülflingen (A. Vill) ! — auf Potentilla Tabernaemontani Ascherson = P. verna Autorum non L. bei Hafsfurt (A. Vill)! bei Junkersdorf (A. Vill) 1 und Unflnden (A. Vill). Phr. subcorticium (Schrank) Wint. auf Rosa trachyphylla Rau an den Steinbrüchen im rhaetischen Keuper zwischen Forchheim und Reut (Simon) I Phr. Eubi Idaei (Pers.) Wint. auf Rubus Idaeus bei Uchenhofen nördlich Hafsfurt (A. Vill). Gymnosporang-ium juniperinum (L.) Wint. die Spermogonien auf Sorbus aucuparia L. an der Küh- kirch, einer Dolomithalbhöhle ober Krögelstein (Marie Schwarz) 1 Melampsora Helioscopiae (Pers.) Wint. auf Euphorbia exigua L. auf der Höhe zwischen Kraut- heim und Zeilitzheim bei Gerolzhofen (A. Schwarz)! bei Hafsfurt, Hammelburg häufig (A. Vill). — auf Euphorbia helioscopia L. in Unmenge auf Brachfeldern und Kraut- äckern bei den Weinbergen bei Rödelsee am Aufweg zum Schwamberg (A. Schwarz) ! M. farinosa (Pers.) Schroet. auf Salix Gaprea im Walde am moorig-sumpfigen Ober- lauf der Püttlach unterhalb Mutmannsreut auf Opalinus- thon südwestlich Bayreuth (A. Schwarz) ! M. aecidioides (DG.) Schroet. das Gaeoma (Gaeoma Mercurialis perenuis [Pers.] Wint.) — 67 — auf Mercurialis perenüis in der Altach und im Ammer- wäldchen bei Hafsfurt (A. Yill). — auf Populus tremula L. bei Hafsfurt häufig (A. Vill) ! Beide Generationen auf Mercurialis perenüis und Populus tremula sind in der Altach bei Hafsfurt von A. Vill gesammelt worden. M. Hypericorum (DG.) Schroet. auf Hypericum perforatum bei Eltmann bei Hafsfurt (A. Vill) I Pucciniastrum Otth. P. pustulatum (Pers.) Diet. auf Epilobium roseum bei Hollerstetten an der schwarzen Laaber südlich Velburg, Oberpfalz (A. Schwarz)! Thekopsora Magnus. Th. Galii (Lk.) de Toni. die Uredo auf Glalium silvaticum bei Eltmann (A. Vill) Th. Agrimoniae (DG.) Diet. die Uredo auf Agrimonia Eupatoria L. bei Hammelburg häufig (A. Vill). Calyptospora Goeppertiana Kühn. auf Vaccinium vitis Idaea L. im Lorenzer Reichswald am Aufweg von Laufamholz nach den Steinbrüchen hinterm Schmausenbuck (A. Schwarz)! auf tertiärer sandiger Überlagerung des Dolomit: im Walde von Bernhof bei Veldenstein nach Königstein zahlreich; zwischen dem Häringsnoher Ursprung und Altenweiher ; zwischen Ober- frankenohe und Eibeustock; zwischen da und Altzirken- dorf häufig; im Ober-Ponimershofer Wald zwischen der Schmierhütte und Sankt Hliiig, April 1898 (A. Schwarz), im Walde zwischen Lindach und Freudenberg östlich Amberg auf buntem Lagergranit, 1. November 1896 (A. Schwarz) ! Coleosporium Inulae (Kze.) Ed. Fischer. auf Inula salicina bei Römershofen nördlich Hafsfurt (A. Yill). C. Senecionis (Pers.) Fr. auf Senecio vulgaris am Wegrande zwischen TuUnau und Grlaishammer, am Fufs der Steinplatte bei St. Jobst, 5* — 68 — bei Laufamholz (A. Schwarz)! — auf Senecio viscosus zwischen Tullnau und Grlaishammer, aber bei weitem weniger verbreitet und weniger entwickelt, als auf dem daneben stehenden Senecio vulgaris (A. Schwarz) ! (Ge- wohnheitsrasse !) C. Sonchi (Pers.) Schroet. auf Sonchus arvensis in Feldern auf der Höhe zwischen Krautheim und Zeilitzheim bei Gerolzhofen (A. Schwarz) ! — auf Sonchus asper in Gfemüsefeldern zwischen Grofs- reuth und Kleinreuth hinter der Veste bei Nürnberg (A. Schwarz) I — auf Sonchus oleraceus auf Kartoffel- äckern zwischen Weigolshausen, Ettleben und Werneck (A. Schwarz) 1 häufig bei Hafsfurt, Sohweinfurt (A. Vill) ! C. Tussilaginis (Pers.) Lev. auf Tussilago Farfara L. im Kaiserbachthal unterhalb Krögelstein nördlich Hollfeld (A. Schwarz) I grasige Strafsenböschung bei Rödelsee an der Strafse nach Main- bernheim (A. Schwarz) ! C. Petasitidis (DG.) Lev. auf Petasites officinalis am Strafsengraben in der Ortschaft Penzenhofen bei Altdorf (A. Schwarz) ! C. Campanulae (Pers.) Lev. auf Gampanula Rapunculus an der Strafse von Burg- farrnbach gegen Siegelsdorf westlich Fürth (A. Schwarz) I — auf Gampanula rapunculoides zahlreich an der Strafse von Weidensees gegen den Putzkalksteinbruch bei Bronn, Oberfranken (A. Schwarz) ! zwischen der Ölkuchenmühle und Greiselbach südlich Neumarkt, Oberpfalz (A. Schwarz)! C. Euphrasiae (Schum.) Wint. auf Euphrasia nemorosa im oberen Wiesentthal nahe unter Freienfels auf Neidenstein zu, im Kaiserbachthal ober Kainach gegen Krögelstein bei Hollfeld (A. Schwarz) ! — auf Rhinanthus angustifolius Gmel. zwischen Neidenstein und Frcienfels, zwischen dem Hasselbrunner Thal bei Pottenstein und Mandlau (A.Schwarz)! — auf Euphrasia stricta auf Diluvialsand in der Waldheide zwischen Erlen- stegen und Oberbürg bei Nürnberg (A. Schwarz) ! - 69 — C. Melampyri (Rebent.) Kleb. auf Melampyrum pratense an buschigen Abhängen des Kaiserbachthaies zwischen Kainach und Krögelstein (A. Schwarz) 1 Uredo Polypodii (Pers.) DG. auf Gystopteris fragilis: Kreuz wertheim (A. Vill). Aecidium Fastinacae Rostr. auf Pastinaca sativa bei Hafsfurt (A. Vill) ! (auch aus- gegeben in Allescher und Schnabl Fungi bavarici Nr. 518). Ae. lencospermum DG. auf Anemone nemorosa L. zwischen Rollhofen und der Röd bei Leutzenberg westlich llersbruck (A. Schwarz) ! bei Hafsfurt verbreitet (A. Vill). Ae. punctatum Pers. auf Anemone ranunculoides L. am Bache zwischen Reichenschwand und Oberndorf bei Hersbruck (Foerder- reuther) 1 bei Hafsfurt verbreitet, bei Grettstadt (A. Vill). Caeoma Link. Coronariae P. Magnus nov. sp. auf Goronaria flos Guculi (L.) A. Br. bei Hafsfurt auf einem feuchten Acker im Mai 1897 (A. Vill)!*) Dieses Gaeoma mufs ich als eine neue bisher noch nicht beobachtete Art ansprechen, da ich es nicht in der mir bekannten mycologischen Literatur beschrieben oder erwähnt finde. Speziell fand ich es nicht in Saccardo Syllüge Fungorum Vol. VII, noch in den Additameuta oder dem Supplementum, noch in den drei in der Hed- wigia 1896 — 1898 erschienenen Elenchus fungorum. Das Gaeoma tritt auf den Laubblättern von Goronaria flos Guculi (L.) A. Br. in einzelnen zerstreuten Pusteln auf (s. Figur 1), nicht in Flecken, wie das z. B. beim Gaeoma Mercurialis perennis (Pers.) Wint. der Fall ist, auch nicht zu Gruppen vereinigt, wie bei Gaeoma Gheli- donii P. Magnus. Jede einzelne Pustel wird von einem Haufen gebildet. Der Haufen wird unter der Epidermis ♦) Hiezu Tafel XIV. — 70 - vom intercellularen Mycel angelegt. Er besteht aus den lückenlos bei einander stehenden Sterigmen, die am Rande von einer mehrfachen Zone von Paraphysen um- geben sind (s. Fig. 2 und 3). Jede Paraphyse ist eine ungeteilte schlauchförmige Zelle. Diese Paraphysen sind es, die durch ihr Auswachsen hauptsächlich die Epidermis am Rande des Haufens emporheben und so den aus- wachsenden Sterigmen Platz machen. Die Paraphysen treten, wenigstens an den wenigen von mir untersuchten Häufchen, niemals frei hervor, sondern liegen stets mit ihrem oberen durch Druck abgeflachten Ende der durch sie abgehobenen Epidermis dicht an. Die Sterigmen schnüren Reihen von Sporen und Zwischenstücken ab (s. Fig. 4), welche letzteren zwischen den reifen Sporen völlig verschwunden d. h. resorbiert sind. Die Oberfläche der Sporen wird von dicht bei einander stehenden Wärz- chen gebildet, die man kurz stäbchenförmig nennen kann. Die Sporen haben keine Keimporen, sie sind durchschnittlich 24 |x (22[x— 30[x) lang und 17,5 jx (15 |x — 19 [ji^ breit. Spermogonien, die sonst die meisten Gaeomen begleiten, habe ich vergeblich gesucht. Doch habe ich nur 2 Pflänzchen untersuchen können, und es ist daher recht wohl denkbar, dafs sie doch auftreten. Dieses Gaeoma gehört nach Analogie und Standort wahrscheinlich zu einer auf Salix auftretenden Melampsora. Die beigegebenen Figuren hat Herr Dr. P. Röseler bei mir nach der Natur gezeichnet. Peridermium truncicola (Wallr.) P. Magn. auf Pinus silvestris auf dem Schneeberg im Fichtelgebirg (G. Schmidt)! Basidiomycetes. Tremeliineae. Exidia papillata (Kze.) Wint. auf Fagus silvatica bei Fuchsstadt n.w. Hof heim (A. Vill). — 71 — Dacryomycetes. Calocera Fr. C. viscosa (Pers.) Fr. in Wäldern bei Hafsfurt (A. Vill), bei Hammelburg (A. Vill). Dacryomyces stillatus Nees ab Esenbeck. auf altem Holz bei Hammelburg (A. Vill). H y meno my cetes. 1. Exohasidiaceae. Exobasidium Vaccinii Woron. auf Vaccinium Vitis Idaea L. im Lorenzer Reichswald zwischen dem Reichelsdorfer Bahnhof und Weiherhaus bei Schwabach, viel im Sebalder Reichswald um Ziegel- stein, im Veldensteiner Forst ober dem Seeweiher bei Fischstein, im Walde an der oberen Püttlach zwischen der Neumühle bei Trockau und dem Püttlachweiher bei Mutmannsreut, im Jungholz bei Hollfeld (A. Schwarz) ! zwischen Neumarkt und der Beckenmühle (A. Schwarz). 2. lelephoreae. Corticium polygonium Pers. an Espen bei Hafsfurt und Hammelburg (A. Vill). C. Mougeotii Fr. auf Abies alba Mill. im bayerischen Wald zwischen Waldhaus und dem Falkenstein (A. Vill) ! C. quercinum (Pers.) Fr. an Quercus bei Hammelburg (A. Vill). C. laeve (Pers.) Fr. an Populus, Juglans bei Hammelburg (A. Vill). Stereum hirsutum (VVilld.) Pers. am Grunde von Spalierpfählen eines Gartenzaunes zu Dörrnhof nächst Nürnberg (A. Schwarz) ! — auf Quercus bei Hammelburg häufig (A. Vill). St. purpureum Pers. auf Fagus, Betula bei Hanimelburg (A. Vill). — 72 — St. lilacinum (Pers.) an Picea bei Diebach (A. Vill). St. Pini Fr. an Ästen vonPinus silvestris im Diebacher Walde (A. Vill). St. mg-osnin Pers. an Quercus bei Hauimelburg häufig (A. Vill). St. rubiginosum (Dicks.) Fr. an Ästen von Quercus bei Hammelburg (A. Vill). Coniophora D. G. C. puteanea (Schum.) Fr. auf der Innenseite der Rinde an einer verletzten Stelle eines Baumes von Robinia pseudacacia L. am Regens- burger Hof bei Sündersbühl, Nürnberg (A. Schwarz)! Cyphella Fr. C. villosa (Pers.) Karst. auf Stengeln von Rubus Idaeus auf dem Schlofsberg bei Königsberg in Franken (A. Vill) ! Craterellus Pers. C. cornucopioides (L.) Pers. am waldigen Abhang zum Rednitzthal zwischen der Reichelsdorfer Bahnbrücke und der Schwabach-Katz- wanger Strafse (A. Schwarz) 1 3. Clavariaceae. Ciavaria Vaill. C. inaequalis Müll. bei Schwarzach im Walde östlich Schwabach (A. Schwarz) ! 4. Hydnaceae. Irpex Fr. J. obliquus (Schrad.) Fr. auf Garpinus Betulus bei üntererthal, Hetzlos n. Hammel- burg (A. Vill). Hydnum L. H. pinastri (Pers.) Fr. auf Picea bei Pfaffenhausen (A. Vill). — 73 — H. ferrugineum Fr. in einem Föhreuwald bei Hollfeld, fränk. Jura (Marie Schwarz) ! H. compactum Pers. sehr zahlreich an den schattigen Abhängen zum Thal der Wiesent ober Freienfels (A. Schwarz)! o. Polyporeae. Daedalea quercina (L.) Pers. zwischen Schwarzach und Neuses bei Schwabach (A. Schwarz)! an Eichenstümpfen bei Waizenbach (A. Vill). Trametes Fr. T. Ribis (Schum.) Fr. an Ribes Grrossularia in einem Garten zu Sankt Johannis bei Nürnberg (V. Schultheifs) 1 Polyporus perennis (L.) Fr. zahlreich im Föhrenwalde um die Rennmühle bei Schwabach (A. Schwarz) ! P. crispus (Pers.) Fr. an Fagus silvatica bei Elferhausen (A. Vill). P. abietinuB (Dicks.) Fr. an Pinus silvestris bei Hammelburg (A. Vill). P. versicolor (L.) Fr. an Fagus und Quercus bei Hammelburg (A. Vill). P. zonatus (Nees.) Fr. an einem Weichselstamm in Sankt Johannis, Nürnberg (Veit Schultheifs) 1 P. annosus Fr. auf gelagertem Holze von Pinus silvestris aus dem Sebalder Reichswalde in Sankt Johannis bei Nürnberg (V. Schultheifs)! P. igniarius (L.) Fr. im Waldthale am Ödgärtel bei Breitenbrunn, Oberpfalz (A. Schwarz) ! an einem Baum ober Algersdorf im Sitten- bachthal (Wunder) ! an einem Apfelbaum bei Hartmanns- hof (eingeschickt von Fräulein Eleonore Schwarz in Schwabach) ! — 74 — P. fulvus (Scop.) Fr. auf Prunus domestica bei Hafsfurt, Hammelburg (A. Vill)! P. oMucens Pers. (Poria obducens (Pers.) Sacc, Physisporus obducens (Pers.) Karst). auf einem faulen Brunnenrohr in Sankt Johannis bei Nürnberg, Winter 1896—97 (Veit Schultheifs) 1 6. Ägaricineae. Lenzites Fr. L. Saepiaria (Wulf.) Fr. an einem Grartenzaune zwischen Schoppershof und Weigels- hof bei Nürnberg (A. Schwarz) ! Trogia Fr. Tr. crispa (Pers.) Fr. (Trogia faginea (Schrad.) Schroet.) auf Alnus glutinosa bei Völkersleier nordwestlich Ham- melburg (A. Vill)! Panus stipticus (Bull.) Fr. auf Quercus bei Hafsfurt, Hammelburg verbreitet (A. Vill). Marasmius Fr. M. perforans (Gr. Hoffmann) Fr. in einem Fichtenwalde bei Brückenau (A. Vill). Naucoria (Fr.) N. semiorbicularis (Bull.) Sacc. auf Sandboden bei Steinach nächst Fürth (Philippine Schwarz) ! Mycena (Pers.) M. galericulata (Scop.) Quel. bei Obereschenbach (A. Vill). Clitocybe (Fr.) C. cyathiformis (Bull.) Quel. im Wirmsthal südlich Kissingen (A. Vill). Armillaria (Fr.) A. mellea (Vahl) Quel. Das Mycel flachhäutig ausgebreitet unter der Rinde von Pinus silvestris aus dem Nürnberger Reichswalde an dem wegen des Kiefernspannerfrafses in Masse abgeschlagenem Holze (Veit Schultheifs)! — 75 — Amanita Pers. A. pantherina (DC.) Quel. im Kiefernwalde von der Rennmühle gegen die Schwarzach- mündung östlich Schwabach (A. Schwarz) ! Gasteromycetes. Tulostoma Pers. T. mammosum (Mich.) Fr. bei Hafsfurt, Hammelburg (A. Vill). Geaster Micheli. Gt. granulosus Fckl. Oertel bei Westheim auf Waldboden (A. Vill). Crucibulum Tul. C. vulgare Tul. bei Westheim südlich Hafsfurt (A. Vill). Cyathus Haller. C. striatus (Huds.) Hoffm. Obereschenbach beim Wirtshaus (A. Vill). Ascomycetes. 1. Discomycetes. Exoascus Fckl. E. Pruni Fckl. auf Prunus domestica in Schweinau (von Schaedel) ! — auf Prunus spinosa L. zwischen Loch und Anwanden bei Rofsstall (Fr. Schultheifs) 1 Spathularia Pers. Sp. clavata (Schaeff.) Sacc. in einem Fichtenwäldchen bei Grefsthal (A. Vill). Mitrula Pers. M. paludosa Fr. (M. phalloides (Bull.) Sacc.) in gröfster Menge auf faulenden Nadeln in den Wald- gräben hinter Ziegelstein (A. Schwarz)! ebenso im Sebalder Wald nördlich Erlenstegen (A.Schwarz); — auf modernden Nadeln in einem Waldgraben bei Bayreuth (A. Walter) — 76 — Otidea Pers. 0. onotica (Pers.) Fckl. bei Wartmannsroth nordwestlich Hammelburg (A. Vill). Sclerotinia Fckl. S. baccarum (Schroet.) Rehm. Das Sclerotium in den Früchten von Vacciuium Myrtillus L. im Föhrenwalde zwischen der Oelkuchenmühle und dem Kanal südlich von Neumarkt (A. Schwarz)!, im Walde ober dem Friedhof bei Breitenbrunn (A. Schwarz)! im Heuthalwald bei Wissing (A. Schwarz) ! S. Urnula (Weinm.) Rehm. (Scler. Vaccinii Woron.) das Sclerotium in den Früchten von Vaccinium vitis Idaea L. im Föhrenwald zwischen dem Kanal und der Ölkuchenmühle südlich Neumarkt (A. Schwarz)! Hyraenoscypha Fr. p. p. H. virgultorum (Vahl.) Phill f. salicinum (Pers.) Fr. (Helotium salicinum (Pers.) Fckl.) bei Frankeubrunn nördlich Hammelburg (A. Vill). Uelotium Fr. H. herbarum (Pers.) Fr. auf Urtica dioica in Knetzgau bei Hafsfurt (A. Vill). Pseudopeziza Trifolii (Biv. Bern.) Fckl. f. Medicaginis (Lib.) Rehm. auf Medicag'o sativa bei Hilzhausen (A. Vill); bei ün- flnden (A. Vill)! Fabraea Sacc. F. Kanunculi (Fr.) Karst. auf Ranunculus acer bei Hafsfurt (A. Vill) ! Calloria Fr. C. fusarioides (Berk. et Br.) Fr. Gonidienform (Gylindrocolla Urticae (Pers.) Bun.) auf Urtica dioica in Hecken bei Knetzg-au südöstlich Hafsfurt (A. Vill) ! (Auch ausgegeben in Allescher und Schnabl, Fungi bavarici Nr. 600). Cenangium Fr. C. populeum (Pers.) Rehm. auf Populus tremula bei Lembach südöstlich Eltmann und Mariaburghausen bei Hafsfurt (A. Vill). — 77 — Dermatea Fr. D. cinnamomea (Pers.) Rehm. auf Quercus am Sodenberg (A. Vill). Bulgaria Fr. B. inquinans (Pers.) Fr. an Quercus bei Hafsfurt, Haramelburg gemein (A. Vill). Lachnea Fr. L. melaloma (Alb. et Sohwein.) Sacc. (Pyronema melaloma [Alb. et Schwein] Fckl.) auf Kohlenplatten bei Hammelburg (A. Vill). Patellaria Fr. P. atrata (Hedw.) Fr. an einem morschen Maulbeerbaume bei Wonfurt (A. Vill). Clithris Fr. C. quercina (Pers.) Fr. (Golpoma quercinum (Pers.) Wallr.) auf Quercus bei Hafsfurt, Hammelburg (A. Vill). Cryptomyces Grev. Cr. Pteridis (Rebent.) Rehm. auf Pteridium aquilinum im Reichswald bei Fischbach (Fr. Schultheifs)! Rhytisma acerinum Fr. auf Acer platanoides auf dem Zabelstein ZAvischen Grerolz- hofen und Hafsfurt (A. Schwarz) ! ; in einem Wäldchen zwischen Westheim und Wonfurt (A. Vill). — auf Acer campestre L. am Waldabhang ober dem Friedhof bei Breitenbrunn (A. Schwarz) 1 — auf Acer pseudoplatanus am Kalkbruch bei Winnberg südl. Neumarkt (A. Schwarz)! auf dem Zabelstein (A. Schwarz) 1 2. Pyrenomy cetes. Nectria cinnabarina (Tode) Fr. auf toten Ästen an der Strafse von Nürnberg nach Grofs- reuth hinter der Feste (Lina Schwarz) ! — an Aesculus Hippocastanum bei Pfaffenhausen nächst Hammelburg (A. Vill). — Die dazu gehörigen Conidienformen : Tuber- cularia vulgaris Tode auf einem abgeschlagenen Aste bei Sankt Johaiinis nächst Nürnberg (A. Schwarz)! — auf — 78 — Fagus und Aesculus bei Pfalfenhauseu, Langendorf etc. (A. Vill). — Die Form Tubercularia confluens Pers. auf Fagus silvatica bei Fuchsstadt östl. Hammelburg (A. Vill). N. sanguinea (Pers.) Fr. auf einem alten Stocke von Vitis vinifera bei Hammel- burg (A. Vill). Pleonectria Sacc. P. Lamyi (Desm.) Sacc. zugleich mit Tubercularia Berberidis Thm. an Berberis vulgaris bei Hammelburg (A. Vill). Claviceps purpurea Tul. das Sclerotium (Sclerotium Glavus D. G.) auf Seeale cereale im Strüth bei Ansbach (Dr. F. Wagner) ! — auf Hordeum sativum im Strüth bei Ansbach (Dr. F. Wagner) I EpicMoe typhina (Pers.) Tul. auf Blatt und Blattscheiden von Poa nemoralis auf dem Schlofsberge bei Brunn (A. Vill), — auf Dactylis glomerata im Walde bei Unfinden (A. Vill), — die Conidienform (Sphacelia typhina (Pers.) Sacc. auf Poa in einer Weiden- anlage bei Hafsfurt (A. Vill). Polystigma rubrnm Pers. auf Prunus spinosa an kalkigen Abhängen zwischen der Burgruine Breiteneck und Breitenbrunn (Marie Schwarz)! — auf Prunus domestica bei Hafsfurt (A. Vill). Dothidea Fr. D. Sambnci (Pers.) Fr. auf Sambucus nigra am Reufsenberg (A. Vill). Phyllachora Heraclei (Fr.) Fckl. auf Heracleum Sphondylium am Abhang des Zabelsteins bei Grerolzhofen (A. Schwarz) ! bei Holzhausen (A. Vill). Ph. graminis (Pers.) Fckl. auf Gramineen bei Hafsfurt (A. Vill). Ph. Trifolii (Pers.) Fckl. die Conidienform (Polythrincium Trifolii Kze.) auf Tri- folium fragiferum bei Windsheim am Wege ins Grräfholz (Rodler) 1 auf der Wiese bei Höfen nächst Fürth (Fr. Schultheifs) ! auf einem Rasenplatz bei Keinsbach im Dogger bei Hersbruck (A. Schwarz) 1 — 79 — Xylaria Hill. H. polymorpha (Pers.) Grrev. f. spathulata Pers. bei Bischoffsheim an der Rhön (A. Vill). H. Hypoxylon (L.) Grev. auf einem abg-esägten Baumstamm an den Linder drüben bei Zirndorf (A. Schwarz) 1 Hypoxylon Bull. H. fuscum (Pers.) Fr. ^ auf Gorylus Avellana am Sodenberg (A. Vill). Ustulina Tul. U. vulgaris Tul. an Bucheustümpfen bei Obereschenbach, bei Wülflingen (A. Vill). Diatrype Fr. D. disciformis (Hoffm.) Fr. auf Fagus silvatica bei Hundsfeld südl. Hammelburg (A. Vill). Diatrypella Ges. et de Not. D. verrucaeformis (Ehrh.) Nke. auf Gorylus Avellana am Sodenberg, Sylbach (A. Vill). Valsa Fr. V. nivea (Pers.) Fr. auf Quercus bei Langendorf östl. Hammelburg (A. Vill). V. Cypri Tul. auf Ligustrum vulgare bei Hammelburg (A. Vill). V. ambiens (Pers.) Fr. auf Pirus Malus bei Langendorf bei Hammelburg (A. Vill). V. pustulata Auersw. auf Fagus silvatica bei Langendorf, bei Oberthulba, Sodenberg (A. Vill). Diaporthe Nke. D. fasciculata Nke. auf Robinia pseudacacia bei Wonfurt (A. Vill). Mamiania Ges. et de Not. " M. flmbriata (Pers.) Ger. auf Garpinus Betulus bei Schwärzelbach nordwestlich Hammelburg (A. Vill). — 80 — Pleospora Rbh. P. herbarum (Fers.) Rabh. auf Ghaerophyllum bulbosum bei Hafsfurt (A. Vill). Ophiobolus Riess. 0. Cirsii (Karst.) Sacc. (Rhaphidospora Girsii Karst.) auf Helianthus tuberosus in einem Garten zu Holzhausen (A. Vill). Physalospora Niefsl. Ph. Astragali (Lsch.) Sacc. auf den Blättern von Astragalus arenarius nahe den Zentralwerkstätten, an der Jobster Mühle östl. Nürnberg (A. Schwarz) ! Cucurbitaria Gray. C. Laburni (Pers.) Ges. et de Not. auf Gytisus Laburnum in der Anlage zu Hafsfurt (A. Vill). Lophiotrema Sacc. L. nuculoides Sacc. auf Populus bei Hammelburg (A. Vill). Lophiostoma Ges. et de Not. L. macrostonmm (Tode) Ges. et de Not. an Quercus bei Obereschenbach (A. Vill). Capnodium salicinum (Alb. et Schw.) Mont. die Gonidienform (Fumago vagans Pers.) auf Humulus Lupulus im Gulturgarten der kgl. Kreislandwirtschaft- schule Lichtenhof (Dr. Fr. Wagner) ! — an einem Gras- halm im Ziegelsteiner Wald n. Nürnberg (A. Schwarz) ! 3. Perisporiaceae. Spliaerotheca Castag-nei Lev. auf Alchemilla vulgaris im Waldgrase am Sträfschen vonPillenreuth nach Königshof bei Schwabach (A.Schwarz)! an schattigen Stellen am Osteingang der Ortschaft Obern- sees im Dogger bei Hollfeld (A. Schwarz) ! — auf Alche- milla arvensis auf einem Brachfeld zwischen Dürrn und dem Thal der Breitenbrunner Laaber (A. Schwarz) ! — auf Sanguisorba minor bei Schweinfurt (A. Vill). — das Oidium auf Sanguisorba officinalis auf dem Bahndamm — 81 - bei Schweinfurt (A. Vill) 1 — ein Oidium auf Spiraea Ullmaria häufig* bei Hafsfurt (A. Vill) ! es könnte auch zu Erysiphe Martii Lev. gehören. Brysiphe graminis Lev. auf Bromus mollis bei Hafsfurt (A. Vill) 1 E. Umbelliferarum de By. auf Heracleuin Sphondylium L. am Rande der Wiese zwischen Bahnhof Laufamholz und Hammer (A. Schwarz)! in einem Grrasgarten zu Steinfeld an der Quelle der Wiesent (A. Schwarz) 1 E. lamprocarpa Lev. auf Lappa minor L. in den Anlagen um die Stadtmauer von Gferolzhofen (A. Schwarz) ! — auf Anchusa ofiicinalis in einer Sandgrube am Zentralfriedhof bei Nürnberg (Fr. Schultheifs) ! — das Oidium auf Echium vulgare bei Hafsfurt (A. Vill) ! E. Martii Lev. auf Medicago sativa im Mainthal bei Volkach nahe der Brücke (A. Schwarz) ! — das Oidium auf Vicia cassubica am Schmausenbuck bei Nürnberg (A. Schwarz) ! E. communis (Wallr.) Fr. auf Ranunculus acer am Fufse des Zabelstein bei Gerolz- hofen (A. Schwarz)! — auf Polygonum aviculare im Föhren wald zwischen Neuses und Schwarzach bei Schwabach (A. Schwarz) ! Schniegling (Fr. Schultheifs) ! Maxfeld- vorstadt von Nüruberg (A. Schwarz) 1 — das Oidium auf Knautia arvensis Coult. am Pavillon oberm Schützenhaus nächst Hollfeld (A. Schwarz)! — das Oidium auf Alyssum calycinum am Bahnhof Stein bei Nürnberg (A. Schwarz)! — das Oidium auf Brassica Rapa L. im Kulturgarten der kgl. Kreislandwirtschaftsschule Lichtenhof (Dr. Fr. Wagner)! — das Oidium auf den Schoten von Brassica nigra am Mainufer zwischen Volkach und Astheim (A. Schwarz) ! E. Galeopsidis DG. auf Galeopsis bifida im Waldthal am Ödgärtl gegen Gais- hof bei Breitenbrunn (Marie Schwarz) ! — auf Stachys sp. im Unteraschenbacher Wäldchen nächst Hammelburg (A. Vill). Abb. d. Naturb. Ges. XI. Hd. 6 Microsphaeria Astragali (DG.) Sacc. auf Astragalus glycyphyllos auf dem Zabelstein zwischen Grerolzhofen und Hafsfurt (A. Schwarz) I im Unteraschen- bacher Wäldchen (A. Vill). Fungi imperfecti. Ovularia Veronicae (Fckl.) Sacc. auf Yeronica polita häufig auf Äckern bei Hafsfurt (A. Vill)! 0. obliqna (Gooke) Oudem. auf Rumex obtusifolius L. zu Laufamholz östl. Nürnberg (A. Schwarz) ! Ramularia Ung. R. Urticae Ges. auf Urtica dioica bei öründlach zw. Fürth und Erlangen (Sophie Schwarz)! B. Lampsanae (Desm.) Sacc. auf Lampsana communis bei ftafsfurt häufig (A. Vill) 1 B. macrospora Eres. auf Gampanula bei Hafsfurt (A. Vill). B. Anchusae G. Mass. auf Anchusa officinalis bei Hafsfurt (A. Vill) 1 B. Geranii (West.) Fckl. auf Greranium pusillum + pyrenaicum zwischen Heiligen- stadt und Kalteneggoldsfeld (A. Schwarz)! B. Marrnbii G. Mass. auf Marrubium vulgare in Gnadenberg bei Altdorf (A. Schwarz) ! B. lactea (Dsm.) Sacc. (Ram. Violae Fckl.) auf Viola canina an der grasigen Böschung des Sträfs- chens im Sebalder Wald nördlich von Ziegelstein bei Nürnberg (A. Schwarz) ! B. variabilis Fckl. auf Verbascum Lychnitis am Sandabhang zum Regnitz- thal nächst Stadelhof bei Fürth (Georg Schwarz)! — 83 — Isariopsis Fr. Is. pusilla Fres. (Isar. albo-rosella [Desm.] Sacc.) auf Gerastium triviale auf einem Grasplatz am Waldrand hinter Ziegelstein bei Nürnberg (A. Schwarz) ! Cercospora Fres. C. microsora Sacc. auf Tilia parvifolia Ehrh. bei der Behringersmühle unter Göfsweinstein (Dr. F. Wagner)! am Abhang des Kaiser- bachthales unterhalb Krögelstein nördlich Hollfeld (A. Schwarz) ! C. Blozami Berk. et Br. auf Blättern von Brassica Rapa L. var. rapifera auf Feldern zwischen Laufamholz und Blechhäubel östlich Nürnberg (A. Schwarz)! Scolecotrichum Kze. et Schmidt. S. graminis (Fckl.) auf Poa sp. bei Hafsfurt (A. Vill) ! Sporidesmium Link. Sp. Solani (Schenk) Frank (Macrosporium Solani Ell. et Mart. = Alternaria Solani Sorauer). auf Solanum tuberosum bei Georgensgmünd (Dr. F. Wagner) ! bei Lichtenhof nächst Nürnberg (Dr. F. Wagner) ! — Dieser Pilz, der den in Nordamerika gefürchteten »Early blight« des Kartoffelkrautes bildet, tritt offenbar häufig bei Nürnberg auf. In dem Gentralblatte für Bacteriologie, Parasitenkunde und Infectionskrankheiten, zweite Abteilung, III. Bd., 1897, S. 408—408 sagt Frank, dafs er in die Gattung Sporidesmium zu stellen sei, und dafs die kettenförmige Aneinanderreihung der Sporen, weshalb ihn Sorauer zu Alternaria gestellt hat, nur etwas Secundäres sei, worin ich ihm beistimme trotz Sorauers Erwiderung in derselben Zeitschrift 1898, S. 236—242. Hingegen mufs ich ihn speciflsch von dem von J. Kühn Sporidesmium exitiosum oder Polydesmos exitiosus genannten auf Brassica rapa auftretenden Raps- verderber trennen, weil bei Sporidesmium Solani häufig Längswände in den Gliederzellen der vielfächerigen 6* — 84 — Sporen auftreten, während sie in den Sporen des Raps- verderbers nur selten auftreten, weshalb ihn J. Kühn in seinem bekannten Werke über die Krankheiten der Pflanzen in die Gattung" Polydesmus Mont. g-estelll hat, und ihn auch Saccardo in seiner Sylloge Fungorura omnium hucusque cognitorum Vol.IV. S. 402 dorthin bringt. Cladosporium herbarum (Fers.) Lk. auf der Unterseite welker Biattflecken von Fragaria vesca L. an Abhängen im Kaiserbach thal zwischen Kainach und Krögelstein, Dolomit (A. Schwarz) ! — auf Camelina sativa in einem Kornfelde mit Sandboden zwischen Herboldshof und Steinach bei Fürth (A. Schwarz)! Cl. graminum Cda. auf Seeale cereale in einem Roggenfelde bei Kronach nächst Fürth (A. Schwarz) 1 — vel. äff. auf Sorghum saccharatum im Gulturgarten der k. Kreislandwirtschafts- schule Lichtenhof bei Nürnberg (Dr. F. Wagner) ! Heterosporium Klotzsch. H. echinulatum (Berk et Br.) Gooke. auf Dianthus Garthusianorum im Föhrenhölzchen unter der Rössleinsmühle bei Schwabach (A. Schwarz) 1 — Dieser Pilz ist den cultivierten Nelken^ Dianthus Garyo- phyllus L. sehr schädlich und hat speziell in Berlin den in Gewächshäusern cultivierten Nelken grofsen Schaden gethan, wie ich in den Sitzungsberichten der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin 1888 Nr. 10 ausein- andergesetzt habe. Sein Auftreten auf dieser wilden Art ist um so interessanter und wichtiger. Coniothecium Gda. C. complanatum (Nees) Sacc. auf Populus tremula bei Fuchsstadt (A. Vill). lUosporium carneum Fr. auf Peltigera bei Zeil und Waizenbach (A. Vill). Fusarium sp. äff. Fus. graminum Gda. auf Heleocharis palustris an einem kleinen Teich in Ratzenwinden bei Ansbach (Dr. F. Wagner)! — 85 — Phyllosticta Pers. Ph. cruenta (Fr.) Kze. auf Polygonatum officinale an buschigen Abhängen an Dolomilfelsen am Ausgange des Kaiserbachthaies nahe ober Kainach nächst Hoilfeld (A. Schwarz) ! Unter- erthalerberg (A. Vill). Phoma Fr. em. Dsm. Ph. complanata (Tode) Dsm. auf Heracleum Sphondylium bei Hafsfurt und Schweinfurt (A. Vill). Ph. acuta Fckl. auf Urtica dioica und auf Galeopsis Tetrahit bei Hafsfurt (A. Vill). — auf Phlox sp. in einem Garten zu Wonfurt (A. Vill). Septoria Hepaticae Dsm. auf Hepatica nobilis an den Linder Gruben bei Zirndorf (A. Schwarz) ! S. Clematidis Rob. et Dsm. auf Glematis Vitalba L. im Doggerhohlweg unter Lilling- hof bei Gräfenberg (A. Schwarz) ! S. Napelli Speg. auf den Blättern von Aconitum variegatum (L.) K. S. am tiefschattigen felsigen Abhang zum Seeweiher bei Fischstein südl. Pegnitz (A. Schwarz) ! S. Urticae Desm. et Rob. auf Urtica dioica bei Hafsfurt (A. Vill). S. cornicola Dsm. auf Gornus sanguinea in Stöppach bei Hersbruck (Dr. F. Wagner) ! und im Sittenbachthal zwischen Algersdorf und Steinensittenbach (A. Schwarz)! S. stemmatea (Fr.) Berk. auf Vaccinium vitis Idaea L. im Sebalder Wald hinter Ziegelstein (A. Schwarz) 1 S. Spergulae West. auf Spergula arvensis L. a sativa von Boenninghausen — 86 — auf Äckern zwischen Wöhrd und Sankt Jobst bei Nürn- berg (Merklein) 1 S. aegopodina Sacc. auf Aeg'opodium Podagraria L. im Kaiserbachthaie nahe unter Krögelstein nächst Hollfeld (A. Schwarz)! S. Podagrariae Lsch. auf Aeg'opodium PodagTaria L. auf der Wiese an der Ehe zwischen Langenfeld und Baudenbach bei Neustadt a. d. Aisch. (A. Schwarz) I S. Polygonorum Dsm. auf Polygonum Persicaria L. auf einem Rasenplatz in der Aleewaldung zwischen Hollfeld und Königsfeld (A. Schwarz) 1 Phlyctaena Mont. et Dsm. Ph. Magnusiana (All.) Bres. auf Apium graveolens in den sogenannten Gewändern, sehr ergiebigen (jemüsefeldern zwischen Grrofsreuth und Kleinreuth hinter der Feste n. Nürnberg (A. Schwarz) ! Cytospora Ehrenb. C. Syringae Sacc. * auf Syringa vulgaris in einem Garten zu Hafsfurt(A. Vill)I C. Salicis (Gda.) Rbh. auf Salix bei Sand am Main unter Eltmann (A. Yill). Actinonema Fr. A. Tiliae All. auf Tilia grandifolia Ehrh. an der Behringersmühle unter Göfsweinstein (Dr. F. Wagner) ! Oamarosporium Schulz. C. Robiniae (West.) Sacc. auf Robinia pseudacacia bei Wonfurt (A. Vill). Psilospora Rabenh. P. Quercus Rbh. an Quercus bei Hammelburg, Hafsfurt gemein (A. Vill). Naemospora Pers. N. microspora Desm. (Gonidien von Dratrype Stigma (Hoffm.) Fr. auf Fagus silvatica bei Fuchsstadt (A. Vill). — 87 — Marsonia Fisch. M. Juglandis (Lib.) Sacc. auf Juglans regia in Langenzenn (Niefs) ! in Stöppach n. Hersbruok (Dr. F. Wagner) 1 Sclerotium Tode. Sc. dumm Pers. auf Artemisia vulgaris bei Hafsfurt, Schweinfurt (A. Vill). — auf Graleopsis Tetrahit bei Hammelburg (A. Vill). Erklärung der Abbildungen auf Tafel XIV. Caeoma Coronariae P. Magu. Fig. 1. Blatt von Goronaria flos cuculi mit Pusteln des Caeoma nat. Gr. » 2. u. 3. Schnitte der Randpartieen des Caeoma im Blattquerschnitt. Man sieht die randständigen Paraphysen, sowie die Sterigmen, welche Sporen und Zwischenstücke abschnüren. Vergr. 420. » 4. Gruppe von Sterigmen aus der Mitte des Caeoma- Lagers mit Sporen und Zwischenstücken. Vergr. 420. Abh.d.Nahurh. Ges. Nürnberg XI. Bd. Tafel XIV. P.Rö.s'elerdel. K.Hörmanii lük Caeoma Coronariae RMa^n. Bernstein. Von !F3?iecL27icl3L IKn.a.pp_ ■ > ♦ < Abh. (1. Naturh. Ges. XL Bd. I. BerDstein, Börnstein, Agtstein, Sonnenstein, Grlessum, Elektron, Berenikenstein, Gelbes Erdharz, Gelbes Ambra, Bi- tumen succinum. Altdeutsch: Gles Althebräisch : schechelet sacal Lateinisch: Succinum Ungarisch: Borostyänkö Ägyptisch: sacal (Plinius) Frisisch: e rÖY. Englisch: Succin Griechisch: evoojvtxrjv Scytisch: Tacrium (sac'l'ium) Französisch: amber Spanisch: Ambar Italienisch: ambra gialla Scandinavisch : rav (rau) rafr Altgriechisch: Electron Hebräisch: J^!j,p^ (Eckdach = Philisterisch: Schechel brennbarer Stoff) Rufsisch: Jantar Der Bernstein ist ein fossiles Harz, das Erzeugnis von Koniferen, die durch Erdgestaltungen untergegangen sind. — Er kommt in eckigen und rundlichen gröfseren und kleineren Stücken, sowie Körnern und Perlen, auch korallehförmigen Ästchen vor (letzteres selten), wie auch getropft und zer- flossen, mit unebener, rauher Überfläche und muscheligem, fettglänzendem Bruch. — Seine Farbe durchwandert die ganze Scala vom wolkig weifsen, wein- und honig-, auch rotgelben, schwefel-strohgelben, braunen und tief schwarzen mit den mannigfachsten Abstufungen. Bei gröCserer bis kleinerer Durchsichtigkeit, Klarheit oder Trübung (Bastard) ist er dennoch durchsichtig, durchscheinend bis dicht. Sein spezifisches Gewicht ist 1 bis 1,1, seine Härte 2 bis 2,5. — Gerieben wird er negativ elektrisch und entwickelt hiebei einen würzigen Geruch, schmilzt bei 280 ^ brennt mit heller Flamme, ist löslich in Benzol, Chloroform und kampferhaltigem 7* — 92 — Alkohol. Seine Bestandteile sind nach Hartmann: 86,6 Kohlen- stoff, 7,5 Wasserstoff, 10,9 Sauerstoff, ßerzelius: über 90 «/o Harz mit Bernsteinsäure und arom. Öl, Drapiez: 80,50 Kohlen- stoff, 6,73 Sauerstoff, 7,51 Wasserstoff mit einigen Prozenten erdiger Teile. Der Seebernstein wird von der Ostsee und dem kurischen Haff in stumpfeckigen Stücken ausgeworfen, mit Netzen auf- gefischt, harpuniert, gebaggert, namentlich nach heftigem Sturm noch immer reichliche Strandlese bietend, und kommt aufserdem noch mit Sand, Lehm und angeschwemmtem Quark und Tang der Meeresküsten und dem Schuttland der Nieder- ungen in Holland, Mecklenburg, Pommern, Lievland, Litthauen, Niedersachsen, Sizilien, England und Spanien vor. Der fossile Bernstein findet sich im Diluvium, aus Braunkohlenlagern berg- männisch gewonnen in Preufsen, Pommern, Frankreich, den Niederlanden, Schweden, Sibirien, Bukarest, Italien, Sizilien, Spanien, Nordamerika. Die Literatur über den Bernstein ist eine überaus reich- haltige, und zwar schon von den ältesten Zeiten an be- schäftigen sich Denker, Forscher und Weise mit ihr. Wir er- wähnen nur: Theophrast 320 v. Chr., erwähnt den bergmännischen Be- trieb nach Bernstein. Aristoteles desgleichen be- handelt Bernstein in seiner grofsen Naturgeschichte. Philemon 280 v. Chr. Demostratus. Pitheas 300 v. Chr. von Massilien schrieb über Fundorte und Handel desselben, Nofd- und West-Europa umschiffend. Plinius der Ältere 23 v. Chr. in seiner Encyclopädie. Tacitus 100 n. Chr. in seiner Beschreibung öermaniens und seinen Annalen. Agricola, Georg 1546 n.Chr. der Gelehrte (im Meer wachsen keine Bäume; ein heftiger Gregner der pflanzlichen Herkunft des Bernstein). Aurifaber (Goldschmied) schrieb 1551 über das Stechen des Bernsteins. Wigand desgleichen 1590. Münster, Sebastian desgleichen 1554 in seiner Kosmographia. — 93 ~ Hartmann, Karl in Fft. gab 1677 Succini historia heraus. Kasse, Johann Gottfried edierte 1799 zu Königsberg: Preufsens Ansprüche als Bernsteinland, das Paradies der Alten und das ürland der Menschheit, gewesen zu sein, eine Schrift, die allerdings für mehr als seltsam zu nehmen ist. Sendet schrieb 1742 über den Bernstein, Bock 1776. Zu den neuern Schriftstellern ad hoc sind zu rechnen: Biörn 1808. Dr. Hagen, Medizinalrat 1824, Beiträge zur Kunde Preufsens. Dr. Berend, Geologe in Königsberg. Aycke 1835, Untersuchungen über den Bernstein. Runge, Wilhelm 1868. Beiträge. Der Bernstein in Ostpreufsen. Berlin. Thomas. Über den Bernstein. Dr. Klebs, Richard. Gewinnung und Verarbeitung des Bern- steins. Königsberg 1885. Friedrich von Rougemont, Naturforscher in Valentin, die Bronzezeit oder die Semiten im Occident. 2. Der Bernstein in der Sage. Ein wunderbares Meteor glänzt der Bernstein durch die wogenden Nebel der Sage, wie nicht leicht ein anderes Natur- produkt! — Die reizendsten Mythen woben sich um sein zauberisches Schimmern, denn niemand Geringerem verdankt er sein Ent- stehen als den trauernden Heliaden, die in bitterem Gram um ihren unglücklichen Bruder Phaeton, da sie sein endlich ge- fundenes Grab am Eridan thränend umkränzten, sich in Bäume verwandelten, von deren Ästen noch immer Zähren in den fluthenden Strom sich ergiefsen. An der Sonne erhärtet werden diese zu Bernstein, als köstlichstes Kleinod die Schönsten, die Mächtigsten schmückend und sie mit wunderbaren Eigenschaften und Tugenden bogabend. — Und die Sage wandelt sich und wandert von Land zu Land — dort beweinen die Meleagriden ihren vom Kber gefällten Bruder, als indische Perlhühner, und bleichgoldne Thränen träufeln als Bernsteinperlen in den schäumenden Bach. — - 94 — Die ersten Händler, welche das köstliche Gut zu Markt bringen, sind die Phönizier; um selbst unerhörte Summen, den Juwelen lüsternen Kunden und Geschäftsfreund kaum zu be- friedigen im Stande. Mifstrauisch, Entdeckung fürchtend, er- sinnen sie die kecksten Märchen voll ausschweifender Phantasie, um allenfalls indiskrete Forschungen gleich im Keim zu er- sticken. — »Dort wo die Eisriesen der Rhipäen emporragen in starrer Wilde, im Nordwesten der hesiodischen Erdscheibe, wälzt der brausende Eridanus seine Schaumflut dem Okeanos zu. In Sonnenglut gebadet träufeln ambrosische Bäume das flüssige Gold des Elektrons, des wunderkräftigen Sonnensteines, in die grauliche Woge, der es nur mit hohem Wagemut ent- rissen würdig ist, der Könige Krone, der Helden Helm, der Lieblichsten Ohr und Busen zu schmücken. Aber wehe dem sterblichen Manne, der tolldreist dorthin die Wanderschaft plant, wo vielleicht die leuchtenden Schätze schon zerronnen in kimmrischer Nacht ! Hinter Sizilien und gar gen Tartessus solle sich ja kein Besonnener wagen! wohl pflüge der gehärtete Kiel des Handelsschiffs die Salzflut, wo jenseits Thrinakria der wogende Okeanos felsigen Schlünden entstürze, — aber weiter zu dringen, schüfe dem Gewaltigsten Schaudern, er käme wohl nimmer zurück! — Darum möge das dem dunklen Loose Entzwungene der Verständige neidlos bewundern und das selbst mit Gold reich- lich Aufgewogene als halb geschenkt betrachten als Gunst des gütigen Himmels, als ein glückliches Ungefähr, herzerfreut und den Göttern dankend !« Nichts war in jenen verschleierten Zeiten köstlicher denn Bernstein! Homer besingt begeistert in der Odyssee ein könig- liches Halsband: »Golden, besetzt mit Electron, der strahlenden Sonne vergleichbar!« Und manch lieblicher Sang vom »bleichen Gold«, vom »strahlenden Sonnenstein« überkommt uns die Sage, mit seinem Ruhme schmückend die zartesten Lieder der Völker vom Aufgang bis zum Niedergang, anreizend zu fabelhaften Aventiuren vielwagender Recken, verführend zu frevlem Raub- — 95 — zug nach den fernsten Meeren, den klippenumgürteten Nebel- küsten befürchteter Greisterburgen. Geschäftig raunt das Märchen ihren Lieblingen zu von Bernsteinkrönlein tragenden Schlangen im Farrendunkel säuseln- der Haine^ von Bernsteinsceptern der Zwergkönige in moos- umsäumten unergründlichen Felsenschlünden, wo der Granit allmählig zum Krystall wird und sich wölbt zu gewaltigen Hallen, den Prunksälen der Unterirdischen! In dieses Gebiet ist auch wohl das in Marius Ansichten der Katur S. 223 angeführte «Kamel als Bernsteinfinder« zu verweisen, welch' freisinniger Maler nach der Natur es sicher als Guriosum aus Meister Ritters Monographie über Verbreitung des Kamels (nach Homers Autorität ausgesprochen) und zwar aus dessen Erdkunde 13 Tbl. 3 Beb. S. 223 entnahm, wo es heifst: »und zeigt das Kamehl dem Bernsteinsucher am Meeres- » Strand, wenn sein scharfes schiefes Auge das Harz im Mond- »licht flimmernd sieht, niederknieend den kostbaren Fund.« Ferner aus derselben Quelle S. 421 : »Zum Aufsuchen des Bernsteins wurde schon während /)des 10. Jahrhunderts das Kamehl (Tschemmel) auch Olbendier »oder Olphent in Hadermauth gebraucht.« Als richtiges Märchen aber erweist sich die bis fast nach der Entdeckung Amerikas eifrig geglaubt und verfochtene Ansicht, der Bernstein wachse in Ligga (Ligya) aus Luchsharn und sein richtiger Name wäre Lynkuriou. Der gelehrte De- mostratus ergründete, der Bernstein vom männlichen Luchs- harn sei rot und feurig, der vom weiblichen unvollkommener, viel blasser von Farbe bis zum Weifsen— quod erat demon- strandum ! 3. Der Bernsteinwald. Das Vorhandensein des Bernsteins und seine Wichtigkeit in Handel und Gewerbe mufste nach dessen Ursprung und Heimat hinlenken und ältere Kosmographen schon verwarfen dessen vulkanisches Vorkommen und hielten an dessen vege- •tabilischem Ursprung fest; allein so innig hatte sich die Sage r — 96 - « mit allen Fasern um das Herkommen dieses wunderbaren Naturkörpers geschlungen, dafs, nachdem Bock 1767 und Biörn 1808 denselben schon mit Sicherheit als ein fossiles Fichten- oder Tannenharz bezeichneten, an einen riesigen Waldbrand dachten und die Heimat der Bernsteinwälder in den Karpathen, in Polen und Posen suchten, erst Schweigger 1819 aus der Anatomie des Holzes zwischen den Bernsteinschichten, aus den Astknoten und deutlich sichtbaren Jahresringen überzeugend nachwies, dafs der Bernsteinbaum nicht dem Palmgeschlecht, wie man früher annahm, angehörte, sondern den Dikotyledonen Gewächsen (Pflanzen mit 2 Keimblättern) und zwar mehreren Species derselben. Aus den im Bernstein eingeschlossenen Thieren- und Pflanzenresten deducierte er zwar ein wärmeres, aber kein tropisches Klima. Er erkannte in der Flora und Fauna des Bernsteinwaldes unzweifelhaft nordische Formen, obgleich er zu seinem Staunen auch auf südliche Formen stiefs, allerdings in Gopalstücken eingeschlossen, die ihm als Bern- stein zugesandt wurden. So schlofs sich also der Ring, nachdem Aristoteles und Plinius sich vor 2000 Jahren desselben Erfolges rühmen konnten, wie Schweigger. — Johann Christian Aycke zu Danzig schlofs aus der über- reichen Aussonderung des Harzes (wie keine Harzaussonderung unserer Zeit es zeige) auf krankhafte Zustände der ßernstein- fichte. Trennten doch die ausfliefsenden Massen die gröfsten Rindenstücke vom Stamm, ja, zersprengten sogar den ganzen Baum, zerstörten die Holzsubstanz und erhielt nur die Zellen- form das in Harz verwandelte Holz. Der gründliche Forscher erkannte den Abdruck der Holzzellen auf dem Bernstein, die gekrümmten Bernsteinplatten, die zwischen den konzentrischen Jahresringen des Baumes lagen und von den ebnen Platten, die in der Richtung der radialen Markstrahlen ausschieden und nun die Jahresringe im Querschnitt zeigen. Auch aus den äufseren Formen des Bern- steins, den Tropfen, Zapfen, der lagenweisen Anordnung zog er fruchtbare Schlüsse. Er fand, dafs das Harz in den verschie- densten Phasen der Flüssigkeit hervorgebrochen war, teils zähflüssig, lange Fäden ziehend, teils so dünnflüssig, dafs es — 97 — die Spinnweben erhält und das Insekt mit ausgebreiteten Flüg-eln. Aykes Untersuchungen stammen von 1835. Stellen wir uns nun den Bernsteinwald in ausgedehntem Mafse vor, wie er vor seinem Untergang (der jedenfalls nep- tunisch war) und wir finden in ihm, teils in Schlägen verteilt, teils in anmutigen Gruppen gemischt, nicht nur Fichten, sondern auch Birken, Erlen, Hainbuchen, Pappeln, Eichen, Weiden^ Tannen, Gypressen, Thujen, Kastanien und Akazien. Im Unter- holz sehen wir in buntem Wechsel Pilze, Algenflechten, Moose, Farren, Heidelbeerbüsche, Pyrolen, Königskerzen, Loniceren, Garpifolien, namentlich dominieren Thujen, denn auf eine Laub- holzblüte kommen 10 Thujazweiglein in den Einschlüssen. Auf solche Weise bot der Bernsteinwald einem Zeitgenossen wohl den prächtigsten Anblick, dem vielerlei niedere Thiere ein um so eigentümlicheres Leben verliehen, da nach bisher gemachten Entdeckungen weder Vögel noch — mit Ausnahme einer fraglichen Fledermaus, von der ein Büschelchen Haare in einem Bernsleinstücke kündet — Säugetiere in ihm vor- kamen. Um so zahlreicher tummelten sich in den dunklen kühlen Hallen und Labyrinthen Kruster, Tausendfüfse, Spinnen, Fliegen, Ameisen, Käfer, Schmetterlinge, Landschnecken; aber auch Amphibien schienen von der Bernsteingemeinde aus- geschlossen zu sein und sind es auch, da die hie und da in den Museen und Privatsammlungen sich vorfindenden Ein- schlüsse von kleinen Fischen, Eidechsen und Kröten sich als künstliche erwiesen. — Hierüber Näheres im Verlaufe dieser Arbeit. Doch hiefse es die Schilderung eines so anziehenden Terrains unvollständig lassen , würde hier nicht Professor Zaddachs neuerliche Entdeckung erwähnt und zwar die eines Bernsteintierchens, welches wahrscheinlich dem Meere angehört, eines kleinen Amphipoden, ähnlich den noch heute auf den Sauden des Ostseestrandes umherhüpfonden Seekrebschen Gamurrus und Talitrus. Diese Entdeckung ist um so wichtiger, als sich aus ihr folgern läfst, dafs die Bernstein wälder nicht bis dicht an das Meeresufer hinabgereicht hüben und die im Boden des Samlandes verborgene blaue Erde mag nicht sowohl einem plötzlichen, hereinstürmendem Ghaos der Bernsteinwälder als nur den gewöhnlichen, sich oftmals wiederholeudeu Einbrüchen — 98 — und Ausspühlung-en schätzegieriger Wogen in die dem Unter- gang geweihten Forste ihren kostbaren Inhalt verdanken. Für den Wasserreichtum des Bernsteinlandes zeugen nach Hermann Hagen die vielen Neuropteren; ^k der in ihm vorkommenden Arten, */5 der Individuen leben im Wasser. Dieser geheimnisvolle W^ald, oder besser die riesig aus- gedehnten Forste mögen wohl ihrerzeit einen grofsen Teil der nördlichen Erdoberfläche eingenommen haben. Findet man doch in der blauen Erde Glesteinsfragmente, die heute noch auf Bornholm, Gothland und am finnischen Meerbusen anstehen ; dort mögen die Bernsteinwälder der samländer blauen Erde gegrünt haben ! Wo aber sind diese wunderbaren Geländer geblieben ? V\ ilhelm Runge stellt in der mehrfach angezogenen Mono- graphie »der Bernstein in Ostpreufsen« ein interressantes Kalkül auf, welches durchaus nüchterne Zahlen enthält und wonach der dem Schofse der Erde und den Wellen bislang ent- nommene Bernstein aller Länder und Zeiten räumlich dar- gestellt einen Riesen Würfel von 530 Kubikfufs oder 265 Schritt Seitenlänge zeigt, ein Gehäuse, in dem die Gheopspyramide mit ihrer 151 Meterhöhe und entsprechender Basis sich aufs Be- quemste ohne anzustreifen, breit machen kann. Die 100 Milli- onen Zentner, welcher gedachter Harzkörper wiegt, — welches Holzmaterial, wieviel Baumstämme, welches von diesen be- standene Material gehören dazu, um sie zu produzieren! Mögen gewiegte Statistiker und Forsl kundige durch Vergleich mit der Harzproduktion der heutigen Goniferen diese Rechnung weiter führen ! — Wo sind nun diese Bernsteinwälder geblieben ? in welchen Kohlenlagen sind sie aufbewahrt? Die berufensten Wissenden dieses Themas müssen gestehen und — thaten es öffentlich — dafs man dies zur Zeit noch nicht weifs und ferneren Tagen und Forschungen die Enthüllung dieses Geheimnisses über- lassen mufs. 4. Die blaue Erde. In welchen Schichten der Meeresoberfläche , d. h. des Seegrundes, liegt nun das köstliche Gut des »Riffsteines, Reef- steines« begraben, um seine Auferweckung durch des Sterb- — 99 - liehen Findig'keit und Ausdauer zu gewärtigen? Professor Zaddach's in Königsberg eing'ehenden und mühevollen Arbeiten gelang es, die Schichtenfolge an den einzelnen Punkten der samländischen Küste genauest festzustellen und dadurch grofse Klarheit in die immer noch nicht ganz enthüllten geologischen Verhältnisse, des Bernsteins und des Bernsteinauswurfs der See selbst zu bringen. Die steilen, bis zu 200 Pufs hohen Strandberge des Sam- landes zeigen drei verschiedene vielfach gegliederte Schichten- systeme. Zu Unterst findet man einen durch viele Glaukonit (Grünerde) Körnchen grünlich grau gefärbten Sand, darüber eine Braunkohlenbilduug mit den zugehörigen lichteren Sauden und grauen Thonen und endlich oben eine Ablagerung von diluvialem Mergel und Sand mit nordischen Geschieben. Sämtliche drei Schichtengruppen enthalten Bernstein, die beiden oberen nur stellenweise. Der untere grüne Sand dagegen führt denselben in besonders reichlicher, sich immer gleichbleibender Mächtigkeit und zwar in einer dunkelgefärbten thonsandigen 4 bis 20 Fufs tiefen Lage, der sogen, blauen Erde, in Gesell- schaft von vielen Holzresten , Haifisch-Saurier-Zähnen , See- krabbenresten, Muscheln und dergleichen Frutti di mare. — Dr. Klebs spricht sich sehr anziehend über diese »Wiege des Bernsteins« aus. Nachdem er die Braunkohlen- und Bern- steinformation mit dem Sammelnamen tertiär bezeichnet hat, legt er dar, wie zur Diluvialzeit Gletschermassen die blaue Erde aufwühlten, ihren Muränen einverleibten, sie mit sich fort schoben und auf solche Weise den Bernstein dem Diluvium beimengten. Denutation und Erosion begannen nun ihr zer- störendes Werk, wodurch der unfreiwillig zum Nomaden ge- wordene Bernstein in die alluvialen Ablagerungen, in die Ostsee, in das Haff gelangten. Die Wucht der Küsten- und Strand- veränderungen und der Abfaserung, sowie Zerfressung war selbst in historischer Zeit derart, dafs ein redendes Bei- spiel die St. Adalbertskapelle bei Fischhausen im Samland ist, die früher eine Meile binnenwärts vom Seeufer lag und deren Ruinen jetzt dicht am Strande liegen. Erwiesen liefert die blaue Erde, die sich vom Strande aus fortsetzt und den See- gruud l)ildet, das Hauptmaterial des ausgeworfenen Bernsteins. — 100 - Anschaulich schildert nun Dr. Klebs die Lage der blauen Erde ; an der Nordküste beim Badeort Kranzkuhren zeig-en sich niedere Uferberge, dann rag-t die Randauer Spitze mit 8 m. üferhöhe aus dem Diluvium, ferner Neukuhsen mit 20 m., dicht hinter der Wangener Spitze mit Trieb- und Grünsandschichten; dann westlich von Lopphensen endlich Uferberge, 40 m. hoch und mit folgender interessanter Schicht: Zu oberst : Flugsand 1 Diluvium 3 Braunkohle: f. Griimmersand. . . 7 0. Letten 2,5 Grrob Quarzsand . . 7,5 Bernstein Grrünsand. 8 braun Kraut .... 5 Triebsand 2,5 36,5 Genau im Meeresniveau beginnt die blaue Erde. Von da ab verliert sie sich und senkt sich unter den Meeresspiegel. Mit dem Mächtigerwerden der Braunkohlenberge und Gebiete schwindet mehr und mehr der grüne Sand. An der Grenze zwischen Sassau und Rauschen am KadoUingspring hat er nur noch eine Mächtigkeit von 1,5 Meter. — Wollte man hier die blaue Erde aufsuchen, so müsste man 14 m. unter den Seespiegel hinabsteigen. Dieselben berusteindürftigen Stellen zeigen sich im weiteren Verfolg des Dr. Klebs Itinerar in der Gausupschlucht, der Wolfskaule, der Detroitschlucht. Besser soll es bei Warniken stehen mit mächtigerem Grünsand und grünem Kraut. Nur 400 Schritt davon findet sich das gröfste Braunkohlenlager des Samlandstrandes. Nun bespricht er den Zipfelberg bei Grofskuhren, eine seltsame Landmarke im Triebsand; der kegelförmige Hügel ist über 50 m. hoch, fällt durch seine eigentümliche Gestalt auf, Mergel krönt seine Spitze, Kohlen-Gümmer-Sand und Letten folgen bis 18 m. über dem Meeresspiegel, dann beginnt der grüne Saud, von Kraut umlagert und darauf folgenden Trieb- sand. Die weiteren Punkte der blauen Erde sind in der Reihenfolge : — lOi - Kleinkuhrener Schlucht Uferberge von Brüsterort Rosenort Dirschkeim, mit 34 m. hoher Uferkante Strauchhacken Kreislacker Schlucht Kraxtepeller Schlucht Hubüiker Spitze. Palmniken (blaue Erde 7 m. unter Ostseeniveau). Früher kannte man die blaue Erde in Mitte des 17. Jahr- hunderts, also zur Zeit des grofsen Kurfürsten 1640 — 88 nur an einem einzigen Punkte und zwar bei Warniken; jetzt weifs man. wo sie zu finden ist, nämlich den ganzen Strand von Krax- tebellen über Brüsterort bis Randau, allerdings in der Regel unter dem Seespiegel und von da ab ward sie für die Speku- lation zu einer wichtigen Quelle der Bernsteingewinnung. Die blaue Erde ist die Wiege des Bernstein's! 5. Bernstein-Einschlüsse. Martial, der den Duft des Bernsteins in seinen Gesängen öfter mit dem eines Kusses vergleicht, verherrlicht in drei Strophen den glänzenden Tod dreier Tiere, die goldiger Bern- stein umschmiegt. Er singt: Am phantastischen Tropfen verborgen erblickt man die Biene »Klar, als hüllete sanft eigener Honig sie ein. »Würdigen Lohn wohl trug sie davon für das Leben voll Arbeit, »Griauben möcht ich, dafs so selbst sie zu sterben gewillt. » Kaulfufs, Schenkung mehrerer Insekten und eines bota- nischen Werkes; 4. Sitzung am 3. Februar: Herr Ho er mann, Vortrag über »Das Inkareich, Skizze einer prähistorischen Gesellschaftsverfassung« ; » Dr. Baum Uli er, Vorlage eines Gelbhaubenkakadus, Plic- tolophus sulfureus; derselbe, Übergabe eines Paares bulgarischer Kinder- schuhe und eines bemalten Flaschenkürbisses , Gre- schenke des Herrn Rottmeister Jos. Zopf; » Huber, Schenkung eines Phaestins von Kupferberg in Oberfranken; » Kinkelin, Schenkung von Lygosoma tenue aus Queens- land; derselbe, Vorzeigung einer zum Andenken an die grofse Überschwemmung durch die Pegnitz 1784 geprägten Münze ; ') Schwarz, Mitteilungen über die Flufsgebiete der Pegnitz, Wiesent, Schwarzach und Rednitz und über den Ein- flufs der geognostischen Verhältnisse auf die in diesen Flufsgebieten stattfindenden Überschwemmungen, unter Vorlage von Kartenskizzen; » Dr. Bauraüller, Mitteilungen über abnormes Gröfsen- wachstum von Menschen, unter Vorlage lebensgrofser Abbildungen; 5. Sitzung am 10. Februar: Herr Kinkelin, Demonstration und Schenkung des Riesen- gürtelschweifs, Zonurus giganteus, aus Südafrika; » Dr. Baumüller, Übergabe des für die Bibliothek an- geschafften Werkes: Dumeril und Bibron, Allgemeine Herpetologie; » Dr. Heerwagen, Bericht über den literarischen Einlauf; 6 Herr Dr. Bauraüller, Übergabe eines illustrierten Werkes, Greschenk des Herrn Konsul Lang; » Hoermann, Übergabe einer interessanten Brochüre über Mexiko, Geschenk des Herrn Huber; )) Schwarz, Demonstration der Frucht von Citrus niedica; derselbe, Mitteilungen über Pastor roseus und Tichodroma rauraria unter Vorlage verwandter Vögel; ' » Paalzow, Vorlage von Granaten und Schwefeleisen aus Norwegen, Geschenk des Herrn Oberingenieur Friese; » Dr. Baumüller, Übergabe eines bäuerlichen Kopfschmucks aus der Nabburger Gegend, vom vorigen Jahrhundert, Geschenk der Frau Rottmeister Zopf, unter Vorlage anderer Kopfbedeckungen aus der Sammlung; » Schwarz, Vorlage einer Serie getrockneter Pflanzen, Geschenk des Herrn Lehrer Simon; 6. Sitzung am 17. Februar: Herr Paalzow, Vortrag »Über die geologischen Verhältnisse der Umgegend von Genf« unter Vorlage einer grofsen Anzahl von Mineralien und Versteinerungen; » Dr. Baumüller, Vorlage einiger ethnographischer Gegen- stände, Geschenk des Herrn Kleylein in Gablonz; derselbe, Vorlage von Holzschuhen aus Niederbayern, slavischer Obangen von Poschega und der nach seiner Anordnung verfertigten «Kiefernadel- Gesundheits- Sohlen« ; 9 Kinkelin, Schenkung einer Baumschlange, Diemenia psammophis aus Neusüdwales; » Füchtbauer, Mitteilungen über ein älteres physika- lisches Werk; » Spandel, Demonstration verschiedener Versteinerungen; 7. Sitzung am 24. Februar: Herr Schlegel, Vortrag »Über das Vorkommen von Gold in Bayern« und über den früheren Bergbau im Fichtel- gebirg und im Böhmerwald; » Kinkelin, Vorlage von Golderzen aus Queensland. » Dr. Metzger, Vortrag über die Herstellung von Obst- und Beerenobstweinen; » Dr. Baumüller, Vorlage einer angekauften Riesen- schlange und einer Kartoffel mit eingewachsenem Ring mitgebracht von Herrn Sprachlehrer Pfeiffer; Herr Schwarz, Vorlage eines aus den Erträgnissen der Sammelbüchse angeschafften älteren Werkes; 8. Sitzung am. 3. März: Herr Dr. Heervvagen, Bericht über den literarischen Einlauf; » Huber, Schenkung einer sehr grofsen Anzahl von Werken über die verschiedenen Staaten Amerikas; » Kinkel in, Demonstration und Schenkung eines Apo- theker-Skinks, Scincus officinalis. aus Ägypten; derselbe, Vorzeigung eines blühenden Eranthis hiemalis; » Dr. Baumüller, Übergabe von 142 Glasringen, in Gablonz fabriziert, als Armschmuck für die Parsi- frauen, und zweier Idole, Geschenk des Herrn Kleylein in Gablonz; » Hoermann, Vorlage serbischer Schuhe und eines serbischen Puppenkopfschmuckes, Geschenk des Herrn Preifs ; » Kaulfufs, Vorlage selbstgefertigter Abbildungen von exotischen Schmetterlingen; » Stadler, Demonstration einer Serie ausländischer Papilioniden; 9. Sitzung am 10. März: Herr Dr. Wagner, Vortrag über »Die Stickstofffrage und Bodenimpfung in der Landwirtschaft«; » Dr. Baumüll er, Vorlage von Heinemann, Die Schmetter- linge Deutschlands und der Schweiz, Geschenk von Herrn Meier; » Kinkel in, Schenkung eines Exemplars von Lygosoma guichenoti aus Neusüdwales; » Schwarz, Vorlage einer Serie von Heuschrecken und Pflanzen aus Argentinien , Geschenk von Herrn Scutellari, und eines Kiefernrindenstückes mit Frafs- gängen verschiedener Insekten; ^ 10. Sitzung am 17. März: Herr Dr. Hartwig, Experimentalvortrag über die praktischen Mafse des elektrischen Stromes und über die Akku- mulatoren; » Dr. Baumüller, Vorlage verschiedener Metallschliffe zur Sichtbarmachung des Korns, Geschenk der Herren Gebrüder Böhler in Wien; 8 Herr Förderreuther, DemoDstration von Frühlingspflanzen vom Moritzberg und Frühlingsblüten von Colchicum autumnale; 11. Sitzung am 24. März: Herr Dr. Baum ül 1er: Vorlage einer weiteren Geschenksen- dung des Herrn Kleylein in (jablonz (Armreife der Hindus in Kalkutta); i> Dr. Heerwagen, Bericht über den literarischen Einlauf; » Dr. V. Koch, Mitteilungen über die Empfindung von Schatten bei Tieren ohne Gesichtsorgane; » Kinkel in, Schenkung von Diporophora australis. einer Eidechse aus Queensland; )) Paalzow, Demonstration einer Anzahl von Mineralien und Gesteinsarten; ü Dr. Baumüller, Bericht über einen stattgehabten Gesell- schaftsausflug nach Lind und die dortigen Trichter- gruben; 12. Sitzung am 31. März: Herr Schwarz, Vortrag über die Kompositen unter Vorlage von Petasites niveus aus dem Isarthale; » Paalzow, Übergabe von Funden von der vorhistorischen Kulturstätte in Altenberg bei Pöl'sneck in Thüringen, Geschenk des Herrn Spandel; » Dr. Baumüller, Mitteilungen über die historische Ent- wicklung der Schuhbekleidung; » Hörmann, Vorlage des vom Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg herausgegebenen Plans der Stadt Nürnberg vom Jahre 1608. » Kinkelin, Schenkung einiger Exemplare von Pectunculus pilosus, am Fufse des Berges Karmel gesammelt; ») Stadler, Demonstration einer sehr schönen Kollektion exotischer Käfer; » Hub er, Mitteilungen über die Einrichtung des Kinemato- graphen ; 13. Sitzung am 7. April : Herr Dr. Baumüller, Übergabe einiger Versteinerungen, Ge- schenk des Herrn Kudielka, eines Paars mumifizierter Gemsfüfschen und einer Wassernufs, Geschenk des Herrn Zitherlehrers Huber zu Neugrofsreuth; Herr V. Schultheifs, Demonstration zweier Euphorbien; » Dr. Baumüller, Über die Benennung- von gewissen Teilen der Organe des menschlichen Körpers nach ihren Entdeckern; » Schwarz, Demonstration des von Herrn Apotheker "Schultheifs aufgefundenen Bastardes von Vaccinium Vitis Idaea und V. Myrtillus; » Stadler, Demonstration von biologischen Zusammen- stellungen verschiedener Schmetterlinge; » Dr. Baumüller, über die Herstellung mikroskopischer Präparate und deren Färbung; » Schwarz, über den Blütenbau von Daphne Mezereum; » Ert heiler, Schenkung einer Beschreibung der Marmor- brüche von Kiefersfelden und Oberalm; 14. Sitzung am 14. April. Herr Dr. Heerwagen, Bericht über den literarischen Einlaut; » Lindner, über durch Aluminiumschabine hervorgerufene Explosionen und Brände; » Dr. Baumüller, Vorlage eines Elefantenzahnes aus unserem deutschen Schutzgebiet; » Dr. Fl ei seh mann, Mitteilungen über die interessanten Beziehungen zwischen der Anatomie der Tiere und dem Medium, in dem sie leben; » A. Schmidt, Schenkung und Demonstration eines männ- lichen Nagelrochens, Raja clavata, dessen Anatomie durch Sektion seitens der Herren Dr. Fleischmann und , Dr. Baumüller erläutert wird; » V. Schultheifs, Demonstration von Polyporus fuliginosus auf Ribes grossularia; 15. Sitzung am 21. April: Herr Hhau, Vortrag über Aluminium und Aluminiumbronze mit Experimenten; » Th. Erhard, über Bildung und Zweck der Korkbildung unter Vorlage eines Stückes der Korkulme; » Schwarz, über den Anbau von Arzneipilanzen in der Umgebung von Nürnberg; » K i n k e 1 i n , Mittei lungen über den Koala oder australischen Beutelbären, Phascolarctus cinereus. unter Vorzeigung eines Felles; 10 16. Sitzung am 28. April: Herr Dr. Neubur ger, Vortrag über den Bau des Fischauges' und Demonstration der Augen von Raja clavata; » Wunder, Mitteilungen über die Resultate der in einer Trichtergrube bei Lind vorgenommenen Ausgrabung; » Voigt, Übergabe der Exemplare der Gattung 'Glausilia aus der Sturmschen Sammlung, (jeschenk des Herrn Apotheker Voigt in Höchstadt; )) Dr. Franke nburger, Referat über neue bakteriologische Arbeiten von Robert Koch und Hans Buchner; » Kinkel in, Schenkung von Lepidosiren paradoxa vom Amazonenstrom undDemonstration chinesischer Visiten- karten ; » Schwarz, Übergabe von Steinen aus dem Meer bei San Remo , Geschenk des Herrn Helling und von Früchten der Weymuthkiefer, Geschenk des Herrn Dr. Buchner; » Ertheiler, Schenkung zweier Schwalbennester mit Eiern; 17. Sitzung *am 5. Mai: Herr Dr. Baumüller, Besprechung einer Lieferung des ana- tomischen Atlas von F. Toldt; » Kinkelin, über die Verfälschung von Anissamen mit solchen von Gonium maculatum; derselbe, Schenkung eines Hornhechts, Betone acus, aus dem Mittelmeer; » Schwarz, Demonstration der Hülsen vom Türkenklee und Mitteilungen über die Verbreitung von Pflanzen längs der grofsen Verkehrsstrafsen; » Stadler, Demonstration von Noktuen und Geometriden; » Schwarz, Demonstration von Viola palustris am Dutzend- teich; 18. Sitzung am 12. Mai: Herr Dr. Heer wagen, Bericht über den literarischen Elinlauf; » Kinkelin, Vortrag über die Krebsaugen; » Dr. Neuburger, Vortrag über die Akkommodations- fähigkeit des menschlichen Auges; » Dr. Baumüller, Projektion einer Reihe von Diapositiven mittelst des Skioptikons; ') V. Schultheifs, Demonstration von Epiphyllum Russel- hanum Gaertneri im blühenden Zustand, des Dimor- 11 phismus von Rhipsalis Hariota salicornioides und der Frucht von Medicago echinus; Herr Kaulfufs, Schenkung von Moosen der Gattung Sphagnum von neuaufgefundenen Standorten; 19. Sitzung am 19. Mai: Herr A. Schmidt, Vortrag über »Griechenland und seine Stellung im Orient«; » Kinkelin , Referat über die Frage, ob Efsgeschirre u. dgl. aus Aluminium hygieinisch zulässig sind; » Rhau, über die Herstellung von gekörntem Aluminium; » V. Seh ulth ei fs, Demonstration von Phyllocactus Courtisii und Gasteria maculata in blühendem Zustand; » Rud. Schmidt, Schenkung eines Elefantenzahnstückes mit Projektil; » Schwarz, Vorlage eines jungen Dachses und eben solchen Fuchses, Geschenk des Herrn Meisenbach; » Bürger, Vorlage der Blüte von Galycanthus floridus; 20. Sitzung am 26. Mai: Herr V. Schultheifs, Demonstration von Aloe glauca humilis und Aloe Haworthia retusa im blühenden Zustand; 21. Sitzung vom 2. Juni: Herr Kinkelin, Demonstration eines 3 Jahre alten lebenden Exemplars von Alligator mississippiensis; » Bing, Vorlage von Höhlenbärenzähnen aus der Brunn- steinhöhle bei Streitberg; » Schwarz, Vorlage einer Sammlung exotischer Schmetter- linge; » Dr. H e er wagen, Demonstration der Hautzähne von Raja Clav ata; » Voigt, Vorlage von Blättern und Blüten der Aristolochia Sipho; » Dr. Heerwagen, Bericht über den literarischen Einlauf; » Paalzow, V^orlage von selbstgefertigten Aquarellen von Fossilien aus dem Eocän von Patagonien; » Schwarz, Übergabe einer Brochüre über das Vor- kommen von Vaccinium intermedium, Geschenk des Herrn Rechtspraktikant Pöverleiu; » Probst, Schenkung eines Starnnistückes von Fraxinus excelsior mit Fralszeichniingen des Esclieubastkäfers; 12 Herr V. Schultheifs, Demonstration von Echinopsis Pentlandi, Mammillaria Wildiana und Manimillaria Boccosana; derselbe, Übergabe eines Amselnestes mit Gelege, Ge- schenk des Herrn Prelis; 22. Sitzung- am 9. Juni: Herr Kinkelin, zweites Referat über Efs- und Trinkgeschirre aus Aluminium; derselbe, Demonstration zweier lebender Eidechsen, üro- mastix hardwickei aus Beludschistan und Uromastix acanthinurus aus Algier; 23. Sitzung am 16. Juni: Herr Dr. Baumüller, Vorlage einer Brochüre: »Theoretische Studien über das Wasser und seine Verwandlungen«, Geschenk des Verfassers Herrn Ingenieur F. Hauser; » Wunder, Bericht über die Ausgrabungen in der Breiten- loh, an welchen sich eine lebhafte Diskussion anschlofs; » Dr. Baumüller, Bemerkungen über die Gröfse der Menschen der Bronzezeit; » Kinkel in, Demonstration dreier lebender Eidechsen, Plestiodon aldrovandi aus Algier, Scincus officinalis aus Nordostafrika und Gongylus ocellatus aus Nord- ostafrika, sowie einer lebenden Ringelnatter, Geschenk des Herrn Kastrupp ; » V. Schultheifs, Demonstration von Phyllocactus Bos- welliana und Aloe Haworthia cymbifolia, beide blühend; » Schwarz, Demonstration des Eschenbastkäfers Hylesinus fraxini ; » Huber, Schenkung eines Paares Pantöffelchen aus dem Tessin und eines Steins aus dem Lago Maggiore; 24. Sitzung am 23. Juni: Herr Schwarz, Mitteilung über eine neu zugewanderte Um- bellifere, Bifora radians, aus Süditalien, beobachtet von Herrn Fr. Schultheifs; derselbe, Vorlage einer reichhaltigen Serie von Roh- produkten aus der Engelhardtschen Lackfabrik , Ge- schenk des Geschäftsführers Herrn Paul Tasch, woran sich eine Diskusssion über die Verarbeitung derselben knüpfte; derselbe, Vorlage einer Blätterkoralle, Fungia, Geschenk des Herrn Kaufmann König; 13 Herr Y. Schultheifs, Demonstration von Maramillaria nigra pulchella im blühenden Zustand, einem in die Blüte geschofsten Kohlrabi und von Pyrethrum Parthenium; » Schwarz, Mitteilungen über die Entwicklung der Oestrusfliegen ; derselbe, Vorlage einer Kollektion anatomischer Atlanten der Firma Löwensohn in Fürth, Bemerkungen über den Wiederkäuermagen; 25. Sitzung am 30. Juni : Herr Schwarz, Demonstration von Hippobosca equina; derselbe, Vorlage eines vergifteten Pfeils vom Tanganjika See, Geschenk des Herrn Meisenbach ; » Kinkelin, Demonstration eines etwa 5 Jahre alten leben- den Exemplars vom Eiesenskink, Macroscincus coctaei; » Th. Erhard, Schenkung zweier Stücke Tertiärkalk aus dem Süfswassersteinbruch bei Nördlingen mit Hydropia trochilus und Gypris nordlingensis; Vorlage von Euphorbia virgata vom Stoffersberg bei Nördlingen ; » Schwarz, Mitteilungen über die Verbreitung dieser Pflanze, derselbe, Bemerkungen über die vorgelegten Gopal- und Damarharze ; 26. Sitzung am 7. Juli: * Herr Dr. Heerwagen, Bericht über den literarischen Einlauf; » Schwarz, Mitteilungen über die Verbreitung von Bilanzen längs der Verkehrswege unter Vorlage von Rumex pulcher und Reseda lutea; derselbe, über Dolinen in der fränkischen Schweiz ; » Paalzow, über solche im Karst; » Schwarz, über Mifsbildungen an einer Rosa centifolia; » V. Schultheifs, Demonstration von Echinocereus Roemeri und Gereus speciosissimus im blühenden Zu- stand ; » Schwarz, Übergabe eines am Kornmarkt ausgegrabenen Rindsunterkiefers, Geschenk des Herrn Sattlers Stoll; derselbe, Vorlage von Melolontha Fullo; 27. Sitzung am 14. Juli: Herr Kinkel in, Demonstration eines lebenden Leguans, Leguana tuberculata, aus Brasilien; 14 Herr Schwarz, Schenkung einer Geode aus demLias bei Rasch, Mitteilung über Bildung und Vorkommen von solchen ; derselbe, Vorlage zweier von Herrn Bildhauer Scharrer geschenkter Bücher ; 28. Sitzung am 21. Juli: Herr Dr. Heer wagen, Bericht über den literarischen Einlauf; derselbe, Demonstration einiger ausgestopfter Tiere für die Sammlung und einer Sendung der Linnäa; » Paalzow, Schenkung einer Reihe von Versteinerungen aus dem Dogger bei Ützing; » V. Schultheifs, Demonstration von Echinocactus seti- spinus und Stapelia variegata im blühendem Zustand » Kinkelin, Demonstration eines lebenden Mauergecko, Tarentola mauritanica aus Tunis; 29. Sitzung am 28. Juli : Herr Dr. Heerwagen, Bericht über den literarischen Einlauf ; ') Kinkel in, Schenkung eines Spirituspräparats der Perl- eidechse, Lacerta ocellata, vslv. pater aus Algier; » V. S c h u 1 th ei fs , Demonstration von Echinocactus Lecontei; » Paalzow, Schenkung von Solnhofener Plattenkalk, welcher das Bild von Verwerfungen darstellt; 30. Sitzung am 4. August: Herr Dr. Baumüller, Bericht über den Buchhändlereinlauf; B Schwarz, Biologische Bemerkungen über die Nostocalge undVorzeigung mikroskopischer Präparate ; Mitteilungen über Guscuta-Arten, über die Zecken und Raupen von Gossus ligniperda als Schädling des Ahorn, von Herrn Tölke übergeben; Kinkel in, Demonstration und Schenkung von üromastix acanthinurus aus Ägypten; » V. Schultheifs, Demonstration von Blüten des Gereus Seideli und Gereus peruvianus, Haworthia, sowie blühen- der Exemplare von Aloe margaritifera und semimarga- ritifera ; » Dr. Heerwagen, Schenkung einer Messerscheide, Solen Vagina, von einem nicht genannt sein wollenden Herrn; 31. Sitzung am 11. August: Herr Dr. Heer wagen, Vorlage von Tauschschriften; 15 Herr V. Schultheifs, Demonstration von Cereus formosus monstrosus und Grassula falcata, einer Aloe und einer Agave mit Bemerkungen über den Geotropismus ; » Grg. Rudel, Demonstration von Saxifraga stellaris ; 32. Sitzung am 18. August: Herr Dr. Baumüller, Vorlage einiger Schriften und von Zähnen fossiler Thiere ; » V. Schultheifs, Demonstration von Porree, bei welchem die jungen Pflanzen aus dem Blütenstand hervorgehen; 33. Sitzung am 23. August: Herr V. Schultheifs, Demonstration von Echinocactus hetera- canthus und E. scopa. » Dr. Heerwagen, Vorlage einiger für die Sammlung aus- gestopfter Vögel ; 34. Sitzung am 1. September: Herr Dr. Heerwagen, Vorlage von Tauschschriften; » Dr. Baumüller, Mitteilungen über die Struktur der Haut und partielle Leukopathie ; ») Paalzow, Mitteilungen über Fossilien des lithographischen Schiefers von Solnhofen unter Vorlage von Belege- stücken aus seiner Sammlung; » V. Schultheifs, Demonstration einer blühenden Eucomis punctata ; 35. Sitzung am 8. September : Herr Dr. Neger, Referat über die Robinsonsinselu, speziell Juan Fernandez ; » Dr. Heerwagen, Bericht über den literarischen Einlauf; » Kinkel in, Scheukung eines Spirituspräparats von Tiliqua nigrolutea, Fam. der Skinke, aus Neuholland; » V. Schultheifs, Demonstration von Echinocactus phyllu- canthus und Echeveria gibbiflora ; 36. Sitzung am 15. September: Herr Wunder, Demonstration einer Verbänderung bei Ginster; » Kinkel in, Schenkung eines Spirituspräparats von Anolis carolinensis aus den Vereinigten Staaten; » V. Schultheifs, Vorlage von Euphorbia officinariim ; 37. Sitzung am 22. September: Herr Dr. Baum tili er, V^orlage zweier Wappen der Stadt Ntiruberg, eingesandt vom Magistrat; 16 Herr Dr. Heerwagen, Bericht über den literarischen Einlauf; » Kinkelin, Schenkung eines Spirituspräparats von üro- mastix hardwickei ; » V. Schultheifs, Demonstration von Rhipsalis Saglionis und Hariota salicornioides und Vorlage eines sonderbar geformten Hühnereis. 38. Sitzung am 6. Oktober : Herr Dr. Heer wagen, Vorlage des literarischen Einlaufs ; » Kinkelin^ Schenkung und Demonstration der carolini- schen Fangheuschrecke, Stagmomantis Carolina, und zweier riesiger Früchte von Cucurbita maxima; » W. Rudel, Vorlage von Baumschwämmen und Mineralien, Geschenk des Herrn Karl Krafft, einer botanischen Schrift und der Frucht von Garica Papaya, Geschenk des Herrn Dr. Appel in Würzburg; » Dr. Fleischmann, Vortrag über Seescheiden undSalpen; 39. Sitzung am 13. Oktober : Herr Lam brecht, Schenkung eines Messers aus Lappland; » Kinkelin, Demonstration von Rhipidodendron plicatile; » Knapp, Schenkung verschiedener Conchylien; 40. Sitzung am 20. Oktober: Herr Hoermann, Vortrag über Meitzen «Wanderungen, An- bau und Agrarrecht der Völker Europas nördlich der Alpen«; » Dr. Heer wagen, Vorlage des literarischen Einlaufs; » Rudel, Demonstration der Struktur des Wurzelstocks einer Seerose ; ») Kinkel in, Schenkung von Ophisaurus apus; » Dr. Wagner, Vorlage von Reblauspräparaten, Geschenk des Herrn Voigt und Mitteilungen über die Entwick- lung dieses Schädlings ; » Dr. He erwägen, Mitteilungen über Garica Papaya; » Hoermann, Vorlage einiger Brochüren, Geschenk des Herrn Schwarz ; 41. Sitzung am 27. Oktober: Herr Dr. Heerwagen, Bericht über den literarischen Einlauf; » Dr. Frankenburger, über die anatomischen Verhält- nisse der Nase, des Rachens und des Ohres mit De- monstration eines Modells ; 17 Herr Dr. Löwi, Vorlage einiger sehr schöner Mineralien; » Lindner, Schenkung eines Eies vom Grauedelsänger; » Paalzovv, Schenkung einer Anzahl von Fossilien aus dem Lias; » V. Schultheifs, Demonstration von Phyllocactus Gour- tisii und Euphorbia cereiformis; » Kinkel in, Übergabe einer Schrift für die Bibliothek, Geschenk des Herrn Dr. Leyh, eines Zweiges von Pinus cephalonica vom Isthmus von Korinth und einiger Exemplare von Desmonota variolosa aus Brasilien; » Wiesel er, Schenkung einer Klapper aus Kamerun, einiger Proben der Seidenbaumwolle und von Aron centaurus; 42. Sitzung vom 3. November: Herr Huber, Vortrag über »Elektrogravure«; » Dr. Frankenburger, Referat über neue Versuche zur Feststellung des wirksamen Prinzips bei der Hefe- gärung; » Dr. Heer wagen, Vorlage von Fiederblättern der Kal- lanchoe pinnata, Greschenk des Herrn Dr. Appel in Würzburg; eines Stückes fossilen Holzes und zweier Exemplare von Geaster hygrometricus, Geschenk des Herru stud. Lindinger; » Hub er, Demonstration einer mit dem Rieder'schen Apparat hergestellten Münze: 43. Sitzung am 10. November: Herr Kempe, Demonstration einer nach einem Verfahren von Dr. Pauli-Darmstadt hergestellten Stahlgravure; /> Dr. Heer Waagen, Bericht über den literarischen Eiiilauf; Herren H u b e r und Kempe, Mitteilungen über Elektro- gravure; Herr Wunder, Bericht über neuere Ausgrabungen von Hügeln und Trichtergruben auf dem Weifsenbrunner Berg; » Kinkel in, Schenkung und Demonstration von Dacty- lopterus volitans und Exocoetus evolans; » Schwarz, Mitteilungen über Einwanderung von Teucrium Scorodonia in unser Gebiet; Vorluge eines Bovists und eines Rindenstückes von Pinus silveslris mit Borken- käfergängeu ; 18 44. Sitzung am 17. November: Herr Dr. Neuburger, Vortrag über »Wachstums Verhältnisse von Gehirn und Auge, sowie über einige vergleichend anatomische Beobachtungen am Sehorgan«; » Lindinger, Demonstration und Schenkung einer zwei- schwänzigen Eidechse; » Kinkelin, Demonstration und Schenkung von Lacerta muralis var: coerulea von Gapri; » Dr. Heer wagen, Übergabe einiger . auf die Landesaus- stellung in Nürnberg bezüglichen Schriften, Geschenk des Herrn Enslin, und einiger von der geographischen Sektion angekaufter Werke; » Wiesel er, Übergabe eines Schöpflöffels aus Holz, einer Akazienfrucht aus Kamerun und von Erdbohnen aus Dualla , Geschenk des Herrn Missionär Keller in Kamerun ; * W. Rudel, Mitteilungen über die Seidenbaumwolle und deren Herkunft; » V. Schultheifs; Demonstration einer Frucht von Gereus peruvianus und Ornithogalum arabicum; » Sc h w arz, Demonstration eines Hechtkopfes, Geschenk des Herrn Meisenbach; Schenkung eines Bandes der Zeitschrift des deutsch -österreichischen Alpenvereins; 45. Sitzung am 24. November: Herr Dr. Heer wagen, Vorlage des literarischen Einlaufs; » Voigt, Vorlage einer Anzahl wertvoller Manuskripte der Gebrüder Sturm, Geschenk des Herrn Dr. v. Koch in Darmstadt; » Paalzow, Referat über eine Arbeit, betr. die ameri- kanischen Pilze; Mitteilungen über Laterit; » Schwarz, Vorlage einiger Schriften, Geschenk zur Bibliothek; » Hub er, Vorlage eines goldhaltigen Quarzes aus Transvaal und eines silbernen Bechers mit eingravierter Schach- blume; » Ertheiler, Vorlage eines in seinem Hause vorgefundenen Schwertes ; » Dr. Neuburger, Referat über das Parietalauge; » Schwarz, Demonstration einer Frucht von Physalis Al- kekengi mit maceriertem Kelch; 19 Herr A. Schmidt, Demonstration eines mit einem muschel- förmigen Polyporus besetzten Holzstückes, Geschenk des Herrn Lenz; » Schwarz, weitere Mitteilungen über die Einschleppung von Teucrium Scorodonia; 46. Sitzung am 8. Dezember: Herr Dr. Riegel, Vortrag über «das Auge und einige seiner wichtigsten Erkrankungen^^; » Schwarz, Demonstration einer von Herrn Apotheker Erhard vorgelegten Sammlung von Alpenpflanzen. » Kinkel in, Demonstration einiger von Herrn Wieseler ge- schenkter tropischer pharmakologischer Früchte; » Dr. Heerwagen, Bericht über den literarischen Einlauf; 47. Sitzung am 15. Dezember: Herr Dr. Metzger, Vortrag über »natürliche und synthetisch hergestellte Riechstoffe« ; » V. Schultheifs, Demonstration von Sempervivum tabu- laeforme; » Huber, Mitteilungen über ein Verfahren Hohlgeläfse auf elektrolytischem Weg herzustellen; » Schwarz, Demonstration eines in der Form abweichenden Holzschwammes und Schenkung einiger Jahrgänge der Zeitschrift des deutsch -österreichischen Alpen Vereins; » Huber, Schenkung zweier Schriften von der Brüsseler Ausstellung; » Kinkelin, Demonstration und Schenkung von Coluber erythrurus aus Manila; 48. Sitzung am 22. Dezember: Herr A. Schmidt, Vortrag über »Die Stuudenbezeichnung der Alten«; » Dr. Franke nburger, Demonstration eines zweimonat- lichen menschlichen Fötus; * Rhau, Vorlage von menschlichen Knochen, gefunden bei Neuwetzendorf; » Kinkel in, Scht3nkung und Demonstration einer Netz- oder Gitterschlange, Python reticulatus; » Schwarz, Vorlage und Erläuterung einer Serie von Pflanzen, gesammelt von Herrn l^auriedel in Tunis und in den Pyrenäen; 2* Herr Dr. Heerwagen, Demonstration eines Nasenbären, Nasua socialis, Geschenk des Herrn Richard Ludloff in Er- langen; » Schwarz, Demonstration eines Pirols, Oriolus galbula, Geschenk des Herrn Stephau Häring; 49. Sitzung vom 29. Dezember: Herr Dr. Glück, Vortrag über »Die Leitungsbahnen im Stamm von Blütenpflanzen und Gefäfskrytogamen« mit Demon- strationen mittelst Mikroskop und Skioptikon; » Schwarz, Demonstration eines blühenden Exemplars von Helleborus niger aus Reichenhall; » Kinkel in, Schenkung und Demonstration einer Baum- schlange aus Ostindien, Dendrophis pictus. In der am 20. Januar stattgehabten ordeutlichen General- versammlung wurde Herr Hörmann zum Bibliothekar gewählt, während die übrigen Vorstandsmitglieder verblieben. Die Führung der Protokolle besorgten abwechselnd der IL und III. Sekretär, die Herren Dr. Hartwig und Förde rreuther. Nachdem letztgenannter Herr, welcher seit Oktober 1895 seines Amtes mit gröfstera Eifer waltete, durch Wegzug von hier aus der Vorstandschaft scheiden muiste, trat Herr Rechts- praktikant Schul th ei fs an dessen Stelle und da auch dieser wenige Wochen darauf infolge von Dömizilveränderung aus- schied, wurde Herr Dr. Franke nburger zum III. Sekretär erwählt. Bibliothek und Sammlungen erfuhren auch im heurigen Jahr reichen Zuwachs durch Ankauf, wie durch Schenkungen, worüber in den Spezialberichten Näheres zu finden ist. Ganz besonders verdienen die reichen Zuwendungen, durch welche unser unermüdlich thätiges Mitglied , Herr Apotheker K i n k e 1 i n , vorzugsweise die Reptiliensammlung auch heuer wieder beträchtlich vergröfserte, den wärmsten Dank der Gesellschaft, den sie genanntem Herrn auch für ge- schmackvolle Anordnung und Etikettierung einzelner Teile unserer Sammlungen schuldet. Herr Direktor Dr. v. Koch in Darmstadt überliefs der Gesellschaft in uneigennützigster Weise eine Anzahl Manuskripte von der Hand der berühmten Naturforscher Sturm, welche gleich grofsen historischen und wissenschaftlichen Wert für uns besitzen. Leider macht sich der Raum.mangel in unseren Samm- lungen in sich immer mehr steigerndem Mafs geltend und 21 hindert uns, die Reichhaltigkeit derselben in das richtig-e Licht zu setzen, insbesondere mufsten die anthropologischen Samm- lungen, um für die durch den reichen Tauschverkehr immer mehr anwachsende Bibliothek Raum zu schaffen, vorerst in einem für deren Aufstellung sehr ungünstigen Raum unter- gebracht werden. Der auch heuer gewährten Zuschüsse der städtischen Be- hörden und des Landrats von Mittelfranken mufs, als unsere Zwecke besonders fördernd, mit ehrerbietigem Dank gedacht werden. Ebenso sei allen denjenigen, welche durch Rückgabe von Schuldscheinen, durch geschenkweise Zuwendungen von Büchern und Naturalien und sonstwie ihr Interesse für unsere Gesellschaft bethätigt haben, der aufrichtige Dank derselben ausgesprochen, und wir wagen damit die Bitte an das verehrte Publikum zu verknüpfen, auch fortdauernd für das Wachstum unserer Sammlungen und die Förderung unserer Ziele in gleicher Weise thätig zu sein. Dank schulden wir endlich auch den ver- ehrlichen Redaktionen des »Fränkischen Kurier«, des »General- anzeiger«, der >)Nordbayerischen Zeitung« und »Fränkischen Morgenzeitung« für die bereitwillige unentgeltliche Aufnahme der Berichte über unsere Wochenversammlungen. Ein im Monat März stattgehabter Familienausflug hatte als Ziel Lind bei Zirndorf und den Zweck der Besichtigung der dortigen unterirdischen Gänge, welche gegenwärtig zum Teil als Keller benützt werden, sowie der sog. Trichtergruben, welche prähistorischen Ursprungs sind. Der Linder Bück ist auch von pflanzengeographischem Standpunkt aus sehr interessant und war eine Art Eldorado der älteren Botaniker Nürnbergs. Der Anschlufs unseres Hauses an das städtische Elektrizi- tätswerk ermöglichte es, unser Skioptikon für elektrisches Licht zu montieren. Die Ausführung dieser Einrichtung, sowie die Installation der Beleuchtung im Parterresammlungsraum und den Bibliotheksräuraen erfolgte durch die Elektrizitäts-Aktien- gesellschaft vormals Schuckert & Co., welcher wir an dieser Stelle für den bereitwilligst gewährten Nachlafs von 23 °/o des B^akturenbetrags den verbindlichsten Dank aussprechen. Interne Angelegenheiten der Gesellschaft veranlafsten leider im September den bisheriirtMi langjährigen Administrator der Gesellschaft Herrn Konimerzienrat Gallinger seine Stelle 22 niederzulegen und zugleich eine Wiederwahl abzulehnen. In der Sitzung vom J3. Oktober 1897 legte auch der bisherige Direktor Herr Dr. Baumüller seine Stelle nieder. So verlor die Yorstandschaft zwei Männer, welche derselben eine lange Reihe von Jahren angehörten und deren jeder in seiner Art unserer Gresellschaft die erspriefslichsten Dienste geleistet hat. Herr Kommerzieurat Gallinger gehörte seit 1883 dem Bau- ausschufs und nach Aufhebung desselben der Yorstandschaft als Administrator an; praktischer Sinn, Umsicht und Gewissen- haftigkeit in der Yerwaltung der Hausangelegenheiten waren ihm ebenso eigen, wie ein warmes Interesse für die Bestrebungen der Gesellschaft überhaupt. Herr Dr. Baumüller war seit 1887 I. Sekretär und hat seit 1894 die Stelle des Direktors be- kleidet. Mit gediegenen Kenntnissen auf dem weiten Gebiete der Naturwissenschaften ausgerüstet und von aufrichtiger Be- geisterung und Hingabe für die Sache des Yereins beseelt, war er allezeit bestrebt, die ihm anvertraute Stellung bestens auszufüllen. Dank den beiden Männern, welche für die Yereinssache in so unermüdlicher und selbstloser Weise thütig w^aren. In einer aufserordentlichen Generalversammlung vom 13. Oktober wurde der bisherige I. Sekretär Dr. He er wagen zum Direktor, Herr Pfarrer Rudel zum I.Sekretär und Herr Buchdruckereibesitzer Sebald zum Administrator gewählt. 23 IL Bibliotheksbericht für 1897. Der Zuwachs betrug: 1. Durch Ankauf und Geschenke 191 Nummern mit insg-esamt 420 Bänden. Am 31. Dezember waren 3383 Katalog- Nummern vorhanden. Von den Geschenken, die der Bibliothek gemacht wurden, sind besonders hervorzuheben: dasjenige des Hrn. Fr. Huber, die offiziellen Berichte der meisten amerikanischen und anderen Staaten für die Weltausstellung in Chicago 1893; eine grofse Anzahl Bücher von Herrn Gg. Rhau; Bücher und Zeitschriften von Herrn Dr. Herz -Memmingen; ein sehr wertvolles Geschenk an Manuskripten der Naturforscherfamilie Sturm , Vater und Söhne, überreicht durch das Ehrenmitglied der Gesellschaft Herrn Dr. Gottl. v. Koch. Die Universitätsprofessoren Herr Dr. Fleischmann und Herr Dr. R. V. W ettstein ehrten die Gesellschaft durch Dedicier- ung ihrer neuen Veröffentlichungen: »Lehrbuch der Zoologie« und >^die europäischen Arten der Gattung Gentiana«. Das gleiche geschah seitens der Herren Dr. J. Biehringer, Prof. Dr. Fr. Buchenau, Dr. D i e u d o n n e , Dr. A.Geigenberger, Dr. G o r- don- Habana, Joh. Fr. Haus er, Dr. Herz, Prof. Dr. Issel, Th. Kämpfer, Dr. Kinkelin, Dr. Friedr. Leyh, Dr. F.W. Neger, H. Poeverlein, Prof. Dr. Fr. Wagner. 2. DurchTausch vermehrte sich die Bibliothek um 588 Ein- sendungen, welche sich auf 141 Tauschgesellschaften verteilen. Eine Anzahl von Gesellschaften hat der Bitte um Nach- sendung älterer Jahrgänge oder fehlender Bände und Hefte entsprochen; es sind dies: Bonn, Naturh. Verein der pr. Rhein- lande; Görlitz, Naturforschende Gesellschalt; Wien, k. k. Gartenbau-Gesellschaft und Wien, k. k. Geograph. Gesellschaft. Eine Reihe anderer liefs die Bitte leider unbeachtet. Dem Tausch verkehr sind folgende 5 Gesellschaften, resp. Redaktionen neu beigetreten: Budapest, Rovartani Lapok; Christiania, Meteorologiske Institut; La Plata, Bureau gen. de statistique de la Prov. de B2? A££?. Montevideo, Museo nacional; Portland, Portland society of natural history. Während des Jahres 1H97 wurden 182 Werke an 114 Ent- leiher ausgeliehen. Am stärksten in Anspruch genommen war das Gebiet der Geographie (mit 40). dann das der Anthro{)ülogie (mit 32j, der Botanik und der (Geologie (mit je 28 Werken). 24 HerrSebald hat der Bibliothek einen Zettelkatalog zum Geschenk gemacht, der dadurch hergestellt ist, dafs jede Nummer unseres in den Jahresberichten geführten Bücherverzeichnisses ausgeschnitten und auf Karton aufgeklebt ist. Dieser Zettel- katalog wird die Benützung der Bibliothek bedeutend erleichtern. Seine wissenschaftliche Ordnung und Aufstellung ist für die Bibliothek die wichtigste Arbeit des kommenden Jahres. Verzeichniss der Körperschaften, mit denen wir im Schriftenaustausch stehen und der Einsendungen, die uns 1897 zugegangen sind: A. Europa. I. Deutsches Reich. 1. Altenburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes: Mit- teilgn. N. F. 1896, VII. Bd. 2. Annaberg: Annaberg-Buchholzer Verein für Naturkunde. 3. Ansbach: Historischer Verein für Mittelfranken: 44. u. 45. Jahres- bericht 1892. 1896. 4. Augsburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 5. Bamberg: Gewerbeverein: Wochenschrift, 45. Jahrgang. 1896. »Bamberg a. d. II. B. L.-I.-G.- u. K.-Ausstllg. 1896.« — Festschrift z. F. d. 50 j. Bestehens d. G.-V. i. B. 6. > Naturforschende Gesellschaft. 7. Berlin: Botanischer Verein der Provinz Brandenburg. 8. » Deutsche geologische Gesellschaft : Zeitschrift, 48. Band, 3.4. Heft. 49. Band, 2. Heft. 9. * Entomologischer Verein: Berliner entomol. Zeitschr. 41. Bd. 4. 42. Band 1. 2. 10. » Gesellschaft naturforschender Freunde : Sitzungs-Berichte, Jahrg. 1896. 11. » Kgl.preufsisches meteorologisches Institut : Ergebnisse etc., 1893, Heft 3. 1896, Heft 2. 1897, Heft 1. Bericht 1896. Gewitter-Beob. 1892, 1893, 1894. Niederschi. Beob. 1894. 12. » Kgl. preufsisches statistisches Bureau. 13. Blankenburg: Naturwissenschaftlicher Verein des Harzes. 14. Bonn: Niederrheinische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: ' Sitzungsb. 1896, 2. Hälfte. 15. » Naturhistorischer Verein der preufsischen Rheinlande, West- phalens und des Regierungsbezirks Osnabrück : Verhand- lungen, 29. Jahrg. 2. Hälfte ; 44. Jahrg. 2. Hälfte ; 53. Jahr- gang. 2. Hälfte. 16. Braunschweig: Herzogliches naturhistorisches Museum. 17. » Verein für Naturwissenschaft : 10. Jahresbericht. 1895/6, 1896/7. 18. Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein: Abhandlungen, 14. Bd., 2. Heft. 19. Breslau: Schlesische Gesellschaft für vaterländische Kultur: 74. Jahresbericht , Litteratur der L. u. V.-Kunde der Prov. Schlesien, Heft 5. 25 20. Calau- Cottbus : Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte. 21. Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft: 13. Bericht vom 1. Juli 1892—31. Dez. 1895 [1896]. 22. Dan zig: Naturforschende Gesellschaft: Schriften N. F. 9. Bd., 2. Heft. 23. Darmstadt: Verein für Erdkunde und der grofsherzogl. geologi- schen Landesanstalt: Notizbl. IV. Folge 17. Heft 1896. 24. Dessau: Naturhistorischer Verein für Anhalt. 25. Dresden: Kgl. sächs. Statist. Bureau: Zeitschrift, 42. Jahrg. H. 3 u. 4; 43. Jahrg., H. 1 u. 2. 26. » Naturwissenschaftliche Gesellschaft Isis : Sitzungsber. und Abhandlungen, Jahrg. 1896. Juli — Dezember. 27. Dürkheim: Pollichia : Mitteilungen, LIII. Jahrg., Nr. 10, 1895; 54. Jahrg., Nr. 11, 1896; Dr. Mehlis, Drachenfels b. Dürkheim. 28. Düsseldorf: Naturwissenschaftlicher Verein. 29. Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein. 30. Emden: Naturforschende Gesellschaft: 81. Jahresbericht 1895/6. 31. Erfurt: Kgl. Akademie gemeinnütziger Wissenschaften: Jahr- bücher, N. F., Heft XXIII. 32. Erlangen: Physikalisch-medicinische Sozietät: Sitzungsberichte, 28. Heft, 1896. 33. Frankfurt a. M. : Physikalischer Verein: Jahresbericht 1895/96. 34. » Redaktion des »Zoologischer Garten.« 35. » Senckenbergische naturforschende Gesellschaft: Abhdlgn. 20. Bd. 1. Heft; 22. Bd. 1896; 23. Bd. 3. Heft, 4. Heft; Anhang; 22. Bd. Bericht 1897. 36. Frankfurt a. O. : Naturwissenschaftlicher Verein des Reg. -Bez. Frankfurt: HeHos, 14. Jahrg., Nr. 7 — 12, Soc. Litt., Jahrg. 10, Nr. 7—12; Jahrg. 11, Nr. 1—6. 37. Fr ei bürg i. Br.: Physikalischer Verein. 38. Fulda: Verein für Naturkunde. 39. Giefsen: Oberhessische Gesellschaft f. Natur- und Heilkunde: 31. Bericht 1896. 40. Görlitz: Naturforschende Gesellschaft: Abhandlungen, 6. Bd., 2. H.; 16. Bd. 41. Göttingen: Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften und Georg Augusts-Universität: Nachrichten, Mathem.- physik. Kl., 1896, 4 ; 1897, 1, 2. Geschäftl. Mitteilungen, 1897. 42. Greiz: Verein der Naturfreunde. 43. Güstrow: Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklen- burg: Archiv 50. Jahr 1896, 1. u. 2. Abteilung, Jubi- läumsbd. s. Inhaltsverz. zu d. Jahrg. XXXI. — L. 44. Halle a. S. : Entomologischer Verein. 45. 46. Landwirtschaftliches Institut an der Universität. Kaiserlich Leopoldino-Carolinische Deutsche Akademie der Naturforscher : Leopoldina, Heft XXXIII. Naturforschende Gesellschaft. Naturwissenschaftlicher Verein. Thüringisch-sächsischer Gesamtverein für Erdkunde. Verein für Erdkunde: Mitteilungen 1897. 51. Hamburg: Naturwissenschaftlicher Verein: Abh., 15. Band; Verh. III. F. IV., 1896. 52. > Verein für naturwissenschaftl. Unterhaltung. 53. Hamburg-Altona: Naturwissenschaftlicher Verein. 54. Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesamte Naturkunde. 47. 48. 49. 50. 26 55. Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. 56. Heidelberg: Naturhist.-medicin. Verein: Verhandlungen, N. F. V. Bd., 5. H. 57. Hof: Nordoberfränkischer Verein f. Natur-, Geschichts- u. Landes- kunde. 58. Karlsruhe: Naturwissenschaftlicher Verein. 59. Kassel: Verein für Naturkunde. 60. Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein : 11. Bd., 1. Heft. 61. Königsberg i. Pr.: Physikalisch-ökonom. Gesellschaft: Schriften, 37. Jahrg., 1896. 62. Landshut: Botanischer Verein. 63. » Historischer Verein. 64. Leipzig: Fürstl. Jablonowsky'sche Gesellschaft. 65. » Kgl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften : Be- richte über die Verhandl.; math.-phys. Kl. 1896, 4, 5/6; 1897, I/II— IV. Sach-Register der Ber. u. Abh. 66. » Naturforschende Gesellschaft: Sitzgsber. 22 u. 23. Jahrg., 1895/96. 67. » Verein für Erdkunde: Mitteilungen 1896; wissenschaftl. Veröffentl. : III. Bd. 2. Heft, Baumann, die Insel Sansibar. 68. Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 69. Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 70. Mainz: Rheinische naturforschende Gesellschaft. 71. Mannheim: Verein für Naturkunde. 72. Marburg: Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Naturwissen- schaften : Sitzungsberichte 1896. Schriften Bd. XIII. Abhdl. 1. 7-3. München: Kgl. Bayer. Akademie der Wissenschaften: Sitzungsber. der math.-phys. Kl., 1896, H. 3; 1897, H. 1, 2. Boden- seekarte. 74. » Bayer. Botanische Gesellschaft: Berichte, Bd. 5. 1897. 75. » Geographische Gesellschaft. 76. Münster: Westphälischer Provinzialverein für Wissenschaft und Kunst : 24. Jahresbericht für 1895/96. 77. Neifse: Philomathie. 78. Nürnberg: ÄrztHcher Verein. 79. » Bayr. Gewerbemuseum. 80. » Germanisches Nationalmuseum: Anzeiger Jahrg. 1896, Mitteilungen Jahrg. 1896. 81. » Gymnasialbibliothek. 82. » Medicinische Gesellschaft und Polyklinik: 18. Sitzungs- bericht 1896. 83. * Stadtbibliothek. 84. » Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg: Jahres- bericht 1895, 1896; Mitteilgn. 12. Heft, 1. Abt. m. »Prospekt d. Stadt Nbg.« 85. » Verein für öffentliche Gesundheitspflege. 86. » Verein Merkur. 87. Offenbach: Verein für Naturkunde. 88. Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein: 11. Jahresber. 1895 und 1896. 89. Pas sau: Naturhistorischer Verein. 90. Regensburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 91. Reichenbach: Voigtländ. Verein für allgemeine u. spez. Landes- kunde. 27 92. Reutlingen: Naturwissenschaftlicher Verein. 93. Schmalkalden: Zeitschrift des Vereins d. Hennebergischen Ge- schichte und Landeskunde. 94. Schneeberg: Wissenschaftlicher Verein. 95. Schweinfurt: Naturwissenschaftlicher Verein. 96. Sondershausen: Botanischer Verein für Thüringen. 97. Stuttgart: Verein für vaterl^nd. Naturkunde in Württemberg: Jahreshefte, 53. Jahrg. 98. Wernigerode: Naturwissenschaftlicher Verein des Harzes: Schriften, 11. Jahrg., 1896. 99. Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde: Jahrbücher, Jahrgang 50. 100. Würzburg: Physikalisch-medicinische Gesellschaft : Sitzungsber., Jahrgang 1896. 101. » Polytechnischer Zentralverein für Unterfranken und Aschaffenburg: Gemeinnützige Wochenschrift, 47. Jahrgang. 102. Z erb st: Naturwissenschaftlicher Verein. 103. Zweibrücken: Naturhistorischer Verein. 104. Zwickau: Verein für Naturkunde: Jahresbericht, Jahrg. 1896. II. Österreich-Ungarn. 105. Agram: Kroatischer Naturforscherverein. 106. Aufsig a. E. : Naturwissenschaftlicher Verein. 107. Baden bei Wien: Gesellschaft zur Verbreitung naturwissen- schaftlicher Kenntnisse. 108. Brunn: K. k. mährisch-schlesische Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde: Central- Blatt, 76. Jahrgang, 1896. 109. » Naturforschender Verein: Verhandlungen, 35. Bd.; 15. Ber. der meteorolog. Kommission. 110. Budapest: K. ungarische naturwissenschaftliche Gesellschaft. 111. » Rovartani Lapok (entomolog. Monatsschrift). IV. Kötet 1897. 112. Graz: K. k. steiermärkische Gartenbau-Gesellschaft: Mitteilungen, 23. Jahrgang. 1897. 113. » Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark : Mitteilgn., Jahrgang 1896. (D. g. R. 33. Heft.) 114. * Verein für Ärzte in Steiermark: Mitteilgn., 33. Jahrg., 1896. 115. Hermannstadt: SiebenbürgischerVerein für Naturwissenschaften : Verhandlungen und Mitteilungen, 46. Jahrg., 1896. 116. » Verein für siebenbürgische Landeskunde: Archiv, N. F. 27. Bd., 2., 3. Heft; Programm d. evang. Gymnasiums A. B. 1895/6; Jahresber. 1896/97. 117. » Siebenbürgischer Karpathenverein: Jahrbuch, 17. Jahrgang, 1897 u. »Bei!age<. 118. HoHc: K. k. Fachschule für Bildhauer und Steinmetze, H.Jahres- bericht. 119. Innsbruck: Ferdinandeum f. Tirol u. Vorarlberg: Zeitschrift, 3. Folge, 41. Heft; Register zu d. Zeitschr. bis z. 40. Heft. 120. » Naturwissenschaftlich-mediz. Verein: Bericht XXII. Jahrgang 1893 1896. 121. Klagen fürt: Naturhistorisches Landesmuseum für Kärnthcn : Jahrbuch, 24. Heft; Seeland. Diagramme d. magnet. u. meteorol. Beobachtgn. 1896. 28 122. Klausenburg: Siebenbürgischer Museumverein : Sitzungsber. der med.-naturw. Sektion, 18. Bd., 2. u. 3. Heft. 123. Laib ach: Musealverein für Krain. 124. Leutschau (Lösce) : Ungarischer Karpathenverein. 125. Linz: Museum Francisco - Carohnum : 55. Jahresbericht nebst 49. Lief, der Beiträge ; Baucalari, BibUothekskatalog des Museum Fr.-Carol. 126. Prag: K. Böhmische Gesellschaft der Wissenschaften: Sitzungs- berichte 1896, 1 u. 2; Jahresber. 1896. 127. » Naturhistorischer Verein Lotos. 128. Pressburg: Verein für Heil- und Naturkunde. 129. Reichenberg: Verein der Naturfreunde: Mitteilungen, 28. Jahrg. 130. Salzburg: Städtisches Museum Carolino-Augusteum : Jahresb.1895. 131. Triest: Societä adriatica di scienze naturali. 132. Wien: Entomologischer Verein: 7. Jahresbericht, 1896. 133. » K. k. Gartenbaugesellschaft : Wiener illustr. Gartenzeitung 1897, Heft 1 — 12; versch. Hefte Ergänzungen aus d. Jahrg. 1879, 1880, 1881, 1882, 1883, 1886 u. 1888. 134. » K. k. geographische Gesellschaft: Mitteilgn., Band 36—39, 1893-96. 135. » K. k. geologische Reichsanstalt : Verhandlungen , Jahr- gang 1896. 136. » Naturhistorisches Hofmuseum: Annalen, Bd. 11, Heft 3/4. 137. » K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft: Verhandlungen, 46. Bd., 10. Heft. 138. » Naturwissenschaft. Verein an der Universität: Mttlgn. 1896. 139. » Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse : Schriften, 37. Bd., 1896/97. I III. Schweiz : 140. Basel: Naturforschende Gesellschaft. 141. Bern: Naturforschende Gesellschaft. 142. [ » ] Schweizerische naturforschende Gesellschaft: Actes, 78e Session 1895 ; Verhandlgn., 79. Versammig. 1896. 143. Chur: Naturforschende Gesellschaft Graubündens : Jahresbericht, Neue F. 40. Bd. 1896/97. 144. Frauen feld: Thurgauische naturforschende Gesellschaft. 145. St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft: Bericht 1894/95. 146. Solothurn: Naturforschende Gesellschaft. 147. Zürich: Naturforschende Gesellschaft :Vierteljahrsschrift, 41. Jhrg., Supplement. 42. Jahrg., 1. u. 2. Heft. IV. Belgien. 148. Antwerpen: Acad^mie d'Archöologie: Bulletin 4. S. 2. XXVIII bis XXX. 149. Bruxelles: Socidt^ beige de microscopie. 150. » Socidt^ royale malacologique de Belgique. 151. » Soci^t^ royale Linndenne. V. Frankreich. 152. Cherbourg: Soci^t^ nationale des sciences naturelles et math6- matique. VI. Grossbritannien. 153. Dublin: Natural history society. 154. Glasgow: Natural history society: Transactions (N. S.) Vol IV. Part III; Vol. V., Part I. 29 VII. Holland. 155. Amsterdam: Genootschap Natura artis magistra. 156. Haarlem: Mus^e Teyler : Archives, Ser. II., Vol. V., 3« partie. 157. Leiden: Nederlandsche Dierkundige Vereeniging. VIII. Italien. 158. Brescia: Ateneo : Commentari 1896. 159. Catania: Accademia Gioenia di scienze natural! : Bullettino, Marzo 1897, Fase. XL VI. 160. Firenze: Bibliotheca Nationale Centrale: Bolletino d. Public. Ital. Indici 1897, No. 264—287; 1895, S. 97— XCVILI. 161. » R. Istituto di studi superiori e di perfezionamento. 162. » Societä entomologica italiana: Bulletino anno 28, Trim. 3 u. 4. 163. Milano: R. istituto lombardo di scienze. 164. Mode na: Societä dei naturalisti : Atti, S. 3, Vol. 14, anno 29, F. 2. 165. Napoli: R. accademia delle scienze. 166. Padova: Societä veneto-trentina di scienze naturali: Atti, S. 2, vol. 3, fasc. 1. 167. Pisa: Societä malacologica Italiana. 168. » Societä Toscana di scienze naturali : Atti, Memorie vol. 15; Proc. verb. vol. 10, 22. Novem. 1896— Maggio 1897. 169. Roma: R. accademia dei Lincei : Atti, anno 294, S. V., Rendiconti vol. 6, 1. Sem. F. 1—12; 2. Sem. F. 1— 12e Indice; Ren- diconto deir adunanza solenne dei 5. Giugno 1897. 170. » Biblioteca nazionale centrale Vittorio Emanuele. 171. » R. comitato geologico d'Italia. 172. Sassari: Universitä. 173. Torino: R. accademia delle scienze: Atti, vol. 32, disp. 1 — 5, 7 — 15, Dr. Rizzo, Osserv. meteorol. 1896. 174. Venezia: R. istituto delle scienze: Memorie vol. 25, 8. 175. Verona: Accademia (Agricoltura, scienze, lettere, arti e commercio) Memorie, vol. 72, S. 3, F. 3 u. 4. IX. Luxemburg. 176. Luxemburg: Soci^t^ botanique de grand-duchd de Luxembourg. 177. » Fauna, Verein Luxemburger Naturfreunde : Mit- teilungen aus den Vereinssitzungen, 6. Jahrg., 1896. X. Kussland. 178. Dorpat: Naturforscher-Gesellschaft: Archiv für die Naturkunde, Liv-, Ehst- u. Kurlands, 2. S., Bd. 11, Lfg. 2; Sitzungs- berichte, 11. Bd., 2. H. 179. Helsingfors: Societas pro fauna et flora fennica : Acta, Vol. XI; Meddelanden 22. Heft. 180. Kiew: Naturforscher-Gesellschaft der Universität. 181. Mi tau: Kurländische Gesellschaft für Literatur und Kunst: Sitzungsberichte, 1896. 182. Moskau: Societä imp(jriale des naturalistes : Bulletin, 1896, Nr. 3, 4; 1897, Nr. 1. 183. Riga: Naturfor.scher-Verein : Korre.spondcnzblatt 39, 1896; Ver- zeichnis z. Samlg. abnormer Wildhühncr. 184. St. Petersburg: Hortus f)ctropolitanus : Acta Tom. III, Nr. 2 bis 5; Tom. IV, 1-5; Tom. V, 1—5; Tom. VI, 1—5; Tom. VII, l. 30 XI. Schweden und Norwegen. 185. Bergen: Museum: Aarbog for 1896; Sars , Crustacea of Norway vol. IL Part. 3—8. 186. Christiania: Universität. 187. » Editorial Committee of Den Norske Nordhavs- Expedition 1876 bis 1878: No. XXIII, Zoologi. No. XXIV, Botanik. 188. Stavanger: Museum: Aarsberetning tor 1896. 189. Stockholm: Konig Svenska Vetenskaps Academien: Öfversigt af Förhandlingar 1896; Bihang vol. 22, Sect. 1—4; 28. Handlingar. 190. Stockholm: Soci^tö entomologique: Entomologisk Tidskrift, arg. 17, Haft 1—4, 1896. 191. Tromsö: Museum: Aarsberetning for 1894; Aarshefter 18, 1895. 192. Upsala: Geological Institution of the university: Bulletin vol. 3, p. 1, Nr. 5. B. Amerika. I. Argentinien. 193. Buenos aires: Museo Nacional: Annales tomo 5 (S. 2, t. 2); Memorias 1894, 1895, 1896. 194. C o r d o b a : Academia nacional de ciencias de la republica Argentina. 195. La PI ata: Bureau g^ndral de Statistique: Carl. Salas, l'agriculture, r^Mvage, l'industrie et le commerce dans 1. prov. de Buenos Ayres 1895. II. Brasilien. 196. Rio de Janeiro: Museu nacional. III. Britisch Amerika. 197. Halifax (Nova Scotia) : Nova Scotian Institute of natural science : Proceedings and Transactions Vol.9 Part. 2(2. S., Vol. II). 198. Toronto (Ontario) : Canadian Institute: Transactions No. 9 vol. 5, Part. 1); Proceedings, N. S., Vol. V, part. 1, No. 1. IV. Chile: 199. Santiago: Deutscher wissenschaftlicher Verein : Verhandlungen, Bd. III, Heft 3, 4, 1896. 200. > Soci^t^ scientifique du ChiU : Actes: Tome V (1895) 5« 1.; Tome VI (1896) 2e— 5- 1.; Tome VII V^ 1. 201. » Universidad: Annales, Tomo XCI — XCIV: Philippi, Plantas nuevas chilenas. 202. » Museo national. V. Costa Bica. 203. San Jose: Museo nacional: Informe 1896— 97; Mamiferos de Costa Rica 1897; Moluscos terrestres y fluviatiles 1897; Tristan, Insectos de C. R. 1897. VI. Cuba. 204. Habana: Sociedad antropologica. Vn. Umguay. 205. Montevideo: Museo Nacional: Anales VII, Tomo IL Vni. Vereinigte Staaten. 206. Albany (N.-Y.): State museum of natural history : Reports of the State geologist 1894 (14); James Hall, prelim. Geologie Map of New-York 1 : 316,800. 207. » University of the State of N,-Y. : 48tli annual report 1894. 2 Bände u. 1 Atlas. 31 208. Boston (Mass.): American academy of arts and sciences: Procee- dings N. S. vol. 23, 1895/6 (W. S. 31); Vol. 32, No. 1—14. 209. » Society of natural history: Proceedings vol. 27, p, 75 bis 330, No. 3—14. 210. Buffalo (N.-Y.): Society of natural sciences. 211. Cambridge (Mass.): Museum of comp. Zoology at Harvard College: Annual Report 1895/6; Bulletin vol. 28, 3—5, 30, 3, 6. 31, 1—4. Memoirs vol. 19, 2. 20. 21, I. u. IL, 22 mit Atlas. 212. Chicago (HL): Academy of sciences : 39. Jahresbericht. Bulletin No. 1, Calkins, Lichen-Flora. 213. Colorado Springs (Colo.): Colorado College: Studies, Vol. VI. 214. Columbus (Ohio): Board of Agriculture. 215. Dave np ort (Jowaj: Academy of natural sciences: Proceedings, Vol. VI, 1889—97. 216. Madison (Wisc): Soci^t^ de l'^tat Wisconsin. 217. » Wisconsin Academy of sciences, arts and lettres. 218. Meriden (Conn.) : Scientific association : Proceedings and Trans- actions. 219. Mil w au k e e : Natural history society of Wisconsin : 14. annual Report. 220. Minneapolis (Minn.): Geological and natural history survey of Minnesota. 221. » Minnesota Academy of natur. Sciences: Bulletin Vol. IV, No. 1, Part. 1. 222. New-Haven (Conn.): Academy of arts and sciences. 223. New-York (N.-Y.): Academy of sciences : Annales vol. IX., No. 4, 5. Transactions vol. XV. 1895/96. 224. » Microscopical society: Journal vol. XIII., No. 1—3. 225. Philadelphia (Pennsylv.): Academy of natural sciences: Procee- dings 1896, Part 2, 3; 1897 Part 1. 226. » American philosophical society: Procee- dings vol. 35. No. 151, 152; vol. 36, 154. 227. * Wagner Free Institute of science. 228. Rochester (N.-Y.): Academy of Science. 229. Salem (Mass.): Essex Institute. 230. S t. L o u i s (Miss.): Academy ofscience :TransactionsVol.VII.,No.4 — 16. 231. » Missouri botanical Garden. 232. San Francisco (Cal.) : California Academy of sciences. 233. St. Paul (Minn.): Geological and natural history survey. 234. Topeka (Ark.) : Kansas Academy of science. 235. Trenton (N.-Y.): Natural history society. 236. Tufts College (Mass.). 237. Washington: Bureau of Ethmology: 14. Jahresbericht 1892/93, 2. Bde.; 15. Jahresb. 1893/94. 238. » Department of Agriculture: Bulletin No. 54; North American Fauna No. 13 ; Yearbook 1896. 239. » U.S. Geological Survey: 17. Jahresbericht 1895/96, Part III, 1 u. 2. 240. > Smithsonian Institution : Langley , Memoir of George Brown Goode. Annual Report 1894, I u. II; 1895. Bulletin No. 47, 49. Miscellaneous Collections 1035, 1038, 1039, 1071, 1072, 1073, 1075, 1077. Contributions to knowledge 1034. Proceedings oftheU.S.National Museum, Vol. 18, 1895. III. Bericht über den Zuwachs zu den Sammlungen. 12; Gegenstand Fundort Schenker 64 65 66 63 135 136 137 152 159 44 132 14 67 10 80 81 39 11 57 144 130 94 154 60 59 116 99 47 110 la. Anthropologie. Schädel, Schenkelknochen . . . Urnenscherben Bernsteinring Nadeln, messerartiges Instrument Kupferring Knochen Steinwerkzeuge Menschliche Knochen Skelettteile eines jugendlichen Menschen Nürnberg Eisenschlacken, Urnenscherben . Poesneck Palgern Flur auf dem Juraplateau bei Altdorf Schniegling Ib. Ethnographie. Messer Kopfputz, aus vorigem Jahrhundert Sandalen, Schuhe Kinderschuhe Holzschuhe und slavische Obangen Schuhe, Bekleidungsgegenstände, Kopfschmuck Gefäfse aus Flaschenkürbis . . . Vergiftete Pfeilspitze, Waffe Schöpflöffel, geschnitzt Klapper Zwei Idole 2. Zoologie. a. Säugetiere. Nasua, Nasenbär Meles, Dachs, jung Canis vulpes, 2 junge Füchse . Halmaturus, Känguruh , , , . Elephantenzahn , mit einge- drungener Kugel Gemse, 2 Füfse, mumificiert . Bos, Kiefer, ausgegraben . . . Lappland Nabburg Tessin Bulgarien Poschega^an der Save Serbien Tanganjikasee Kamerun Hypora Asuucion Heroldsberg Neuholland Alpen hier Anthropo- logische Sektion, Wunder. Rhau. Magistrat. Spandel. Lambrecht, Zopf. Huber. Zopf. Forchheimer. Preifs. Zopf. Meisenbach. Wieseler. Kleylein. Ludloff, Er- langen. Meisenbach. angekauft. Schmidt. Heuber, M. StoU, Sattler. 33 ^ ^ Gegenstand Fundort Schenker b. Vögel. 23 Sylvia spec 48 Hirundo, 2 Nester mit Gelegen . 20 Tichodroma muraria 21 Pastor roseus 155 Oriolus galbula 54 Jynx torquilla 53 Otus brachyotus 22 Colymbus septentrionalis .... 117 „ , rotkehliger Seetaucher 149 Podiceps minor c. Amphibien und Reptilien. 142 Eidechse mit 2 Schwänzen . . . 129 Lacerta ocellata var. pater . . . 143 Lacerta muralis var. tiliguerta subv. coerulea 121 Anolis carolinensis 4 Agama sanguinolenta 40 Lygosoma guichenoti 13 „ tenue 71 Uromastix acanthinurus .... 122 „ hardwickei 5 Amphibolurus barbatus 3 Cyclodus gigas 19 Zonurus giganteus, Riesengürtel- schweif 37 Scincus officinaMs 120 Tiliqua nigrolutea 126 Ophisaurus apus 43 Diporophora australis 83 Boa, Riesenschlange 153 Python reticulatus, junge Riesen- schlange* 79 Diemenia psararaophis 161 Dendrophis pictus 103 Tropidonotus natrix 150 Coluber erythrurus d. Fische. 62 Raja clavata, Rochen, Zähne . . 36 Rochen, riesiges Exemplar . . . Reichswald Nürnberg Südeuropa Gutsberg Erlenstegen Franken Ansbach Veilhof Erlangen Nordafrika Frl. Straub. Ertheiler. angekauft. n Haering. Meisenbach. Sixt. Pf autsch. angekauft. Lechner. Lindinger. Kinkelin. Capri n Nordamerika n Transkaspien n Neusüdwales n Queensland » Egypten n Bengalen n Queensland n Australien n Südafrika n Egypten r> Neuholland r Dalmatien n Queensland n Brasilien angekauft. Ostindien Kinkelin. Australien n n Nürnberg n Kastrupp. Manila Kinkelin. Prof. Dr.Fleisch mann. — Hlüinel, Kfm. A 34 Gegenstand Schenker 141 55 139 140 52 111 128 72 106 6 23 123 138 7 8 9 69 45 51 73 133 61 102 35 Esox lucius , Hecht, 11 Pfund schwer, Kopf Belone acus, Hornhecht .... Dactylopterus volitans Exocoetus evolans Lepidosiren paradoxa e. Insekten. Melolontha FuUo Desmonota variolosa Cossus ligniperda Raupein Ahorn- bäumen Hippobosca equina Myrmecoleon formicarius .... Heuschrecken Stagmomantis Carolina Reblaus-Präparate Cicata plebeja Centrotus cornutus Euplix producta Ixodes ricinus, Hundszecke . . . f. Molluscen und niedere Tiere. Pectunculus pilosus Clausilia, reiche Sammlung von Arten dieser Gattung .... Solen vagina Diverse Conchylien. . Fungia, Blätterkoralle g. Biologie. Stammstück der Esche mit Frafs- gängen des Eschenbastkäfers . Rinde der Föhre mit Frafsgängen des Borkenkäfers Altmühl Mittelmeer Amazonenstrom Nürnberg Brasilien Nürnberg Argentina Carolina Moritzberg Syrien Spikeroog,Nord- see Franken Reichswald 89 3. Botanik. a. Morphologie, Physiologie, Pharmacologie etc. Stamm von Nuphar mit zerstreuten Gefäfsbündeln i Erlangen Meisenbach. Kinkelin. n n n Dr. Rupprecht. Kinkelin. Tölke. Schwarz. Kaulfufs. Scudellari. Kinkelin. Voigt. Kaulfufs. n Schwarz. Kinkelin. Voigt, Apothek., Höchstadt a. A. Ungenannt. Knapp. König. Probst, Drechs- lermeister. Schwarz. Dr. Glück. 35 ;2i Gegenstand Fundort Schenker 163 Stamm von Nymphaea mit zer- streuten Gefäfsbündeln .... Dutzendteich Bürger. 101 Aristolochia Sypho, Blätter und Blüten cult. Voigt. 134 Frucht von Trapa natans . . . Unterbürg Huber. 18 „ „ Citrus medica . . . Palermo Sixt. 87 „ „ Carica Papaya . . . h. b. Würzburg Dr. Appel. 88 „ „ Momordica involu - crata (Natal) h. b. Würzburg 162 Frucht von Vaccinium macro- 5> carpum Nordamerika Kinkelin. 49 3 Fruchtzapfen von Pinus Strobus cult. Kitzingen Dr. Buchner. 158 Cladonia-Photographieen , reiche Dr. Arnold, Serie — München. 91 Geaster hygrometricus Erlangen Lindinger. 124 Baumschwämme Kraft, Karl. 164 Baumschwamm, flach gewachsen . Spessart Schwarz. 86 Farnkrautprothallien mit Arche- hört, botan. gonien und Antheridien . . . Würzburg Dr. Appel. 90 Fiederblatt von Kallanchoe pin- nata mit Bildung junger Sprofse i in den Kerben n »> 97 Daphne Mezereum, Blüte .... Nürnberg Wölfel, Karl. 84 Kartoffelknolle mit eingewachse- nem Ring r) Pfeuffer. 109 Rosa centifolia, Blüte mit Durch- wachsung hört. Schwabach Pohl,Schwabach. 156 Aststück mit Pilzbildung .... Sankt Johannis Lenz. 2 Ast von Quercus mit Insektenstich ; Nürnberg Meisenbach. 157 Ertheiler. 32 Blüte von Trifolium montanum als Brustthee — Motz, Stallmeist. b. Pflanzengeographie. 58 Äste und Zapfen von Pinus Pu- milio Tiappersdorf 1 Meisenbach. 113 Taxus baccata Eibenthal, Plech Zeidler. 169 Teucrium Scorodonia ' Ilochenbruck Schwarz. 85 Chenopodiaceae , reiche Serie, frisch. Atri])lex nitens, Blitura virgatum,('henopodium striatum Wiirzburg Landauer. 147 Früchte von Guevina Avellana . Chile Wieseler, Keller. 3* 36 ^ w Gegenstand Fundort Schenker 148 Litschipflaumen (von Nephelium V 146 Litschi) Zabucajanüsse (Samen vonLecythis Japan ( Wieseler, [ Keller. OUaria) Kamerun 145 Samen von Yoandyeia subterranea n 131 Seidenbaumwolle — Wieseler. 131a Aron centaurus » c. Zu den Herbarien. ' 147 Rubus-Bastarde, determ. Utsch . Flora Nürnberg Simon. 15 Phanerogamen aus Brandenburg, Tirol, Ungarn 55 95 Phanerogamen aus Oberbayern Kränzle. 34 „ aus denCordilleren La Cumbra Scudellari. 151 „ aus der Schweiz Paalzow. 98 Sphagna, Laubmoose Franken Kaulfufs. 165 Pilze, parasitär auf Kulturpflanzen fränk. Jura Dr. Wagner. 166 V n 35 » Lichtenhof 55 55 167 „ „ „ wildenPflanzen Nürnberg Fdr. Schultheifs. 170 „ „ „ wilden und Nürnberg, Neu- Schwarz. cultiv. Pflanzen markt 171 Pilz, parasitär auf Beta vulgaris 4. Geologie. a. Palaeontologie. Oberhessen 55 100 Ursus spelaeus, Zähne Streitberg Bing, Kommerz. 112 53 n n fränk. Jura Heinemann. 56 Cervus sp. Geweihfragment in einem Tufflager bei Eschenbach Bürger. 119 Mastodon sp.? Zähne. Diluvium. Obertunzing Hupf, Regensbg. 160 Plateosaurus Engelhardi. Knochen, Wirbel Lauf Wunder jun. 108 Puppa nordlingensis, Süfswasser- kalk Nördlingen Ehrhard. 118 Ammonites species divers. Jura francon. super . Uetzing Paalzow. 127 Ammonites, Belemnites etc. aus dem Dörlbacher Liasaufschlufs Altdorf »5 46 Verschiedene Versteinerungen. . Kudielka. 92 Fossiles Holz, Braunkohle . . . b. Geognosie. Oberösterreich Lindinger. 50 Gerollte Gesteine der Küste des ligurisch. Meeres Heyling. 68 Stein, gerollt Lago Maggiore Huber. 37 168 Gegenstand Gerollte jurassische und Urge- birgsgesteine (Bahnbau) . . . 105 Gerollte Kopale 114|Geode aus dem Amaltbeenthon . 126 Plattenkalk 107 Süfswasserkalk mit Hydropia und Puppa 82 Gesteine aus dem Miocaen von Moosbach bei 16 17 70 124 12 148 5. Mineralogie. Granaten Schwefeleisen Kosenquarz von Pleistein bei . . Quarze, diverse Phaestin vom Peterlstein bei . . 6. Geographie. Karten von Nürnberg, Deutsch- land etc 7. Technologie. 41 Metallschliffe 78 einige Kopale mit umgebendem Gestein 104 Kopale, Erdpeche, reiche Serie verschiedener Sorten 38 142 Glasringe, bunt, indischer Schmuck 42 Armreife der Hindus, Calcutta . 95 Armreife 74 3 Amulette (für Madagascar) . . 75 Schnupfdose 76 j Amulette für denOberarm(Bombay) 77 5 Kopfnadeln (China) Fundort Mariaort, Regensburg Rasch, Altdorf Solnhofen Nördlingen Wiesbaden Norwegen nördl. Norwegen Vohenstraufs Kupferberg Schenker Schwarz. Dasch, P. Schwarz. Paalzow. Ehrbar d. Spandel. Friese. Glenk. K. Krafft. Fr. Huber. Südaustralien div. Rhau. Böhler, Wien. Kleylein. Dasch, Engel- hard, Lackfabr. Kleylein, Gablonz Der Konservator: A. Schwarz. 38 IV. Jahresbericht der Verwaltung für 1897. Die Vermietung der verschiedenen Räume des Hauses war die gleich günstige, wie im Vorjahr. Der zweite Stock des Vorderhauses und das Hinterhaus ist an die Neue Nürnberger Frauenarbeitsschule vermietet, ebenso ein Keller an einen Obsthändler. Die Gesellschaftsräume waren vermietet an : Architekten- und Ingenieur -Verein, Gartenbauverein, Hebammen -Verein^ Pegnesischer Blumenorden, Stenographenhort, Technische Kommission für Gesundheitspflege , Kommission für Ferien- kolonien und an die Schulkommission. Zur jährlichen Bezahlung von 200 M an unserer Hypothek haben sich auch in diesem Jahre eine Anzahl Herren mit Extrabeiträgen beteiligt, wofür herzlicher Dank ausgesprochen wird, gleich dankend ist die Zurückgabe von 3 Schuldscheinen im Gesamtbetrage von 150 Ji zu verzeichnen. Eine Schuld- scheinverlosung konnte leider wiederum nicht vorgenommen werden, da die Verwaltung noch mit den gröfsten Schwierig- keiten zu kämpfen hat und die Gesellschaftskassa auch dieses Jahr einen bedeutenden Zuschufs leisten mufste. Der Vermögensstand beziffert sich wie folgt: a. Immobiles Vermögen. Haus nebst Hinterhaus Schildgasse 12, 1. Jan. 1897 m ^ Hypothek darauf 50400 — Abzahlung hieran . 200 — sohin am 31. Dezember 1897 Hypothekenbestand 50200 — b. Mobiliar. m ^ 1. Januar 1897 Stand desselben 1817 50 Ab 10> Abnützung 181 75 1635 75 0. Schulden an Schuldscheinen. m ^ Gesamtausgabe von Schuldscheinen 30175 — 1. Januar 1897 Stand derselben 24750 — iavon 3 Stück als Geschenk zurückerhalten . . . 150 — Stand am 31. Dezember 1897 . . 24600 — H. Sebald. 0440 r)6 Abschlnss: M. ^ Summa der Einnahmen . . 5795 52 Summa der Ausgaben . . Kassabestand a. Bar . b. 2 Sparkassabücher mit . zum Vond für das 100jährige Jubiläum 45 39 V. Kassenbericht für 1897. a. Über die Gesellschaftskassa. Einnahmen: M. ^ Kassabestand 680 07 Guthaben bei der Sparkassa {M. 884.99) — — Aufnahmsgebühren 26 Mitgliederbeiträge 4154 Beitrag vom Stadtmagistrat Nürnberg 500 Beitrag vom Landrat für Mittelfranken 300 Legat des Privatiers Herrn Hohenner 125 Summa . . Ausgaben: Titel Ja. Einrichtung des Museums » Ib. Unterhaltung desselben » IIa. Bibliothek » IIb. Einrichtung derselben » II c. Druck des Kataloges » III a. Schreibbedarf ^ Illb. Porti » nie. Inserate » Illd. Gehalt des Vereindieners » nie. Feuerversicherung (1897/1902) .... » IV. Überzahlung zum Hauskonto j» V. Jahresbericht und Drucksachen .... » Via. Zuschufs zur anthropologischen Sektion » VIb. » » botanischen Sektion . . . p VIc. » » geographischen Sektion . » VId. » » histor.-bakleriol. Sektion. » VIe. » » chemischen Sektion . . . * Vlla. Fond für das 100jährige Jubiläum . . » VII b. Abzahlung d(3r Hypothek » VIII. Reservefond Summa . . 5446 66 o79o 52 JfV. A 332 60 258 81 ' 271 25 149 — 34 40 63 54 102 60 532 48 325 — 2492 20 1 50 200 100 50 — 100 100 200 133 28 ;i48 86 1018 85 wovon #400.— bestimmt sind. 40 b. Über die Verwaltungskassa. Einnahmen: M. ^ Extrabeiträge der Mitglieder zur Abzahlung an der Hypothek 125 - Miets-Erträgnisse 2192 20 Erlös für verkauftes Holz 14 — Für verkaufte Gasuhr 10 — Erlös für Biergläser 8 50 Eintrittsgelder in das Museura 3 20 Beitrag zur Strassenreinigung von Frl. Winter . . o — Überzahlung aus der Gesellschaftskassa 2492 20 Summa . . 4850 10 Ausgaben: M ^ Abzahlung an der Hypothek : . . . . 200 — Reperaturen und Bauarbeiten 1371 36 Steuern, Wasserzinse und Holzpfandgeld 422 Ol Hypothek-Zinsen 2008 17 Ökonomie und Regie 848 56 Summa . . 4850 10 Abschluss: Ji ^ Summa der Einnahmen . . . 4850 10 Summa der Ausgaben . . . 4850 10 Für Richtigkeit: Nürnberg, den 13. Januar 1898. Bernh. Lang. Die Richtigkeit vorstehender Aufstellung und die Über- einstimmung mit den vorliegenden Belegen bestätigen Nürnberg, den 13. Januar 1898. J. Kreutzer, Robert Voit, August Ertheiler. 41 VI. Mitgliederverzeichnis. (Stand vom 31. Dezember 1897.) Vorstandschaft: Direktor: Herr Dr. phil. August Heerwagen, k. Gymn.-Prof. /. Sekretär: Herr Wilhelm Rudel, k. Pfarrer. IL Sekretär: Herr Dr. phil. Karl Hartwig, k. Gymn.-Prof. III. Sekretär: Herr Dr. Alexander Frankenburger, prakt. Arzt. Bibliothekar: Herr Konrad Hörmann, Lithograph. Conservator: Herr Aug. Schwarz, k. Stabsveterinär im I. Chev.-Rgt. Schatzmeister: Herr Beruh. Lang, Kaufmann u. k. schwed. Konsul. Administrator: Herr Hans Sebald, Buchdruckereibesitzer. Bautechniker: Herr Emil Hecht, Architekt und Gemeindebevoll- mächtigter. Enstoden : 1) für die anatomische Sammlung: Herr Dr. Franke nburger ; 2) » » anthropologische Sammlung: Herr Wunder; 3) » » botanische Sammlung und zwar: a. für das allgemeine Herbar: Herr Fr. Schultheifs; b. » » Kryptogamen-Herbar: Herr Kaulfufs; c. > » Nürnberger Herbar: Herr Schwarz; d. » » bayerische Landesherbar: Herr W. Rudel; 4) für die chemische Sammlung und zwar: a. für die anorganisch-chemische: Herr Dr. Metzger; b. » » organisch-chemische: Herr Wunder; 5) für die ethnographische Sammlung: Herr Dr. Heerwagen; 6) » » mikroskopische Sammlung: Herr Dr. Goldschmidt; 7) » » lokal-geognostische Sammlung: Herr Schwarz; 8) » » mineralogische Sammlung: Herr Dr. Zwanziger; 9) » » paläontologische Sammlung: Herr Spandel; 10) . ^ physikalische Sammlung: \ Herr'Dr. Lessing; 11) » » technologische Sammlung: j 12) > » zoologische Sammlung, und zwar: a. für Säugetiere und Vögel: Herr Dr. Heerwagen; b. » Reptilien, Amphibien und Fische: Herr Kinkelin; c. » Weichtiere und Conchylien: Herr Knapp; d. ■» Insekten: Herr Mang er; e. » Arachniden und Myriapoden: Herr Dr. Koch sen.; f. > Crustaceen uud niedere Tiere: Herr Kinkelin. A. Ehrenmitglieder. Sr. Kgl. Hoheit Dr. Carl Theodor, Herzog in Bayern. Herr Agassiz, Alexander, Professor in Cambridge. ■» Arnold, Fr., k. Oberlandesgerichtsrat in München. » Ball hörn, Hermann, Buchhändler in Würzburg. » Dr. Blasius, R., Professor in Braunschweig. » Dr. Büchner, Ludwig, prakt. Arzt in Darm.stadt. > Castellanos, B. S., Direktor der k. archäologischen Academic in Madrid. » Doval-Jouve,J., Ancien Inspecteur de l' Academie de Montpellier. > Dr. Flügel, Felix, Privatgclchrter in Leipzig. 42 Herr Dr. von Gümbel, Wilhelm, k. Oberbergamts-Direktor und Uni- versitätsprofessor in München. » Dr. Günther, Sigmund, k. Professor an der techn. Hochschule in München. » Dr. V. Hauer, Ritter, Franz, k. Hofrat in Wien. » Dr. V. Koch , Gottlieb, Direktor des zoolog. Instituts in Darmstadt. » Dr. Koch, Ludwig, sen., prakt. Arzt in Nürnberg. » Lambrecht, Fr., k. holl. Hauptmann in Hannöverisch-Münden. » L Ott er, M., Waisenhausvater in Nürnberg. » Dr. Müller, Karl, Privatgelehrter in Halle a. d. S. » Dr. V. Pettenkofer, M., k. Geheimer Obermedizinalrat in München. » Philip p i, R. A., Professor a. d. Academie in Santjago in Chile. » Dr. Ranke, Johannes, k. Professor in München. » Dr. Selenka, Emil, Profestor hon. an der Universität München. » Dr. Suringar, W. F. R., Professor und Direktor des botanischen Gartens in Leyden. » Dr. Virchow, R., k. Geheimer Rat und Universitäts-Professor in Berlin. B. Ordentliche Mitglieder. 1) Herr Adolf, Georg, Kaufmann. / 2) » Aischberg, Joseph, Hopfenhändler. 3) » Ammon, Gottfried, Kaufmann. 4) » Ammerbacher, Max, k. Postexpeditor in Fürth. 5) » Bach, Leo, Kaufmann. 6) » Bach, Siegfried, Fabrikbesitzer. 7) > Bäum 1er, Joh. Konrad, Kaufmann. 8) » Dr. Barabo, Adam, prakt. Arzt. 9) » Barbeck, Hugo, Buchhändler und Magistratsrat. 10) » Barth, Johannes, Kaufmann in Weigelshof. 11) » Barthell, Georg, Hopfenhändler. 12) » Dr. Bauer, Friedrich, prakt. Arzt. 13) » Dr. Bauer, Karl, Assistent. 14) » Baur, Joseph, Anton, Ingenieur. 15) » Dr. Baumüller, Bernhard, pr. Arzt. 16) » Bauriedel, Paul, Kunstmühlbesitzer. 17) » Beckh, August, Apotheker. 18) » Dr. Beckh, August, prakt. Arzt. 19) » Beckh, Edwin, Fabrikbesitzer und Kommerzienrat. 20) » Beckh, Georg, Fabrikbesitzer. 21) » Dr. Beckh, Wilhelm, Oberarzt am städt. Krankenhaus u. k. Hofrat. 22) » Berlin, Max, k. Landgerichtsrat. 23) » Dr. Bernett, Wilhelm, prakt. Arzt. 24) » Bernhold, Albert, Kaufmann. 25) » Bernstiel, Karl, Kaufmann. 26) » Dr. Berthold, Eugen, prakt. Arzt. 27) Bibliothek, Königliche, in Berlin. 28) Herr Bing, Adolf, Kaufmann. 29) » Bing, Berthold, Kaufmann. 30) » Bing, Heinrich, Kaufmann. 31) » Bing, Hermann, Kaufmann. 32) » Bing, Ignaz, Grofshändler und Kommerzienrat. 43 33) Herr Bing, Oskar, Kaufmann. 34) » Birkmann, Michael, Zimmermeister. 35) » Birkner, Rudolf, Bankier und Konsul der chil. Republik. 36) » Bloch, Samuel, Bankier. 37) " Bock, Georg, Zahnarzt. 38) » Bodky, Julius, k. Reallehrer. ^ 39) » Boeck, Karl, Fabrikdirektor. 40) » Dr. Böhm, Gottfried, Assi.stent am bayr. Gewerbemuseum. 41) » Braun, Jean, Buchhändler. 42) » Brom ig, Hans, Kaufmann. 43) » Brunner, Martin, Kaufmann. 44) '> Brust, Max, Kaufmann. 45) » Dr. Buchner, Wilhelm, prakt. Arzt. 46) > Bücking, Johannes, Privatier. 47) » Bürger, Leonhard, Architekt. 48) » Buz, Franz, k. Major und Regiments-Commandeur. 49) » Cammerer, Fritz, k. Oberförster in Eibach. 50) » Carette, Georges, Kaufmann. 51) » Cnopf, Karl, Bankier. 52) » Dr. Cnopf, Rudolf, prakt. Arzt. 53) » Conradty, C., Fabrikbesitzer. 54) » Gramer, Friedrich, Prokurist. 55) » Crailsheimer, Hugo, Kaufmann. 56) » Cramer, Fritz, Buchhändler in Würzburg. 57) » Cramer. Paul, Kaufmann. 58) » Dr. D euer lein, Georg, prakt. Arzt. 59) » Dietrich, Theodor, k. Postoffizial in Schvveinau. 60) » Dietz, Georg, Grofshändler. 61) » Diez, Gregor, Maurer- und Tünchermeister. 62) » Dormitzer, Louis, Kaufmann. 63) » Dr. Dürr, Felix, Reallehrer. 64) » Dürr, Konrad, k. Professor. 65) y Dr. Eber le, Joh. Fr., k. Gymnasiallehrer. 66) » Eckart, Ernst, Apothekenbesitzer und Magistratsrat. 67) » Dr. Eckart, Karl, Apotheker. 68) ^ Eckert, Hermann, Kaufmann in Heidelberg. 69) » Ehrenbacher, Sigmund, Hopfenhändler. 70) » Eisen b ach, Georg, Kaufmann. 71) » Dr. Elliesen, Paul, Privatier. 72) » Dr. Emmerich, Max, prakt. Arzt. 73) y> Engelhardt, Adolf, k. Pfarrer. 74) > En giert, Hans, Kaufmann. 75) ■» Enslin, Heinrich, Kaufmann. 76) » Dr. Epstein, Ernst, prakt. Arzt. 77) ■» Erde!, Friedrich, Lehrer in Mögeldorf. 78) » Erdmann, Friedrich, Bankier. 79) » Erhard, Ludwig, Ingenieur. 80) » Erhard, Theodor, Apothekenbesitzer. 81) Erlcnbach, Max, Kaufmann. 82) » Ertheiler, Anton, Kaufmann. 83) > Ertheiler, August, Kaufmann. 84) » Etz, Friedrich, Kaufmann. 85) » Eyfser, Georg, Kaufmann und Fabrikbesitzer. 86) > Fischer, Karl, Privatlehrer. 87) » Fleisch mann, Chemiker in Doos. 88) » Förderreuther, Gustav, k. Hauptmann a. D. 44 _ 89) Herr Föttinger, Karl, Gasthofbesitzer. 90) » Forchheimer, H. S., Kaufmann. 91) » Dr. V. Forster, Sigm., prakt. Arzt. 92) » Dr. Frankenburger, Alex, prakt. Arzt. 93) » Frankenburger, Max, Fabrikbesitzer. 94) » Frauen feld, Emil, Kaufmann. 95) » Frauen feld, Karl, Kaufmann. 96) » Frauen feld, Moritz, Kaufmann. 97) '■' Frau enkne cht, k. Notar u. Justizrat. 98) » V. Frays, Freiherr, Philipp, Fabrikbesitzer. 99) » Friedrich, Johann, k. Reallehrer a. D. 100) » Dr. Fuchs, Wilhelm, prakt. Arzt. 101) » Fuchs, Hans, Kaufmann. 102) » Füchtbauer, Gg., k. Rektor u. Oberstudienrat. 103) ^» Funk, Stephan, Kaufmann. 104) » G allinger, Jakob, Kaufmann und Kommerzienrat. 105) » Gar eis, Wilhelm, k. Regierungsrat und Bezirksamtmann. 106) >^ Gebhardt, Heinrich, Fabrikbesitzer. 107) » Gebhardt, Ludwig, Kaufmann und Kommerzienrat. 108) » Gebhardt, Wilhelm, Kaufmann. 109) » Geifsler, Gustav, prakt. Zahnarzt. 110) >' Gerngros, Ludwig, Kaufmann und Kommerzienrat. 111) » Gerngrofs, Wilhelm, Kaufmann. 112) » Dr. Guilini, Ferdinand, prakt. Arzt. 113) » Giulini, Georg, Privatier. 114) » Glafey, Gottl., Fabrikbesitzer und Handelsrichter. 115) » Dr. Glanz, Adam, prakt. Arzt. 116) » Göbel, Otto, k. Veterinärarzt II. Kl. 117) » G ö s c h e 1 , Ludwig, Privatier. 118) » Dr. Goldschmidt, Ferdinand, pr. Arzt. 119) ■'-■ G o m b r i c h , M., Instituts-Direktor. 120) » Gonnermann, Karl, Fabrikbesitzer und Kommerzienrat. 121) > Dr. Gramming, Rechtsanwalt. 122) » Greiner, Gustav, Kaufmann. 123) » Dr. Grether, Fritz, Apotheker. 124) » Griefsbach, Otto, Kaufmann. 125) » Grofs, Ludwig, k. Gymnasiallehrer. 126) » V. Grundherr, Benno, Kaufmann und k. niederl. Konsul. 127) » Gütermann, Wilhelm, Kaufmann. 128) > Guldmann, Arthur, Kaufmann. 129) » Gutmann, Gustav, Bankier. 130) » Haas, Eduard, Fabrikbesitzer und Kommerzienrat. 131) » Haas, Karl, Bankier. 132) » Dr. Hanau, Max, Zahnarzt. 133) ■» Dr. Hartwig, Karl, k. Gymnasialprofessor. 134) » Haus er, Joh. Friedrich, Ingenieur. 135) » Haymann, Julius, Direktor des städt. Gaswerks. 136) » Hecht, Emil, Architekt, Ingenieur und Gemeindebevoll- mächtigter. 137) » Heerdegen, Albrecht, Kaufmann u. Armenpflegschaftsrat. 138) » Dr. Heer wagen, August, k. Gymnasialprofessor. 139) » Heiling, Christian, Kaufmann. 140) » Heim, Hermann, Kaufmann. 141) » Heim, Karl, Kaufmann. 142) » Held, Hermann, k. Gymnasiallehrer. 143) » Heller, Friedrich, Fabrikbesitzer. 45 144) Herr Heller, Louis, Kaufmann. 145) » Hellmuth, Joseph, Rechtsanwalt. 146) » Hellmuth, Karl, städt. Bezirkstierarzt. 147) » Hellmuth, Sigmund, Fabrikbesitzer in Buch. 148) » Hering, August, Ingenieur. 149) j> Hermann, Georg, Bezirkstierarzt in München-Schwabing. 150) » Hertel, Friedrich, Kaufmann. 151) » Dr. Hefs, Hans, k. Reallehrer. 152) » Hesselberger, David, Kaufmann. 153) » Heydolph, Georg, Buchdruckereibesitzer. 154) » Heydolph, Hans, Rechtsanwalt. 155) » Hilpert, August, Fabrikbesitzer. 156) » Hilpert, Christ., Fabrikbesitzer. 157) f Dr. Hirsch, Jakob, Chemiker in Fürth. 158) » Dr. V. Hörmann, Fabrikdirektor. 159j > Hörmann, Konrad, Lithograph. 160) » Dr. Hofmann, Hans, Assistent am bayr. Gewerbemuseum. 161) » Dr. Hofmann, Moritz, kgl. Landgerichtsarzt. 162) » Hoffmann, Paul, k. Rittmeister und Brigadeadjutant. 163) » Hohlweg, Eduard, Fabrikdirektor. 164) » Hopf, Eduard, Kaufmann. 165) » Hopf, Emil, Kaufmann. 166) » Hopf, Hans, Kaufmann. 167) » Hub er, Friedrich, Kaufmann. 168) » Humbser, H., Bierbrauereibesitzer und Kommerzienrat in Fürth. 169) > Hussong, Ludwig, Apotheker in Kauf heuern. 170) » Jung, Heinrich, Kaufmann. 171) » Jungmann, Heinrich, Privatier. 172) » Dr. Kämm er er, Hermann, k. Professor an der Industrieschule. 173) > Kann, Paul, k. Telegrapheningenieur. 174) » Kann, Samuel, Privatier. 175) » Kantenseder, Johann, Schreinermeister, 176) » Kaulfufs, Johann, städt. Trichinenschauer. 177) » Kempe, Karl, Fabrikbesitzer. 178) » Kiefer, Andreas, k. Hauptmann und Kompagniechef. 179) » Dr. Kiefer, Karl, prakt. Arzt. ISO) » K i n k e 1 i n , Adolf, Apothekenverwalter. 181) » Dr. Kirste, Wilhelm, prakt. Arzt. 182) » Klein, Benedikt, Kaufmann. 183) > Knapp, Friedrich, Kaufmann, Magistratsrat und k. span. Konsul. 184) » Dr. Koch, Heinrich, prakt. Arzt. 185) > Dr. Koch, Karl, prakt. Arzt. 186) > Kohn, Emil, Kaufmann. 187) » Kohn, Ernst, Kaufmann. 188) » Kohn, Georg. Bankier. 189) • Kohn, Max, Kommerzienrat und Bankier. 190) » Krakenberge r, Leopold, Kaufmann. 191) » Krakenbergcr, Max, Kaufmann. 192) > Kraussold, Max, k. Pfarrer und Senior. 193) » Krell, Otto, Fabrikdirektor und Gemeindebevollmächtigter. 194) " Krell, Otto, jun., Ingenieur. 195) > Krell, Rudolf, Ingenieur. 196) " Krcfs, Johann, GrofsHeischcr. 197) » Kreutzer, Ludwig, Fabrikbesitzer. 46 198) 199) 200) 201) 202) 203) 204) 205) 206) 207) 208) 209) 210) 211) 212) 213) 214) 215) 216) 217) 218) 219) 220) 221) 222) 223) 224) 225) 226) 227) 228) 229) 230) 231) 232) 233) 234) 235) 236) 237) 238) 239) 240) 241) 242) 243) 244) 245) 246) 247) 248) 249) 250) 251) Herr Kristfeld, Jean, Uhrmacher. Kr om well, Karl, Kaufmann. Kugler, Sal., Bankier. Kuhlo, Richard, Fabrikdirektor. Lambrecht, Hermann, Fabrikbesitzer. Dr. Landmann, Joseph, Rechtsanwalt. Dr. Landsberg, Ludwig, Fabrikbesitzer in Doos. Lang, Bernhard, Kaufmann und k. schwed. Konsul. Lang, Ignaz, Kaufmann. Lang, Leopold, Kaufmann. Langermann, Moritz, Kaufmann. Lauer, Jean, Fabrikbesitzer. Lauinger, Leopold, Kaufmann. Lehnert, Wilhelm, Apotheker. Leidig, Georg Friedrich, Optiker und k. Hoflieferant. Lenz, Ernst, Erzgiefser. Dr. Lessing, Albert, Fabrikbesitzer. Leuchs, Georg, Kaufmann und Chemiker. Dr. Leuchs, Karl, Chemiker. Lex, Hans, Apotheker. Leykauf, Georg, k. Hofstahl warenfabrikant. Dr. Limpert, L., prakt. Arzt und Zahnarzt. Lindinger, Leonh., stud. rer. nat. Lindmann, Jakob, Direktor des Gaswerks in Fürth. Lindner, Heinrich, Kaufmann. Lösch, Fritz, k. Postoffizial. Dr. Löwi, Rudolf, Notariatskonzipient. Lucas, Albert, k. Bankcommis. Dr. Maas, Markus, prakt. Arzt. Mandel, Karl, Kaufmann. Manger, Karl, k. Reallehrer. Marlier, Julius, Kaufmann und IL Vorstand des Gemeinde- Kollegiums. Martin, Eugen, Rechtsanwalt. Marx, Georg, Ober-Ingenieur. Dr. Mayer, M. L., prakt. Arzt. Mayer-Dinkel, Albert, Kaufmann. Dr. Mehler, Heinrich, prakt. Arzt in Georgsgmünd. Meiser, Franz, Ingenieur. Dr. Merkel, Gottlieb, k. Medizinalrat und Krankenhaus- direktor. Dr. Merkel, Wilhelm, prakt. Arzt. Merzbacher, Joseph, Kaufmann. Mesthaler, Joh., Fabrikbesitzer und Kommerzienrat. Metzger, Ludwig, Kaufmann und Kommerzienrat. Dr. Metzger, Sigmund, Fabrikbesitzer. Michahelles, Georg, k. Hauptmann und Kompagniechef. Dr. Mohr, Gustav, prakt. Arzt. Dr. Morgenstern, Friedrich, Fabrikbesitzer in Fürth. Müller, Jean, Kaufmann. Dr. Müller, Wilhelm, prakt. Arzt. Dr. Münz, Pinkus, prakt. Arzt. Münzinger, August, Kaufmann. Munker, Georg, k. Professor a. D. Münz er, Julius, Kaufmann. Narr, Adolf, Privatier. » » » 47 252) Herr Naue, Otto, Kaufmann. 253) » Dr. Neuberger, Jos., prakt. Arzt. 254) » Dr. Neuburger, S., Augenarzt. 255) » Dr. Neukirch, Richard, Oberarzt am städt. Krankenhaus. 256) » Neumeyer, Hans, Kaufmann. 257) » Neumüller, Konrad, Schreinermeister. 258) » Nister, E., Kunstanstaltsbesitzer. 259) » Nowack, Lorenz, Fabrikdirektor. 260) » Offenbacher, Joseph, Kaufmann. 261) » Om eis , Gottlieb, k. Notar und Justizrat. 262) » Dr. Oppler, Theodor, Chemiker. 263) » Ottenstein, Albert, Kaufmann. 264) » Ottenstein, Justin, Kaufmann. 265) » Ottenstein, Max, Kaufman und Fabrikbesitzer. 266) > Paalzow, Richard, Kaufmann. 267) » Pabst, Friedrich, Fabrikbesitzer. 268) » Pabst, Julius, Fabrikbesitzer. 269) » Palm, Ludwig, Metallgiefsereibesitzer. 270) » Dr. Pauschinger, Leonhard, prakt. Arzt. 271) » Dr. Peretz, E., prakt. Zahnarzt. 272) » Peters, Hermann, Apotheker. 273) » Pfahler, Christian, Zahntechniker. 274) » Pfeiffer, Julius, Sprachlehrer. 275) » Pilhofer, Joh., k. Bahnexpeditor. 276) » Dr. Pöschel, Gustav, k. Bezirksarzt in Neustadt a. A. 277) » Popp, Adolf, Kaufmann. 278) » Preifs, Konrad Philipp, Mechaniker. 279) » Prell, August, k. Ober-Bankbuchhalter. 280) » Pretzfelder, Julius, Kaufmann. 281) > Dr. Prior, Eugen, Direktor. 282) » V. Puscher, Wilh., Privatier und Kommerzienrat. 283) » Putzin, Ludwig, Fabrikbesitzer. 284) » Raab, Karl, Fabrikbesitzer und Magistratsrat. 285) » Ratz, Heinrich, Apotheker. 286) » Rau, S. E., Kaufmann. 287) » Dr. Raum, Fabrikbesitzer. 288) » Rehlen, Wilhelm, Fabrikbesitzer und Magistratsrat. 289) » Reif, Jean, Brauereibesitzer. 290) » Reif, Zacharias, Kommerzienrat und Brauereibesitzer. 291) » Dr. Reitzenstein, Fritz, Assistent am ehem. Universitäts- Laboratorium in Würzburg. 292) » Reitzenstein, Hugo, Kaufmann. 293) » Rettelbusch, Ernst, Architekt. 294) » Rh au, Georg, Kaufmann und Fabrikbesitzer. 295) » Dr. Riedel, Heinrich, Apothekenbesitzer. 296) » Dr. Riegel, Wilhelm, prakt. Arzt. 297) > Rieppel, A., Direktor der Maschincnbauaktiengesellschaft. 298) > Rockstroh, Gustav, Kaufmann. 299) » Rodler, Karl, Apotheker. 300) » Rogner, Konrad, Direktor des städt. Schlachthofes. 301) » R ohmer, Assistent an der Kreisrealschule. 302) » Rohn, Severin, Chemiker in Buch. 303) ■'> Dr. Rosen fei d, L., prakt. Arzt. 304) > Rosen feld, Sigmund. Kaufmann. 305) » Rotter, Johann, Gürtlcrmcister. 306) » Rudel, Georg, k. Oberst und Bczirkskommandeur. 48 307) Herr Rudel, Wilhelm, k. Pfarrer. 308) » Rupprecht, Friedrich, Privatier. 309) » Dr. Rupprecht, Georg, prakt. Arzt. 310) » Rupprecht, Wilhelm, Kaufmann. 311) » Sachs, Karl, Kaufmann. 312) » Sachs, ^Wilhelm, Kaufmann. 313) » Sandner, Friedr., stud. rer. nat. 314) » Schäfer, Jakob, k. Bezirkshauptlehrer in Fürth. 315) » Schaff, Leonhard, Kaufmann. 316) » Schafft, Emil, Charkutier. 317) > Schedel von Greifenstein, Karl, Apotheker in Seh weinau. 318) » Dr. Scheidemandel, Heinrich, prakt. Arzt. 319) » Scheuermann, Ferdinand, Privatier. 320) » Schilffahrt, Karl, städt. Sanitätstierarzt. 321j » Schilling, Theodor, Grofshändler und ital. Konsul. 322) » Schlatter, k. Oberstlieutenant. 323) » Sehe gel, Hans, städt. Inspektor. 324) » Schlegel, Hermann, Apotheker. 325) » Schmidmer, Chr., Fabrikbesitzer und Kommerzienrat. 326) » Dr. Schmidmer, E., Chemiker, 327) » Schmidt, August, k. Postmeister. 328) » Schmidt, Eduard, Bezirkstierarzt. 329) » Schmidt, Rudolf, Optiker. 330) » Schnebel, Ignaz, Kaufmann. 331) » Schönner, Georg, jun., Reifszeugfabrikant. 332) » Scholler, Friedrich, Hauptagent. 333) » Schräg, Karl, Hofbuchhändler. 334) > Schreiber, Jean, Vergolder und Fabrikant. 335) » Dr. Schrenk, Friedrich, prakt. Arzt. 336) » Schröder, Christian, Optiker. 337) » Schröder, Theodor, k. Gymnasialprofessor. 338) » Dr. Schubert, Paul, prakt. Arzt. 339) » Dr. V. Schuh, Georg, I. Bürgermeister der Stadt Nürnberg. 340) » Schuh, Heinrich, Fabrikbesitzer. 341) » Schuh, Wilhelm, Apotheker. 342) » Schultheifs, Friedrich, Apotheker. 343) » Schultheifs, Veit, städt. Trichinenschauer. 344) » Schultheifs, Oskar, Rechtspraktikant. 345) » Seh wanhäuser, Gustav, Fabrikbesitzer u. Kommerzienrat. 346) » Dr. Schwanhäuser, Chemiker. 347) » Schwarz, August, k. Stabsveterinär. 348) » Schwarztrauber, Johs., Veterinär, I. Klasse. 349) » Schwemmer, Christian, rechtsk. Magistratsrat. 350) » Sebald, Hans, Buchdruckereibesitzer. 351) » Sebald, Kalkwerkbesitzer. 352) » Seiler, Christoph, Ingenieur und Fabrikbesitzer. 353) » Dr. Seiler, Hermann, prakt. Arzt. 354) » Seitz, Georg, Fabrikbesitzer und Kommerzienrat. 355) » Sichling, Richard, Kaufmann. 356) » Dr. Siebenhaar, Johann, prakt. Arzt in Gräfenberg. 357) » Silbermann, Julius, Kaufmann. 358) > Simon, Johannes, Lehrer. 359) » Dr. Simon, Max, prakt. Arzt. 360) » Solger, Friedrich, Kaufmann. 361) » Sommer, Theodor, Assistent am Gewerbemuseum. 362) » Spandel, Erich, Buchdruckereibesitzer. 49 363) Herr Speckhardt, Georg, Bäckermeister. 364) » Stadler, Friedrich, Zahntechniker. 365) » Stahl, Joh. Christ., Kaufmann. 366) » Staudt, Erdmann, Kaufmann. 367) » Dr. Stein, Oskar, prakt. Arzt. 368) » Dr. Steinhard, Ignaz, prakt. Arzt. 369) » Dr. Steinheimer, Ludwig, prakt. Arzt. 370) » Dr. Stich, Eduard, k. Hofrat und Oberarzt. 371) » Dr. Stockmeier, Hans, Vorstand am bayr. Gewerbemuseum. 372) * St Öhr, August, Sekretär a. polyt. Zentralverein in Würzburg. 373) » Dr. Straub, Adolf, Assistent an der städt. Untersuchungs- anstalt. 374) y> Dr. Straufs, Julius, Oberlehrer an der städt. Handelsschule. 375) » Straufs, Louis, Kaufmann. 376) » Straus, Simon, Kaufmann. 377) » Straus, Willy, Kaufmann. 378) » Dr. Sturm, Jakob, prakt. Arzt in Mögeldorf. 379) » Süfs, Clemens, Apotheker. 380) » Tafel, Hermann, Fabrikbesitzer in St. Jobst. 381) » Tauber, Christ., Baumeister. 382) » Thurnauer, Bernhard, Fabrikbesitzer. 383) » Tölke, Konrad, Kunstgärtner u. Gemeindebevollmächtigter. 384) • Tuchmann, Franz, Kaufmann. 385) » Tuchmann, Friedrich, Kaufmann. 386) » Tuchmann, Max Joseph, Kaufmann. 387) » Uhl, Adolf, Kaufmann. 388) » Ulmer, Julius, Bankier. 389) » Dr. Ulrich, August, Inspektor der höh. Töchterschule. 390) » Völker, Georg, Kaufmann. 391) » Vogel, Bernhard, Privatier in Mögeldorf. 392) » Voigt, Gustav, Kaufmann. 393) » Voit, Paul, Kaufmann. 394) » Voit, Robert, Kaufmann. 395) » Voit, Rudolf, Schneidermeister. 396) » Vollhard, Oskar, k. Advokat und Justizrat. 397) > Vollrat h, Franz, Kaufmann. 398) » Dr. Wagner, Friedrich, k. Professor in Lichtenhof. 399) » Waydelin, W. Fr., Kaufmann. 400) » Weigel, Karl, prakt. Arzt in Berlin. 401) » Weigle, Theodor, Apotheker u. Gemeindebevollmächtigter. 402) » Weil, Philipp, Kaufmann. 403) » Weinberger, Max, Fabrikant. 404) » Dr. Weinhart, Paul, Assistent an der Industrieschule. 405) » Weinschenk, Hermann, Kaufmann. 406) » Weifs, August, Apotheker und Magistratsrat. 407) » Weifs, Robert, Kaufmann in Chemnitz. 408) » Dr. Welzel, Karl, prakt. Arzt. * 409) » Wenk, Richard, Buchhändler. 410) » Wertheimer, Sigmund, Kaufmann. 411) » Dr. Wiegmann, Assistent. 412) > Wieland, Peter, Privatier. 413) » Wiesel er, Wilhelm, Kaufmann. 414) * Wo 1 fei, Konrad, Metzgcrmeister. 415) » Wolf, Mathias, k. Postmeister. 416) » Wolf, W., Apotheker. 417) » Wunder, Justin, Fabrikdirektor. 50 418) Herr Dr. Zagelmeier, Hans, Tierarzt. 419) » Zeltner, Johannes, Fabrikbesitzer. 420) » Zeltner, Johannes, jun., Kaufmann. 421) » V. Zenetti, Julius, Ritter, Excellenz, königl. Regierungs- präsident a. D. 422) » Zippelius, August, Kaufmann. 423) » Dr. Zwanziger, Georg, k. Reallehrer. C. Korrespondierende Mitglieder. Herr Dr. Ascherson, Paul, k. Professor an der Universität Berlin. » Dr. Biehringer, Joachim, Privatdozent am Polytechnikum zu Braunschweig. » Dr. Böttger, Oskar, Professor in Frankfurt a. M. » Dr. Braun, Heinrich, Naturforscher und Gemeinderat in Wien. » Dr. Buchenau, Franz, Professor in Bremen. > Dr. Dieudonn^, Adolf, k. Stabsarzt in Würzburg. » V. Docoupil, Wilhelm, Direktor der k. k. Fachschule in Hofic. » Dr. Fleischmann, Albert, Universitätsprofessor in Erlangen. » Gebhart, Oskar, Kaufmann in Markt Redwitz. » Goeringer, k. Oberst und Reg. -Komm, in Ingolstadt. » Hall, J., Staatsgeolog in Jowa und Paläontolog für die Staaten New-York, Albany etc. » Dr. V. Heldreich, Direktor des botan. Gartens und Direktions- mitglied des naturhistorischen Museums zu Athen. » Dr. Herz, Fr. J., k. Konsulent für Molkereiwesen in Memmingen. » Dr. Holler, August, k. Bezirksarzt in Memmingen. » H o m a n n , Karl, Redakteur in Berlin. » Hornung, Heinrich, k. Reallehrer in Ansbach. » Le Jolis, Auguste, Direktor der Soci^td des sciences naturelles et mat^mathiques de Cherbourg. » Dr. Issel, Arthur, Professor in Genua. » Kl ey lein, Fabrikbesitzer in Gablonz. » Dr. Klunzinger, Benjamin, k. Professor in Stuttgart. » Kränzle, Joseph, k. Korps-Stabsveterinär a. D. in München. » Krapfenbauer, Andreas, Apotheker in Manilla. » Dr. Kratzmann, E., prakt. Arzt in Marienbad. » Landauer, Robert, Apotheker in Würzburg. » M a c c o , Eduard, Kapitän. » Dr. Magnus, Paul, k. Professor an der Universität Berlin. » Dr. Mehlis, Christian, k. Gymnasiallehrer in Neustadt a. H. » Dr. Müller, W., ordentlicher Professor an der Universität Jena. y> Dr. Peters, Karl, Reichskommissar a. D. » Dr. Rehm, H., k. Medizinalrat in Regensburg. » Dr. Rein seh, Paul, Privatgelehrter in Erlangen. » Tempsky, Fr., Buchhändler in Prag. » Teufel, Gustav, Ingenieur in München. » Weidner, Gutsbesitzer in Gerasmühle. » Weigel, Friedrich, Kaufmann in Ansbach. » Dr. Will, Privatgelehrter in Erlangen. » v. Wifsmann, kais. Gouverneur a. D. » Wörlein, Gg., k. Zahlmeister a. D. in Nymphenburg. 51 VII. Jahresbericht der Sektion für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Die Zahl der Mitglieder der anthropologischen Sektion im Jahre 1897 war 35. Die Sektion bedauerte, dafs Herr Dr. Scheidemandel die auf ihn gefallene Wahl zum Obmann der Sektion nicht annehmen zu können erklärte, und ernannte Chemiker Wunder zum Obmann, und da auch Herr Dr. Bernett gebeten hatte, ihn von seinen Pflichten als Schriftführer entbinden zu wollen, so wurde Herr Dr. von Forster ersucht, die Schriftführer- stelle zu versehen, die derselbe in provisorischer Weise über- nahm. Am ersten Montage jeden Monats wurden die Sektions- sitzungen abgehalten, und es wurde in den Sitzungen über folgendes verhandelt: Sitzung 1. Eine Anfrage des Herrn Stabsveterinär Schwarz nach dem Vorkommen von Gerealien in mittel- und oberfränkischen Grabfunden wird dahin beantwortet, dafs solche bei unseren Ausgrabungen noch nicht gefunden worden sind, und wird dem Vorhaben zugestimmt, eine Sammelforschung über Funde von vorgescbichtlicheü Gerealien zu veranstalten. Es wird eine briefliche Mitteilung des Herrn Meiseubach über 2 vermutlich prähistorische Grabhügel im Buttendorfer Revier bei Ammerndorf verlesen und deren Besichtigung in Aussicht genommen. Herr Dr, Bernett bespricht den litterarischeu Einlauf. Herr Dr. von Forst er teilt mit, dafs im Somalilande Kies- und Quarzit-Steinwerkzeuge gefunden wurden, die mit denen der neolithischen Stationen Europas in Form und Technik übereinstimmen, als Beweis für die Einheit des Menschen- geschlechtes. Derselbe macht Mitteilung über mit Ocker über- malte Thierzeichnungen an den Wänden der Höhle von La Mouthe im Departement de la Dordogne. Sitzung 2. Herr Dr. Baumüller spricht über die Unter- schiede in der Schädelform bei den Menschen und höheren Atfen unter Vorlage vortrefflicher Abbildungen aus dem BischofTschen Werke. Herr Dr. Bernett legt den litterarischeu Einlauf vor. Sitzung 3. Besprechung der Mitteilung des Herrn Paul Graemer über unterirdische Gang»« in Lind und au der Dooser Brücke, über 73 Trichtergrubon am Linder Bück, über einen 4* 52 Grabhügel in der Erlach bei Weinzierlein von 25 m Durch- messer und IV2 m Höhe und über die von J. Wunder mit Herrn Paul Craemer vorgenommene Besichtigung zweier Steinhügel zwischen Buttendorf und Fernabrünst. Die Be- sichtigung der Linder Gruben und der unterirdischen Gänge in Lind und bei Doos wird angeregt und soll dann über deren Erforschung weiter verfügt werden. Herr Dr. Bernett hat bei Einhofen eine und bei Behringers- dorf 12 Wolfsgruben aufgesucht, die Schürfung an denselben hat kein Resultat ergeben. Weitere Trichtergruben sind bei Osterdorf und am Nagelberg bei Treuchtlingen, zum Teil mit Schächten. Bei deren Schürfung wurde ein Feuersteinsplitter gefunden. Von Erhard wurden solche Gruben bei Hohenalt- heim entdeckt und Feuersteinsplitter und Knochenreste von Pferden darin gefunden. Eine künstliche Höhle mit 2 Gängen hat Herr Dr. Bernett bei Stadelhof gesehen, Funde fehlten. Nach Herrn Dr. Bernett haben Schürfungen bei Weinzierlein kein Resultat ergeben. Herr Dr. von Forster legt den litterarischen Einlauf vor. Herr Dr. Bernett berichtet über die neue Methode von Boll, den Innenraum von Schädeln durch Ausgufs einer in den Schädel eingeführten Kautschuckblase mit Wasser zu messen, ferner über ein Verfahren von Folgheraiter, aus der Bestimmung der magnetischen Inclination von Funden deren Alter zu entdecken. Der Naturhistorischen Gesellschaft wird für die Be- willigung der erbetenen 200 M>. Dank ausgesprochen. Sitzung 4. Herr Dr. von Forster gibt einen kurzen Bericht über den Ranke'schen Vortrag über Zittel, Paläozoologie und Zittel, Grundzüge der Paläontologie. Herr Huber über- gibt die Zeichnung einer Herrn Pfund in Streitberg gehörigen Steinplatte mit Fufsspuren eines ausgestorbenen Vogels. In der Versammlung, zu welcher alle Spender eingeladen waren, welche zur Ausrüstung der Ausstellung prähistorischer Funde aus Nordbayern und der Versammlung nordbayrischer Prähistoriker beigesteuert hatten, wurde über den Überschufs von 264.44 M. Verfügung getroffen. Sitzung 5. Bericht J. Wunders über die Ausgrabung zweier Trichtergruben bei Lind. Die eine hatte 7 m Durch- messer und 1,8 m Tiefe, die andere 6 m Durchmesser und 1,7 m 53 Tiefe. Unter dem Laub kam eine 0,3 m dicke Schicht von Humusboden, darunter gelber Lehm mit unregelmäfsig ein- gebetteten Sandsteinen von 3—5 Tb Gewicht. 0,1 m unter der Lehmoberfläche (0,4 m unter der Bodenoberfläche) kam in jeder Grube eine ziemlich dichte Holzkohlenschicht in OSO, in einer Grube 0,5 m von der Mitte und gegen die Mitte hin etwas ge- senkt, in der anderen Grube 1 m von der Mitte und gegen S hin etwas gesenkt, die Mitte war ohne Kohlen Artefacte fanden sich nicht. Die Fortsetzung der Grabungen wird beschlossen, und zwar zunächst die einer ausgefüllten Grube. Herr Kommerzienrat Bing hat bei Fortsetzung seiner Grabungen in der Brunnsteinhöhle 2,2 m tief im Diluvium ein Stück Kiefer mit Zähnen von Rhinoceros antiquitatis Blumen- bach, nach der Bestimmung des Herrn Dr. Blankenhorn, ge- funden und Herr Huber zeigt den Fund vor. Sitzung 6. Bericht J. Wunders über die Ausgrabung einer ausgefüllten Grube bei Lied. Die Ausfüllung bestand aus rotem und gelbem Lehm, untermischt mit Sandsteinen. In 1/2—1 m Tiefe fanden sich an allen Stellen Holzkohlenspuren, Brandschichten und vom Feuer gerötete Steine. In 1,2 m Tiefe kam ein Steinpflaster, bestehend aus einer gröfseren Sandstein- platte von den Mafsen 1,2/0,6/0,23 m, daran 2 kleinere, auch noch 0,7/0,45/0,15 m grofs, und kleineren Steinen. Unter dem Steinpflaster und um dasselbe herum war gewachsener Boden. Sitzung 7. J. Wunder berichtet über mit Herrn Paul Craemer angesehene kleinere Trichtergruben in einem Wäldchen bei der Schwadermühle bei Kadolzburg und über nordöstlich von Traunfeld angesehene Wolfsgruben von bis 20 m Durch- messer und 3V2 m Tiefe. Herr Dr. Baumüller berichtet über mit J. Wunder unter Führung des Herrn Hauptlehrers Roth von Schambach gesehene Trichtergruben auf dem Nagelberg und bei Oslerdorf, ein Reihengräberfeld bei Dettenheim, Grabhügel bei Schambach und bei Geislohe, eine prähistorische Stralse bei Schambach, eine Römerstrafse bei Osterdorf, Römerniederlassungen bei Weinbergshof und bei Schambach und eine Steruschanze auf dem Schlichlberge bei Detlenheim, Alles bei Treuchtliugen. Sitzung 8. Bericht J. Wunders über die Ausgrabung eines Grabhügels in der Breitenloh auf dem Weifsenbrunuer Berge. Der Grubhügel von 14 m Durchmesser und 1 m Höhe 54 enthielt wenige Scherben, darunter 2 mit tiefen Linienornamenten, viele stark verwitterte Menschenknochen von 3 Leichen, ein scheibenförmiges Bronzemesser (sogenanntes Rasiermesser), eine ornamentirte Bronzepincette, eine 33 cm lange Bronzenadel, eine kleinere Bronzenadel, einen Bronze-Haarring, in unserer Sammlung die ersten Bronzezeitfunde aus einem Grabhügel. Es wird beschlossen , weitere Grabhügel dort abzugraben. Diskussion über die Bohrung von Steinwerkzeugen. Herr Dr. Baumüller berichtet über den litterarischen Einlauf. Sitzung 9. Herr Kommerzienrat Bing hat Topfscherben am Eingange zur Brunnsteinhöhle ausgegraben, die Herr Huber vorlegt. Berichte der Herren Dr. Baumüller und Dr. Bernett über den litterarischen Einlauf. Sitzung 10. Bericht J. Wunders über die Ausgrabung des Grabhügels auf dem Vogelherd auf dem Weifsenbrunner Berge. Der Hügel hatte 9 m Durchmesser und 0,7 m Höhe. 3 m von der Mitte im Osten , 0,3 m tief fanden sich die stark verwitterten Knochen einer ausgestreckt liegenden Leiche, der Kopf südlich, die Füfse gegen Norden. An der Leiche lag ein Armring von Metall, das unter der Patina die Röte einer deutschen Kupfermünze hat, bei dem durch Grünspan grün gewordenen Armknochen. Bei der Leiche lag noch ein schön geschlagenes Feuersteinstückchen in Form einer Pfeilspitze. Viele andere Menschenknochen lagen so zerstreut, wie sie durch Wurzelgraben allein nicht werden konnten, darunter noch 3 Feuersteinsplitter. Sitzung 11. Diskussion über bie bisherigen Ausgrabungen auf dem Weifsenbrunner Berge und Besprechung einer weiteren dort vorzunehmenden Ausgrabung, Sitzung 12. Bericht J. Wunders über die Ausgrabung eines Grabhügels und Schürfung einer Trichtergrube auf dem Weifsenbrunner Berg in der Balgeten. Ein kleiner länglicher Hügel von 4 auf 5 m Durchmesser und V2 m Höhe enthielt eine oben offene Steinkiste, sehr verwitterte Knochen und an der äufseren Seite der Steinkiste nördlich einen offenen Bronze- Armring mit Punkt- und Strichornamentik und in der Nähe 2 kleine Bronze-Hohlringe (vielleicht Ohrringe). Ein grofser Hügel in der Nähe erwies sich bei vorgenommener Schürfung als zerfallener Kalkofen. Ein Hügel an der Trichtergrube enthielt nichts und besteht wohl aus den dem Trichter ent- 5 5 nommenen Steinbrocken. Der Trichter zeigte wieder wie alle bisherigen Schürfungen an Trichtergruben verschiedene starke Feuerspuren auf beiden Seiten eines den Trichter durchziehenden Walls in V2 m und 0,7 m unter dem Boden. Der tiefste Teil des Trichters hatte bis in 1,2 m Tiefe und noch tiefer nur steinfreie Erde, während der Wall aus Erde und Steinen, also aufgefülltem Schutt besteht. Die steinfreie Erde ist wohl durch Regen eingeschwemmt, wozu sehr lange Zeiträume gehören. Der gewachsene Boden ist fester Jurakalk. Herr Dr. Scheidemandel referiert über die XXVIII. allgemeine Versammlung der deutschen anthropologischen Ge- sellschaft in Lübeck am 3. August 1897. Die bei den Ausgrabungen gemachten Funde wurden dem Naturhistorischen Museum übergeben. Ein Gesellschaftsausflug an die Linder Gruben hatte zahl- reiche Beteiligung. In die Bibliothek wurden die auch schon bisher gehaltenen Zeitschriften, nämlich: Korrespondenzblatt der deutschen Gesellschaft für Anthro- pologie, Ethnologie und Urgeschichte von J. Ranke, Naue, prähistorische Blätter, Limesblatt, Nachrichten über deutsche Alterthumsfunde, Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, Zentralblatt für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte von Buschan, und folgende neue Werke einverleibt: Hoernes, Urgeschichte des Menschen, Köstler, Handbuch der Gebiets- und Ortskunde des König- reichs Bayern, Much, Kupferzeit in Europa, Frhr. von Sacken, das Grabfeld von Hallstadt, Undset-Mesdorf, 1. Auftreten des Eisens in Nordeuropa, Schmeltz, ethnographische Musea in Midden-Europa, Das GalfscheSystem der Schädellehre (Granioscopie), Wandtafel, Robertson, Anthroponietry (Saturday-Review), Renard, 19 Tafeln Kupferstiche, Menschenrassen, Das Römercastell Biricianus. Von Tauschschriften: Ratzel, Anthropogeographie, Mehlis, der Drachenfels bei Dürkheim. 56 Die Vermessungen der Grabhügel und Eintragung in die Flurpläne wurden forlgesetzt. Es sind jetzt 144 Grab- hügel eingetragen, von denen 73 anscheinend intakt sind. Die Sektion hat bis jetzt 48 Grabhügel eröffnet. J. Wunder, Obmann. VIII. Jahresbericht der botanischen Sektion. Der Sektion, die am Beginn des Jahres 26 Mitglieder zählte, traten indessenVerlaufe die Herren Bürger, Heer wagen und Lindinger bei, so dafs sie am Schlüsse des Jahres 29 Mit- glieder umfafste. Die Vorstandschaft blieb "dieselbe wie im Vorjahre. Die Sektion hielt folgende Zeitschriften: Uhlworm, Botan. Zentralblatt; Leimbach, Deutsche botanische Monatsschrift; Kneucker, Allgemeine botanische Zeitschrift ; Wettstein, Öster- reichische botanische Zeitschrift. Aufser diesen Schriften zirkulierten noch — von der Gesellschaft freundlich überlassen — folgende: Rosenthal, Biologisches Zentralblatt; Prometheus; Wiener Gartenzeitung. Folgende Werke wurden für die Bibliothek neu angeschafft: Potonie, Lehrbuch der Pflanzenpalaeontologie; Ascherson, Fort- setzung der Synopsis. Geschenkt wurden von Herrn Dr. Herz in Memmingen: Schimper, Synopsis muscorum europaeorum; Focke, Synopsis ruborum Germaniae; Christ, die Rosen der Schweiz; von Herrn Dr. Wagner: Nr. 2 der Mitteilungen des Hopfenbauvereins; Nr. 3 der Mitteilungen des landwirtschaft- lichen Vereins für Bayern. Die botanischen Sammlungen erhielten dankenswerte Zu- wendungen von Seiten der Herren Appel, Buchner, Bürger, Erhard, Glück, Kaulfufs, Kränzle, Landauer, Lin- dinger, Meisenbach, Rodler, Fr. Schultheifs, Schwarz, Simon. Die Durchforschung des Florengebietes wurde eifrig fort- gesetzt. Herr Paalzow widmete sein Hauptaugenmerk den gröfseren Pilzen, während sich an der auf Anregung des Herrn Professor Magnus-Berlin vor zwei Jahren begonnenen Samm- lung parasitaerer Pilze die Herren R o d 1 e r , Fr. und V. Schult- heifs, Schwarz und Wagner beteiligten. Herr Kaulfufs setzte seine Arbeiten auf dem Gebiete der Farn- und Moosflora 57 fort. 4)ie Resultate bilden die zweite Abhandlung im fünften Heft des X. Bandes der Vereinspublikationen. In derselben sind einige Formen neu aufgestellt; pflanzengeographisch wichtig ist die Konstatierung einer für Süddeutschland, einer selbst für Mitteleuropa neuen Form. Bezüglich der Phanerogamen beschäftigte sich Herr Fr. Schultheifs besonders mit der Adventivflora, während in Bezug auf pflanzengeographische Verhältnisse die bisher weniger bekannten benachbarten Gebiete der Oberpfalz von ihm und Herrn Schwarz bearbeitet wurden, wobei sich sehr dankbare Resultate ergaben. Für Phänologie war, wie bisher, Herr Fr. Schultheifs gewissenhafter Referent, der hierüber in mehreren Nummern des Generalanzeigers berichtete. In 11 ordentlichen und 7 aufserordentlichen Sitzungen wurden folgende Referate mit Demonstrationen geliefert: Buchner: Alpine Flora; Fruchtbildung von Pinus Strobus; Gardamine pratensis + araara bei Nürnberg, i^r/iarc?.' Süfsholzwurzeln; Euphorbia virgata von Nörd- lingen; zur Flora von Südtirol. Kaulfufs: Gattung Aspidium; Equisetum palustre -f- arvense; Aquarelle von Farnen, Laubmoose, Sphagna. Kinkelin: Heimat des Sareptasenfes ; Vaccinium macrocar- pum. Prell: Zur Flora von Südtirol. Rodler: Zur Flora von Oberbayern. Rudel: Zur Flora von Südtirol. Gardamine pratensis -h amara bei Neumarkt. Fr. Schultheifs: Phänologie; Adventivflora; Flora um Parsberg ; Vaccinium intermedium, Bastard von Preilsel- und Schwarzbeere. V. Schultheifs: Gacteen, Agaven, etc. Schwarz: Fruchtbildungsverhältnisso der Gruciferen; Polygalaceen; Peronospora Alsinearum; Gentianeae, Gruppe Endotricha nach Wettstein; Gattung Pisum; Flora des Göfsweinsteiner Dolomites; Veilchen und Veilchenbastarde; floristisches und geognostisches aus dem Oberpfälzer Jura. Schwemmer : Gattung Thalictrum. Wagner: ßodenimpfung behufs Lupinenbau auf Sand und Kalk, und Bodenimpfung im Allgemeinen. 58 Die Sektion konnte sich der Mitwirkung ferner stehender Kreise erfreuen, indem Herr Grlü ck-Heidelberg zwei eingehende Vorträge über die biologischen Verhältnisse der Wasserpflanzen brachte, die er durch zahlreiche Demonstrationen illustrierte. Herr Appel- Würzburg überschickte interessante Produkte aus dem botanischen Garten in Würzburg. Herr Land au er- Würz- burg sandte eine reichhaltige Serie von Ghenopodiaceen in frischem Zustand ein. Der von Seiten der kgl. botanischen Gesellschaft in Regensburg angeregten Ausgabe einer Flora exsiccata Bavarica wurde auch diesseits näher getreten. Die freundschaftlichen Beziehungen zur bayerischen botanischen Gesellschaft in München, zur botanischen Ver- einigung in Würzburg, und zu einigen Freunden in Kulmbach und Neumarkt Avurden, wie bisher, weiter gepflegt. Schliefslich betrachtet die Sektion als einen Markstein ihrer bisherigen Thätigkeit die Fortsetzung der vom Obmann veröffentlichen Flora von Nürnberg — Erlangen, deren allge- meiner Teil zum AbschluPs gebracht wurde, 'Während vom speziellen Teil die Thalamifloren verüff'entlicht werden konnten. Schliefslich sei noch der wärmste Dank ausgesprochen für die finanzielle Unterstützung, die der Sektion von der Ge- sellschaft gewährt wurde, sowie für das freundliche Entgegen- kommen der Redaktion des General-Anzeigers, das diese durch unentgeltliche Aufnahme der Einladungen zu den Sektions- Sitzungen bekundet hat. A. Schwarz, W. Rudel, Obmann. Schriftführer. IX. Jahresbericht der geographischen Sektion. Im Jahre 1897 zählte die Sektion 30 Mitglieder. Es wurden 10 Sitzungen abgehalten, in welchen folgende Vorträge und Referate gebracht wurden: I. am 21. Dezember 1896: Dr. Baum Uli er spricht ausführlich über die vorliegende Litteratur. IL am 25. Januar 1897: Dr. Baumüller über Thoroddsen, Geschichte der islän- dischen Geographie und an der Hand einer Karten- 59 Skizze über den Lauf der Donau und deren Durch- bruchstellen. IIL am 15. Februar 1897: Vorlage von Tauschschriften und buchhändlerischen Ein- laufen durch den Obmann. IV. am 15. März 1897: Desgleichen. V. am 26. April 1897: Hörmann über das Werk von Sapper, das nördliche Mittelamerika; Dr. Baumüller über Hermann Meyers Expedition nach Zentralbrasilien; Hör mann über die Frage: »Entspricht die altperuanische »Marca« der alten deutschen Mark unter Verlesung eines hierzu Stellung nehmenden Briefes von Dr. E. W. Middendorf, Berlin. (f VI. am 17. Mai 1897: Dr. Heer wagen legt eine neue physikalische Wand- karte vor; Kinkel in zeigt und erläutert Abbildungen aus Palästina; Dr. Heer wagen referiert über Kükenthals Forschungs- reise in den Molukken und Borneo. Vn. am 22. Juni 1897: Dr. Heer wagen über die Katalanische Weltkarte der Bibliotheca Estense zu Modena von Kretschmer; Kinkel in legt Ansichten von Jerusalem vor und bringt höchst interessante Mitteilungen über seine Reise- erlebnisse und die dortigen Verhältnisse. VIII. am 19. Juli 1897: Dr. Heer wagen übergibt als Geschenk eines Nichtmit- gliedes eine Anzahl ethnographischer Photographien; Voigt legt zur Ansicht vor alte Trachlenbilder von den 8 Kreisen Bayerns und schenkt einige Karten und Gedenkblätter. IX. am 18. Oktober 1897: Dr. Heer wagen referiert über Ceylon, Tagebuchblätter und Reiseerinnerungen von W^ilh. Geiger und andere litterarische Einlaufe. X. am 15. November 1897: Dr. Heer wagen legt eine neue farbige Reliefkarte von Deutschland und den Alpenländern vor; 60 Postmeister Schmidt spricht über Sven Hedin's zweite Reise durch die Takla-Makanwüste. Aufserdem wurde durch den Obmann über den Inhalt der zahlreichen Einlaufe, sowie der Zeit- und Tauschschriften in jeder Sitzung ausführlich referiert und zu mannigfachen Be- sprechungen Anlafs gegeben. Für die der Sektion zu Teil gewordenen oben aufgeführten Geschenke wird den Gebern der beste Dank ausgesprochen. Aus eigenen Mitteln schaffte die Sektion folgende Zeit- schriften und Werke an: Geographisches Jahrbuch, Band 19 und 20, 1. Hälfte, 32. Bd. der Verhandlungen u. Zeitschrift d. Gesell, f. Erd- kunde in Berlin, Deutsche Kolonialzeitung, Ehrenreich, Urbewohner Brasiliens, Deutschland und seine Kolonien, Kannenberg, Kleinasiens Naturschätze, Sapper, Nördliches Mittelamerika, Wegener, Zum ewigen Eise. Die Geschäfte der Sektion besorgten die Herren Dr. Bau- müller als Obmann, Dr. Heer wagen als Schriftführer, Ensl in als Kassier. Der Rücktritt des Obmanns als Vorstand der Naturhistorischen Gesellschaft hatte für die Sektion die be- dauernswerte Folge, dafs derselbe auch seine Funktionen als Obmann derselben, als welcher er seit Beginn des Jahres 1888 thätig war, und als Kustos der ethnologischen Sammlung, niederlegte. Es wird demselben für seine langjährige aufopferungs- volle Thätigkeit und sein unermüdliches Bestreben, dieSitzungeu der Sektion anregend zu gestalten, auch an dieser Stelle der beste Dank ausgesprochen. Bis zum Schlufs des Geschäftsjahrs übernahm der Unter- zeichnete die Obmannschaft und Herr Hör mann das Schrift- führeramt. Dr. Heerwage n. 61 X. Jahresbericht der chemischen Sektion. Die Mitg-liederzahl der chemischen Sektion betrug bei Beginn des Jahres 43; von diesen traten 5 wegen Aufenthalts- veränderung aus, während 6 Neuanmeldungen erfolgten; die Mitgliederzahl ist demnach gegenwärtig 44. Im Laufe des Jahres fanden 13 wissenschaftliche Sitzungen statt, 4 mehr als im Vorjahre und aufserdem feierte die Sektion am 23. Januar im Hotel zum roten Hahn ihr Stiftungsfest. In den 13 wissenschaftlichen Sitzungen wurden von 8 Mitgliedern und 4 auswärtigen Gästen 14 Vorträge gehalten, sowie 4 Referate bezw. Mitteilungen erstattet, darunter 6 Vor- träge und 4 Referate mit Demonstrationen. Bei den Demon- strationen kam wiederholt das neue ausgezeichnet funktionierende Skioptikon der nalurhistorischen Gesellschaft zur Verwendung und ist die Beschaffung desselben als eine sehr wirksame Unterstützung der wissenschaftlichen Bestrebungen auf das Freudigste zu begrüfsen. Gegenüber der wissenschaftlichen Thätigkeit im Vorjahre ergibt sich eine Mehrung um 2 Vorträge, dagegen eine Minderung um 2 Referate. Die Beteiligung an den Sitzungen war im allgemeinen eine gute, denn es betrug die höchste Teilnehmerzahl 33, Vorjahr 41 die geringste » 14, » 14 die mittlere » 25, * 24 Als regelmäfsige Gäste beteiligten sich an den Sitzungen der Sektion ein Teil der Herren Assistenten der staatlich sub- vent. Brauerei Versuchsstation, sowie die Herren Schüler des 2. Kurses der chemischen Abteilung der Kgl. Industrieschule. Von den 14 Vorträgen und 4 Referaten behandelten 8 rein theoretische 10 technische Thematas. An densell)en waren beteiligt die Herren Professor Dr. Kaemmerer mit 1 Vortrag Dr. Prior »2 Vorträo-en » Dr. Wagner ») 1 Vortrag Dr. Z wanziger »1 » Dr. Metzger 1) 2 Vorträgen Dr. Oppler » 1 Vortrug Inspektor Schlegel u 1 Dr. Lessi ng mit 3 Referaten Direktor Wunder »' 1 Mitteilung. 62 Als Gäste der Sektion hielten Vorträge die Herren Dr. Uli mann- Genf Dr. Z eis er- Heidelberg Dr. Guggenheim er- Paris Dr. Thurnauer - Aurora-Dlinois. Die Tagesordnung der einzelnen Sitzungen war folgende: 12. Jan. Inspektor Schlegel: Über Goldvorkommnisse in Bayern. » » Dr. Metzger: Über die Herstellung von Obst- und Beerenobstweinen unter Vorführung der Professor Müller'schen sogenannten alkoholfreien Getränke. (Mit Demonstrationen.) 9. Febr. Dr. Prior: Das Gesetz der Beziehungen zwischen alko- holischer Gährung und dem osmotischen Druck. 23. » Dr. Lessing: Die elektrischen Öfen zur Metallge- winnung und Metallraffination. (Mit Demonstrationen.) 9.März. Dr. Oppler: Über die am 13. Dezember 1896 in der Fabrik elektrischer Zünder in Aschaff'enburg erfolgte Explosion. 23. » Dr. Prior: Über spektrometrisch araeometrische Bier- analysen. (Mit Demonstrationen.) Dr. U 1 1 m a n n , Genf: Über einige von dem Vortragenden ausgeführte neueArbeiten, nämlich über Diphenylderivate und über die Verwendung der Kupferbronze zur Zer- setzung der Diazochloride. (Mit Demonstrationen.) 11. Mai. Professor Dr. Wagner: Über die Gesetze der Fleisch- und Fettbildung im Tierkörper. 25. » Professor Dr. Kaemmerer: Über Pyronine und ver- wandte Farbstoffe. 22. Juni. Dr. Z eis er (Gast): Über neue Diacetylverbindungen. * Über Selen- u. Tellur Verbindungen der aromatischen Reihe. 12. Okt. Dr. Lessing: Bericht über die Versammlung der deutschen elektrochemischen Gesellschaft im Jahre 1897. Dr. Lessing: Über Marconi's Telegraphie ohne Draht. (Mit Demonstrationen.) 26. » Dr. Guggenheim er (Gast): Über Röntgenstrahlen. (Mit Demonstrationen.) Direktor Wunder: Röntgenphotographien. 63 9. Nov. Dr. Thurnauer (Grast): Über Erfahrungen in der Bleihüttenpraxis. 23. » Dr. Zwanziger: Über Goldgewinnung im Gaplande. 14. Dez. Dr. Metzger: Über synthetisch hergestellte Riech- stoffe. (Mit Demonstrationen.) Prof. Dr. Kaemmerer Obmann der chemischen Sektion. 65 Zugänge zur Bibliothek vom 1. Januar bis 31. Dezember 1897. 3401. Ackermann, Dr. Karl, Repertorium d. landeskundl. Litteratur f. d. preufs. R.-B. Gassei. 80. 176 S. 3402. — Bestimmung der erdmagnetischen Inklination von Gassei. 8 0. 12 S. Adrefsbuch, s. Nürnberg. 3348. Albrich sen., C, Geschichte d. evang. Gymnasiums z. Her- mannstadt. 1895/96. 40. 256 S. 3381 a. Allgem. Deutscher Bäder- Fer6aw<^_, Verhandlungen des — Offiz. Bericht über d. 1. öff. Jahresversamml. d. Verbandes. Bad Kosen 1892. 8«. VIII u. 111 S. 3381 b. — Veröffentl. d. 2. ord. u. öff. Verbandsvers. Wiesbaden. 1893. 80. VIII u. 198 S. 3444. Allgem. Deutsche Real- Encyclopädie für die gebildeten Stünde. ■ 12 Bde. 7. Aufl. Brockhaus. Leipzig 1827. 1816II. Alpenverein, Zeitschr. d. d. u. ö. A.-V. Jahrg. 1883. 1816 III. — . » 1884. 1816IV. — . » 1885. 3475. Anders , Alb. Aug., Der Europäische Nomade oder der Teutsche Zuave auf Vorpost. i. d. Umgebung v. Algier. 4. Aufl. Grimma 1844. 8«. 194 S. 3436. Arbeiten d. Deutsch. Landwirtschc^fts- Gesellschaft 8^. : Heft 1. Dr. J. H. Vogel, Die keimtötende Wirkung d. Torfmulls. 4 Gutachten. 1894. 126 S. Heft 14. F. V. Sybel, Der Schutz gegen Flurbeschädig- ungen durch gewerbl. Einwirkungen. 1896. X u. 32 S. Heft 16, G. Siemssen, Verbrauch an Kalirohsalzen i. d. D. Landwirtschaft i. d. J. 1890 u. 1894. 1896. 32 S. 3446. Arends, Dr. Ca/rl, Leitfaden f. d. 1. wissenschaftl. Unterricht i. d. Naturgeschichte. kL 8°. Regensburg 1871. XII u. 366 S. 3303. Arnold, Dr. F., Lichenenflora von Labrador. 1896. 8°. 18 S. 3400. Bachmann, Fr., Die landeskundliche Literatur über d. Grofs- herzügtümer Mecklenburg. Güstrow 1889. S^. XVIII u. 512 S. 5 66 3380 a. Bäder- Almanach. Mitteilung d. Bäder, Luftkurorte u. Heil- anstalten in Deutschland, Österreich, Schweiz u. an- grenz. Gebiete. 2. Ausg. 8 0. 1884, XXXIII u. 284 S. 3380 b. — 3. Ausg. 1886. X u. 318 S. 3380 c. — 4. Ausg. 1889. VIII u. 376 S. 3332. Bamberg auf d. II. bayer. Landes-Ausstellung z. Nürnberg ; vom Gewerbe- Verein B. 8^. Illustriert 26 S. Baumann, Dr. 0., siehe Verein f, Erdkunde. 3330. Baumgarten, Jahresbericht über d. Fortschritte i. d. Lehre V. d. pathogenen Mikroorganismen. X. Jahrg Braun- schweig 1894. 8 Xu. 846 S. 3331. Baumgarten, Namen u. Sachregister hiezu für Jahrg. I — X, 1896. 80. 280 S. Bayerische Landesausstellung siehe Nürnberg. — Hopfen- u. Gerstenaussteliung siehe Nürnberg. 3459. Bayern's permanente Givilliste. Eine landständische Ver- hdlg. i. J. 1834. München, kl. 8«. XII u. 180 S. 3257. Behm-Wagner, siehe geograph. Jahrbuch. 3391. Benard, 19 Tafeln Kupferstiche. Menschenrassen. 4^. 3404. Bericht, amtlicher, über d. 25. Versammlung deutscher Laiid- u. Forstwirte zu Dresden. 1865. 8». VIII u. 610 S. 3369 a. — der Gentralkommission f. wissenschaftl. Landeskunde v. Deutschland für 1889/91. S. A. IX d. Geogr. Tag 1891. 3369 b. ~ dto. für 1893/95. S. A. XL d. Geogr.-Tag. 1895. 3399. — über die Verwaltung d. kgl. Sammlungen f. Kunst u. Wissenschaft z. Dresden in 1872 u. 73. 4^ geh. 24 S. 3312. Bernhold, JuL, Manuskripte 4 o. Notizen aus Vorlesungen von 1844/45 über: a. allgem. Botanik, b. Pflanzengeo- graphie, c. Pflanzenphysiologie, d. im bot Garten de- monstr. Pflz. e. Medicin. Botanik, f. Analytische Be- richte, g. Chem. Analysen von Vogel, h. Buchners Chemie, i. Organ. Chemie, k. Pharmacognosie. 1. Phar- macopoea bavarica. m Schemata, n. Vogels Chemie. 0. Mineralogie, p. Vorlesungsverzeichnis München S.- S. 1844/45. 3443. Bertouche, Ernst v., die grofsen nordischen Fluten u. deren Folgen. Wiesbaden 1893. 8 o. 42 S. 3342. Beversluis, M., de St. Pietersberg. Maasluis 1894. 8«. 8 S. 3403. Bezold, W. v., D. kgL preufs. meteorolog. Institut i. 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Nürnberg 1825. kl. 8«. 96 S. 3372 Wleshaver , J. B. u. Mich. Ha selb er g er , Beiträge z. Rosen- flora V. Oberösterr. Salzburg u. Böhmen. Linz 1891. 80. VI u. 40 S. 3371. Wildberger, Dr. Joh., S.Bericht üb. d. Orthopäd. Heilanstalt in Bamberg. Bamberg 18.^9. 6 Abb. 8 0. 60 S. 3387. Willstädter , D. Bich., Untersuchungen i. d. Tropingruppe. Habilitationsschrift. München 1896. 8«. 122 S. Wittmann, Br. P., s. Wegweiser. 3345. Wörlein. J. W., Die Houbirg od. Geschichte d. Nürnberger Schweiz, Hersbruck, Altdorf u. Lauf mit ihren Umge- bungen im welthistor. Zusammenhang. Nürnberg 1838. kl. 80. XX u. 228 S. 3458. Wörterbuch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, La- teinisch u. Spanisches. I. Theyl. Nürnberg 1786. 8^. 320 S. Würfel, s. Hirsch C. G. 3197. Zeitschrift für Wissenschaf tl. Mikroscopie. Heft 2 v. Bd. 8. 8^. 3355. Ziegler, Dr. Jul. u. Prof Dr. Walther König, Das Klima von Frankfurt a. M. Frankfurt 1896. 4» mit 10 Taf. LXXXIV u. 52 S. 3461. Zoll- u. Mautordnung für die Gesammtstaaten des Königr. Bayern. 8«. 104 S. 3336. Zürich, Gatalog der Sammlungen der antiquar. Gesellschaft in — , 1. Teil. Vorröm. Abteilung 216 S. 4« 2. Teil. Griech.-ital.-röm., Assyr -ägypt Abtlg. 166 S. 3. » Alatnanisch-Burguud. Gräberfunde. Mittelalter!. Abtlg. 108 S. V. Schlagintweit. — Die Steinkohlen und unsere fossilen Brennstoffe. Ein Stück zur Bildungsgeschichte unserer Erde mit kulturhistorischen und ökonomischen Streiflichtern. Von C. Claus. — Die Vögel Mittelfrankens. Ein Beitrag zur Kenntnis der geogra- phisch-statischen Verbreitung der deutschen Vögel. Von A. J. Ja ekel. — Die europäischen Arten der Arachnidengattung Chei- rasantium. Von Dr. L. Koch. — Resultate der meteorologischen Beobachtungen in Xürnberg im Jahre 1863. Von Dr. Küttlinger. — Der Graphit und seine wichtigsten Anwendungen. Von Dr. H. Weg er. — Die Algentiora des mittleren Teiles von Franken (des Keupergebietes mit den angrenzenden Partien des jurassischen Gebietes) enthaltend die bis jetzt vom Autor in diesem Gebiete beobachteten Süfswasseralgen etc. Von P. Beinsch (Mit 13 Ta- feln.) — Beiträge zu der Lehre von der tierischen anomalen Mann- weiblichkeit (Gynandro-Morphismus.) Von A. J. Jäckel. — Re- sultate der meteorologischen Beobachtungen in Xürnberg in den Jahren 1864 und 1865. Von Dr. Küttlinger. Preis Jl 10. Band IV. Mit 4 lithogr. Tafeln. 1868. Die Arachnidengattungen Amaurobius, . Caelotes und Cybaeus. Von Dr. L. Koch (Mit 2 Tafeln.) — Über sacktragende Motten-Arten. Von E. Hofmann. — Meteorologische Beobachtungen in Herrieden, in Verbindung mit den herrschenden Krankheiten im Etatsjahre 1866 - 1867 resp. Ka- lenderjahr 1867. Von Dr. Heidenschreider. (Mit 1 Tafel. j — Der Salmiak als Ersatzmittel für die Salzsäure bei der von V. Liebig angegebenen Bereitung des Kleienbrotes. Von C. Pu scher. — Ergebnis von Düngungsversuchen. Von Dr. C. Kellermann. - Abbildung und Beschreibung einiger Käfer aus der Sturmschen Sammlung in Xürnberg. Von G. v. Koch. (Mit 2 Tafeln.) Preis Jk 4. Band V. Mit 2 Kupfertafeln. 1872. Systematische Übersicht der Fliegen, welche in Bayern und in der nächsten Umgebung vor- kommen, zusauimengestellt von G. Kittel und Dr. Kriech- baum er. — Über Kometen .und Sternschnuppen. Von Dr. J. Xeger. — Über das Verhältnis der humanistischen Gymnasien zu den Naturwissenschaften. Von Dr. J. Xeger. — Über Phos- phore. Von Dr. G. Seelhorst. — Apterologisches aus dem frän- kischen Jura. Von Dr. L. Koch. (Mit 2 Tafeln.) — Über die Spinnengattung Titanocea Thor. Von Dr. L. Koch. Preis M. 5. Band VL Mit 2 Tafeln. 1877. Die Anfänge und Entwickelungs- stadien des Coordinatenprinzipes. Von Prof. Dr. S. Günther. (Mit 1 Tafel.) — Mitteilungen aus der cubanischen Tier- und Pflanzenwelt. Von Fr. Knapp. ^ Die Kuhmilch als Säuglings- nahrung. Von Dr. E. Bebra. — Über Gries- und Steinbildung. Von Dr. med. Rörig. — Verzeichnis der l)ei Xürnliorg bis jetzt beobachteten Arachniden (mit Ausschluls der Ixodiden und Acari- den) und Beschreibungen von neuen, hier vorkommenden Artf>n. Von Dr. L. Koch. (Mit 1 Tafel.) Preis M. 5.60. Band VII. Mit 1 Tafel. 1881. Allgemeiner Bericht. — Mitteilungen aus der Geschichte der Xaturhistorischcn Gesellschaft seit ihrer Griindung im Jalire isol. Vorträge gehalten in den Vereinsver- sannnlungen im .lahre 1879 80. Von Fr. Knapp. — Über Wit- terung«- und Bodenverhältnisse Nürnbergs. Von Prof. Dr. Bieb- ringer. — Neue Beol)achtungen über die Plianerogamen- und Gc- fälskryjjtogamen-Flora in der Umgegend von Nürnberg, Nachtrag und Ergänzung zu Sturms und Sclinizleins Flora von Nürnberi: und Krlangcn. 2. Aull. ls(i(). Zusaunnengcstellt \ on Aug. Scli wa r z. — Die praktisclic Meteorologie der Gegenwart. Von Dr. Sigmund Günther. Fbcr Ammoniten. Von Dr. Hagen. (Mit 1 Tafel. Die cleniontari' Erklärung der Präcessionsbewegung mit I^^rück sichti^ung der Reibung. Von J. G. M unker. (Mit Abbildung. Preis J( 5. Band VIII. Mit 2 geologischen Karten. 1891. Die geologischen Ver- hältnisse im Arbeitsgebiete der Naturhistorischen Gesellschaft Nürn- berg ; Festvortrag mit zwei geologischen Karten. Von D r. H ag e n. — Die Thätigkeit der phänologischen Station Nürnberg (Jahrgang 1882 — 85.) Von Fr. Schultheifs. — Die Kreuzotter. Vortragvon D r. H a g e n. — Phänologischer Bericht, Witterung und Vegetations- entwicklung in den Jahren 1887 und 1888. Von Fr. Schultheifs. — Sporadische Pflanzender Lokalflora Nürnbergs. Von Fr. Schult- heifs. - Bemerkungen über einige Reptilien des Naturhistorischen Museums, aus Peru, Brasilien, Cuba und Grofs-Namaland. Von Dr. 0. Boettger. — Ein Grabhügel bei Behringersdorf im Pegnitz- thal, ausgegraben von der anthropologischen Sektion. Von Dr. B. Baumüller und Dr. S. v. Forst er. — Über den Para-Nitro- alpha-Methyl-Zimmtaldehyd. Von Dr. J. Biehringer. — Über Aluminium- und Siliciumlegierungen. Von Dr. H. Stockmeier. — Naturhistorische Bestrebungen Nürnbergs im XVII. und XVIII. Jahrhundert. Leben und Werke ihrer Beschützer und Vertreter. Von E. Spiefs. Preis Ji 6. Band IX. Mit 2 Tafeln. 1892. Geschichte der Naturhistorischen Gesell- schaft innerhalb des zurückgelegten Dezenniums. Festvortrag. Von E. Spiefs. — Aufnahme von korrespondierenden und Ehrenmit- gliedern. — Das Flufsgebiet der Pegnitz und die Einwirkungen des Wassers innerhalb desselben auf den Jura. Festvortrag. Von Dr. Hagen. - Die Höhle bei Breitenwien und die fränkischen Höhlen überhaupt. Von Dr. Hagen. (Mit 1 Tafel.) — Pol5'dactylie beim Beb. Von Dr. B. Baumüller. (Mit 1 Tafel.) — Be- obachtungs-Daten der phänologischen Station Nürnberg aus den Jahren 1882 — 1891. Von Fr. Schultheifs. — Einige Notizen über die Vegetationsverhältnisse von Rothenburg o. T. Von Job. Simon. Beilage: Flora der Umgegend von Nürnberg-Er- langen. Von Aug. Schwarz. (Mit 4 Karten.) Preis JL 10. Band X. Mit 2 Tafeln. 1896. Die ungeschlechtliche Vermehrung (Knospung und Stockbildung) von Madrepora. Von G. v. Koch. (Mit 1 Tafel.) — Über einen Fulguritfund im Diluvialsand der Um- gebung von Nürnberg. Von E. Spiefs. — Das Auftreten der Schinzia cypericola P. Magn. in Bayern und einiges über deren Verbreitung in Europa. Von P. Magnus. iMit 1 Tafel.) — Dr. Max Hagen. Nekrolog. Von Dr. B. Baumüller. (Mit dem Bild- nis des Verlebten.) — Nachträge zur Flora von Bamberg. Von Dr. K. Harz. — Mitteilung über die Zahnentwicklung von Hyrax. Von Dr. A. Fleischmann. — Professor Ernst Spiefs. Nekrolog. Von Dr. B. Baumüller. (Mit dem Bildnis des Verlebten.) — Einige Beiträge zur Kenntnis der pflanzengeographischen Verhält- nisse im Keuper um Nürnberg und im benachbarten Jurazuge, sowie dem östlich bei Bayreuth und Kreussen wieder zutage- tretenden Keuper und auf den dortigen Muschelkalkhöhen. Von A. Schwarz. — Beiträge zur Kenntnis der Laubmoosflora des nördlichen fränkischen Jura und der anstofsenden Keuperformation. Von J. S. Kaulfufs. — Stadt. Bezirkstierarzt Konrad Schwarz. Nekrolog. Von Karl Schwarz. — Beitrag zur Pilz-Flora von F anken, insbesodere der Umgegend von Nürnberg. Von P. Mag- nus. — Weitere Nachträge zur Flora Bambergs und des nörd- lichen fränkischen Jura. Von Dr. Kurt Harz. — Weitere Nach- träge zur Flora von Bamberg, des nördlichen fränkischen Jura uud der Umgegend Kulmbachs. Von Dr. Grub, Dr. Harz, Kraus, Müller. — Erster Nachtrag zur Laubmoosflora des nördlichen fränkischen Jura und der anstofsenden Keuperformation. Von J. S. Kaulfufs. — Beilage: Flora der Umgegend von Nürnberg- Erlangen, Nachtrag zum I. oder allgemeinen Teil. II. oder spezi- eller Teil, erste Folge. Von Aug. Schwarz. Preis rM 10. M M^ Abhandlungen der Naturhistorischen GESELLSCHAFT zu Nürnberg". ^K- XII. Banci. Enthaltend : 1. Dr. Bernhard Baumüller. Nekrolog". 2. Die Pteridophyten des nördlichen fränkischen Jnra und der an- stossenden Keuperlandschaft. Von J. S. Kaulfuss. 3. Verzeichnis der bis jetzt in der Umgegend von Nürnberg beobachteten Mollusken. Von Dr. L. Koch. 4. Flora der Umgegend von Nürnberg-Erlangen. Von August Schwarz. II. oder specieller Teil, zweite Folge. Jahresbericht für 1898, Nürnberg. U. E. SEBALD. 1899. Abhandlungen der Naturhistorischen GESELLSCHAFT ZU Nürnberg. XII. Band. Jahresbericht für 1898. - ■ ■ ■ r I S U. E SEB A LD. 1899. Inhaltsverzeichnis des XII. Bandes. Seite Banmtiller, Dr. Bernhard, Nekrolog. Kanlfuss, J. S., Die Pteridophyten des fränkischen Jura und der anstossendcn Keuperlandschaft 1 — 81 Koch, Dr. L., Verzeichnis der bis jetzt in der Umgegend von Nürnberg beobachteten Mollusken 82—98 Schwarz, Aug'ust, Flora der Umgegend von Nürnberg-Erlangen. II. oder specieller Teil, zweite Folge 163 — 514 •*OfcX=3?>*" T Dr. Bernhard Baumüller. D, 'er Naturhistorischen G-esellschaft, welche im Laufe der letzten Jahre den Tod so mancher hochverdienter Mitglieder zu beklagen hatte, war auch in diesem Jahre ein schwerer Verlust beschieden. Herr Dr. med. Bernhard Baumüller, prakt. Arzt und Oberstabsarzt der Reserve, langjähriger 1. Sekretär und seit dem Hingang unseres unvergefslichen Spiefs Direktor unserer Gesellschaft, ist nach langer schwerer Krankheit am 24. Juli 1898 aus dem Leben geschieden. Derselbe war geboren am 7. De- zember 1835 zu München als Sohn des dortigen kgl. Kreis- kassiers Max Baumüller. Nach dem Besuch der Gymnasien zu München und Speyer widmete er sich dem medizinischen Studium auf der Universität Würzburg mit ausgezeichnetem Erfolg. Nachdem er dann einige Jahre bei Rindfleisch in Würzburg und Volk mann in Halle thätig gewesen, liefs er sich dahier als praktischer Arzt nieder und entfaltete namentlich als Chirurg eine höchst erfolgreiche Thätigkeit. in welcher seine grofse geistige Begabung und sein reiches Wissen zur vollen Geltung kamen. Seit 1885 der Naturhistorischen Gesellschaft angehörig, wurde er bei Beginn des Jahres 1887 zum ersten Sekretär derselben und nach dem Tode des damaligen Direktors Professor Spiefs 1894 zu dessen Nachfolger erwählt. Mit vorzüglichen Kentnissen in seinem Berufsfach verband sich bei ihm ein ausgebreitetes Wissen auch auf anderen Gebieten, namentlich der exakten Wissenschaften. Seine Schlagfertigkeit und Beredsamkeit machten es ihm zur Freude, von diesem Wissen anderen mitzuteilen, davon zeugen die vielen Vorträge und Demonstrationen an den Mittwochabenden, sowie seine Thätigkeit in einzelnen Sektionen, namentlich der geographischen, deren uuermüdhcher Obmann er seit ihrer Gründung gewesen. Seine reiche geistige Veranlagung war gepaart mit Thatkraft und Energie, mit der freudigen Genug- thuung, seine Stelle voll ausfüllen zu können, so dafs er bei seinem lebendigen Interesse für unsere Gesellschaft sowohl als Sekretär wie auch als Direktor sich unbestreitbar grofse Ver- dienste um dieselbe erwarb. Persönliche Liebenswürdigkeit und frischer Humor waren Eigenschaften, die seine Freunde an ihm zu schätzen -wufsten; wenn er ferner Stehenden manchmal reizbar, vielleicht auch verletzend erschien, wer sollte ihm das nicht gerne verziehen haben? War seine Mifsstimmung zu verwundern, nachdem ein hoffnungsloses tückisches Leiden ihn in der Vollkraft des Mannesalters ergriffen hatte, das ihm die gröfsten Entsagungen auferlegte, seine verantwortungsvolle Berufsthätigkeit mehr und mehr erschwerte und drückende Sorgen auf ihn häufte. Mit seltenem Mannesmut hat unser dahingeschiedener Freund sein Leiden ertragen — der Tod war ihm ein mitleidiger Erlöser. Er selbst hat unserer Gesellschaft bis zuletzt das wärmste Interesse bewahrt, so sei ihm auch im Kreise der- selben ein dankbares und ehrenvolles Andenken gesichert! Die Pteridophyten des nördlichen fränkischen Jura und der anstossenden Keuperlandschaft von J. S. Kaialfuss Abh. (1. Naturh. (Jos. XII. Bd. Über Grefäfscryptogamen aus der Nürnberger Gregend weist die Literatur seit dem Erscheinen von Martius umfangTeicher Arbeit „Flora Gryptogamica Erlangensis'^ (1817) und Sturm und Schnitzlein „Verzeichnis der Phanerogamen und Gefäfscrypto- gamen der Umgegend von Nürnberg und Erlangen (1847 und 1860) keinerlei geschlossene Publikationen auf, dagegen sind in der Zwischenzeit sowohl eingehende Bearbeitungen anderer Floren- gebiete veröffentlicht, als auch durch die Spezialforschung auf dem Arbeitsfelde der Pteridophyten zahlreiche Formen neu aufgestellt worden, so dafs wohl eine Lücke damit ausgefüllt werden dürfte, wenn viele Jahre hindurch, bis auf die neueste Zeit, fortgesetzte Beobachtungen aus dem eingangs erwähnten Bezirke hier zu allgemeiner Kenntnis gelangen. Dabei erlaubt sich Verfasser darauf hinzuweisen, dafs neben schon bekannten, noch eine Reihe von ihm neu entdeckter Formen in dieser Arbeit beschrieben sind, wodurch sie vielleicht einiges Interesse gewinnen möchte. Als vollkommen abgeschlossen soll sie ja wohl nicht gelten, sondern lediglich als Grundstein, weitere Kreise zu einer fleifsigeren Durchforschung unseres wirklich reichhaltigen Florengebietes anzuregen. Als teilweise Unterlagen bei seiner Arbeit benützte Ver- fasser die Werke von Lürssen, Ascherson, Milde, Klinge, F. Wirtgen, Geisenheyner, Warnstorf, Münderlein, Dörfler etc. und spricht auch an dieser Stelle seineu verbindlichsten Dank aus allen jenen Herren, die ihm durch freundliche Überlassung von Belegexemplaren oder durch Mitteilung von Standorten etc. unterstützten. Pteridophyta. Gohn Hedwigia XI 1871. 18. Cryptogamae vasculares Brong. Hist d. veget. fossil. I 97. 1828. Pflanzen fast ohne eigentliche Gefäfse (nur bei Athyriuin filix femina und Pteridium) mit Treppentracheiden führenden Fibrovasalsträugeu und Sporenfrüchten. Aus der keimenden Spore entwickelt sich der stets lagerartige 1* _ 4 — Vorkeim, auf der sich die Organe beider Gleschlechter flndeD. Die Argegonien oder weiblichen Geschlechts- organe besitzen ein Keimbläschen, in den Antheridien oder männlichen Geschlechtsorganen bilden sich Samen- fäden, durch welche erstere befruchtet werden, woraus sich die sporentragende Pflanze entwickelt. Übersicht der Klassen. I. Filicariae. Blätter meist auf der Unterseite Sporangien tragend, in der Knospenlage meist spiralig eingerollt. II. Equisetarieae. Blätter quirlständig, die unfruchtbaren zu Scheiden verwachsen ; die sporentragenden schildförmig, eine endständige Ähre bildend. Sporen mit 2 elastischen Bändern (Schleuderern) versehen. Stamm gegliedert. III. Lycopodiarieae. Blätter meist spiralig, die sporentragenden meistens zu einer endständigen Ähre zusammengesellt; Sporangien einzeln in den Blattachseln. 1. Klasse Filicinae. 1. Unterklasse. Filices. Sporen gleichgestaltet, in Sporangien eingeschlossen; auf dem bei der Keimung entstehendem Prothallium befinden sich beiderlei Geschlechtsorgane, seltener ist der Vorkeim zweihäusig. Landpflanzen, meist an feuchten und schattigen Lokalitäten. 2. Unterklasse. Hydropterides. Sporen zweierlei; Macro- sporangien nur eine Macrospore erzeugend, aus der sich der weibliche Yorkeim bildet; Microsporangien zahlreiche Microsporen enthaltend, aus der sich der männliche Vor- keim bildet. Wasser- oder Sumpfpflanzen. 1. Klasse Filicariae. 1. Unterklasse Filices. Übersicht der Familien. In unserem Florenbezirke ist nur folgende Familie ver- treten: Polypodiaceae. Sporangien mit vertikalem unvollständigem Ringe, in einer Querspalte aufspringend. Sori mit oder ohne Schleier. Diese Familie teilt sich in folgende — 5 — Unter familien: A. Sorus mit Receptaculum, auf den Rücken der Nerven, seltener am Ende derselben, mit oder ohne Schleier; Schleier schild- oder nierenförmig .... Aspidioideae. B. Sorus ohne Receptaculum, einen aus einer Anastomose hervorg'eg-angenen Bogen einnehmend, fortlaufend oder unterbrochen, parallel der Mittelrippe; Schleier länglich, am Innenrande frei, am äufseren dem fruchtbaren Nerven angewachsen Asplenoideae. a. Sorus mit rudimentärem Schleier, einen randständigen, aus einer besonderen Nervenanastomose hervorgegangenen Bogen einnehmend und durch den umgerollten Blattrand bedeckt Pteridoideae. b. Sorus rundlich ohne Schleier, auf den verdickten Enden eines Nervenastes sitzend Polypodioideae. Übersicht der Gattungen. (Aspidioideae.) I. Blattstiel am Grunde nicht gegliedert. 1. Sori mit frühzeitig" verschwindendem Schleier. Sori auf einem Receptaculum den Rücken der Nerven aufgewachsen; Blattrand nicht umgebogen. Blattstiel mit 2 ovalen excentrischen, nach dem Rücken hin con- vergierenden Leitbündoln Phegopteris. 2. Sori mit bleibendem Schleier. a. Schleier dem Grunde der Sori angewachsen. Blattrand nicht umgerollt; Fruchthäufchen fast rundlich, einem von der angeschwollenen Vene gebildeten Fruchtboden aufsitzend; Schleier stark gewölbt, den Sorus völlig bedeckend, später zurückgeschlagen. Blattstiel mit 2 ovalen Leitbündeln Cystopteris. b. Schleier oberständig, nierenförmig, in der Einbuchtung angeheftet oder schiklförmig und in der Mitte befestigt. Sori auf entwickeltem Receptaculum, rückenständig. Blatt- stiel mit 2 bis 11 Leitbündelu Aspidiiim. — 6 — (Asplenoideae.) A. Pertile Blätter von den sterilen verschieden. Blätter einfach gefiedert; Sori lineal, dem Verlauf der Nerven folgend, zwischen Mittelnerv und dem Blattrand. Schleier gegen den der Mittelrippe zugewendeten Rand frei Blechnum. B. Fertile Blätter von den sterilen nicht verschieden. Blätter ungeteilt, Sori lineal, zu zwei genähert, das eine auf dem vorderen Aste eines secundären Nerven, das andere aut dem hintersten Aste des nächsten secundären Nerven aufsitzend; die einseitigen Schleier mit den freien Rändern einander zugekehrt Scolopendrium. Sori einzelnstehend, lineal oder länglich, auf den Seiten- nerven zwischen Rand und Mittelrippe sitzend. Im Blattstiel 1 bis 2 Fibrovasalstränge .... Asplenium. Blätter 2 bis Stach gefiedert; Sori rundlich oder länglich, oft über den Rücken der Nerven hakenförmig oder huf- eisenförmig hinüber gekrümmt. Schleier gewimpert. Blattstiel mit 2 halbmondförmigen divergierenden Leit- bündeln Athyrium. (Pteridoideae.) Blätter deltatörmig, 3 — 4 fach fiederschnittig. Sori längs dem Rande auf einem dem Rande paralell laufenden Nerven, von 2 schmalen unterständigen Schleiern bedeckt, von denen sich der oberste blattrandartig zurückrollt Pteridium. (Polypodioideae.) II Blattstiel am Grunde gegliedert. Sori grofs, ohne Schleier, rundlich, dem verdickten Ende eines Nervenastes aufsitzend. Blätter einfach gefiedert. Polypodium. - 7 — Beschreibung der Arten. I. Unterfamilie Aspidioideae. Cystopteris Bernh. C. fragilis Beruh. Rhizom fast wagrecht, von Blattstielresten und Wurzeln reichlich besetzt^ an der Spitze reich spreu- schuppig'. Blätter bis 50 cm. lang, buschig, nicht zahl- reich, zart, durchscheinend und meist freudiggrün, meist nur am Grunde des gelbbräunlichen Stieles mit gold- gelben Spreuschuppen besetzt, sonst kahl ; sehr selten tragen die Blätter Drüsen. Spreite länglich-eiförmig oder lanzettlich, zugespitzt, sehr selten deltoidisch; Stiel meist kürzer als die Spreite, letztere 1 — 3 fach gefiedert, mit fiederteiligen Abschnitten; das unterste Segraentpaar fast stets kürzer als das folgende, gegenständig, verlängert — delta- bis eiförmig, stumpf, die folgenden länglich-eiförmig; Secundärsegmente meist etwas nach vorn gerichtet, eiförmig oder länglich bis linealisch; Tertiärsegmente eiförmig oder länglich, meist stumpf, selten spitz, mit kurzen, stumpfen oder spitzen Zähnen. Sori auf den Secundär- oder Tertiärsegmenten 2 reihig, zuletzt zu- sammenfliefsend. Sporen länglich, mit spitzen Stacheln besetzt. Folgende Formen wurden in unserem Florenbezirke gefunden : a. A.bschnitte mehr oder weniger schwach gelappt. var. dentata Hooker. Blätter 20 bis 30 cm. lang und 2V2 bis 5 cm. (selten bis 10 cm.) breit. Stiel meist viel kürzer als die fiederschniltige-fiederspaltige, längliche, drüsen- lose Spreite; Secundärsegmente eiförmig-länglich, stumpf, fast ganzrandig oder mehr oder weniger schwach fiederig- gelappt. Form sonniger Standorte (Felsen und Mauern). An der Festungsmauer auf dem Rothenberg östlich von Nürnberg, am Buch bei Hersbruck, Göfsweinstein, Tüchers- feld und Krögelstein, ebenso im Klein-Ziegenfelderthal, überall auf Kalk; auf Keupersandstein: bis jetzt nur im Schwarzachthaie bei Gsteinach. — 8 - b. Abschnitte tief-fiederspaltig. var. anthriscifolia Koch. Blätter bis 50 cm. lang- und 10 cm. breit, länglich-laDzettlich, doppelt-fiederschnittig bis dreifach-fiederschnittig, drüsenlos, meist hellgrün. Primärsegmente bis 6 cm. lang und 3 cm. breit, eiförmig oder länglich, meist lang zugespitzt; Secundärsegmente länglich-eiförmig, locker gestellt, tief-fiederteilig; Tertiär- segmente länglich, ringsum kurz gezähnt. Häufige Form schattiger, meist feuchter Orte. Im Schwarzachthaie bei Gsteinach auf Burgsandstein. Auf Kalk in den Thälern der Fränkischen Schweiz häufig. f. latisecta mihi. Blätter bis 13 cm. breit, schlaff und dünn, überhängend oder liegend; Secundärsegmente bis 2 cm. lang und 7 mm. breit, sonst wie vorhergehende Form. Unter überhängenden Sandsteinfelsen im Schwarzachthaie bei Gsteinach nächst Feucht. Fand ich seit mehreren Jahren an diesem Orte constant. var. cynapifolia Koch. Blätter länglich, bis länglich-eiförmig, bis 45 cm. lang und 12 cm. breit, kurz- oder lang- gestielt, doppelt-fiederschnittig bis dreifach-fiederschnittig, drüsenlos und meist hellgrün. Primärsegmeute bis 6 cm. lang und 3 cm. breit, länglich bis länglich-lanzettlich, stumpf oder etwas zugespitzt, selten langgespitzt; Se- cundärsegmente aus keilförmigem Grunde eiförmig oder länglich bis zuletzt schmal-länglich, sämtliche stumpf, locker gestellt und zuweilen vorwärts gerichtet, die ersten in der Regel fiederspaltig mit keilförmigen bis verkehrt- eiförmigen, stumpfen oder kurzgezähnten Abschnitten, die letzteren allmählig einfach und stumpf gezähnt. Sori sparsam, gesondert. Bis jetzt nur auf Kalk und Dolomit im Jura beobachtet bei Krögelstein, im Klein -Ziegen- felderthal und an der Festungsmauer am Rothenberg öst- lich von Nürnberg. var. angustata Koch. Blätter sehr zart, bis 30 cm. lang und 8 cm. breit, dunkel- bis schwarzgrün, drüsenlos, doppelt- flederschnittig-fiederspaltig; Secundärsegmente sehr locker gestellt, lanzettlich bis länglich, spitz, tief-fiederteilig. — 9 — lang und spitz g-ezähnt. An nassen Burgsandsteinfelsen im Schwarzachthaie; auf Dolomit in der Weidraanns- geseeser Schlucht bei Pottenstein und im Klein-Ziegen- felderthal bei Weifsmain. var. acutideiitata Doli. Stiel kürzer als das dreifach-fieder- schnittjge, drüsenlose, bis 36 cm. lange und 10 cm. breite Blatt. Primärseg-mente eiförmig oder eiförmig-länglich, zugespitzt; Secundärsegmente eiförmig, in die oberen schmal-länglichen allmählig übergehend, die untersten meist stielartig verschmälert oder kurz-gestielt, alle Fieder- chen stumpf bis zugespitzt, kammförmig eingeschnitten- gezähnt; Zähne spitz bis stumpflich, ungeteilt, doch häufig ausgerandet. Nur auf Dolomit im Jura bei Pottenstein und Göfsweinstein und im Klein-Ziegelfelderthal. Monstrositäten, in. furcans Moore. Blattspitze und oft auch einige Primär- segmente gegabelt. Ein Exemplar an der Mauer der Festungsruine Rothenberg östlich von Nürnberg. Phegopteris Fee. I. Blätter flederschnittig-fiederspaltig"; Primärsegmente sitzend, unterstes Fiederpaar fast so gross oder so gross als die fol- genden; Piederränder durch feine weisse Haare gewimpert, ebenso die Nerven der Ober- und Unterseite von solchen be- deckt; Rhachis und die Rippe der Primärsegmente oberseits dichter behaart. Sporangien am Scheide] ein kurzes Drüsen- haar und eine bedeutend längere Borste tragend. PIi. polypodioides Fee. Blätter bis 54 cm. lang, entfernt stehend, weich, hellgrün bis dunkelgrün, glanzlos; Blattstiel stroh- gelb, am Grrunde dunkelbraun, länger als die ei-delta- förmige, lang zugespitzte Spreite, spärlich mit Spreu- schuppen besetzt. Fiedern genähert, gegenständig, das unterste Paar meist schräg abwärts gerichtet, die übrigen horizontal abstehend, alle genähert, lanzettlich und zu- gespitzt, die untersten Abschnitte an jeder Blattspindel mit Ausnahme der an den 1 — 2 untersten Segmenten zu- — 10 — sammenfliefsend und breit herablaufend. Abschnitte läng- lich-stumpf, etwas nach vorn geneigt, ganzraudig oder schwach gekerbt, das erste etwas kleiner als der folgende. Sori am Rande der Lappen genähert, oft zusaramenüiefsend; Sporen länglich, glatt. Im Keuper im Schwarzachthaie, am Hutberg bei Fischbach, bei Rothenbach nächst Lauf, Kalchreuth bei Erlangen, Kloster Langheim, Oberwaiz und Neustädtlein bei Bayreuth, Limmersdorf bei'Thurnau und an der flohen Eller bei Lichtenfels. var. obtusidentata Warnst. Segmente zweiter Ordnung in der unteren Hälfte der beiden basalen Primärsegmente grob und stumpf gezähnt, die übrigen, besonders im mittleren und oberen Teile der Spreite schwach-gekerbt bis ganzraudig. In den Gräben der Waldwege auf dem Hutberg bei Fischbach und bei Rothenbach nächst Lauf. II. Blätter rasch abnehmend, doppelt bis dreifach flederschnittig", unterstes Piederpaar gestielt und viel grösser als das nächst- folgende. Sporangien mit kahlem Scheitel. Ph. Dryopteris Fee. Rhizom glänzend schwarz Blätter etwas entfernt, bis 50 cm. lang, weich, schlaff, hellgrün, rück- wärts gebrochen. Blattstiel 2 bis 3 mal so lang als die deltaförmige, doppelt fiederschnittige bis dreifach fieder- schnittige Spreite, dünn, strohgelb, kahl, meist nur am Grrunde mit spärlichen Spreuschuppen besetzt. Unterste Fiedern entfernt, gegenständig, die 2 ersten Primärseg- mente viel gröfser als die nächstfolgenden und gestielt, die nächstfolgenden sitzend und weiter oben zusammen- fliefsend; Primärsegmente eiförmig; Secundärsegmente länglich oder eiförmig, ganzraudig oder gekerbt bis kurz fiederspaltig an den untersten Segmenten. Sori rand- ständig, später zusammenfliefsend. Sporen bräunlich- gelb, bohnenförmig, mit schwachen, aber ziemlich zahl- reichen, warzigen bis flügelartig hervorstehenden, zarten Leisten. In Keuper auf dem Schmausenbuck, am Hutberg, im Schwarzachthaie und bei Kalchreuth, am Krappenberg bei Michelau a.Main und in den Schluchten — H — des Limmersdorfer Forstes. Im Jurazuge häufig-, z. B. im Wiesentthale bei Muggendorf, Püttlachthal, Klein-Ziegen- felderthal, am Moritzberg, bei Wolfslohe nächstPegnitz etc. Ph. Robertiaiia A. Br. Von vorhergehender Art unter- schieden durch das kürzere Rhizom, welches weniger ge- teilt und fast glanzlos ist. Blattstiel nur 1^/2 mal so lang als die meist dunkelgrüne, starre Spreite; Stiel und Spreiteränder, sowie Unterseite der Spreite mit kurzen, blassen Drüsen besetzt. Secundärsegmente an der Spitze stumpftich, abgerundet; erstes Secundärsegment der oberen Reihe am untersten Segment paar kürzer oder nur so lang als das folgende, dagegen das erste Secuudärsegment der unteren Hälfte an demselben Segmentpaar so lang als das ganze vierte Primärsegment. Fiederläppchen am Rande umgeschlagen. Sporen braun, bohnenförmig, mit kräftigen, stumpfen Warzen bis Hügelig hervortretenden kräftigen Leisten ziemlich dicht besetzt. Auf Kalk im Jura an sehr vielen Orten. Im Keuper : an einer Bach- mauer am Kanal bei Wendelstein, an der Nürnberger Stadtmauer beim Thiergärtner Thor. Aspidium Sw. I. Blattstiel von 2 bandförmigen Pibrovasalsträngen durchzogen. Blätter freudiggrün, gefiedert, mit fiederspaltigen Fiedern. Sori je einer auf beiden Grabelästen des Fiedernerven. Schleier klein, drüsig und gezähnelt, nierenförmig, vergänglich. A. Thelypteris Sw. KhizoFn schwarz, lang weithin Iviiechend und mit feinen schwarzen Wurzelfasern besetzt. Blätter in Abständen, 2o cm. bis 1 m. lang, mit sehr langem, zerbrechlichem Stiele, letzterer im Querschnitt mit2 ovalen Fibrovasalsträngen, die sich bei halber Höhe in Huf- eisenform vereinigen. Spreite länglich -lanzeltlich, zugespitzt, am (i runde wenig oder nicht verschmälert, dünn und in der Jugend unterseits spärlich gelbdrüsig, flederschnittig-nederspaltig. Primärsegmente ungestielt, etwas entfernt, meist wechselsländig, bald aufwärts, bald - 12 — abwärts gebogen, lineal-lanzettlicb, kurz zugespitzt. Secundärsegmente länglicb, stumpf oder zugespitzt, gauz- randig oder schwach gezähnt, am Grunde zusammen- fliefsend und durch den zurückgerollten Rlattrand bedeckt. Sporen bräunlichgelb, nierenförmig, meist dicht stachelig oder warzig. In Brüchen: im Keuper in der Brucker Lache bei Erlangen, Schwarzachthal bei Gsteinach, im Walde bei Heroldsberg (Fr. Schultheifs); im Dogger bei Wolfs- lohe nächst Pegnitz und in den Tertiärsümpfen bei Vilseck. var. Rogaetzianum Bolle. Abschnitte des fertilen Blattes am Rande nicht oder kaum umgerollt und meist gröfser, als bei der typischen Pflanze. Waldsümpfe an der Gründlach bei Heroldsberg (Fr. Schultheifs) und in der Brucker Lache bei Erlangen, ebenso bei Wolfslohe. var. distans Warnstorf. Abschnitte des fertilen Blattes weit von einander entfernt, aus breitem Grunde dreieckig, spitz, an den untersten Fiedern stark umgerollt, an den oberen flach. Erlenbrüche der Brucker Lache bei Erlangen. var. incisum Ascherson. Abschnitte teilweise unregelmäfsig tief fiederspaltig. In der Brucker Lache bei Erlangen, Waldsümpfe an der Gründlach bei Heroldsberg. var. crispatum mihi. Alle Segmente letzter Ordnung wellig- kraus und ihre Ränder unregelmäfsig bald nach unten bald nach oben umgeschlagen. Selten an Teichen bei Gsteinach nächst Feucht. A. montanum Ascherson. Rhizom kurz und dick, schief auf- steigend, von Blattstielresten dicht besetzt. Blätter bis 1 m. lang, einen Trichter bildend, meist gelbgrün, weich, mit kurzem, 6—24 cm. langem Stiele, letzterer im Quer- schnitt mit 2 bandförmigen, S förmig-gebogenen Fibro- vasalsträngen durchzogen. Spreite länglich-lanzettlich, zugespitzt, nach dem Grunde hin mit immer kleiner werdenden Segmenten, fiederschnittig-tiederspaltig, unter- seits dicht mit gelben Drüsen und weifslichen, einzelligen, kurzen Härchen besetzt. Primärsegmente sitzend, fast rechtwinkelig-abstehend, die untersten kurz und breit — 13 — dreieckig, die mittleren lineal-laüzettlich, zugespitzt, meist geüähert, die unteren gegenständig, die oberen wechselständig. Secundärsegmente rechtwinkelig- ab- stehend, etwas nach vorn gekrümmt, länglich, mit breitem Grrunde sitzend, stumpf, am Rande etwas umgebogen oder flach, ganzrandig oder schwach-gekerbt. Sori klein, nahe dem Rande, später bei der Reife oft einander ge- nähert, bis oft zusammenfliefsend. Sporen bräunlich, dick nierenförmig, hell umsäumt. In feuchten Wäldern bei Michelau am Main, am Hutberg und an der Hohen Heide bei Nürnberg, Kalchreuth bei Erlangen, auf Dogger am Moritzberg, Hansgörg, Wolfslohe bei Pegnitz, Schnabel- weid, an der Kulmitz bei Ströfsendorf und im Velden- steiner Forst bei Pegnitz. var. crenatum Milde. Secundärsegmente deutlich und oft tief gekerbt. Im Keuper in den Gräben der Waldstrafsen am Hutberg (Pfarrer Münderlein), an der Hohen Heide bei Heroldsberg, Kalchreuth und massenhaft im Quellen- horizonte des Ornatenthones am Moritzberg und über Wolfslohe bei Pegnitz. Monstrositäten, m. erosum mihi. Fast alle Secundärsegmente unregelmäfsig tieflappig eingeschnitten, öfters gegabelt, die einen sehr verkürzt, andere dagegen verlängert. Bis jetzt nur im Keuper am Krappenbcrg bei Michelau beobachtet. II. Blattstiel in seinem unteren verdickten Teile von 5 bis 8 Fibrovasalsträngen , weiter oben von 4 bis 10 durchzogen. Sori auf den Secundärsegmeuten in 2 Reihen. Schleier deutlich, nierenförmig-, bleibend. Blätter fiederschnittig-fiederspaltig-, selten fast doppelt fiederschnittig; Secundärsegmente immer gezähnt. A. ülix mas. Sw. Rhizom dick, aufsteigeml, mit schwarzbraunen ßlattstielresteu dicht besetzt. Blätter kurz bis oft sehr kurz gestielt, einen Trichter bildend, 30 cm. bis 1 m. lang, und mit l»is 5 mm. (iick«im Stiele, letzterer, sowie die — 14 — Rhachis von meist hellbraunen Spreublättchen dicht besetzt. Spreite länglich, zugespitzt, nach dem Grunde hin sich etwas verschmälernd. Primärsegmente lineal- lanzettlich, fiederteilig, kurz gestielt, zugespitzt, ziemlich locker gestellt bis genähert, horizontal abstehend oder die mittleren und unteren oft aufwärts gekrümmt, wechsel- ständig. Secundärsegmente meist einander genähert und am Grunde miteinander verschmelzend, meist länglich, stumpf, kerbig oder eingeschnitten gesägt oder an den Seiten fast ganzrandig. Blattzähne nicht stachelspitzig. Sori grofs in 2 Reihen auf den Secundärsegmenten und nur an dem oberen Teile des Blattes, der Mittelrippe genähert. Schleier kahl, bleifarben, zuletzt rötlich, nierenförmig. Sporen nierenförmig, braun mit hohen und derben,, ganzrandigen Lappen und Leisten. Davon wurden folgende Formen beobachtet: a. Blätter 40 — 60 cm. lang. Secundärsegmente mit breitem Grunde verschmelzendj länglich, mit stumpfer Spitze, an der Spitze fast so breit als unten, fast ganzrandig oder schwach gezähnt. var. subintegrum DöIL Blattstiel und Rhachis dicht spreu- schuppig; Spreite derb. Secundärsegmente an der Spitze gezähnt, am Rande nicht oder undeutlich gezähnt. Meist an trockenen Standorten. Im Keuper an einer Kanal- schleufsenmauer bei Gibitzenhof nächst Nürnberg, auf Sandsteinfelsen im Schwarzachthaie, auf trockenem, sandigem Waldboden bei Fischbach, am Heiden berg bei Schwabach, an der alten Feste bei Fürth. Im Jura auf Kalk der Festungsmauer am Rothenberg und auf Wald- boden am Moritzberg bei Lauf. var. crenatum Milde. Secundärsegmente am Seitenrande deutlich gezähnt, an der Spitze kerbig-gezähnt. Typische Form; nicht selten. b. Blätter bis über 1 m. lang, die untersten Secundärsegmente an ihrer Basis beiderseits tief fiederig eingeschnitten und am Rande gegen die Spitze kerbig gesägt oder fast alle Segmente ringsum tief eingeschnitten-fiederspaltig. — 15 — var. deorso-lobatum Moore. Blätter straff uad derb; Rhachis und Mittelrippe der Primärsegmente reich spreuschuppig. Primärsegmente gedrängt oder von einander entfernt, die untersten aus breitem Grunde länglich-lanzettlich; Secundärsegmente genähert bis sich fast berührend oder die untersten etwas entfernt, das unterste erste Fieder- paar mit verschmälertem Grunde sitzend, beiderseits und hauptsächlich an seiner Basis tief eingeschnitten gekerbt bis flederspaltig, die untersten der Rhachis zugewendeten basalen Abschnitte ohrartig vorgezogen. Häufige Form feuchter oder trockener Standorte. Hievon findet sich bei uns noch eine: f. tenuisecta mihi. Secundärsegmente nur 3—5 mm. breit und bis 12 mm. lang. Durch die schmalen Secundärsegmente sehr auffallende Form! Lichte Kiefernwälder mit Sand- boden bei Gerasmühle nächst Nürnberg. var. affine Fisch. & Meyer. Stiel lang, meist reich — Rhachis und Mittelrippe der Primärsegmente sparsam mit Spreu- blättchen besetzt. Secundärsegmente etwas genähert, doch meistens entfernt, das erste an der Basis beiderseits tief eingeschnitten und wie die folgenden ringsum kerbig-tiefeiugeschnitteu bis fast flederspaltig, die meisten mit breitem Grunde sitzend. Tertiärabschnitte ringsum oder gegen das Ende hia stark gesägt. Sori klein, meist von einander entfernt. Waldsümpfe im Schwarzachthaie, Kalchreuth und im Dogger bei Oberkrummbach, Wolfs- lohe, am Moritzberg und bei Kloster Langheim. var. laciniatum mihi. Wie vorhergehende Varietät, aber fast alle Secundärsegmente mit breiter Basis sitzend und daselbst, wie an den untersten Secundärsegmenten der var. deorso-lobatum, beiderseits tief eingeschnitten. Ein einziges Exemplar im Schwarzachthal bei Gsteinach. var. Heleopteris Milde. Blätter schlaff, meist blafsgrün; Stiel bleichgrün, fast weifslich, spärlich spreuschuppig oder kahl. Primärsegmente bis 17 cm. lang und 5 cm. breit, einander genähert bis gedrängt und sich mil den Händern bedeckend. Secundärsegmente entfernt, bis 2V3 cm. lang und 1 cm. breit, deltafürmig bis eiförmig- — 16 — länglich, doppelt-g-esägl bis flederspaltig, am hintersten unteren Rande gauzrandig und bogig, schief herablaufeod, mit breitem Grunde sitzend, am vorderen fast gerade und mehr oder weniger eingeschnitten, stumpf, das erste oder auch das nächste secundäre Fiederpaar mit mehr oder weniger verschmälertem Grunde sitzend, ihre Läpp- chen mit 3 bis 4 spitzen Zähnen. Blätter meist steril oder mit wenigen Sori. Bis jetzt nur im Keuper in moorigen Wäldern bei Wendelstein und im Schwarzach- thaie bei Gsteinach beobachtet. Monstrositäten. m. furcatum mihi. Blatt an der Spitze mehr oder weniger tief, oft bis zur Mitte geteilt. Selten ! im Schwarzach- thaie und am Moritzberg. m. dichotomum mihi. Die meisten der Primärsegmente an ihrer Spitze, oft auch die Blattspitze 1 bis 2 mal gegabelt. Schwarzachthal und an der Hohen Heide bei Heroldsberg, ebenso am Moritzberg. m. erosum Doli. Blätter bald der Varietät deorso-lobatum, bald der var. affme und namentlich der var. Heleopteris, sehr selten der Varietät crenatum angehörend. Primär- segmente häufig 1 bis 2 mal gegabelt oder unregelmäfsig geteilt, das eine bald kürzer oder bald länger als das andere. Secundärsegmente mehr oder weniger verkürzt, monströs tief und grob eingeschnitten-gelappt bis einzelne zu ohrförmigen Lappen verkürzt, andere dagegen unge- wöhnlich vergröfsert und oft sehr breit. Nicht selten fruchtend. (Andere Formen, welche durch Spätfröste erzeugt werden, finden sich in unserer Flora sehr häufig). Moorige Wälder im Schwarzachthaie, Fischbach, Dutzend- teich, am Nonnenberg und Moritzberg, Michelau a. M., Kloster Langheim etc. Collectivspecies Aspidium spinulosum, III. Blattstiel am Grunde von 5 bis 11, nach oben von 3 bis 6 Fibrovasalsträngen durchzogen. Blätter 2 bis 4 fach fieder- schnittig. Abschnitte letzter Ordnung dornig gezähnt. — 17 — A. cristatum Sw. Rhizom aufsteigend oder liegend. Blätter in lockeren Büscheln, hellgrün, öfter auch gelbgrün, 30 cm. bis 1 m. lang; Stiel zerbrechlich, meist so lang als die schmal-längliche, kurz zugespitzte, am Grunde wenig oder nicht verschmälerte, fiederschnittig-fleder- spaltige Spreite. Spreuschuppen an dem grünlichen oder strohgelben Stiele sparsam, letzterer nach oben mit 3 bis 5 peripherischen, stielrunden Gefäfsbündeln, am Grunde deren 5 bis 7. Primärsegmente deutlich gestielt, aus breitem, mehr oder weniger herzförmigem Grunde kurz deltaförmig mit stumpfer Spitze, die mittleren und oberen länglich-lanzettlich; Secundärsegmente beiderseits 5 bis 7 am Blattgrunde, einander sehr genähert, das erste Paar am breiten, zusammenlliefsenden Grunde tief eingeschnitten, die folgenden länglich, stumpf, gekerbt oder stumpf fiederspaltig-eingeschnitten (so au sterilen Blättern), die fertilen grob eingeschnitten gesägt und das unterste Segmentpaar auffallend entfernt gestellt. Sori grofs, später bis zur Berührung sich nähernd. Schleier nierenförmig, grofs, drüsenlos. Sporen dunkel- braun, nierenförmig, mit Höckern und Leisten unregel- mäfsig besetzt. Von Martins am Hetzles bei Erlangen gefunden und seit dieser Zeit von keinem der Nürnberger Botaniker wieder beobachtet; dürfte aber wahrscheinlich in der Laabergegend zu finden sein. A. spinulosum Sw. Rhizom kräftig, liegend oder aufsteigend, mit abgestorbenen Blattstielresten dicht besetzt. Blätter büschelig, schmal-länglich bis deltoidisch, doppelt fieder- schnittig-fiederteilig bis 4 fach fiederschnittig, mit mehr oder weniger langem Stiele, welcher an seiner ganzen Länge mehr oder weniger reich spreuschuppig und hauptsächlich an seiner verdickten Basis dichl mit blafs- braunen oder dunkelbraunen mit einem dunklen Mittel- streif versehenen Spreubiättchen besetzt ist. Fibrovasal- stränge im unteren verdickten Stengelteile ö bis 11, die 2 Bauchstränge kräftiger, als die anderen, gegen die Blattspreite 3 bis 6, inklusive der 2 stärkeren bauch- läuligen. Die unteren Primärsegmente breit, länglich, Abli. .1. Naturh. Gos. XII. Bd. o — 18 — ihre nach abwärts gekehrte Hälfte stärker entwickelt, als die andere, meist etwas entfernt von den nächstfolgenden, bis auf die obersten sämtlich gestielt und allmählich an Breite abnehmend. Secundärsegmente auadrom, länglich oder eiförmig, ihre Lappen länglich und stumpf, gesägt oder eingeschnitten-gesägt, Zähne mit Stachelspitze, sehr selten stumpf. Wird in folgende zwei Unterarten geteilt: A. A. eu.-spinulosum Ascherson. Blätter 60 cm. bis nahe 1 m. lang, derb, hell bis gelbgrün. Blattstiel oft so lang oder länger als die zerbrechliche Spreite, an seinem Grunde reich, nach oben nebst der Spreite spärlich von einfarbigen, blafskupferfarbigen, meist eiförmigen, nicht schwarz gestreiften Spreuschuppen bekleidet, unten mit 5 bis 9 Fibrovasalsträngen, nach oben deren 3 bis 5 im Querschnitt. Spreite länglich bis schmal-länglich, doppelt gefiedert bis flederspaltig oder bis dreifach fiederschnittig. Primärsegmente spitzlich, nicht lang ausgezogen, das unterste entfernt mit stärker entwickelter unteren Hälfte, fast eiförmig-deltoidisch, ihr erstes unterstes Secundär- segment bis fast doppelt so lang, als das erste obere. Die untersten Segmente dritter Ordnung flederspaltig, die nächstfolgenden tief eingeschnitten - gesägt , die folgenden doppelt, die letzteren einfach gesägt. Schleier gezähnt, sehr selten mit spärlichen fDrüsen. Sporen nierenförmig, schmutzigbraun, fein stachelig und am Rande mit fein gezähnelten Leisten besetzt. var. exaltatum Lasch. Blätter bis 90 cm. lang und ca. 15 bis 20 cm breit. Stiel oft so lang oder etwas kürzer, als die dunkelgrüne, dünnhäutige, schmal -längliche Spreite. Primärsegmente locker, das vierte und fünfte am längsten. Secundärsegmente sehr breit, das erste obere stets etwas gröfser, als das folgende und wie die der Primärsegmente gestielt. Häufig in moorigen Wäldern. var. elevatum A. Br. Dem vorhergehenden ähnlich, nur die Spreite noch schmäler, oft nur 8 bis 9 cm. breit, Laub straffer, etwas derb, meist hellgrün, gegen den Grrund wenig oder nicht verschmälert. Secundärsegmente ein- - 19 — ander sehr genähert, das am untersten Primärsegraent obere Secundärseg'ment etwas kleiner, als das folgende. Nicht selten in moorigen Wäldern z. B. bei Marienberg und Maiach bei Nürnberg, im Schwarzachthaie, bei Teunenlohe, Kalchreuth, Michelau a. Main, sowie im Jura bei Pegnitz und bei Kloster Laugheim etc. var. glandulosum Milde. Blätter bis 50 cm. lang, mit ca. 22 cm. langem Stiele und 15 cm. breiter Spreite; am Blattstiel, Rhachis und Spreite unterseits, sowie am Rande mit kurzen einzelligen Drüsenhärchen besetzt. Bis jetzt nur an den hintersten Weihern bei Dutzendteich. 31onstrositäten . m. dichotomum mihi. Blattspitze mehr oder weniger tief ein- bis zweigabelig. Im Schwarzachthaie. m. erosum Milde. Blätter an der Spitze, sowie an einzelnen bis mehreren Primärsegmenten gabelig geteilt, letztere oft sehr verkürzt; Secundärsegmente sowie deren Tertiär- abschnitte unregelmäfsig eingeschnitten- gelappt oder unregelmäfsig fiederspaltig, die Ränder daher wie aus- gefressen erscheinend, mehrere Secundärsegmente öfters stark verkürzt oder stellenweise bis zu ohrförmigen Lappen reduciert, oft reichlich fruchtend oder nur steril, wenn ersteres der Fall, dann die Abschnitte bei der Sporenreife von diesen völlig überdeckt. Dechsendorf und Tennenlohe bei Erlangen, am Hutberg, an der Hohen Heide, am Schmausenbuck, bei Wendelstein, Maiach und in den Doggersümpfen bei Wolfslohe und Auerbach. B. A. dilatatum Sw. Rhizom kräftiger, als bei eu-spinulosum, meist aufrecht. Blätter dunkelgrün, schlatf und bogig überneigend, bis 1^2 m. lang, mit gelben Drüsenhärchen besetzt. Stiel kräftig, strohfarben bis gelbbraun, meist kürzer, sehr selten so lang, als die eilängliche bis deltoidische 3 — 4 fach flederschnittige Spreite, in seinem untersten Teile von 8—11, gegen die Spreite von 5—6 Fibro- vasalsträngen durchzogen. Blattstiel und Spreite* meist — 20 — reich- und üamentlich am Gruüde dicht mit grofsen eiförmig-läüglicheu und lang-zugespitzten meist dunkel- braunen und von einem dunkleren Mittelstreifen durch- zogenen Spreuschuppen besetzt. Primärsegmente lang- zugespitzt, sämtliche genähert oder nur die untersten etwas entfernt, diese meist ungleichhälftig, eiförmig oder deltaförmig und das erste obere Secundärsegment stets kleiner, als die folgenden. Secundärsegmente genähert, ihre Lappen oft bauchig aufgetrieben. Schleier meist gröfser, als bei eu-spinulosum. var. (leltoideum Milde. Stiel oft ganz schwarzbraun, immer kürzer, als die deltoidische, 2 bis fast 4 fach fieder- schnittige, drüsige Spreite, ziemlich reich spreuschuppig; Spreite dunkelgrün, unterstes Primärsegmentpaar am längsten, horizontal abstehend, seine nach abwärts gerichteten Secundärsegmente sehr verlängert und daher auffällig ungleichhälftig. Waldsümpfe im Schwarzach- thaie, Hohe Heide bei Heroldsberg, am Schmausenbuck, Wendelstein, Michel au a. Main und im Jura bei Kersbach östlich von Nürnberg. var. oblongum Milde. Blätter bis i^h m. lang. Stiel so lang oder länger, als die dunkelgrüne, eilängliche Spreite, beide meist mit zweifarbigen Spreuschuppen reich besetzt. Spreite drei bis 4 fach fiederschnittig, wenig- bis reich- drüsig; unterste Primärsegmente meist aufrecht abstehend, kürzer, als das folgende Paar; Abschnitte mit haken- förmigen, langen, grannenähnlichen Zähnen. Waldsümpfe im Schwarzachthaie, am Schmausenbuck, Hohe Heide, Fischbach, am Krappenberg bei Michelau a. Main und in den Doggersümpfen bei Wolfslohe nächst Pegnitz. var. recurvatum Lasch. Im Habitus an var. oblongum erinnernd, selten an var. deltoideum, aber die Ränder der Tertiärsegmente und deren Abschnitte, ebenso die Secundärsegmente nach unten zusammengelegt. Zerstreut am Schmausenbuck, um Fischbach, Maiach, häufiger im Walde bei Heroldsberg, um Wendelstein, im Schwarzach- thaie, um Kalchreuth und im Jura am Moritzberg. — 21 — Monstrositäten, m. erosum Lürssen. Einzelne Primärsegmente verkürzt, andere dagegen verlängert und gabelig- oder unregel- mäfsig getheilt. Tertiärabschnitte ungleich buchtig- gezähnt oder unregelmäfsig-fiederspaltig, daher die Ränder wie ausgefressen erscheinend, öfters auch einzelne bis viele zu ohrförmigen Lappen reduziert. Häufig im Schwarzachthaie und in der Brucker Lache bei Erlangen, vereinzelt am Schmausenbuck. ly. Blattstiel am Grunde von 2 bis 5, weiter oben von 3 bis 6 Fibro- vasalsträng-en durchzogen. a. Blätter einfacb gefiedert^ Schleier kreisrnnd, in der Mitte angeheftet. A. Lonchitis Sw. Blätter einen Busch bildend, auf der Unter- seite mit kleinen braunen Spreuschuppen besetzt, über- winternd, sehr kurz gestielt, bis 60 cm. lang. Stiel an seiner Basis von 2 bis 3 Fibrovasalsträngen durchzogen und hier, sowie die Spindel mit grofsen, braunen Spreu- schuppen dicht besetzt. Spreite starr, dunkelgrün, lanzettlich, allmählich zugespitzt, einfach-fiederschnittig und gegen den Grund stark verschmälert; Segmente sehr kurz gestielt, einander genähert, wagrechl-abstehend und sichelförmig aufwärts gekrümmt, die untersten aus beider- seits geöhrtem Grunde kurz deltaförmig, die mittleren am gröfsten, breit-lanzettlich, spitz, an der oberen Hälfte mit aufrechten dreieckigen, senkrechten Öhrchen, Ränder der Segmente einfach-scharf-stachelspitzig-gesägt, mit vorwärts gerichteten Stachelgrannen, zwischen denen kürzere, stumpfere Zähne sitzen, oder abstehend-grob- sägezähnig und jeder Zahn mit einer Granne endend, alle Fiedern an der Spitze eine Stachelborste tragend. Sori der Mitte der Nerven aufsitzend, mit grofsem, zartem, am Rande fein und unregelmäfsig- stumpf- gezähntem Schleier. Sporen schwarzbraun, dicht stumpf-stachelig, oval. Vereinzelt auf Dolomit im Jura bei Eschenfelden (Prechtelsbauer) und am Profsberg bei Engelthal (Plarrer Rudel). b. Blätter doppelt-fiederschnittig. A. lobatum Sw. Rhizoiu kurz, mit starken Blattstielresten besetzt. Blätter kurzgestielt, einen Busch bildend, derb. Stiel am Grunde von 3 bis 5 Fibrovasalsträngen durch- zogen, samt der Rhachis mit grofsen, braunen Spreu- schuppen dicht besetzt. Spreite lanzettlich bis länglich- lanzettlich, unterseits mit wenigen Spreuschuppen besetzt bis kahl. Primärsegmente aus ungleicher, am oberen Grrunde geöhrter Basis länglich oder lanzettlich-zugespitzt; Secundärsegmente selten gestielt, herablaufeud, zur Spindel etwas geneigt, aus ganzrandiger, keilförmiger, zur Spindel schief gestutzter Basis, trapezoidisch-eiförmig, sichelförmig, die ersten mit deutlichen dreieckigen, spitzen Öhrchen, knorpelig-gerandet, stachelspitzig-gesägt, die ersten bedeutend gröfser, als die folgenden und selten mit tiefen Einschnitten. Feuchte Wälder im Jura. Rohrenstadter Thal bei Altdorf (Fr. Schultheifs) , am Moritzberg (Kaulfufs, Pfarrer Rudel, Stabsveterinär Schwarz), am Nonnenberg und im Ödthale bei Schupf. var. umbraticum Kunze. Blätter grofs, die untersten nach oben gerichteten Secundärsegmente doppelt so grofs, als die folgenden. Auf Dogger im schattigen Buchenwalde am Moritzberg. Monstrositäten . m. neglectum mihi. Secundärsegmente im unteren Blattteile oft bis auf 1 mm. Breite verschmälert, einzelne mit ungleichen Einschnitten, andere nur gegen die Spitze dornig gezähnt, sonst ganzrandig. Sehr selten auf Dogger im schattigen Buchenwalde auf dem Moritzberge. Athyrium Roth. A. filix femina Roth. Rhizom aufrecht oder aufsteigend, kurz, mit dunkelbraunen Spreuhaaren besetzt. Blätter bis 1 m. lang, zart, meist hellgrün. Stiel an dem verdickten Grunde schwarzbraun und mit dunkelbraunen Spreu- schuppen dicht besetzt, Vs bis ^4 so lang, als die elliptische Spreite. Primärsegmente lineal oder länglich- - 23 — lauzettlich, allmählich fein-zugespitzt. Secundärsegmente läDglich bis lanzettlich, stumpf oder spitz, gesägt oder fiederspaltig bis fast flederschnittig, das erste obere länger, als das folgende. Sori einreihig beiderseits neben der Mittelrippe der Secundär- oder Tertiärsegmente, nach den Enden der Segmente hin hufeisenförmig oder nieren- förmig, sonst oft nur weniggekrümmt oder länglich. Schleier von Gestalt der Sori, zart, gewimpert. Sporen hellbraun, feinkörnig bis glatt. var. dentatum Doli. Blätter bis 30 cm. lang, selten etwas länger, doppelt fiederschnittig; Secundärsegmente ringsum nur gezähnt. So an mehr trocknen, sonnigen Orten oder an jüngeren Pflanzen. An der Hohen Heide bei Herolds- berg, am Moritzberg, Schwarzachthal und am Rothenberg. var. conflueus Moore. In der Zähnelungbald der var. dentatum, bald der var. fissidens gleich. Secundärsegmente mit Ausnahme der untersten am Grunde durch einen flügeligen Saum miteinander verbunden und sich oft am Rande deckend; Primärsegmente entfernt. Sehr selten. Ander Hohen Heide, im Schwarzachthaie bei Gsteinach und bei Röthenbach nächst Lauf var. fissidens Doli. Blätter bis 1 m. lang, bald sehr weich, bald sehr straff, doppelt-fiederschnittig; Secundärsegmente tief eingeschnitten- gezähnt bis flederspaltig, untere Läppchen mit 3, die folgenden mit 2 Zähnen, die Segment- spitzen mit einfachen Zähnen, jeder Abschnitt am Grunde mit je einem rundlichen oder länglich-nierenförmigen •Sorus oder auf den unteren Tertiärabschnitten zu zweien. Häufigste Form 1 f. recurvum Warnst. = (f rhäticum Moore). Fertile Blätter an den Segmenträndern zurückgerollt. Ziemlich häufig- var. multidendatum Doli. Blätter bis IV2 m. lang und bis dreifach-fiederschnittig oder selbst mit fiederspaltigen unteren Tertiärsegmenten; die länglichen Tertiärabschnitte ringsum einfach-kurz oder lang-gezähnt, Zähne gerade oder gekrümmt, die untersten 6 und mehr in zwei Reihen, meist hakenförmige Sori tragend, die folgenden — 24 — mit 2, die nächsteo mit je einem Sorus. Nicht selten, am häufig'sten jedoch im Schwarzachthaie. f. sublatipes Lürssen. Die untersten Primärsegmente so lang* oder fast so lang*, als die nächstfolgenden, alle Fiedern erster und zweiter Ordnung* lang und fein zugespitzt. Secundärsegmente bis 3 cm. lang: und 1 cm. breit, sonst wie vorige Form. Sehr selten und nur in einem Exemplare im Schwarzachthaie bei Gsteinach. Monstrositäten, m. subtile mihi. Blatt bis 60 cm. lang, mit sehr weichem Stiele, welcher unterseits ziemlich reich mit schmalen, dunklen Spreublättchen besetzt ist. Primärsegmente von zweierlei Form, die 2 untersten Fiederpaare normal ent- wickelt, bis 10 cm, lang und 3 cm. breit, die nächst- folgenden bis zur Blattspitze viel zierlicher, sehr zart und fein schnittig, das erste untere Fiederpaar dieser zarteren Segmente 4V2 cm. lang* und 1 cm. breit, die nächstfolgenden an Länge zunehmend und bis 2 cm. breit. Secundärsegmente bis 10 mm. lang und 2 bis 3 mm. breit, alle Abschnitte viel feiner gezähnt, als an den unteren normalen Fiedern. Sori ebenfalls kleiner, aber zahlreicher. Nur in einem Exemplar im Walde bei Heroldsberg. m. laciuiatuin Moore. Sämtliche oder der gröfste Teil der Secundärsegmente in allen Graden abgestumpft und oft sehr verkürzt, öfters grob gezähnt bis g^espreizt-gabel- spaltig, das Blatt daher wie ausgefressen erscheinend; Secundärsegmente häufig sichelförmig* zurückgekrümmt. Vereinzelt an der Hohen Heide, bei Renzenhof, am Hutberg* bei Fischbach und im Schwarzachthaie. m. biceps mihi. Blatt an der Spitze zweispaltig, sonst alle Fiedern normal. Nicht selten im Schwarzachthaie, bei Renzenhof, Fischbach, Hohe Heide, Kalchreuth und bei Rudolphshof nächst Lauf. m. gemminatum mihi. Blatt fast bis zum Grunde geteilt und daher zwei normale Blätter tragend. Nur ein Exemplar bei Fischbach. — 25. — m. dichotomum mihi. Blattspitze und einig-e Primärsegmente g-abelteilig' oder nur die letzteren wiederholt gegabelt. Selten; zwischen Schnaittach und Kersbach, und bei Röthenbach nächst Lauf, ebenso im Schwarzachthaie. m. multifldum Moore. Blattspitze vielfach gegabelt, ebenso die Primärsegmente an ihren Spitzen ein oder mehrmals gabelteilig. Ein Exemplar im Schwarzachthaie. m.raultifurcatummihi. Blattspitze mehrmals gabelteilig, Primär- segmente normal. Mehrere Exemplare im Schwarzach- thaie. • 2. Unterfamilie Asplenoideae. Blechnum L. B. Spicant Withering. Sterile und fertile Blätter verschieden gestaltet. Rhizom schief, oberwärts mit dunkelbraunen Spreuschuppen dicht besetzt. Blätter büschelig. Stiel bis 15 cm. lang, dunkelbraun. Sterile Blätter kurz gestielt, derb, dunkelgrün, kahl, länglich-lanzettlich, einfach gefiedert, am Grunde stark verschmälert. Ab- schnitte 30 bis 60 Paare, etwas aufwärts gekrümmt, ziemlich genähert; die oberen aus wenig verbreiteter Basis lineal-lanzettlich, zugespitzt, gauzrandig, öfters am Grunde ober- und unterseits mit einem Öhrchen, am Rande etwas umgeschlagen, die unteren rundlich. Fertile Blätter bis 75 cm. lang, länger gestielt, in der Mitte der sterilen Blätter aufrecht, mit viel schmäleren Abschnitten, welche mit Ausnahme der Spitze von Soris bedeckt Verden. Nerven einfach-gegabelt. Blattstiel mit 3 ovalen peripherischen Leitbündeln. f. typicum Geisenheyner in den Verhandlungen des natur- liistorischen Vereins der preufsischen Rheinlande, West- falens und des Regierungsbezirks Osnabrück. 1898. p. 7ü. Blätter gegen 45 mm. breit, gegen den Grund und gegen die Spitze allmählich an Breite abnehmend. Abschnitte bis 4 mm. breit, einander nicht deckend. Häufigste Form. Au der Hohen Heide, am Hutberg, Schmausenbuck, Tennenlohe, Kosbach, Obei'-Krumbach, Ziegelstein, am Moritzberg, bei Altdorf und am Krappenberg bei Michelau am Maiü. yar. latifolium Milde. Segmente der sterilen Blätter über 6 mm. breit und mit wiederholt gegabelten Nerven. Ad der Hohen Heide und bei Ober-Krumbach. yar. latipes Moore. Segmente nach unten nicht an Länge all- mählig abnehmend, sondern in ziemlicher Breite plötzlich aufhörend und sich oft noch verlängernd. Da durch dieses die Blätter sehr lang gestielt erschienen, so zeigen dieselben *grofse Ähnlichkeit mit schmalen Exemplaren von Polypodium vulgare. Sehr selten am Hutberg bei Fischbach. yar. imbricatum Moore." Blätter meist kleiner. Segmente in der unteren Blatthälfte sich am Rande deckend. Hie und da: an der Hohen Heide, am Hutberg, Moritzberg und bei Ziegelstein. yar. auritum Müller-Knatz. Segmente an ihrer Basis an der vorderen Seite mit einem deutlich hervorstehenden Zahn. Diese Bildung kommt nur bei einzelnen Blättern vor und ist an den fertilen Blättern deullicher ausgebildet, als an den sterilen. Nur ein Exemplar am Reuther Berg östlich von Nürnberg. yar. complexa Lorch et Lbg. Blatt nur an dem unteren oder oberen oder im mittleren Teile fertil, daher die übrigen Abschnitte den sterilen ähnlich. Zerstreut: am Hutberg und an der Hohen Heide. Monstrositäten, m. furcatum Milde. Blatt an der Spitze gabelteilig. Am Hutberg, Hohe Heide, Schvvarzachthal und am Moritzberg; überall selten. m. gemminatum Geisenheyner in Verh. des naturh. Ver. der preufs. Rheinlande. 1898. p. 88. Blatt bis zum Stiele oder bis zum Grunde gabelteilig. Ein Exemplar am Hutberg. — 27 — m. dichotomum Geisenheyiier in Verh. des Daturh. Yer. der preufs. Rheinlande. 1898. p. 89. Blattspitze zwei bis dreimal gegabelt. Selten: ein Exemplar bei Kalchreuth. m. Mfidum Wollast. Einige oder mehrere Abschnitte sind an ihrer Spitze mehr oder weniger gleichmäfsig gegabelt, sehr selten auch dreiteilig. Selten am Hutberg, an der Hohen Heide, bei Ziegelstein, Schwarzachthal und bei Kalchreuth nächst Erlangen. m. lacerum Geiseuheyner. Segmente teilweise verkürzt und sehr unregelmäfsig und verschieden tief eingerissen, doch meist nur an den unteren, sehr selten an allen Segmenten. Am Hutberg und an der Hohen Heide. m. daedalum Milde. Einzelne Segmente oft sehr verlängert und sichelförmig nach abwärts gebogen, auch unregel- mäfsig mit Zähnen oder Lappen besetzt; andere dagegen sehr verkürzt, unregelmäfsig eingeschnitten oder nur gekerbt, zuweilen am Ende gespalten oder geteilt. Sehr selten am Hutberg bei Fischbach und am Reuther Berg östlich von Nürnberg. m. alatum F. Wirtgeii. Steriles Blatt bis über die Mitte regelmäfsig, von da ab verbreitern sich die Segmente an ihrem Grunde derartig, dafs sie zusammenfliefsen und die Rhachis daher geflügelt erscheint, anfangs schmal, dann allmählich ganz breit (7 mm.), so dafs die Segmente nur wenig aus dem Flügelsaum hervortreten; fertiles Blatt nach oben mit etwas verbreiletem Saume, welcher sogar mit Soris besetzt ist. (Vergl. weiter Geisenheyner »Die rheinischen Polypodiacena in Verh. des naturhist. Vereins der preufsischen Rheinlande etc. 35. Jahrgang 1898. p. 91. Scolopendrium Smith. S. ofiiciiiaruiii Sw. Blätter büschelig, bis 60 cm. lang, kurz gestielt, aus herzförmigem Grunde lanzelt-zungeuformig, spitz, hellgrün, lleischig, etwas lederig; Blattstiel grünlich oder mattbraun bis braun oder purpurbraun, fast kahl — 28 — oder reichlich mit braunen Spreuschuppen besetzt, mit 2 halbmondförmigen Fibrovasalsträngen. Sori lang linien- förmig, oft die ganze Breite zwischen Mittelrippe und Rand einnehmend, je zwei zusammenfliefsend; Indusium weifs, zuletzt bräunlich, ganzrandig und später zurück- geschlagen. Im Jura im Ödthale bei Schupf (Pfarrer Rudel) und im Molsberger Thal (Kränzle); im Keuper im Ziehbrunnen des Germanischen Museums in Nürnberg. Asplenium Mett. A. Ruta muraria L. Rhizom kurz, Blätter büschelig, kahl, derb bis krautig, fast lederig, schmutziggrün, bis 23 cm. lang, 2 bis 3 fach fiederschnittig. Stiel so lang oder länger, als die delta-eiförmige, selten eilanzettliche Spreite, mit im Querschnitt nierenförmigen Leitbündeln, im untern Drittel oder bis zur Hälfte kastanienbraun. Primär- und Secundärsegmente deutlich gestielt, abwechselnd, Segmente letzter Ordnung mit keilförmiger Basis, vorne abgestutzt, abgerundet oder rhombisch, gekerbt oder gezähnt, selten fast ganzrandig. Indusium gewimpert. Häufig im Jura, im Keuper spärlich. var. Brunfelsii Heufler. Blätter 4 bis 6 cm. lang; Segmente letzter Ordnung rhombisch, fast so breit als lang, stumpflich, kerbig eingeschnitten. Hieher die Formen: f. macrophyllum Wallr. Blätter und Segmente gröfser, als bei der gewöhnlichen Form. Häufig im Jura an schattigen Dolomitfelsen. f. microphyllum Wallr. Blätter viel zarter und kleiner; Fiederchen bis 3 mm. lang, zahlreicher. Nicht selten au sonnigen Dolomitfelsen im Jura, z. B. bei Rupprechtstegen, Pottenstein. an der Ehrenbürg bei Forchheim etc. yar. Matthioli Milde. Segmente letzter Ordnung oft viel breiter, als bei var. Brunfelsii f. macrophylla, vorne breit abgerundet und ganz schwach gekerbt, fast ganzrandig. An sonnigen Dolomitfelsen bei Rupprechtstegen. var. pseudo-germanicuDi Heufler. Blätter bis 10 cm. lang, öfters auch länger, 2 bis Stach gefiedert. Segmente — 29 — letzter Ordnung mit verläDgert-keilförmigem Grunde, rhombisch, eingeschnitten-gezähnt. .Zähne lineal, lang. Auf Kalkfelsen im Jura, nicht selten z. B. am Buch bei Hersbruck, am Rothenberg*. am Hohlen Felsen auf der Houbürg, bei Göfsweinstein, Rupprechtstegen, Plech, Königstein, am Lichtenstein bei Pommelsbrunn etc. Tar. leptophyllum Wallr. Blätter 10 bis 16 cm. lang, eiförmig oder ei-lanzettlörmig, dreifach gefiedert; Fiederchen un- gefähr in der Mitte am breitesten, schmal-rhombisch, schwach- oder deutlich-gekerbt, alle Segmente aufrecht- abstehend. Bis jetzt nur an nicht zu schattigen Kalk- felsen am Lichtenstein bei Pommelsbrunn. var. Zoliense Heufler. Blätter 16 bis 25 cm. lang, hell bis gelbgrün; Fiederchen mit schmaler, keilförmiger Basis, ungleich und oft tief eiugeschnitten-gezähnt, gestutzt. Auf sonnigem Dolomit im Gansbachthale bei Velden. var. elatum Lang. Blätter bis 2ö cm. lang, schmal-lanzettlich, hellgrün; Fiederchen aus schmal-keilförmiger Basis rhombisch, ungleich- bis tief-eingeschnitten-gezähnt. An sonnigen Dolomitfelsen mit vorhergehender Form im Gansbachthale. A. viride Huds. Blätter bis 20 cm. lang, zahlreich, hellgrün, schmal-lineal-lanzettlich, einfachgefiedert. Blattstiel nur im unteren Teile braun, im oberen Teile wie die Rhachis grün, spärlich an seinem unteren Teile mit braunen, zarten Spreuschuppen besetzt, meist mit einer Rippe, seltener rinnig. Fiederchen mit unsymmetrischer Basis, oberseits fast parallel, unterseits in einem starken Winkel zur Spindel gestutzt, rundlich, einfach oder doppelt gezähnt bis stumpf-kerbig-gezähnt. Sori länglich, zuletzt zusammentliefsend, jedoch den Fiederrand frei lassend. Nur auf Dolomit im Jura. var. typicum Lürsson. Fiederchen einfach- bis doppelt-gekerbt. Häufigste Form. Klein - Ziegenfelderthal , Oberusees, Kühk'nfelser und Püttlachlhal, Egloffstein, Bnrggailen- reuth, Hirschbachthal etc. — 80 — var. incisi-crenatum Milde. Fiedern bis 1/3 oder bis fas't zur Mittelrippe kerbig-eing-eschuitten, aii der Basis oberseits jedoch am tiefsten. Sehr selten im Jura, auf Dolomit in der Hohlg'asse geg-enüber der Weihersmühle im Klein- Ziegenfelderthal bei Weü'smain. yar. sectum Milde. Fiedern tief-fiederspaltig bis am Grunde flederschuittig, der obere basale Abschnitt von den folgenden mehr oder weniger entfernt, keilförmig bis verkehrt-eiförmig, gegen den Grund stielartig verschmälert und an der abgerundeten oder gestutzten Spitze gekerbt. Mit vorhergehender Varietät zusammen und oft auf dem- selben Stocke an gleichem Standorte. var. bipiDuatum Clowes. Der vorhergehenden Form ähnlich, aber die Fiedern in der oberen Hälfte des Blattes fieder- teilig bis gefiedert. Ein einziges Exemplar auf Dolomit bei Rupprechtstegen. Monstrositäten. m. furcatum mihi. Blätter an der Spitze oder bis zum Stiele gabelig geteilt. Auf Dolomit im Klein-Ziegenfelderthal. A. Trichomaues Huds. Dem Asplenium viride ähnlich. Blätter sehr zahlreich, bis 32 cm. lang, lineal-lanzettlich, derber und dunkler grün. Blattstiel und Rhachis bis zur Spitze rothbraun und wie die geflügelte, rinnenförmige Spindel, kahl. Fiederchen auf einem zahnartigen Vorsprung der Spindel sitzend oder kurz gestielt und aus ungleicher Basis oval, länglich oder rundlich, stumpf-kerbzähnig. Häufig im Jura und im Keuper. var. typicum Lürssen. Segmente meist ungleichhälftig, in der hinteren Hälfte schmal, in der vorderen breit-keilförmig, bis zur Rhachis parallel gestutzt, Basis rundlich oder eiförmig-länglich, vorne abgerundet bis fast gestutzt, gekerbt. Gemeinste Form auf Kalk- und Sandsteinfelsen, z. B. Schwarzachthal, Moritzberg, Kalchreuth, Rupprecht- stegen, Pottenstein etc. — 31 — var. auriculatum Milde. Fiedereben am Gruude der oberen Hälfte mit einem Öbrcben. Nicbt selten an den vorber- erwäbnten Orten. var. microphyllura Milde. Pflanze klein, rosettenförmig aus- gebreitet. Segmente fast längliob, gegen den Grund keil- förmig, 8 mm. lang und 4 mm. breit, stumpf, ausgescbweift- gezäbnt und jederseits mit drei Secundärnerven. Auf sonnigen Dolomitfelsen der Ebrenbürg bei Forcbbeim. var. umbrosum Milde. Blätter niederliegend, scblaff, dünn, bellgrün. Fiedereben länglicb, grob-gekerbt, mit böcbstens zwei Paar getrennter, rundlicber Sori. In Hoblwegen, unter Baumwurzeln und unter überbängenden Felsen. Am Scbmausenbuck, Scbwarzacbtbal , Moritzberg, im Aukatbal bei Rupprecbtstegen, am Krappenberg bei Micbelau a. Main und im Klein-Ziegenfeldertbal. var. Harovii Milde. Fiederchen länglicb, gekerbt, beiderseits am Grunde mit deutlicben Öbrcben. Bis jetzt nur im Jura auf Dolomit, daselbst aber bäufig, z. B. im Hirscb- bacbtbale, bei Rupprecbtstegen, Küblenfelser- und Pütt- lacbthal, Klein-Ziegenfeldertbal, an der Ebrenbürg bei Forcbbeim, am Marrnstein bei Obernsees, bei Egloffstein und bei Krögelstein. var. lobato-crenatuin Lam. et DC. Segmente lappig-gekerbt bis fiederspaltig, einzelne Lappen zwei- bis dreieckig. An Sandsteinfelsen im Scbwarzachtbale bei Gsteinacb und auf Dogger in Hoblwegen am Moritzberg. var. ineisum Moore. Fiedern tief fiederspaltig, Lappen keil- förmig, in 2 bis 4 Läppchen geteilt. An Sandsteinfelsen im Schwarzacbtbale, auf Dogger am Moritzberg und am Gortigast bei Weifsmain. Monstrositäten, m. dichotomum mihi. Blatt an der Spitze 1 bis 2 gabelig. Im Scbwarzacbtbale. 3. Unterfamilie Pteridoideae. Pteridium aquilinum Kuhn. Rhizom kriechend mit zwei- zeiligen Blattstielresteu bekleidet. Pflanze oft über — 32 — Manneshöhe, doppelt bis dreifach-fiederschnittig'. Primär- seg'inente geg-euständig", eilanzettförmig, zugespitzt, die 2 bis 4 untersten gestielt. Secundärsegmente länglioh- lanzettlich; Tertiärsegmente meist mit breitem Grunde zusammenfliefseud, stumpf, länglich bis lineal-lanzettlich, unterseits kahl oder behaart. Sori am Rande eine schmale Linie bildend, zusammenfliefsend. Im Stiele 10 bis 20 exzentrische, zum Teile peripherische LeitbündeL Häufig im Keuper, seltener im Jura. var. iutegerrimum Moore. Segmente letzter Ordnung ungeteilt oder nur am Grunde schwach kerbig gelappt. Kommt in folgenden Formen vor: f. glabrum Hook. Spreite auf der Unterseite kahl oder auf den Nerven mit zerstreuten Haaren. Gemeinste Form in den sandigen Kiefernwäldern um Nürnberg. f. laiiuginosum Hook. Spreite unterseits kurzhaarig bis seidig-wollig. Selten; im Keuper am Kanal bei Gibitzenhof nächst Nürnberg und im Jura bei Göfsweinstein auf Kalk. Von beiden Formen wurde folgende Unterform beobachtet: sbf. brevipes Liirssen. Blätter kurz gestielt, mit fast dem Boden aufsitzender Spreite. An der Hohen Heide bei Heroldsberg, Kersbach und am Krappenberg beiLichtenfels. var. pinnatiflduiii Warnst. Segmente letzter Ordnung am Grunde fiederteilig. Kommt auch, wie vorhergehende Varietät, in folgenden Formen vor: f. glabrum Hook. (Wie oben). Häufig. f. lanuginosum Hook. (Wie oben). Gibitzenhof und an der Hohen Heide bei Heroldsberg, sbf. brevipes Liirssen. (W^ie oben). Im trocknen Kiefern- walde an der Hohen Heide. f. asperum mihi. Rhachis und Spindel mit starren, borstlichen, ziemlich dicht stehenden, blassen Spreublättchen besetzt und dadurch sehr rauh. Ziemlich häufig an der Hohen Heide zwischen Nürnberg und Heroldsberg, wo sich diese Form meist in der sbf. brevipes Lürssen findet. — 83 — var. umbrosum Hook. Blätter weich und schlaff, fast häutig, mit sehr vereinzelten Haaren. In sehr schattigen Wäldern. Unter Gebüsch und unter überhängenden Felsen im Schwarzachthaie und am Hutberg bei Fischbach. f. gracile Beck. Blätter sehr lang und schwachstengelig ; Spreite länglich-lanzettlich, die zwei unteren Fiederpaare oder auch das dritte Paar entfernt gestellt und länger als die folgenden. Bis jetzt nur unter tiberhängenden Sandsteinfelsen und in dunklen, sehr nassen Grebtischen im Schwarzachthaie bei Gsteinach. Die Pflanze ist so schwach im Stengel, dafs dieselbe, wo sie sich nicht im Gebüsche aufrecht halten kann, am Boden liegt. Monstrositäten. m. bifldum mihi. Einzelne oder alle Primärsegmente, auch einzelne Secundärsegraente an der Spitze gabelteilig. Vereinzelt am Fufse des Schmausenbuck und am Hutberg, ebenso an der Hohen Heide. 4. Unterfamilie Polypodioideae. Polypodium L. P. vulgare L. Rhizom kriechend, dicht mit braunen Spreu- schuppen besetzt. Blätter bis 6 cm. lang, zweizeilig stehend, beim Abfallen kreisrunde, vertiefte Narben zurücklassend, derb und dunkelgrün , aus nicht ver- schmälertem Grunde länglich-lanzettlich, einfach gefiedert. Fiedern 4 bis 20 Paare, länglich, mit breiter Basis sitzend oder herublaufend, abgerundet oder zugespitzt, ganz- randig oder gesägt. Sori zweireihig, auf dem durch- scheinenden, kolbig verdickten meist unteren Nervenaste, ohne Indusium. Blattstiel von 2 bauchseitigen und 2 schwächeren, rückenständigen Fibrovasalsträngen durch- zogen, die sich nach oben zu einem dreischenkeligen Holzkörper vereinigen. Auf Felsen oder Wuldboden, nicht selten. Abb. d. Naturh. Ges. XII. Bd. 3 - 34 — yar. rotundatum Milde. Segmente breit abgerundet, sehr schwach g-esägt. Am Morilzberg", Schwarzachthal, am Schmausenbuck, Kalchreuth, Michelau am Main und sehr häufig in den Schluchten des Limmersdorfer Forstes. f. auritum Wallr. Die untersten Segmente an der oberen, selten auch an der unteren Hälfte geöhrt, sehr selten ist nur das untere Öhrchen vorhanden. An Sandsteinfelsen am Schmausenbuck, Schwarzachthal, Kalchreuth, am Moritzberg, im Limmersdorfer Forst und am Krappenberg bei Michelau am Main. f. brevipes Milde. Blätter kurz gestielt, oft nur mit 1 cm. langem Stiele, Spreite kurz, aber ziemlich breit. Im Schwarzachthaie und bei Kalchreuth. f. pygmaeum Schur. Blatt klein, samt dem Stiele IV2 bis 4 cm. lang (selten bis 7 cm.), eiförmig oder dreieckig, mit wenigen, oft nur 3 Fiederpaaren und meist reichlich fruchtend. (Ist nicht zu verwechseln mit sterilen, jungen Pflanzen). Sonnige Sandsteinfelsen im Schwarzachthaie, Kalchreuth, am Moritzberg auf Dogger. f. pinnatifidum Wallr. Spreite verkürzt, dreieckig-eiförmig, mit öfter gegabelten Secundärsegmenten, aufser den grundständigen Öhrchen mit noch einigen Seitenlappen. Schluchten um Limmersdorf, Kalchreuth und am Krappen- berg bei Lichtenfels. var. commune Milde. Segmente plötzlich kurz zugespitzt und daselbst deutlich kerbig-gesägt. Blattspitze meist lang ausgezogen. Häufigste Form. Massenhaft in Schluchten des Limmersdorfer Forstes, an Saudsteinfelsen im Schwarzachthaie, am Moritzberg, Nonnenberg, Michelau am Main, auf dem Schmausenbuck, um Kalchreuth etc. f. auritum Wallr. (Wie oben). Im Schwarzachthaie, bei Kalchreuth, Limmersdorfer Forst, am Gortigast bei Weifs- main und an der Gulmitz bei Ströfsendorf. f. pygmaeum Schur. (Wie oben.) An Sandsteinfelsen im Schwarzachthaie und bei Kalchreuth. — 35 — var. attenuatum Milde. Segmente allraählig gegen die Spitze verschmälert und ringsum gesägt. Nicht häufig. Im Dogger am Moritzberg und Nonnenberg, Schwarzachthal, Michelau am Main und in den Schluchten um Limmersdorf. f. prionodes Aschers, Blätter bis 7 dm. lang, Abschnitte scharf und tief gesägt, Secundärnerven öfter dreimal gegabelt. Sori zuweilen länglich. Bei Mögeldorf (Pfarrer Münderlein), unter Gebüsch in einem Hohlwege am Krappeuberg bei Michelau am Main zahlreich. var. angustum Uausm. Blatt auffallend schmal, bis 48 cm. lang, aber nur 2^2 bis 6 cm. breit. Abschnitte zugespitzt oder abgerundet. An Sandsteinfelsen im Schwarzachthale und auf Dogger am Moritzberg. Monstrositäten. m. furcatum Milde. Blatt an der Spitze und oft bis zur Mitte gabelteilig. An einem Sandsteinfelsen im Schwarzach- thale seit ca. 8 Jahren nacheinander beobachtet. m. gemminatura Lasch. Blätter bis zum Grunde gabelteilig. Ein Exemplar in den Schluchten des Limmersdorfer Forstes. m. laciniatum Wollast. Einzelne Fiedern oft an der Spitze verbreitert und mit unregelmäfsig-grob-gekerbten Ab- schnitten, welche durch einzelne tiefe und enge Einschnitte unregelmäfsig geteilt sind. Nur an einer senkrechten Felswand (Sandstein) im Schwarzachthale. Kommt alle Jahre wieder. m. daedaleuin Milde. Einzelne Fiedern verkürzt, andere ver- längert, oft gegabelt oder unregelmäfsig mehrteilig und oft grob-gekerbt. Schwarzachthal, Kalchreuth, Moritz- berg, häuüg in den Schluchten des Limmersdorfer Forstes. m. biflduiii Wollast. Einzelne oder mehrere der unteren Fiedern gabelteilig. Schwarzachthal, in Hohlwegen am Krappenberg bei Michelau am Main und in den Schluchten um Neustädtlein am Forst und Limmersdorf 8* — 36 — Farn. Ophioglossaceae. Blätter in der Knospe aufrecht, etwas fleischig. Sporangien lederartig, halb zweiklappig-aufspringend, ringlos, in einer Ähre oder Rispe augeordnet, einfächerig. Übersicht der Gattungen. A. Steriler Blattteil ungeteilt, mit netzartig verbundenen Nerven. Sporaugien zweireihig, kugelig, horizontal ab- stehend, mit dem Rande der Spindel und miteinander verwachsen, bei der Reife in 2 gleiche klaffende Hälften geteilt. Fruchtstand eine zusammengedrückte, lineale, zugespitzte Ähre darstellend Ophioglossum. B. Steriler Blattteil (bei den hiesigen Arten) immer geteilt, mit gabeligen Nerven. Sporangien zweireihig, kugelig, am Ende der Nervenäste, nicht unter einander verwachsen, in zwei gleiche, klaffende Hälften aufspringend. Frucht- stand eine Rispe Botrychium. Ophioglossum L. 0. vulgatum L. Pflanze bis 30 cm. lang. Rhizom einfach, senkrecht, mit ziemlich langen, horizontalen Ausläufern. Blattstiel lang, rund. Spreite gelbgrün, fettglänzend, meist mit etwas verschmälerter Basis, concav, ohne Mittelrippe, eiförmig oder eiförmig-länglich, am Ende abgerundet, stumpflich, selten spitz, ganzrandig; Nerven zu netzförmigen Maschen verbunden, mit teilweise ein- geschlossenen frei-endenden Nerven. Blattspitze meist nicht den Grrund der Ähre erreichend. Ähre langgestielt mit 12 bis 40 Paaren Sporangien, 2 bis 3 cm. lang und bis 4 mm. breit. Feuchte Wiesen bei Zerzabelshof, bei Dambach nächst Fürth, am Kanal bei Steinach, Vach, Baiersdorf, Michelau am Main, Kasendorf und bei der Heidmühle nächst Pegnitz. Botrychium Sw. B. Lunaria Sw. Pflanze bis 30 cm. hoch, gelbgrün, glänzend, fleischig. Rhizom meist einfach, senkrecht, mit Ausläufer- treibenden Wurzelfasern. Steriler Blattteil ungestielt, — 37 — kaum den Grrund der Fruchtrispe erreichend oder kürzer, länglich, abgerundet oder abgestutzt, einfach gefiedert; Fiedern jederseits 2 bis 9, wechselständig, fast sitzend, aus breit keilförmigem Grunde halbmondförmig, mit dicht stehenden, mehrmals gegabelten Nerven. Segmente ganzrandig oder mehr oder weniger tief fächerförmig- eingeschnitten. Fruchtrispe 2 bis S fach gefiedert. Berg- wiesen, Heiden etc. var. nonnalis Röpper. Segmente ganzrandig oder schwach wellig, gekerbt. Häufigste Form. Um Üutzendteich, Laufamholz, Gribitzenhof, Marienberg, Heroldsberg, häufiger im Jura um Neuhaus bei Velden, am Hohenstein, an der Hubürg bei Happburg, Klein-Ziegenfelderthal, am Wichsenstein, bei Gröfs Weinstein, an der Ehrenbürg. var. ovatum 3Iilde. Steriler Blatt teil breit-eiförmig durch rasche Verkürzung der oberen Segmente. Bergwiesen an der Ehreubürg bei Forchheim. var. subiucisum Röper. Segmente tief eingeschnitten oder eingeschnitten-gekerbt bis seicht gelappt. Vereinzelt an der Houbürg bei Happburg und am Kanal bei Brück. var. incisum Milde. Segmente mehr oder weniger tief fächer- förmig eingeschnitten; Secundärsegraente einfach oder lappig eingeschnitten. Im Jura bei Neuhaus nächst Velden. var. tripartitum Moore. Das unterste Segmentpaar des sterilen Blatt teiles ist verlängert, länglich, fiederspaltig und dem oberen Teile der sterilen Spreite ähnlich, daher letztere dreizählig. Gribitzenhofer Heide bei Nürnberg. Monsti 'osltäten. m. compositum Warnst. Hieher ziehe ich eine Form, bei der der sterile Spreitenteil in der Mitte einen langgestielteu, fruchtbaren 3 zähligen Blattteil trägt, das unterste sterile Segrnentpaar sich sehr verlängert und 2 bis 4 Fieder- paare trägt (ist also eine im sterilen Blatt teile sich gleichende forma trifiartita). Fertiler Blatt teil 4 stark entwickelte Rispenäste tragend. Auf einer Waldblöfse bei Luufumholz nahe Nürnberg in eineFU Exemplar. — 38 — Aufser genannten Formen finden sich noch viele andere Mifsbildungen, z. B. der sterile oder vertile Blatt- teil ist ein bis zweimal gegabelt, oder einige der sterilen Segmente tragen Sporangien; an dem fertilen Blatteile befinden sich 1 bis 2 sterile Abschnitte etc. A. matricariaefolium R. Br. Steriler Blattteil dicht unter der Rispe sitzend, gelbgrün bis bläulich, dick und fleischig, meist gestielt, eiförmig bis länglich, doppelt gefiedert bis fiederteilig-fiederspaltig. Primärsegmente abstehend, länglich, stumpf, Secundärsegmente entfernt, schmal-lineal, gekerbt mit 2 bis 3 stumpfen Zähnen oder ganzrandig, stumpf, seltener mit kurz - rhombischen, stumpfen, schwach eingeschnittenen Primärsegmenten. Meist auf Sand am Rande lichter Kieferwälder, auch auf Heiden und auf Grasplätzen. Sehr selten. var. uormalis Warnst. Steriler Spreitenteil eiförmig bis länglich, regelmäfsig einfach gefiedert und die Primär- segmente mehr oder weniger tief fiederspaltig. An der Regensburger Strafse aufserhalb Dutzendteich an mehreren Stellen, Feucht, Laufamholz (Pfarrer Rudel), bei den Steinbrüchen auf dem Schmausenbuck (Fr. Schultheifs). var. subintegrum Mildiß. Primärsegmente kurz, rhombisch, stumpf, gekerbt oder schwach und sparsam eingeschnitten. Solche Exemplare, welche doch nur jugendlichen oder schwachen Pflanzen angehören, finden sich an allen den vorher angegebenen Standorten. var. palmatum Milde. Unterste Primärsegmente des sterilen Blattteils öfter auch das zunächst darüber stehende Paar sehr vergröfsert und aufrecht abstehend, daher der sterile Blattteil breit-rundlich bis fast deltoidisch; fertiler Blatt- teil meist sehr kurz gestielt und seine untersten Primär- segmente sehr vergröfsert, daher die Sporangienrispe meist dreizählig; gemeinsamer Blattstiel in der Regel auffallend dick. Auf einer Waldblöfse bei Feucht. Auch bei dieser Species fand ich dieselben Abnormitäten wie bei B. Lunaria. 39 2. Unterklasse Hydropterides. Farn. Marsiliaceae. Pilularia Vaill. P. globulifera L. Blätter zweizeilig*, fadenförmig*, ohne Spreite, lebhaft grün, 3 l)is 10 cm. lang. Fruchtstiel V4 bis ^js so lang, als die aufrechte, kugelige, vierfächerige, braun- schwarze^ 4klappig'-aufspringende Furcht. Jedes Frucht- häufchen mit ca. 13 bis 25 Macrosporen, letztere mit einer Einschnürung über der Mitte. Frucht mit dicho- tomem oder dreiteiligem Verlauf der Grefafsbündel und längsläufiger Lage der 2 bis 4 Fruchthäufchen, welche bei dem 2 bis 4 klappigen Aufspringen der Frucht nicht hervortreten. Durch die gallertartigen, zusammen- stofsenden Schleier werden so viele Fächer gebildet, als Fruchthäufchen vorhanden sind. Stengel kriechend, um das Zentrum herum mit Lufthöhlen. In mehreren Teichen um Dechsendorf bei Erlangen. f. natans (Merat als Art) mihi. *) Pflanze des tieferen Wassers. Blätter 25 bis 40 cm. lang ; nie fruchtende Form. In Teichen schwimmend um Dechsendorf bei Erlangen. 2. Klasse Equisetaceae. Farn. Equisetaceae. Gewächse mit weithin kriechendem Rhizom, Stengel (bei den unserigen) in der Mitte mit einer Zentralhöhle und in Zwischenräumen mit zu Scheiden verwachsenen Blättern besetzt und au diesen Stellen durch Quer- wände innen abgeschlossen. Die Äste sitzen scheinbar unter den Scheiden, in den Stengelfurchen. Die frucht- baren Blätter bilden genäherte Quirle, welche zu einer *) Diese Form natans mihi findet sich auch im tieferen Wasser bei Marsilia (juadrifolia L., wo dann die Blätter bis 60 cm. lang gestielt sind und die Pflanze steril bleibt. Ich besitze solche Exemplare durch die Güte meines Freundes Herrn Privatdocenten Dr. Glück, bei Kork gesammelt. — 40 — endständigen Ähre angeordnet sind. Jedes Fruchtblatt ist in der Mitte gestielt und besteht aus einem 5 bis mehreckigen Schilde, an dessen unterer Seite 5 bis 14 kegelförmige, einwärts in einer Längsspalte aufspringenden Sporenbehälter sitzen. Die Sporen sind kugelig, von 2 elastischen, am Ende spateiförmigen Schleuderern um- wickelt. Die Zellen der Spreubehälter enthalten Spiral- fasern. Um die Zentralhöhle des Stengels herum liegen die durch Parenchym von einander getrennten Grefäfs- bündel, die vom Gambium umgeben meist aus Ringleit- zellen bestehen. In jedem Bündel ist eine Luftlücke, der Lage nach den Stengelriefen entsprechend, daher Garinal- höhle genannt. Nach dem Umfange des Stengels hin, den Rillen entsprechend, findet sich ein zweiter Luft- höhlenkreis, ohne Ringzellen, die Yallecularlufträume genannt. Den Raum zwischen beiden Kreisen füllt farb- loses Parenchym aus. Dicht unter der Oberhaut liegen fast immer Bastzellen, besonders starke Lagen in den Riefen, um sie oder neben ihnen in verschiedenen (je- stalten das grüne Parenchym. Die Oberhaut ist sehr kieselhaltig und trägt meist Spaltöffnungen, welche sehr verschieden angeordnet sind. Bei der Keimung bildet sich zuerst ein mehrfach geteilter Vorkeim, der ein- oder zweihäusig ist. Anthe- ridien kugelig mit zahlreichen Samenfäden; Argegonien mit 4 hakenförmigen nach aufsen gekrümmten Zellen. Übersicht der Arten. 1. Equiseta phaneropora Milde. Die mit der Spalte unmittelbar nach aufsen mündenden Spaltöffnungen liegen in der Oberhaut selbst. Arten mit stumpfer Ähre und frisch grünen, glatten oder wenig rauhen Stengeln. A. Equiseta heterophyadica A. Br. Fertiler Stengel bleich oder rötlich, zuerst astlos, von den sterilen auffallend verschieden, undeutlich gefurcht. — 41 — a. E. anomopora Müde. Stengel ohne Spaltöffnungen oder diese unregelmäfsig zerstreut. 1) Equistum arvense L. 2) E. maximura Lam. b. E. stichospora Milde. Spaltöffnungen meist in einziger Linie angeordnet an den Seiten der Rillen. 3) E. pratense Ehrh. 4) E. silvaticum L. B. Eq^uiseta homophyadica A. Br. Sterile und fertile Stengel einander gleich.^ 5) E. palustre L. 6) E. heleocharis Ehrh. gl) E. litorale Kühlew. 2. Equiseta cryptopora Milde. Spaltöffnungen unter der aufgerissenen Oberhaut in einer Querspalte liegend. Ähre spitz. In unserem Florengebiet nur die Gruppe Eq[uiseta moiiosticha Milde. Spaltöffnungen stets von einer einzigen Linie gebildet. 8) E. hiemale L. 9) E. variegatum Schleich. Equiseta phaneropora Milde, E. arvense L. Steriler Stengel bleichgrün, etwas rauh, mit 4 bis 18 hervortretenden, konvexen Riefen. Spaltöffnungen in den Rillen unregelmäfsig in 2 und mehr Linien. Stengelscheiden allmählich erweitert, mit konvexen, eine mehr oder weniger deutliche Carinalfurche zeigenden Riefen und schmalen Gommissuralfiirchen, ihre kantigen, oft zu 2 bis 3 verwachsenen, lanzettlichen, zugespitzten Zähne sehr schmal häutig gerandet. Äste in Quirlen, 3 bis 5 kantig, ohne Zentralhöhle; Asthüllen grün, weifs oder schmutzig-braun, folgendes Internodium länger, als die Stengelscheide; Riefen spitzkantig, rauh. Astscheiden ohne Carinalfurche, eiförmig, lang-gespitzt, grünlich oder bräunlich. Fertile Stengel lleischfarben oder rötlichbraun, saftig, meist hinfällig, ungerieft, selten die fertilen Sprosse — 42 — den sterilen gleichgestaltet. Scheiden fast glockig, Zähne 5 bis 16, lanzettlich, zugespitst, oft miteinander ver- wachsen, schmutzigbraun. I. Fertile Formen des normalen Frnclitsprosses. f. typicum mihi. Schaft kräftig, 10 bis 30 cm. lang; Scheiden weifslich bis bleichgrün, mit schmutzigbraunen Zähnen. Gemeinste Form auf Äckern, an Dämmen etc. sbf. aestivalis Warnst. Die im Frühjahre erscheinenden normalen Fruchtsprosse nach dem Ausstreuen der Sporen verwelkend, nach der Entwicklung der sterilen Sprosse im Hochsommer aus dem Rhizom der letzteren zum zweitenmale hervorbrechend, vollkommen mit den Früh- jahrssprossen übereinstimmend und nach Verstreuung der Sporen absterbend. Kanaldamm bei Fürth, Äcker um Schniegling. sbf. nigricans Warnst. Wie f. typicum, aber die Scheiden dunkel schwarzbraun. Auf feuchtem Sandboden um Dutzendteich, Maiach, Dambach bei Fürth, Vach und bei Forchheim. sbf. pusillum mihi. Schaft samt der Ähre 4 bis 7 cm. lang, oft bogig aufsteigend; Scheiden schmutzigbraun oder schwarzbraun. Erzeugt in seinem sterilen Stengel meist die forma alpestre Whlbg. Auf lehmigem hartem Boden auf dem Schmausenbuck. sbf. nanum A. Br. Schaft schwach, 6 bis 8 cm. lang, mit zähnigen Scheiden und mit 7 mm. bis 1 cm. langer Ähre. Steriler Stengel sehr zart, 4 bis 6 rippig. Einige genau mit obiger Diagnose übereinstimmende Exemplare sammelte ich auf einer sumpfigen Waldwiese bei Gribitzen- hof nächst Nürnberg. f. irriguum Milde. Der im Frühjahr erscheinende Fruchtsprofs stirbt nach dem Ausstreuen der Sporen bis auf den oberen Teil nicht ab, sondern färbt sich mehr oder weniger grün und bildet Spaltöffnungen und Parenchym aus, aufserdem erzeugt der veränderte Schaft mehrere oder wenige Astwirtel. Auf lange unter Wasser stehenden Wiesen bei Vach und auf dem Schmausenbuck im tiefen, feuchten Moose. — 43 — 11. Formen des sterilen Stengels mit Sporangienähre. f. campestre Milde. Stengel kräftig-, 8 bis 60 cm. lang, grün, gefurcht, astlos oder reichästig; Äste 4 und mehrkantig, oft bis 24 cm. lang, einfach oder secundär verzweigt. Kommt in unserer Flora in folgenden ünterformen vor: sbf. genuinum Milde^ Stengel regelmäfsig und reich quirlig verzweigt. Zerstreut auf Äckern und auf Grasplätzen um Maiach, Gerasmühle, Schweinau, auf dem Schmausen- buck, Ziegelstein, Kronach bei Fürths Vach, Speikern und im Hirschbachthale sowie an der Houbürg bei Happurg, Hubmersberg (Münderlein). sbf. pauciramosum Warnst. Stengel unregelmäfsig und nicht quirlig verzweigt. Selten auf Äckern bei Kronach nächst Fürth. sbf. brevis mihi. Stengel 4 bis 6 cm. lang, ziemlich kräftig, mit dicht übereinander stehenden Scheiden und nur an seinen untersten Internodien mit reich verzweigten bis 14 cm. langen Astwirteln. Auf Dogger am Rothenberg nur ein Exemplar. sbf. nuda Milde. Stengel astlos, bis unter den bleichen Ähren- stiel fast gleich stark. Sandige Äcker bei Ziegelstein. in. Formen des sterilen Stengels ohne Sporangienähre. A. Formen sonniger Standorte mit g-rünem Stengel, a. Stengel aufrecht, im unteren ^U bis ^,2 astlos. 1. Äste ohne secundäre Ästchen, Ast meist 4 rippig. f. agreste Klioge. Pllanze kräftig mit aufrecht abstehenden xisten. Häufig auf Äckern und Grasplätzen. sbf. subuudum J. Kaulfuss (Münderlein über Equisetum- Forraen. Deutsche bot. Monatsschrift 1898. p. 103). Pflanze bis 30 cm. lang und der ganzen Länge nach mit verkümmerten 1 bis 2 mm. langen oder mit vereinzelten 2 bis 5 cm. langen Asten, oft ganz ustlos oder im unteren Teile mit 1 bis 2 Astwirteln. Scheiden bleich. Fand sich 2 Jahre nacheinander auf einem und demselben _ 44 — Acker bei Kersbach, so dafs wohl anzunehmen ist, dafs es sich hier nicht um eine verkümmerte Herbstform handelt, wie Herr Münderlein meint. sbf. compactuin Klinge. Äste aufrecht anliegend, die oberen kürzer, als der Gipfel des Hauptsprosses, daher der un- verzweig'te Stengelgipfel weit über die Äste hinaus- ragend. Sandige Äcker bei Vach, Kronach bei Fürth, Ziegelstein, Maiach. sbf. obtusatum Warnstorf. Obere Äste den Stengelgipfel fast oder ganz erreichend, daher letzter mehr oder weniger abgestumpft. Sandige Äcker bei Stadeln und auf lehmigen Äckern bei Kalchreuth. sbf. boreale Milde. Stengel schv^ach, aufrecht oder fast auf- recht oder aufsteigend. Äste meist abstehend, 3 kantig,*) mit 3 zähnigen Scheiden, ohne secundäre Ästchen, mäfsig laug und nicht zu dicht im Quirl stehend. Grasplätze an der Hohen Heide bei Heroldsberg, auf dem Schmausen- buck auch an t nemorosum A. Br., sowie bei Zerzabels- hof an f. alpestre Whlbg. beobachtet. Es wäre besser, da sich die f. boreale als nicht stichhaltig erweist, die- selbe ganz einzuziehen. 2. f. raniulosuni Rupr. Äste mit secundären Ästchen; sonst wie f. agreste Klinge. sbf. erectum Klinge. Stengel vollkommen aufrecht und nicht am Grunde wie bei den nächstfolgenden Formen gebogen oder> aufsteigend. Häufig auf Äckern, Dämmen, Weg- rändern etc. sbf. obtusatum Klinge. Untere und obere Aste fast gleich lang, die obersten mit dem Gipfelsprofs in einer gleichen Ebene oder denselben noch überragend. Sehr selten auf einem Acker bei Hinterhof nächst Nürnberg. sbf. pyramydatum Klinge = (f. dendroides Münderlein in Deutsche bot. Monatsschrift 1898. p. 103). Pflanze kräftig; Astwirtel ziemlich genähert und unten 10 bis 12 zählig, *) Einzelne 4 kantige Äste finden sich jedoch öfter an den unteren 2 Quirlen; so an Exemplaren aus unserer Flora. — 45 - nach oben schnell an Länge abnehmend, alle Äste wag- recht abstehend, etwas gebogen, so dafs die einzelnen Wirtel etagenförmig übereinander gestellt sind, untere Äste bis 15 cm. lang sehr verzweigt. Der Stengelgipfel wenig hervorragend. Zahlreich auf feuchten lehmigen Äckern bei Schnaittach (Pfarrer Münderlein) und auf feuchtem Sande an der Regnitz bei Fürth. b. f. suberectum Warnst. Stengel mehr oder weniger bogig aufsteigend, schon vom Grunde an ästig. Äste selten gleichmäfsig allseitig abstehend, sondern bald mehr oder weniger einseitig bogig aufwärts gerichtet. Untere Hauptäste sehr häufig stengelähnlich und reich bis tertiär verzweigt. Kommt in folgenden Unterformen vor: sbf. robustum Klinge. Pflanze kräftig; Äste aufsteigend, oft anliegend, die oberen kürzer, daher die Pflanze von pyramidenförmigem Wüchse. x\uf Äckern ziemlich häutig und auf den verschiedensten Bodenarten. sbf. patentissiraum Klinge. Pflanze kräftig und hoch. Äste bis 20 cm. lang, horizontal ausgebreitet oder etwas herab- oder hinaufgekrümmt. Untere Äste zuweilen tertiär verzweigt; Äste nach oben hin au Länge abnehmend oder den Gipfel überragend. Häufig auf Äckern und an Wegrändern. sbf. gracile Klinge. Pflanze feiner, zarter. Äste dünner, schmächtiger, weicher, nicht so straff. Äcker und Strafsen- ränder bei Zerzabelshof, Maiach, Kronach bei Fürth, Brück bei Erlangen. sbf. caespitosum mihi. Pflanze kräftig, von zahlreichen Nebenstengeln umgeben. Äste aufrecht abstehend, secundär oder tertiär verzweigt. Die ganze Pflanze bildet einen dichten Busch und der Hauptstengel überragt die Nebeu- stengel oder ist oft nicht höher als diese. Sandige Äcker bei Stadeln nächst Fürth. sbf. multicaulis Warnst. Der Hauptsprol's fehlt; Pflanze am Grunde in eine Anzahl bogig aufstrebender, mehr oder weniger einseitig verästelter Stengel geteilt, welche Büschel bilden; Äste einfach oder tue untersten verzweigt. Auf Sand bei dem neuen Friedhofe bei Fürth. — 46 — c. f. decumbens G. 3Ieyer. Stengel vom Grunde an nieder- liegend und nur mit der Spitze aufsteigend, Hauptstengel vorhanden oder fehlend. Äste mit secundären Ästchen, höchst selten ohne solchen (sbf. simplex Münderlein). Häufig. Als ünterformeu hieher * sbf. caulescens Klinge. Hauptspro fs vorhanden. Häufig im ganzen Gebiete. sbf. simplex Münderleiii (Deutsche Bot. Monatsschrift 1898. p. 103). Äste ohue secundäre Äste. Stengel am Grunde meist ohne stengelähnliche Äste. Ziemlich häufig im ganzen Keupergebiete; im Jura (?). ** f. acaule Klinge. Hauptsprofs fehlend. Wuchs rasig oder büschelig. Häufig. Kommt in folgenden ünter- formeu vor: sbf. majus Klinge. Pflanze 30 cm. im Durchmesser. Auf etwas feuchten Äckern bei Zerzabeishof und am Rednitz- ufer bei Fürth. sbf. nanum Klinge. Pflanze schwächer, nicht über 10 cm. Höhe und Durchmesser. Häufig im ganzen Gebiet, namentlich auf sandigen Äckern, an Bahnkörpern, Wegen etc. f. alpestre Whlbg. Stengel niederliegend, an der Spitze auf- steigend, kräftig, bis 20 cm. lang oder kürzer, 6 bis 9 kantig, mit sehr verkürzten, gebogenen, oft gekrümmten Internodien. Äste einfach, bisweilen die untersten ver- zweigt, einseitwendig, nach oben gerichtet, fast gleich hoch, steif, kurz, 4 bis 3 kantig. Selten auf meist hartem, sonnigem Boden; Zerzabeishof, auf dem Schmausenbuck, Maiach und bei Heroldsberg. B. Schattenformen. Stengel bleichgrün^ znweilen fast elfenbein- weiss, in der unteren Hälfte meist astlos. * Stengel aufrecht. a. Äste 4 oder 3 rippig. f. nemorosum A. Br. Pflanze bis 1 m. lang; Stengel stark, selten schwach; Äste einfach oder spärlich secundär — 47 — verzweigt, horizontal abstellend oder aufrecht anliegend und bis 25 cm. lang. Gebüsche etc. Hieher folgende Unterformen : sbf. Simplex Warnst. Äste horizontal abstehend oder etwas übergebogen-hängend, ohne secundäre Äste. Auf dem Schraausenbuck, Ziegelstein, an der Hohen Heide, Steinach bei Fürth, Dambach, Kalchreuth, am Moritzberg, Nonnen- berg, Renzenhof, am Buch bei Hersbruck, Schwarzachthal, am Rothenberg, Grerasmühle etc. sbf. ramulosum (Rupr.) Warnst. Wie vorhergehende Form, aber mit secundären Ästen. Gerasmühle, am Schmausen- buck_, hinter Ziegelstein, bei Renzenhof, am Moritzberg etc. sbf. comosura Wörleiu. Äste aufrecht, die unteren verlängert, so dafs die Spitzen fast eine Ebene bilden, jedoch den Gipfelsprofs nicht überragen. Meist in lichten Kiefer- wäldern, z. B. bei Maiach, Zerzabelshof, Stadeln bei Fürth, Erlenstegen, Heroldsberg, Feucht, Renzenhof etc. sbf. appressum Münderl. Deutsche Bot. Monatsschrift 1888. p. 102. Äste dem Stengel angedrückt, die unteren nicht verlängert, habituell der f. compactum Klinge ähnlich. Auf dem Schmausenbuck, bei Maiach, an der Hohen Heide und am Moritzberg. sbf. crassipes J. Kaulfuss (bei Münderlein über Equisetum Formen in d. Deutsch. Bot. Monatsschrift, 1898. p. 102.) Pflanze äufserst kräftig, Stengel von Bleistiftstärke, 12 bis 16 rippig, hellgrün, nur im oberen Drittel oder Viertel des Stengels mit wagrechten oder wenig aufwärts gerichteten Ästen, welche nie secundär verzweigt sind. Scheiden glockig erweitert, mit glänzend schwarzbraunen Zähnen. Auf Sand im lichten Kiefernwalde bei Geras- mühle, an der Erlanger Landstrafse im Walde zwischen Fürth und Stadeln und am Rothenberg. Herr Pfarrer Münderlein sammelte sie auch bei Reichelsdorf. sbf. tenue J. Kaulfuss (bei Münderlein über Equisetum-Formen in Deutsche Bot. Monatsschrift 1898. p. 102). Pflanze 20 bis 3.1 cm. lang, sehr schwach; Stengel 4 bis örippig, von der Mitte an mit einfachen, oft wenigen Ästen, Äste — 48 — 4 kantig, aufrecht abstehend. Im moorigen, dunklen Fichtenwalde der Soos bei Maiach. Herr Münderlein zieht noch eine andere Form hieher^ welche ich weiter unten als sbf. laxum mihi beschreibe und durchaus nicht zu dieser Form zähle. sbf. pratense Klinge. Pflanze von mittlerer Gröfse (40 bis 50 cm. lang) und kräftigem Stengel; Äste 15 bis 20 cm. lang, einfach oder verzweigt. Hält die Mitte zwischen sbf. tenue und der gewöhnlichen Form. In lichten Kiefer- wäldern und an grasigen Dämmen. Maiach, Zerzabelshof, Gerasmühle, am Moritzberg, Renzenhof und bei Stadeln nächst Fürth. f. pumilum J. Eaulfuss (bei Münderlein über Equisetum- Formen in Deutsche Bot. Monatsschrift 1898. p. 103). Pflanze 12 bis 25 cm. lang, ziemlich kräftig; Stengel an seinem unteren Teile bogig-aufrecht, 6 bis 9 rippig mit sehr verkürzten Internodien und bei seiner halben Höhe mit schopflg gehäuften, stets einfachen Ästen. Stellt eine aufrechte Form von alpestre Wahlbg. dar. Jm lichten Kiefernwalde bei Maiach und bei Zerzabelshof. b. Äste oft 5 rippig-j reich verzweig-t, mit 3 bis 4 Ästchen im Quirl. f. pseudo-silvaticum Milde. Pflanze aufrecht, bis 60 cm. lang; Stengel bleich-grün, 12 kantig, unterwärts astlos. Äste horizontal abstehend bis herabgebogen, bis über 15 cm. lang, mit regelmäfsigen secundären Astquirlen, letztere bis 25 cm. lang, zu 3 bis 4 im Wirtel. Zerstreut am Rothenberg, Moritzberg, bei Renzenhof, im Zeltnerspark in Grleishammer bei Nürnberg, Erlenstegen, Kalchreuth, Maiach, Glerasmühle, Tennenlohe. sbf. laxum mihi. Pflanze 35 bis 50 cm. lang, äufserst schwach im Stengel (1 bis 2 mm. stark) und fast immer mit der Spitze zur Erde geneigt, oft die ganze Pflanze am Boden liegend. Äste schwach, herabgebogen, bis 16 cm. lang, mit oft bis 10 cm. langen secundären Ästchen. Auf Moorboden im düsteren Fichtenwalde der Soos bei Maiach. — 49 — ** Stengel liegend nnd nur mit der Spitze aufsteigend, fast vom Crrunde an beästet. sbf. pseiido-nemorosum mihi. Pflanze kräftig-, bis 50 cm. laug'. Stengel weit über die Hälfte hinauf elfenbeinweifs, stark. Äste bis 31 cm. lang, die untersten stengelartig- und mit wenigen Ästen bis vollzähligen Astwirteln besetzt. Sehr selten auf einer Waldblöfse am Moritz- berg. Farbige Formen. f. varium Milde. Stengel dünn, steif aufrecht, Astquirle sehr kurz, aufrecht, Internodien zur Hälfte rot und dunkelgrün. Durch die bunten Internodien sehr auffallende Form. Nur im Dogger auf Äckern bei Kersbach am Fufse des Rothenberg und an der Hubürg bei Happburg. sbf. teiiue mihi. Stengel selten über 20 cm. hoch, sehr dünn bis fast fadenförmig, meist nur 5 riefig, Astquirle spärlich, Äste sehr kurz und meist unvollzählig. Sehr selten auf feuchtem Sande mitThonuntergrund an der Bahn bei Vach. f. sanguiueum Lürssen. Cfanze Pflanze dunkel purpurn überlaufen. Auf thonigen Äckern bei Kalchreuth. Monstrositäten, A. Des Schaftes. m. auuulatum mihi. Unter der Ähre beflndeu sich zwei normale Ringe oder der eine davon bildet sich mehr oder weniger zu einer Scheide um. Ziemlich häufig, z. B. bei Poppenreuth nächst Fürth, Maiach, Zerzabelshof, Herolds- berg etc. m. distachyum mihi. Ähren übereinander stehend und nur durch 2 Ringe von einander getrennt, wovon der unterste fast zu einer Scheide umgebildet ist, untere Ähre nur halb so grofs, als die obere.*) Ein einziges Exemplar an der Kanalböschung bei Poppenreuth nächst Fürth. *) Die Besfliroihuiig bezieht sicli nur auf das von mir gesammelte F^xemplar von Poppenreuth. Abh. d. Naturh. Ges. XII. Hd. 4 — 50 — B. Des sterilen Stengels mit Sporangienähre. m. proiiferum Milde. Ähre durchwachsen; der durchwachsene Teil entweder eine vollkommen ausgebildete Ähre oder ein kurzer schopfiger Sprofs steriler Scheiden oder ein ca. V2 bis 16 cm. langer astloser oder reich verzweigter steriler Stengel. Sehr selten auf feuchten Äckern bei Schweinau (Kaulfufs) und bei Hubmersberg (Münderlein). C. Des sterilen Stengels. m. furcatuin Milde. Stengel gabelig-geteilt. Ein Exemplar auf Kulturland bei Hummelstein. m. Spirale Milde. Stengelscheiden in ein Spiral band aufgelöst. Auf einem Acker hinter Lichtenhof und bei Maiach. m. multicuspis mihi. Die Stengelspitze auf irgend einer Art verkümmert, es entstehen daher statt der normalen Äste ziemlich kräftige, dem Hauptstengel ähnliche Sprosse, welche dicht gehäuft stehen und der Pflanze einen buschigen Habitus verleihen. So beobachtet an f nemo- rosum A. Br. auf dem Schmausenbuck. m. tortuosum mihi. Alle Stengelinternodien bogig gewunden. Hie und da auf Äckern bei Zerzabelshof und Gibitzenhof E. maximum Lam. Schaft selten über 50 cm. lang und bis IV2 cm. dick. Internodien gelblich bis elfenbeinweifs; Scheiden locker anliegend, 4 bis 5 cm. lang, 30 bis 35 zähnig, trichterförmig, entweder ganz braun oder mehr oder weniger hoch hinauf heller bis grünlich oder weifslich. Sporangienähre bis 10 cm. lang und 1 bis 1^/2 cm. dick. Steriler Sprofs 20 cm. bis 2 m. lang und bis IV2 cm. dick. Internodien elfenbeinweifs, meist im untersten Stengelteile schwarzbraun bis schwarz und bis 10 cm. lang, oft auch so verkürzt, dafs die Scheiden dieselben vollständig decken. Scheiden kurz walzen- förmig, 10 bis 40zähuig, IV2 bis 2V2 cm. lang, im unteren Teile blafsgrünlich, gegen die Zähne schmutzig- bis gelb- braun. Äste in dichten Wirtein, 4 bis 5- (selten bis 9-) kantig, entweder schon am Stengelgrunde beginnend oder erst bei ^/4 oder ^/s der Stengelhöhe, aufrecht abstehend — 51 — oder wagrecht bis herabgebogeii, einfach oder verzweigt und 10 bis 20 cm. (selten bis 40 cm.) laug. In kalk- haltigen Sümpfen, Wiesen und Wäldern. A. Fertile Formen des Schaftes. f. legitiinura F. Wirtgen.*) (jewöhnliche Landform mit kräftigem Schafte, deutlich entwickelten Internodieu und trichterförmigen, braunen Scheiden. März bis Mai. Häufig im Jura, meist im Quellenhorizonte des Ornaten- thones, z. B. am Moritzberg, Reutherberg, Nonnenberg, am Deckersberg, Molsberger Thal, am Viehberg, Hansgörgl, Rothenberg, Hirschbachthal, an der Ehrenbürg, Unter- weilersbach bei Forchheim, dann bei Engelthal (Pfarrer Rudel), bei Unter-Rieden (Fr. Schultheifs) und im Keuper bei Rofsstali (A. Schwarz). sbf. elongatum F. Wirtgen. Schaft von unten nach oben an Stärke abnehmend, so dafs der obere Teil erheblich dünner ist, als der untere. Sporangienähre verhältnis- mäfsig klein. Selten am Moritzberg. f. humile Milde (F. Wirtgen erweitert). Höhe bis 15 cm., ge- wöhnlich erheblich niedriger, Ähre aliein die Hälfte oder wenig darunter lang. Scheiden zahlreich, dicht über- einander sitzend und sich meistenteils deckend, die oberste meist den Grund der Ähre einhüllend. März, April und dann wieder im August und Oktober. Selten am Rothen- berg, Moritzberg und am Deckersberg. f. frondescens A. Br. Der sonst unveränderte Schaft trägt unter einzelnen bis mehreren Scheiden der oberen Hälfte Äste bis vollständige Astquirle. April und Mai. Am Moritzberg und am Rothenberg; immer nur vereinzelt. f. elatius Milde. Schaft schlank, bis 60 cm. lang. Die Scheiden am Grunde des Schaftes in Gestalt und Farbe ganz die des sterilen Stengels, an den oberen Teilen nur in der *) F. Wirtgen, die bisher beobachteten Formen und Monstro- sitäten von Equisetuni maxinium Lani bei DörHer im Herbarium nor- male 1898. 4* Farbe (lern sterilen gleich, aber trichterförmig*. Ähre ganz die des normalen Schaftes. Internodien auch nach dem Trocknen weifs. Kommt in folgenden üuterformen vor: sbf. iiudum mihi. Schaft astlos. Sehr selten am Moritzberg und Rothenberg. sbf. frondescens mihi. Schaft entweder mit dem Erscheinen der Ähre Äste bis vollständige Aslquirle entwickelnd oder solche erst nach dem Verwelken der Sporangienähre entsendend. Sehr selten am Rothenberg und Moritzberg. f. minus J. Lange. Schaft bis 20 cm. hoch, 3 mm, bis 5 mm. dick. Die meist gelblich gefärbten Internodien sind fast stets deutlich entwickelt, 2 bis 4 cm. lang; Scheiden bis 16 zähnig, 27 mm. lang, meist trichterförmig, mit Aus- nahme des helleren Grundes braun. Sporangienähre meist auffallend lang-gestielt, 3 bis 5 cm. lang und höchstens 1 cm. dick. Grleicht mehr einem kräftigen E. arvense, wovon es jedoch die anders gestalteten Scheiden sofort unterscheiden. Scheiden in der Regel 5 bis 6, doch kommen häufig Exemplare mit 10 und mehr vor; ich halte daher dieses Merkmal für wertlos. Selten am Rothenberg, Moritzberg. B. Formell des sterilen Stengels ohne Sporangienähre. I. Typicum F. Wirtgen. Äste im unteren Vs bis ^U des Stengels beginnend und wagrecht abstehend. f. genuinum F. Wirtgen. Äste einfach, an den Spitzen etwas überhängend, dünn, hellgrün ; die der untersten Quirle kürzer, als die zunächst darüber befindlichen und etwas herabgebogen. Pflanze 30 cm. bis 2 m. lang. Häufige Schattenform. sbf. ramulosum Milde. Mehrere oder weniger zahlreiche Äste der unteren Quirle tragen Äste oder vollständige Astquirle. Zerstreut am Rothenberg, Moritzberg, Hansgörgl, am Deokersberg. f. breve Milde (z. Th.) Stengel nicht über 30 cm. lang, meist niedriger, reich-ästig. Internodien " sehr kurz, von den — 53 — Scheiden fast ^aiiz bedeckt. Selten am xMoritzberg, Rothenberg* und am Viehberg. Kommt auch, obwohl selten, als sbf. raraulosum Milde vor; so am Rothenberg und am Moritzberg. f. subsecuudum J. Kaulfuss (bei Münderlein über Equisetum- Formen in d. Deutsch. Bot. Monatsschr. 1898. p. 122). Pflanze aufrecht*) bis 60 cm. lang; Äste einseitwendig. Am Rande von Gebüschen und auf Äckern am Rothenberg. II. densum F. Wirtgen. Äste steif, schon am Stengel- grunde beginnend oder erst in Vabis V* der Stengelhöhe**) aufrecht abstehend. Höhe 15 bis 70 cm. Formen des trocknen besonnten Bodens. f. comosum Milde. Stengel über 60 cm. lang, aufrecht, seine gröfsere untere Hälfte astlos. Die Äste der oberen Hälfte aufrecht abstehend oder anliegend. Selten am Rothenberg. f. Simplex F. Wirtgen = f. agreste J. Kaulfufs bei Mün- derlein über Equisetum-Formen in d. Deutschen Botan. Monatsschr. 1898. p. 122). Äste ohne secundäre Ver- zweigung. Kommt in folgenden Unterformen vor: sbf. breviraniosum F. Wirtgen. Äste 15 bis 20 cm. lang. Auf Äckern am Rothenberg. sbf. longiramosum F. Wirtgen. Äste 25 bis 40 cm. lang. Am Rothenberg, Moritzberg, Deckersberg und bei Unter- Weilersbach nächst Forchheim, ebenso bei Unter-Rieden (F. Schultheifs.) f. ramulosum F. Wirtgen. Mehr oder weniger zahlreiche Äste (meist der unteren Hälfte) sind secundär verzweigt. Kommt ebenfalls wie obige Form in folgenden Uuter- formen vor: sbf. breviramosnm F. Wirtgen. (Wie oben). Auf Äckern am Rothenberg, Deckersberg, Moritzberg. sbf. longiramosum F. Wirtgen. (Wie oben). Äcker am Rothenberg. *) Nicht, wie Herr Münderlein angibt, liegend. **) Siehe F. comosum Milde. — 54 — f. breve F. Wirtgen (Milde z. Th.) = sbf. densum Mün- derlein über Equisetum-Formen in Deutsche Bot. Monats- schrift. 1898. p. 123. Stengel und Scheiden wie bei f. breve Milde, aber die Äste aufrecht und dicht gedrängt, die unteren verlängert, so dafs sämtliche Äste gleich hoch sind und einen dichten, oben abgestutzten, von der schlanken Stengelspitze überragten Schopf bilden. Auf Äckern am Rothenberg und auf Waldblöfsen am Moritz- berg, ebenso bei Unter- Weilersbach bei Forchheim. f. compositum Dörfler u. Lürssen. Hauptstengel normal, aber schwach entwickelt, vom Grunde an reich beästet. Sämtliche untersten Äste sind stengelartig entwickelt, von grüner Farbe, stärker als die übrigen, in die Höhe gerichtet, tragen vollständige Astquirle und erreichen fast die Höhe des Hauptstengels. Oft tragen auch die Äste unter der vorletzten und bisweilen unter der dritt- letzteu Scheide Quirle, mindestens sind sie mit secundären Ästen besetzt. Bis jetzt nur auf lehmigen Äckern am Rothenberg. f. multicaule F. Wirtgen. Hauptstengel kräftig entwickelt, an seinem Grunde von mehr oder weniger zahlreichen Nebenstengeln umgeben, die entweder unter der ersten über oder der nächsten unter der Erdoberfläche befind- lichen Scheide entspringen. Die Nebenstengel erreichen bei weitem nicht die Höhe des Hauptstengels, sind dünn, ihre Internodien reinweifs und tragen zahlreiche Astquirle, deren Äste mitunter wieder verästelt sind. Nur auf Äckern am Rothenberg. f. tenue Münderlein (über Equisetum-Formen in d. Deutsch. Bot. Monatsschr. 1898. p. 124). Stengel sehr schwach (höchstens 1 mm. stark), fast oder ganz grün, am Grunde ohne stengelartig entwickelte Äste, mit langer, nackter Spitze. Astquirle nur 4 bis 10 zählig. Wuchs niedrig, mit 6 bis 10 von einander entfernten 6 bis 10 zähnigen Scheiden. Selten auf Äckern am Rothenberg. f. gracile Milde. Hauptstengel nicht zur Ausbildung gelangend, statt seiner brechen vier bis viele (bis 55) stengel artig — 55 — ausgebildete Nebensteiigel v^on bleichgrüner Farbe unter den obersten Scheiden des Rhizoms hervor. Nur auf Äckern am Rothenberg. sbf. gracilius Müiiderleiu (über Equisetum-Pormen in der Deutsch. Bot. Monatsschr. 1898. p. 123). Stengel kaum 1 mm. stark und völlig grün, höchstens am Grunde etwas weifslich; Seitenäste verlängert, so dafs sämtliche Ast- spitzen nahezu in einer Ebene liegen, über welche die langen und schlanken Stengelspitzen hervorragen. Nur auf thonigeu Äckern am Rothenberg. sbf. robiistum mihi = (sbf. multicaule J. Kaulfufs bei Mün- derlein über Equisetum-Formen in d. Deutschen Botan. Monatsschr. 1898. p. 123). Stengel zu 4 bis 10, 1/2 cm. dick, fast reinweifs und bis 20 cm. lang. Auf thonigen Äckern am Rothenberg ziemlich häuüg. f. penicillatum F. Wirtgeu — (f. acaule Münderlein über Equisetum-Formen in d. Deutsch. Bot. Monatsschr. 1898. p. 124). Stengel ohne jegliche Internodienbildung, daher die Astquirle in ganz dichtem Schöpfe bei einander stehend. Unterste meist sehr lang (bis 35 cm.), einfach oder secundär verzweigt. Vereinzelt auf thonigen Äckern am Rothenberg. C. Sterile Formen mit Sporangienähre. a. serotinum A. Br. Der sterile Sprofs trägt eine Sporangieu- ähre. Mai bis Oktober. 1. Hauptstengel nach oben allmählig- verdünnt, daher die Scheiden mit Ausnahme der der Ähre zunächst stehenden und mehr oder weniger vergrösserten, nach oben allmählig" immer kleiner werdend. Internodien deutlich entwickelt und meist lang. Sporangienähre sehr klein, oft nur wenige Millimeter bis 2^/2 cm. lang, schlank. f. microstachyiim Milde. Ähre sehr klein (2 mm. bis 6 mm.), mitunter gar nicht oder nur wenig aus der Scheide hervortretend. Äste unter der der Ähre zunächst stehenden Scheide meist nicht vorbanden. Selten am Rothenberg, Moritzborg, Hansgörgl und bei Unter- Weilersbach. - 56 — f. normale Dörfler. Ähre gTöfser (bis 2V2 cm.), die der Ähre zunächst stehende Scheide beästet. Selten am Rothenberg, Moritzberg" und Reutherberg. sl)f. vulgare F. Wirtgen. Wie vorhergehende Form, aber die der Ähre zunächst stehende Scheide unbeästet. Selten am Moritzberg-, Reutherberg- und am Hansgörgl. 2. f. patens Dörfler. Hauptstengel gegen die Spitze wenig verdünnt und die Scheiden gegen dieselbe wenig an Gröfse abnehmend. Internodien meist lang. Äste lang, ausgebreitet bis bogig abwärts gekrümmt. Sporangien- ähre 2 bis 4 cm. lang. Nur am Reutherberg. 3. Hauptstengel 10 bis 70 cm. lang", geg-en die Spitze wenig an Stärke abnehmend, Internodien deutlich entwickelt und ziemlich gleich stark. Sporangienähre gross (bis 8 cm.), dick. f. intermediuin Lürssen. Nur die der Sporangienähre zunächst befindliche Scheide ist astlos, sehr vergröfsert, bis zu viermal gröfser, als die ihr zunächst darunter stehende, trichterfürmig erweitert und den oberen Scheiden des Schaftes ähnlich. Sporangienähre 2 bis 6 cm. lang. Nicht selten am Moritzberg, Rothenberg. f. macrostachyum Milde. Die Mehrzahl der oberen Scheiden sind erheblich vergröfsert, trichterförmig erweitert und astlos. Oft nur die oberste oder die beiden obersten astlos, die zunächst darunter betindlichen mit unregel- mäfsigen Quirlen meist kurzer Äste besetzt. Ähre bis 8 cm. lang. 4. f. brevisimile Dörfler. Hauptstengel niedrig, bis 30 cm. lang, kräftig. Internodien sehr verkürzt, die Scheiden dicht übereinander stehend. Äste in sehr dichten Quirlen aufrecht abstehend. Ohne und mit Ästen unter der obersten Scheide. Sporangienähre klein bis grofs (5 mm. bis 4 cm.). Sehr selten am Moritzberg. b. polystachyum Schmitz u. Regel. Der normal sterile Stengel trägt ausser der Gipfelähre noch mehr oder weniger zahlreiche, häufig durchwachsene Ährchen an längeren oder kürzeren Ästen. f. racemosum F. Wirtgen. Ährchen tragende Äste nach oben an Länge allmählig abnehmend, die Ährchen daher — S7 — traubig angeordnet. Bis jetzt nur am Moritzberg* und bei Unterweilersbach. sbf. laxiim F. Wirtgen. Ährentragende Äste sämtlich gleich lang (bis 10 cm.), locker abstehend; Ährchen selten durchwachsen. Sehr selten am Reutherberg östlich von Nürnberg. Monstrositäten. A. Des Schaftes: m. digitatum Milde. Ähre an der Spitze mehr oder weniger tief zwei bis vielteilig. Vereinzelt am Moritzberg und am Reutherberg, ebenso am Hansgörgl und bei ünter- weilersbach. B. Des Stengels: m. Spirale Lürssen. Stengelscheiden meist in dem oberen quirlästigen Teile in ein Spiralband aufgelöst. Ziemlich häufig und alle Jahre wiederkehrend am Moritzberg und am Hansgörgl. m. multicuspis F. Wirtgeu. Die Scheiden im oberen Teile des Stengels rücken stark zusammen, die Internodien- bildung ist ganz und gar unterblieben und die Astquirle stehen dicht beieinander, einen dichten Schopf bildend; die Äste sind zum gröfsten Teile am Grrunde zurück- gebrochen, gegen die Spitze zu wieder aufgerichtet. Die eigentliche Stengelspitze fehlt, dagegen sind 2 bis 5 der zurückgebrochenen Äste als Stengelspitzen aus- gebildet, welche Astquirle tragen. Nicht selten am Rothenberg, Viehberg, Hansgörgl, Reutherberg. C. Der f. Serotinum A. Br. m. comigerum Aschersoii. Aus der Ähre, sowohl im unteren, wie im mittleren und oberen Teile, sowie aus der Si»ilze treten Übergänge zu vegetativen Scheiden in Gestalt mehr oder weniger langer Zähne hervor. Nur ein Exemplar am Rothenberg. — 58 — m. proliferum Milde. Ähre von einer mehr oder weniger langen astlosen Stengelspitze durchwachsen. Vereinzelt am Moritzberg. sbf. verticillatum F. Wirtgen. Das über der Ähre befindliche, häufig sehr lange (bis 40 cm.) Stengelstück ist mehr oder weniger mit vollständigen Astquirlen besetzt. Ein Exemplar am Moritzberg. m. distachyum Dörfler. Stengel mit zwei übereinander ge- stellten, mehr oder weniger weit entfernten Ähren. Ein Exemplar am Reutherberg. E. pratense Ehrh. Fruchtstengel astlos oder beästet; entweder rotbraun vor dem Hervorbrechen der Äste oder grün nach dem Erscheinen derselben. Scheiden walzen- oder trichterförmig, graugrün oder etwas rötlich, mit einem bräunen Längsstreifen in der Mitte des Blättchens. Zähne mit breitem, rotbraunem oder dunkelbraunem Hautrande, oft zu 2 bis 4 verbunden. Scheiden am Grunde der Zähne oft mit einer schwarzen oder braunen und einer darüberstehenden wellenförmigen weifsen Querbinde. Stengel im unteren Teile meist astlos. Äste meist bogig herabgekrümmt. Steriler Stengel graugrün, rauh, gefurcht; Riefen 8 bis 20, schwach konvex, in der Mitte durch 1 bis 6 zellige Kiesellappen rauh. Scheiden walzig- becherförmig, apfelgrün. Blättchen in der oberen Hälfte mit einer bis zur Basis der Zähne reichenden Garinal- furche. Gommissuralfurche deutlich. Zähne lanzettlich, braun gestrichelt, mit breitem, weifsem Hautrande und in der Mitte mit einer braunen Längslinie. Äste glatt, meist dreikantig, bogig herabgekrümmt, ohne Zentral- höhle, mit etwas erweiterten Scheidchen und breit- eitörmig kurz-zugespitzteu, sehmal-weifshäutig berandeten, gekielten Zähnen. Schattige Wälder, Gebüsche, Ufer, Sumpfwiesen. Bis jetzt nur im nördlichen Teile unseres Florengebietes. I. Formen des fertilen Stengels. f. praecox Milde. Schaft 15 bis 40 cm. lang, zuerst astlos, weich, saftig, rotbraun oder grünlich, glatt, mit undeutlich - 59 — hervortretenden Riefen. Äste erst nach dem Verstreuen der Sporen sich an den oberen Knoten entwickelnd, einfach oder verzweigt. Scheiden lang, walzen- oder trichterförmig. Bei der Entenmühle und bei Aichig nächst Bayreuth. f. serotinum Milde. Fertiler Sprofs 12 bis 2S cm. lang, meist schon frühzeitig mit Astansätzen, rotbraun oder grün; Scheiden kurz-cylindrisch-becherförmig und denen der sterilen Stengel ähnlich. Äste kurz, am obersten Stengel- teil oft die Ähre überragend und verhüllend. Ähre ^2 bis IV2 cm. lang, kurz, länglich, oval bis fast kugelig. An denselben Standorten, wie vorhergehende Form. f. ramosissimum Milde. Fertiler Sprofs gleichzeitig mit dem sterilen auf demselben Rhizome erscheinend, dünn, rauh, 9 kantig, vom Grunde an ästig oder erst vom ersten Drittel an mit Astquirlen. Scheiden kurz, topfförmig, grün, Ähre sehr klein (0,5 bis 0,75 cm. lang), auf grünem Stiele. Äste bei noch geschlossener Ähre IV2 bis 3 cm. lang, bisweilen ästig und schon am Stengel gründe be- ginnend. Sumpfwiese bei Aichig nächst Bayreuth. II. Formen des sterilen Stengels. f. ramulosum Rupr. Stengel aufrecht, kräftig, unterwärts astlos. Äste meist 4 kantig, meist nur unterhalb mit secundären Ästchen, die zu 2 bis 4 im Quirl stehen und selten länger als 2 cm. werden. Selten in feuchten Gebüschen bei der Entenmühle nächst Bayreuth. Monstrositäten. m. proliferum Milde. Durch die Ähre setzt sich der Stengel noch in einer Länge von 472 bis 36 mm. fort und ist entweder astlos oder mit Astquirlen besetzt. Nur ein einziges Exemplar von der Entenmühle bei Bayreuth. E. silyaticum L. Fruchtstengel rotbraun, meist anfangs astlos, später grün und unter den obersten Scheiden Äste ent- wickelnd. Die Scheiden gri^fser, als an den sterilen — 60 - Stengeln, an ihrer Basis cyli ndrisch, in ihrer oberen Hälfte aufg-eblaseu. Nicht selten sitzt der erste Astquirl direkt am Grunde der Ähre, unter dem Ringe. Steriler Stengel grün, rauh, gefurcht mit 12 bis 15 flachen Riefen, an jeder Kante mit einer einfachen Reihe horizontal- abstehender Kieselnadeln besetzt. Scheiden grün, trocken- häutig, fast glockig, bis zur Mitte ungleich 3 bis 6 spaltig, die einzelnen rotbraunen Lappen eilanzettförmig, fast kappßnförmig, S- bis 6-rieflg, von 3 bis 6 trockenhäutigen, verwachseneu Zähnen gebildet; jeder Zahn am Grunde mit äufserst feiner, oft ganz undeutlicher, nach oben bald verschwindender Garinalfurche, die aber nach unten bis in die Mitte des Scheidenblättchens sich hinzieht. Äste zahlreich, 4- bis 5-kantig, ohne Zentralhöhle, secundär und tertiär verzweigt; Ästchen zu 2 bis 3 im Quirl, mit seicht gefurchten Kanten. Asthüllen rotbraun ; Scheidchen trichterförmig mit lanzettlichen, zugespitzten, abgebogenen Zähnen. In Wäldern, Gebüschen, auf Äckern. I. Formen des fertilen Stengels. f. praecox Milde. Fruchtstengel zuerst bräunlich, astlos, glatt, erst nach Yerstreuung der Sporen Äste entwickelnd, grün und rauh werdend. Normale Form; häufig im ganzen Gebiete. f. robustum Milde. Stengel bis 50 cm. lang, meist nur im obersten Teile mit 1 bis 3 Astquirlen, gelblich. Äste im steilen Bogen aufsteigend die Ähre weit überragend und mit tertiären Ästchen besetzt. Lehmige Äcker bei Fisch- bach, Kalchreut und auf Dogger bei Kersbach am Fufse des Rothenberg. f. serotinum 3Iilde. Fertiler Sprofs dem sterilen ganz ähnlich, aber grün, mit den Anfängen der Äste bereits aus dem Boden steigend und diese bei noch geschlossener Ähre entwickelnd. Wälder am Schmausenbuck, am Hutberg, Schwarzachthal, am Moritzberg und am Rothenberg. sbf. microstacliyum mihi. Ähre sehr klein (ä bis 4 mm.) Sehr selten auf einer Waldblöfse hinter Erlenstegen bei Nürnberg. - 61 — f. polystachyum Milde. Äste Ährchen tragend; Älirchen 1 bis 2 ram. lang*, meist au sehr verkürzten Quirlästen. (Die Zahl der Ährchen von den 27 von mir gesammelten Exemplaren schwankt von 2 bis zu 63 !). Auf einer Waldblöl'se sowohl auf trockenem Sande, als auf moorigem Boden bei Erlenstegen nächst Nürnberg. II. Formen des sterilen Stengels. f. vulgare Klinge. Stengel grün bis gelbgrün, rauh; Aste von Vs bis ^U des Stengels beginnend, in dichten Quirlen, starr, horizontal-ausgebreitet oder bogig-herabgekrümmt bis 10 cm. lang, nur die untersten und die obersten Quirle stets kürzer, als die mittleren, mit regelmäfsigen secundären und tertiären Ästchen in Quirlen. Gemein. f. capillare Hoffm. (als Art). Stengel bis 60 cm. lang. Äste und Ästchen fast horizontal abstehend, sehr dünn bis haarfein, grün. Das Stengelende s